Weise Aussichten

Wer sich dem Druck beugte, von überfüllten Hörsaal zu überfülltem Hörsal hechtete, kniend im Zwischengang selbstherrlichen Vorträgen geistesabwesender “Professoren” eine Essenz zu entlocken versuchte, nach acht, zehn, zwölf Stunden Uni-Tag am Abend seine Aufzeichnungen ordnen, das Gehörte vertiefen, sich auf den nächsten Tag vorbereiten wollte, anschließend noch ein paar Stunden kellnern muss zur Erhaltung der materiellen Sicherheit – und wem da vielleicht bereits schon dämmerte, dass der angefangene Weg mitnichten zum Traumberuf führen kann, er sich aber täglich wieder zur Ordnung rief – wer in diesen Monaten in einer der unzähligen unterdimensionierten, von Wanderprofessoren und Wirtschaftslobbyisten beherrschten Geistesschmieden des zukünftigen Deutschlands seine “Scheine” – den von der Universität zu bescheinigenden Abschluss eines dieser unzählbaren Kurse, die zur Erringung einer Fachnote nötig sind – machen musste, konnte sicher schon witzeln, so ihm dazu noch zumute blieb, dass zum reibungslosen Ablauf des Universitätsbetriebes auch baldigst eine campuseigene Nervenheilanstalt gehören müsste.
Diese Art Galgenhumor hätte freilich den kleinen Schönheitsfehler, dass sie impliziert, dass dem Patienten geholfen werden könnte, während seine Bedingungen keiner Kur bedürften – und so ist uns eine solche Witzelei aus den Horten deutschen Geistesschaffens nicht bekannt geworden.

Das das Leben aber weitaus witziger und einfallsreicher sein kann als ihre dümmsten Witzes es je hätten kolportieren können, wird den Jungkonkurrenten um die Weisheit jetzt von einer ihrer geringsten Anstalten vor Augen gehalten: “Bessere Betreuung für psychisch kranke Studenten – RWTH Aachen eröffnet Zentrum für psychische Gesundheit”, titelt heute Deutschlandfunk, – wobei RWTH für  “Rheinisch-Westfaelische Technische Hochschule” steht. In dem folgenden Beitrag kommt “Birgit Derntl, Professorin für Psychologie an der Uniklinik Aachen” zu Wort und “nennt alarmierende Zahlen aus der Studie einer gesetzlichen Krankenkasse”:
“Also vor allem der Bericht der Technikerkrankenkasse hat hier erste Zahlen und Fakten geliefert. Wo gezeigt worden ist, dass die Zahl der Studenten, die psychisch erkrankt sind von 2006 bis 2010 sich um 50 Prozent erhöht hat.” “Insgesamt sind nach dieser Studie rund ein Fünftel aller Studierenden von psychischen Belastungen und Erkrankungen betroffen”. ergänzt der Kommentator des Beitrags.

Die “Psychologin Christine Frank” weiß in diesem Beitrag: “Die Versorgungssituation, gerade was psychotherapeutische Behandlung anbelangt, ist natürlich desolat, weil es einfach zu wenig Kapazitäten gibt. Die Wartezeiten sind viel zu lang und es erfordert einen immensen Einsatz des Betroffenen sich um entsprechende Plätze zu kümmern.” “Aber dazu sind viele Patienten, die zum Beispiel an einer schweren Depression leiden, gar nicht in der Lage. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz verschlimmert die Symptome. Da setzt die Hilfe der Fachleute des Zentrums für psychische Gesundheit ein”, erklärt der Kommentator des Deutschlandfunk, und auch: “Die große Zunahme dieser Fälle hat die Universitätsklinik Aachen veranlasst, das neue Zentrum für psychische Gesundheit zu gründen.”

Keine ursachenuntersuchende Kommission zur Vebesserung des Universitätsbetriebes, keinen Fond zur Verbesserung des Lehrangebotes, zur Ausstattung mit zeitgemäßer Technik, unabhängigen Lehrmaterialien – die Hochschule Aachen, und ihr werden weitere folgen, packen das Problem bei der Wurzel.

Und dass keiner meinen müsste, wegen seines überladenen Stundenplans sei ihm der Zugang zu dieser Kur ohnehin versperrt, noch dieses Zitat aus dem Deutschlandfunk-Beitrag: “Professor Frank Schneider, Direktor der Klinik für Psychiatrie an der Uniklinik Aachen”: “Sie müssen auch bedenken, dass wir eine so genannte Notfallhotline haben. Das heißt, Studierende und Doktoranden können sich rund um die Uhr das ganze Jahr, also auch Weihnachten und mitten in der Nacht, bei uns melden und sich mit einem Psychiater oder Psychotherapeuten auseinandersetzen.”

…….
Quellen: Der Beitrag auf Deutschlandfunk, 16. 5. “Campus und Karriere”
Weiterführend: juraforum.de 15.05.2012: “RWTH und FH Aachen eröffnen die bundesweit erste psychiatrisch-psychotherapeutische Beratu”

Heilloser Krieg – wer sind nun die Schafe?

Ein Anrufer in einer Sendung bei “Infokrieg-TV” am 7.5. 2012, der, wie er sagt, sich etwas intensiver im Internet mit den Salafisten-Problem beschäftigt hat (“ein paar islamische Seiten angesehen, … Pierre Vogel, Peginius (?)… angesehen”), äußerte eine ähnliche Vermutung wie die, die mich beschlich, und so trage ich, bis dahin wenig ermutigt wegen der scheinbar einstimmig toleranzlosen Front gegen die “militanten Islamisten”, auch meine Gedanken in dem Sinne vor, ob denn das “Problem mit den Salafisten” in Deutschland nicht ein hausgemachtes – oder, wie ich annehme, wiederum dem Operieren der Geheimdienste zu verdanken sein könnte.

Dass Salafismus nicht gleich Salafismus ist – so er überhaupt von dieser Bezeichnung selbst weiß – ist hier darzustellen versucht worden. Wir wissen freilich wenig, wo wir nicht wissen sollen.

Ich fand den Film von Spiegel.de: “Kampfname “al-Gharib”: Der Propagandist der Salafisten” im Netz.
In einer Moschee in Solingen, wohin “Spiegel” allerdings der Zutritt und auch jegliche Auskunft verweigert wird, vermutet das Magazin “den Propagandisten der Salafisten”. Der “Spiegel” hatte bereits wenige Tage vorher, da war der frisch aus österreichischer Haft entlassene Wiener im hessischen Erbach in seiner “Wahlheimat” wohl gerade erst angekommen, Mohamed Mahmoud interviewt; “Der Spiegel” hatte auch schon 2006 – da hatte Mohamed Mahmoud in Wien gerade eine “islamistische Jugendorganisation” gegründet, das Glück mit “einem ersten Interview” – wo der “strenggläubige Extremist”, in der ausgewählten Passage, Konsequenzen für die “Hetzerer” gegen den Islam andeutet. “Der Spiegel” vermeint Mohamed Mahmoud aber auch daher zu kennen, als er in Wien “auf der Suche nach einem Ansprechpartner” eines dschihadistischen Medienauftritts, “mit einem vermummten Mann”, der “nicht erkannt werden will” und dessen “Stimme … verfremdet” wird, sprach. ” – Mohamed Mahmoud – wie sich später herausstellt”, so der Kommentator im Film.

Vorangestellt sind Archivaufnahmen vom 26jährigen Österreicher, Sohn ägyptischer Einwanderer; wie er, bei einer Podiumsdiskussion offenbar, bedrohlich klingende Prophezeiungen aus der Litanei der Krieger für Allah herrausgurgelt – und diese anschließend ins Deutsche übersetzt: “Wir werden Rom erobern … und … der Petersplatz, oder wie das heißt, wird der … Platz der Konvertierung sein, und der Platz, um Allahs Gesetze umzusetzen, Allahs Strafen umzusetzen – damit genügend Leute zugucken können…”, und auch die dort medienschön geschminkte Dame vom hessischen Verfassungsschutz weiß anschließend zu vertiefen: “Es handelt sich hierbei um eine Person, die wir dem dschihadistisch-salafistischem Spektrum zurechnen, – das heißt, er gehört zu der Szene, die Gewalt zur Umsetzung ihrer politischen Ziele befürwortet und gegebenenfalls auch bereit ist, diese anzuwenden. Damit geht von ihm natürlich eine hohe Gefahr aus.”

Für die Geheimdienste sei der Österreicher überhaupt ebenso kein Unbekannter mehr, ebenso schon 2006 hätten “die internationalen Geheimdienste” mit Mohamed Mahmouds Überwachung begonnen, stellt der Kommentator im “Spiegel”-Film die Wertigkeit des 26jährigen heraus. Da hätte er gerade in Wien eine “islamistische Jugendorganisation” gegründet, seitdem videoüberwacht.

Es ist diese ständige Nähe aller möglichen Geheimdienste an den Schmähfiguren des 21. Jahrhunderts – Bin Laden, Dönermörder, Andres Breivik, “Attentäter” von Toulouse – und deren teils märchenhafte Tatausführungen trotz dieser “Überwachungs”-Nähe, die nahelegen, dass auch Mohamed Mohmoud – laut “Spiegel” hätte er sich in Deutschland den “Kampfnamen: Usama al Gharib” gegeben (was wohl heißt “Usama aus dem Westen”?) – lediglich ein Gezücht der Geheimdienste ist – kein reales Abbild der Wirklichkeit.

Als Konsequenz auf die Überwachung sei der Gründer der “islamistischen Jugendorganisation” dann, so “Spiegel”, “in den Untergrund” gegangen – ins Internet – jenen Raum also, der zu flächendeckender Observierung wie gemacht ist – mit dem Medienauftritt “Globale Islamistische Medien-Front – GIMF” – ein, Zitat “Spiegel”, “dschihadistischer Internetauftritt mit Verbindung zu Al Quaida – Ziel: Die Rekrutierung von Kämpfern gegen die USA und seiner Verbündeten” – wofür er 2008 wegen “Gründung und Förderung einer terroristischen Vereinigung” von der österreichischen Justiz für vier Jahre verknackt wurde.

Die Website, die 2006 ihren letzten Eintrag hatte und seit ihrem Umzug vom Hoster “wegen Archivierung oder Stillegung wegen Verstoßes gegen die Geschäftsbedingungen” – “nicht weiterhin aufrufbar” ist, bringt tagebuchähnlich Lobeshymnen auf aktuelle erfolgreiche Attentate der und der Gruppe von “Brüdern beim gemeinsamen Kampf gegen den Feind” – unzählige seelenlose Aufzählungen der damit verursachten Verluste für den Feind in Afghanistan.

“Al Quaida” – das nur, um den gallopierenden Begriffsumdeutungen entgegenzuwirken – nannten die Strategen in der CIA einst die Listung, unter der sie die Gehaltsempfänger ihre Guerilla gegen die Russen in Afghanistan wiederfanden. Einen Zusammenhang zwischen “Rekrutierung von Kämpfern gegen die USA und seiner Verbündeten” – oder, um das zu entmystifizieren – “gegen die Soldaten der USA und seiner Verbündeten” – ist demnach eine wiederholte Offenbarung über die, bisher angeblich auch nur von einigen wenigen Afghanistan-Reportern beobachtete, Erweiterung des ehemaligen Aufrags der Guerilla.

Was der Film – mit einem Herstellungsdatum vom 22. 4. 2012 – noch nicht weiß: Am 26. 4. schiebt Hessen “Mohamed M. – radikaler Salafistenprediger” ab: “Der Mann mit österreichischem Pass müsse Deutschland binnen eines Monats verlassen und dürfe nicht wieder einreisen, sagte der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU)… Mohamed M. habe sich in der Vergangenheit zum militanten Heiligen Krieg bekannt. Bei dem Mann bestehe weiter die Gefahr, dass er „mit erheblicher Intensität zu Gewalttaten aufruft und damit die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Deutschland gefährdet“, wissen an diesem Tag alle Massenmedien in Deutschland, dass man staunt, dass der Mann, im geheimdienstuntergrabenem Überwachungsstaat überhaupt – unmittelbar nach Haftverbüßung wegen “Gründung und Förderung einer terroristischen Vereinigung” – so wirksam Fuß fassen konnte.

Nun ist er jedenfalls fort – man vermutet ihn in Kairo, aus “Usama Al Gharib” ist sicher nicht wieder Mohamed Mahmoud geworden, und sicher bekommt er auch dort allerhand zu tun – für das deutsche Publikum war kurz vor seinem Ablaufdatum noch eine mit viel Geheimnistuerei, Gefühl für Schlagworte, für Kameraeinstellung, Bild- und Tonschnitt gebaute Figur abgefallen – der, wenn sie auch wenig gegen ihre religiöse Ansichten (“Das ist Welt von Gott, von Allah – und nicht von Merkel oder Grundgesetz”), doch “Hetze gegen den deutschen Staat” hergab. “Salafisten” kannte das deutsche Publikum bisher ja kaum. “Salafisten hatten zuletzt in deutschen Städten kostenlos Koran-Exemplare verteilt und mit ihrer Missionierungs-Aktion „Lies!“ eine heftige Debatte ausgelöst”, erinnert am 26. 4. die bereits zitierte Medienmenagerie so auch unisono im Zusammenhang mit der Ausweisung Mohamed Mahmouds – aus heutiger Sicht, mit dem Krieg von “Pro NRW”-Salafismus, ein Beitrag zum Bürgerkrieg in Deutschland – wenn wir uns weiter nur zudröhnen lassen.

………..
Update heute – oder dieses, zur Illustration der o. a. Verschwörungs”theorie” betreffs der Geheimdinste: “Der politische Missbrauch der jüngsten „Terrorverschwörung“”, Von Bill Van Auken
11. Mai 2012, “World Socialist Web Site”:”Einen Tag nachdem die CIA am Dienstag bekannt gegeben hatte, einen Versuch von Al-Qaida vereitelt zu haben, ein Passagierflugzeug in die Luft zu sprengen, haben amerikanische Regierungsvertreter enthüllt, dass der Attentäter in Wirklichkeit ein Informant der CIA und des saudischen Geheimdienstes war…” mehr dort…

Update 16.5. mit viel besseren Worten, ad sinistram: “Salafisten überall. Und man hat den Eindruck, in einem Land zu leben, das vor Islamologen nur so strotzt. So wie es in Fragen der Wirtschaft im Trend liegt, wie es an jedem Stammtisch mit ökonomischen Fachausdrücken aufwartet. Als hätte die Debatte um Sarrazin und seine islamfeindlichen Thesen aus Deutschland ein Land von Experten in Islamwissenschaften gemacht…” mehr dort …

Können Griechen wählen?

Da zeigt sich das großeuropäische Dilemma in Reinkultur: Nun kann für Griechenland nach den Parlamentswahlen keine eurofreundliche Mehrheit mehr für eine Regierung erwarten werden – und dennoch “erwartet” man in Brüssel, dass währungspolitisch alles so bliebe, oder, wie Merkel es formulierte, dass Griechenland zu seinem – unter den entmachteten Parteien gegebenen – Wort stehe. Die internationale Börse spielt antieurisch, weil sie wohl schon ahnt, dass das nicht so werden wird – wie sollten die starkgewordenen Kräfte es ihrem Wählervolk auch vermitteln, dass man nun doch mit den mehrheits-entmachteten Handlangern des Großkapitals klüngelt, um den Ausverkauf des Landes fortzusetzen?

“Griechenland ist unregierbar”, titelte heute das größte deutschsprachige Nachrichtenmagazin im Dienst der Globalisten: “Wie man die Parteien auch zusammensetzt, es kommt keine Koalition dabei heraus: Griechenlands Politik steht vor dem Chaos. Die Bürger haben sich in ihrer Wut über alle Sparzwänge und Drohkulissen hinweggesetzt – und den Protest stark gemacht. Jetzt hat Europa ein Problem.”

Es wird nicht das einzige bleiben, sonst könnte man wohl bereits jetzt Griechenland ein Schicksal prophezeien, wie es sich in den Endachtzigern Jugoslawien aus ähnlichen Gründen zuzog. Noch finden die Marionetten des globalen Großkapitals nicht die richtigen Worte – aber der Ton gegen “die Griechen” wird stündlich schärfer, und es möchte ja wohl keiner glauben, dass die Karawane, einmal so schön im Rollen, sich ausgerechnet von Griechenland aufhalten ließe? Die Satteltaschen der Karavanenführer werden voll sein mit Strategien für solche Aussetzer wie “Volkes Wille”. Wie wäre es, in Irland haben sie es bereits vorgeführt, vorerst mit der Wiederholung seiner Manifestation – und zwar solange, bis er in die Welt passt – “Volkes Wille”?

……………
Update 13.5.12 – da haben wir es doch schon – Junge Welt, 10.5.12, “Deutsch-Eurokratie
Berlin will Griechen-Votum korrigieren
Von Werner Pirker… mehr dort

Veröffentlicht in Schnitzer. Kommentar schreiben »

Gleichgewicht, stupid!

Ganz gut doch, dass sich nun, wo sich das westliche Militärbündnis unter seinen us-amerikanisch-zionistischen Führern zur Weltherrschaft aufschwingen wollte, heraustellt, dass das russische Gegengewicht voreilig medial zu Grabe getragen worden war, und dass im Kremel nun wieder das berechtigte Misstrauen gegen den Westen hinter den Schaltknöpfen der russischen Kriegsmaschinerie Platz nimmt? Trauriges Fazit nach einem Vierteljahrhundert der propagierten Erhohlung vom Kalten Krieg: Solange er kein warmer oder heißer ist, will er, vom ressourcenverschlingenden Wettrüsten einmal ganz abgesehen, immer noch als bessere Alternative erscheinen zum flächendeckend schleichenden Tod auf Raten, wie er uns hier im unumkämpften Herrschaftsgebiet des “Westens” befällt.

Was haben wir gejubelt, als vor nun gleich 25 Jahren der unsichere Balanceakt der Weltmächte beendet schien, und sich die eine Seite, endlich am Ende ihrer Wirtschafts- und damit Agressionsfähigkeit, friedlich auf die andere, wie wir meinten, demokratische Seite, schlug!
Der Osten – oder besser: seine in Jahrzehnten mittels Scheinideologie und Individiumsfeindlichkeit gedemütigte Bevölkerung – lebte wieder auf, erlangte kurz Kreativität und Schaffenskraft zurück, fast gar ihr Selbstbewusstsein; der Westen, wo er sich nicht der Siegerarroganz hingab, – die zeigte sich im Jugoslawien-Feldzug am blutigsten, – konnte sich einiges davon abschauen und nutzbar machen, und gerade in Deutschland, wo der eiserne Vorhang durch eine sprachlich verwandte Bevölkerung verlief, hätte die Situation zu neuen, vorher nie geahnten Ufern führen können.

Zwanzig Jahre unter der neuen Konstellation allerdings haben die Menschen dies- und jenseits der einstigen Demarkationslinie ausreichend Einsicht, manchen bereits das Fürchten gelehrt – und sieht einer bis heute keinen Grund zur Klage, liegt das nur daran, dass er besonders ignorant, sich eine besondere Position erarbeitet, oder glaubt, sich die erarbeitet zu haben. Das Kapital, wenn wir bei diesem Begriff aus der Ideologie der “Kommunisten” für die fast schon naturgesetzmäßig Besitzenden bleiben dürfen, das Kapital verschlingt zum Ende hin alles und jeden, wenn man ihm nicht wieder und wieder kräftig auf die Schnauze schlägt. Geld ziehe Geld fömlich an, wird gemunkelt, und dabei vergessen, dass Besitz von Rechtschaffenheit und Moralität regelrecht befreit, einen Blankoscheck für das weiter Raffen auf Kosten und zum Schaden anderer ausstellt. Dabei sollte Geld einst den in Zahlen gefassten Wert des Individiums für die menschlichen Gemeinschaft darstellen.

Der Osten – seine Facharbeiter, Wissenschaftler, Künstler – begriffen es instinktiv und damit als Kraft fürs Auf-die-schnauze-hauen vorerst untauglich, dass die Wertigkeit in der “freien Welt” eine andere sein musste, doch mit den Erkennen des Charakters der “Krise” als einer vom Kapital künstlich iniziierten Verknappungs- und Massenverarmungsstrategie ohne freundlichere Aussichten dämmert es bereits vielen links und rechts der einstigen Demarkationslinie der Demokratie: Das ist nicht mehr unsere Welt, für die wir uns aufreiben, totschuften, streiten, Friedfertigkeit demonstrieren, Kinder aufziehen. Der finanzielle “Rettungschirm” für ein Großeuropa der Monopole und der Auslandseinsatz einer dem Friedenhalten verpflichteten Armee zugunsten monetärer Erwägungen, wie ein dann zurückgetretener Bundespräsident flüsterte, mögen hier nur als die ohnehin populären Beispiele angeführt sein, begonnen hatte das dem machiavellischen Prinzip entsprechende Polarisieren ja schon bald nach dem bejubelten “Ende des Kalten Krieges” mit dem “Krieg gegen den Terror”.

Nicht jedem mag aufgegangen sein, dass zwei Handvoll, in Höhlen lebende Männlein – seien sie Eiferer welcher menschenverachtenden Religion auch immer – unmöglich eine wehrhafte Weltmacht wie die USA auch nur in Verlegenheit hätten bringen können; als der Große Rächer des friedlichen Abendlandes darauf aber in die Höhle des Drachens zu ziehen vorgab , war sogar die heutige Bundeskanzlerin des Unverständnisses über das deutsche Unbeteiligtseins voll, und bat bei Ritter George Dabbeljuh um Abbitte für den deutschen Michel. Dass mit ihr nicht viel später das Lehnsherrenrecht über diesen in ihre Hände gelegt wurde, ahnte nicht, wer nicht auch schon von den im geheimen weltordnenden Vereinen wie Bilderbergern, Trilateraler Kommission oder Atlantikbrücke gehört hatte.
Dass die Machtausübung in Afghanistan nun von ein paar Koranschülern auf ein ganzes Volk übertragen werden sollte, und der Irak gar einer Einheitspartei unter ihrem blutrünstigen Führer entrissen wurde, musste begrüßen, wer auch nur eine Ahnung von der Bedeutung des Wortes Demokratie hatte. Damit waren Afghanistan- und Irakkrieg kleine und notwendige Korrekturen, und moralisch nicht niedriger zu bewerten als ein Einsatz gegen die – vorgegaukelten, wie wir leider heute erst genau sagen können – Konzentrationslager Großjugoslawiens.

Aber die Sache scheint ausufern zu müssen, denn überall, wo die verhassten Köpfe abgeschlagen wurden, wuchsen scheinbar zwei neue nach, und wurde die Behauptung von einer religiös determinierten Terrorfreudigkeit vor kurzem noch als faschistoide Propaganda gegeißelt, gilt sie heute als ausreichend poltikwissenschaftlich hinterlegte Begründung für den momentan jämmerlichen Zustand der Welt. Mittlerweile haben wir aber auch den Terror an der eigenen Haut zu spüren bekommen – seien es die Schulkinder in Toulouse, in Winneneden oder Erfurt, in Warteschlangen ihrer Leibesvisitation harrender und bis auf den Sterz durchleuchtete Flugzeugpassagiere, im Rahmen des Vorgehens des Staates im Sinne “rechten Terror”-Fahndung Gepeinigten – und, wenn nicht gleich die Idee von der Herz-Losigkeit, so doch die vom gar viel zu großem Herz unserer Beschützer bekommen.

Nun stehen wir noch immer in Afghanistan gegen den Terrror, vor Somalia, geben das Letzte gegen Palästina – und konnten wir uns in Lybien noch mit dem Verweis auf ein fehlendes UNO-Mandat herrausreden, wird uns die Sache angsichts eines angeblich atomwaffenfuchtelnden Irans oder eines massenmordenden Diktator in Syrien so leicht nicht gemacht werden. Im Notfall, das hat ja auch schon der Jugoslawienfeldzug unter Schröder und Fischer gezeigt, hält es Deutschland nicht anders als die USA: “Mit UNO-Mandat falls möglich, ohne, falls nötig”

Keine Ahnung, wie der Russe tickt, freilich! Vielleicht hat der sich wirklich Illussionen einer zukünftigen Welt in Frieden gemacht, als er sich damals, vor fast 25 Jahren, nicht entschließen konnte, sein zerfallendes Weltreich mit Gewalt zusammenzuhalten; Gorbatschow hatte ohne Wenn und Aber in ein Wiedervereinigung Deutschlands unter westlichem Regime zugestimmt, auch wenn das vom damals amtierenden Bundeskanzler Kohl geleugnet und für die eigenen Ziele umgeschrieben wurde. Auf der Sicherheitskonferenz in München dieses Jahr waren es die Russen (neben China), die die nachhaltigsten Friedensvorschläge präsentierten; Putin ist KGB ist Kalter Krieger ist gefährlich – momentan ärgern wir uns aber mit der eigenen Administration herum – und “ärgern” ist ja wohl nur eine schlappe Beschreibung des Ungemachs, dass uns bereits befallen hat und dessen Ausgang, folgend den Interpretationen der Welt durch diese Führer – verdeckte oder deren Handpuppen “Bundeskanzler”, “Premierminister” – ein schreckliches sein wird.

Und wenn da jetzt ein Stoppschild aufgestellt wird für eine maßlos expandierwütige Welt (der wir längst nicht mehr angehören – wer es gemerkt hat -, sondern nur noch den Stiefel lecken oder Kanonenfutter stellen), und sei es auch nur in Form eines Stoppschildes für einen “Raketenabwehrschild”, hinter dem wir uns gerade – im Begriff, auszuteilen ohne einstecken zu müssen – verrammeln wollten, könnten wir so dem Ideal eines wahrhaft von allen seinen Bewohnern gestalteten Planeten vorerst ein Stück näherbleiben.

Veröffentlicht in Mit anderen Augen. 1 Kommentar »

Der Frühling in Arabien

Versuch einer politisch motivierten Jahreszeitenerkennung in Ägypten

Es ist kaum ein Jahr her, dass uns der politische Flächenbrand in großen Teilen der arabischen Welt als Indiz dafür gereicht wurde, dass die alten, destruktiven Kräfte weiter an Einfluss einbüßen und nun auch große Teile der arabischen Welt – Tunesien, Algerien, Ägypten, Libyen – endlich in den Strudel der Demokratiesierung und Menschenrechtsverwirklichung hineingezogen wurden.

Dass MI 6 und CIA und Mossad dabei in den verschiedenen Ländern des “Arabischen Frühlings” schon im Vorfeld tätig waren, es sich bei den “Aufständischen” keineswegs überall um friedlich demonstrierendes Volk handelte, und im Falle Libyens sogar eine Republik nach den ureigensten Maßstäben einer Volksverwaltung beendet wurde, erfuhr nur, wer sich abseits des Mediengeplärrs interessierte.

Mit dem Sieg der Moslembrüder bei den Parlamentswahlen in Ägypten im Januar und den Salafisten als zweitstärkste Gruppe bekam die Illusion einer mit westlichem Demokratieverständnis angehauchten allseitigen “Arabellion” ihren Knacks, und spätestens mit dem als Frustration über die demokratischen Zustände des Landes erklärten Verzicht des Ägypters und Politikprofis El Barradei auf die Präsidentschaftskandidatur im Mai verlor der Massenmediekonsument seine Euphorie vom bevorstehenden Endsieg des Guten über das Böse. Das Böse ist zäh – wenn es sich etwa maskiert als Gottesgläubigkeit einer unzureichend gebildeten Masse zu bedienen versteht.
“Die Politik in Ägypten wird sich damit künftig stärker am Islam orientieren”, weiß Die Zeit.
Über die “Moslembruderschaft”, die mit “über 70%” “die ersten freien Parlamentswahlen in Ägypten” entschied und nach Ansicht von Herman Barges aber eine Gründung des britischen Geheimdienstes MI6 sein soll, herrschte dort wenig Aufregung; sie legte das Augenmerk eher auf die “radikal-islamische Partei des Lichts (Hizb al-Nur). Sie landete auf dem zweiten Platz und sicherte sich gemeinsam mit anderen kleineren Parteien aus dem Lager der radikal-islamischen Salafisten 24,6 Prozent der Sitze”.

Nun machte das Böse auch die Christenländer unsicher; am 22. März – da war er noch nicht gefasst – meldet AFP: “Der mutmaßliche Serienattentäter von Toulouse soll sich durch Kontakt mit dem salafistischen Islam radikalisiert haben. Weltweit beobachten Sicherheitsbehörden die Ausbreitung des Salafismus mit Sorge”. “Der Salafismus ist keine einheitliche Bewegung, sondern Oberbegriff für teilweise sehr unterschiedliche Strömungen im sunnitischen Islam”, wusste die Nachrichtenagentur noch auch. Als er nach Deutschland zog, maskiert als literarischer Heilsbringer, zitiert der “Sprecher des Verfassungsschutz” angeblich “Verfassungsschutzpräsidenten Fromm: Nicht jeder Salafist ist ein Terrorist; aber jeder uns bekannte Terrorist war irgendwann einmal in salafistischen Zusammenhängen unterwegs”.”Sie ist eine der gefährlichsten Strömungen innerhalb des Islamismus, und wir haben sie fest im Blick!”, ergänzte NRWs Innenminister bei dradio.de

Da ließ sich einiges Ausmalen; die gleiche Ecke, eine Etage tiefer – der “Kreisverband der rechtsradikalen NPD”, kündigte für Dresden “kreativen Widerstand” gegen die Koran-Verteilaktion” an, meldete zumindest MDR Aktuell. Verteilaktionen in Dresden, erfuhr die chronisch demonstrativ nationalsozialismusverachtende Stadt am Montag dann aber, waren ohnehin an jenem Wochenende nicht vorgesehen.

“Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel herausgucken”, textete Georg Christoph Lichtenberg schon vor mehr als 200 Jahren, so bleibt hier ein ohnehin nur laienhafter populärtheologischer Versuch über Wert und Unwert der “heiligen” Bücher der Religionen aus; anzumerken bleibt die gleichbleibend scharfmacherische Intoleranz der jeweils anderen über die vielen Jahrhunderte – das Wandeln – Handeln und Morden – in gelehrter Gewissheit, nur Anhänger der eigenen Konfession hätten Gott oder könnten je zu ihm finden – und seien damit lediglich Ausführende Höchster Stelle bei ihrem Kampf gegen die Ungläubigen.

“Auch der in Saudi-Arabien vorherrschende Wahhabismus wird dem Salafismus zugerechnet”, will die oben zitierte Nachrichtenagenturmeldung wohl relativieren. Mit den Saudis hat der Westen Friede, Freude, Eierkuchen; er beliefert sie sogar überbordend mit Waffen.

“Einige salafistische Gruppen verfolgen politische Ziele (). In Ägypten errang die salafistische Al-Nur-Partei etwa ein Viertel der Stimmen” lässt die Agentur wissen im Zusammenhang mit dem Hintergrund des “Amokläufers” in Toulouse: “Andere Gruppen predigen dagegen den bewaffneten Kampf. Die nordafrikanische “Organisation al-Kaida des Islamischen Maghreb” (AQMI) hieß früher “Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf” (GSPC). Sie würde “mit vielen Terroranschlägen in Verbindung gebracht.” – ist aber, wie ihr Name – ihr angeblicher Name – verrät, nicht “Salafisten”-, sondern CIA-Gezücht. (Unter “Al Quaida” waren im Computer des USA-Geheimdienstes die verdeckten Terrorbrigaden gelistet, die den Russen in Afghanistan die Hölle bereiteten).

Der Attentäter von Toulouse aber soll laut AFP aus diesem Stall gekommen sein, und kaum konnte er – nach dem sowohl atemraubend geschilderten wie sicherheitsdienstlich zutiefst unprofessionellen “Zugriff mit ungewollter Todesfolge”, der damit ganz im Gegensatz zur Ankündigung des französischen Staates verlief, man wolle den Täter lebendig präsentieren – kaum konnte der Attentäter nicht mehr selbst die Stimme erheben, fielen den französischen Geheimdiensten weitere Einzelheiten über den Mann ein, den sie ja, wie wir nun erfuhren (Webster Tarpley bei Kopp-Verlag)  schon seit Jahren beschatteten, und nun die romanreife Verbrechensvita des Mannes in die Welt setzen konnten. Im Lichte des klaren Verstandes gesehen, haben die Vorgänge um das Attentat in Toulouse das Zeug für mehr als nur eine Verschwörungs-”Theorie”, werden Sie nach der Lektüre finden.

Zurück zum “Arabischen Frühling” und dem Land, in dem er nach Lesart unserer Massenmedien nicht gelungen war. Dass die Proteste dort, anders als in Lybien beispielsweise, unerwartet und dazu aus einer dem Establishment nicht dienlichen Ecke kamen, lässt vielleicht schon der Umstand erkennen, dass es die für andere “Revolutionen” so essentiellen Dienstleistungen verweigerte: “In Kairo haben die Telekomfirmen TEData und Vodafone Twitter blockiert”, berichtete in jenen Tagen der Schweizer Blog “Alles Schall und Rauch“.
“Frauen mit ihren Kindern” hätten an den Demonstrationen teilgenommen, und “nicht nur in Kairo, auch in Suez, Alexandria, Qina, Mahalla, Arish Aswan, Tanta hätten die Menschen demonstriert. Die Organisatoren des “Tages der Wut” in Ägyten sagten, bei dem Protest gehe es um “einen Tag der Revolution gegen Folter, Armut, Korruption und Arbeitslosigkeit.”
Fast die Hälfte der 80 Millionen Ägypter sollen ein Leben unter der Armutsgrenze (1,50 Euro/Tag per def. der UNO) fristen.

Dennoch hatte die Aussenministerin der USA verlautbaren lassen, sie betrachte Mubaraks Regierung als stabil. Er sei ein wichtiger Partner der USA im Nahen Osten – klingt dann heutzutage bereits wie eine Drohung an die Adresse der Umstürzler.
Den weiteren Fortgang in Ägypten können wir grob von Wikipedia übernehmen:
“Am Abend des 1. Februar 2011, nachdem landesweit über drei Millionen Bürger in Ägypten gegen die Regierung demonstrierten, erklärte Mubarak im Staatsfernsehen seinen Verzicht auf eine Wiederwahl”, wolle aber weiterhin im Amt zu bleiben; am “Nachmittag des 11. Februar 2011 verkündete Vizepräsident Suleiman, Mubarak habe sich aufgrund der anhaltenden Massenproteste zu einem vollständigen Rücktritt entschlossen und lege die Staatsgeschäfte in die Hände des Obersten Militärrates.”

“Am 24. Mai 2011 erhob die ägyptische Staatsanwaltschaft offiziell Anklage gegen Mubarak, seine beiden Söhne Gamal und Alaa, den mit Mubarak eng verbandelten Geschäftsmann Hussein Salem sowie seinen ehemaligen Geheimdienstchef Hussein Kamal al-Din Ibrahim Salem.[28] [29] [30] Die Staatsanwaltschaft wirft Mubarak Mittäterschaft an der Tötung von mehr als 800 Demonstranten während der Massenproteste 2011 vor. Weiterhin werden ihm Machtmissbrauch und Veruntreuung von Staatsbesitz zur persönlichen Bereicherung unterstellt…Nach einer Schätzung der algerischen Zeitung Al Khabar von 2010 beträgt das Vermögen der Familie Mubaraks rund 40 Milliarden US-Dollar,[] was vom Leiter des Basel Institute on Governance als realistisch eingeschätzt wird.[] Mubarak selbst soll während seiner Regierungszeit ein Vermögen von 10 Milliarden US-Dollar angehäuft und großteils ins Ausland verbracht haben. In einer Schätzung von anderen Experten wird das Vermögen der Familie Mubarak sogar mit 70 Milliarden US-Dollar beziffert.[] US-Regierungsbeamte halten die Zahl laut der New York Times für übertrieben und gehen hingegen von zwei bis drei Mrd. US-Dollar aus.[]” (Zit. n. Wikipedia, jedes Zitat dort enthält Links zu den Quellen)

Soviel nur über die “wichtigen Verbündeten der USA in Nahost”, für den Westen allgemein schlug wohl mit dem Ende der fast dreißigjährigen Herrschaft Mubarak eine segensreiche Infiltration vorerst fehl: Mubarak und sein Militär hatten eine Scheindemokratie modernen westlichen Verschnitts geschaffen, , “wirtschaftspolitisch” orientierte sich Mubarak am Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Aber auch für Israel – oder besser: das zionistische Regime, das dort derzeit trotz zunehmendem Widerstand der eigenen Bevölkerung den Geist des Landes zu vertreten vorgibt – hatte der Fall Mubaraks schwerwiegende Folgen. Nur wenige Tage nach dem Sturz Mubaraks hatte die neue Riege in Kairo die Ein- und Ausreise von Palästinensern nach Ägypten zugelassen. Der neue Außenminister (Elarabi – seit Mai 2011 Generalsekretär der Arabischen Liga) hatte es dann im April angekündigt, und Ende Mai 2011 bereits meldet u.a. Focus: “Ägypten hat am Samstag den Grenzübergang zum Gazastreifen dauerhaft geöffnet. Die Öffnung ermöglicht den Palästinensern () die Einreise nach Ägypten. Damit wurde eine jahrelange Blockade des Palästinensergebietes gelockert. () Ein palästinensischer Behördenvertreter sagte, die Abfertigung verlaufe ohne Schwierigkeiten. Den Reisenden werde ein „schnelles und bequemes“ Passieren des Übergangs ermöglicht. Auf ägyptischer Seite hieß es dagegen, man hoffe, dass die Prozeduren noch vereinfacht würden.”

Israel hatte 2006 nach der Entführung eines israelischen Soldaten eine Blockade gegen den Gazastreifen verhängt, die, angeblich als Reaktion auf die Machtübernahme der Hamas, ein Jahr später weiter verschärft worden war. Der nun geöffnete Grenzübergang ist der einzige von Israels Kontrolle freie Übergang in den Gazastreifen.

Weiter schrieb Focus im Mai 2011: “Israel hatte die Entscheidung zur dauerhaften Öffnung des Grenzübergangs in Rafah kritisiert. Heimatschutzminister Matan Vilnai sagte, dies schaffe eine „sehr problematische Situation“. Der israelische Minister für regionale Entwicklung, Silvan Schalom, warnte, ohne „strenge und wirksame Kontrollen“ werde die Öffnung des Grenzübergangs dazu führen, dass Waffen in den Gazastreifen geschmuggelt würden und „Terroristen (da ist es wieder, das CIA-Gezücht – m. Anm.) “von El Kaida und aus dem Iran“ in das Palästinensergebiet gelangen könnten.”

Mehr über die Probleme Israels mit dieser Grenzöffnung weiß wieder der Schweizer Blog, 22. April 2011: “Drei Monate sind seit der ägyptischen Revolution vergangen und Israel macht sich Sorgen, die Politik der neuen Regierung gegenüber Israel wird feindlich, erzählte Premierminister Benjamin Netanjahu den Botschaftern der EU vergangene Woche in Jerusalem.
„Ich habe sehr grosse Sorgen über einige Aussagen die ich aus Ägypten in letzter Zeit gehört habe,“ sagte Netanjahu den Botschaftern. „Ich bin speziell besorgt über was der aktuelle ägyptische Aussenminister von sich gegeben hat.“
So sollen ägyptische Offizielle harte Worte in den letzten zwei Wochen geäussert und Israel sogar als „Feind” bezeichnet haben. Der ägyptische Finanzminister Samir Radwan sagte zum Beispiel in Bezug auf die Möglichkeit israelischer Investitionen in Ägypten, sein Land benötige keine Hilfe vom „Feind“. Das hat Israel verärgert, speziell weil Ägypten um Investitionshilfen aus dem Ausland gebeten hat.”

Tausende Ägypter hätten vor dem israelischen Botschaft in Kairo und vor dem Konsulat in Alexandria gegen die dauernde Bombardierung von Gaza durch Israel demonstriert, “sie trugen palästinensische und ägyptische Fahnen als Zeichen der Solidarität. Zum ersten Mal finden überhaupt Demonstrationen vor der israelischen Botschaft statt, denn vor der Revolution von 25. Januar war dieser Bereich eine Sperrzone.”
Dass die Menschen in Ägypten eine ganz andere Sicht vom Konflikt in Nahost hatten, als es zum Beispiel Kairos von Begleitern so verstandene Behinderung eines internationalen Hilfs- und Nahrungsmittelkonvois für den Gaza-Streifen 2009 schließen ließ, vermitteln auch die Meldungen hier: “15 Mai: Die dritte palästinensische Intifada“, hätte auf den Transparenten vor der israelischen Botschaft in Kairo gestanden, “zur Erinnerung an die Nakba, die brutale Vertreibung der Palästinenser aus ihrer angestammten Heimat durch zionistische Terrorbanden und darauf folgender israelischer Staatsgründung. Demonstranten riefen nach dem Ende der Gaslieferung an Israel und zur Aufhebung der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen … „Ägypten, Palästina, eine Revolution!“, hätten die Protestanten gerufen, und auch der Schweizer ist sich sicher: “Seit dem Hosni Mubarak, diese prowestliche Marionette, Verräter an der arabischen Sache und bester Freund Israels, vom ägyptischen Volk abgesetzt wurde, weht ein frischer Wind in Ägypten und es wird sich noch vieles ändern.”

Wie sehr er damit Recht behalten wird, weiß nicht, wer sich nur massenmadial berauschen lässt; für deutsche Ohren ist das Dilemma, dass die hiesige Presse nun unter der Schlagzeile
“Streit um Stiftungsfinanzierung – Ägypten bringt Deutsche vor Gericht” schildern wird, wenig relevant:
Am 5. Februar dieses Jahres weiß z.B. Spiegel.de: “Trotz internationaler Proteste geht Ägypten weiter unbeirrt gegen Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen vor: Kairo stellt nun 43 Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen, darunter zwei Deutsche, vor Gericht.” Sie müssten sich “wegen verbotener Aktivitäten und der illegalen Annahme von Geldern aus dem Ausland verantworten”
“Neben den beiden Deutschen” seien außerdem “19 US-Bürger, fünf Serben und drei Bürger arabischer Staaten” angeklagt, aber befände sich “Sam LaHood, Sohn des US-Verkehrsministers Ray LaHood”, bis zum Abgang Mubaraks Leiter des “ägyptische Büro des International Republican Institute”, darunter – und der, beziehungsweise dessen “Gruppierung nannte die Entscheidung des Gerichts “politisch motiviert” – sie stünde in einer Reihe von Attacken gegen internationale und ägyptische Organisationen, die sich für Demokratie einsetzten.”

Die Sache also klar? Der unverhohlene Fortgang einer hundsgemeinen Konterrevolution vor den Augen der demokratiesierungs-wie-süchtigen Welt, im religiös-fanatischem Gebahren einer längst überholten Zeit?
Man sehe nach Saudi-Arabien, um sich jene “Ausprägung des Islamismus” genauer anzusehen, die unseren westlichen Machthabern zu Kooperation und ungewöhnlichen Liebes- und Kriegsdiensten verleiten. Ein Klick auf Wikipedia, und sie haben das ganze Sammelsurium von horrorhafter Anmaßung durch selbsternannte und weitervererbte Elite in unaufgeregter Aneinandereihung vor Augen. Wenn hier etwas helfen könnte, w ä r e es Demokratie – “Demokratie” mit der Bedeutung von Volkssouveränität freilich, und nicht als Importgut des Westens…

Zurück nach Ägypten.
Da begann am 17. April dieses Jahres ein Prozess wegen der Randale in einem ägyptischen Stadion am 1.2. 2011 nach dem Spiel zwischen Al-Masri und Al-Ahly in der ersten Liga. 74 Tote kostete die Ausschreitung, über 1000 Menschen wurden verletzt, 170 von ihnen befanden sich in Lebensgefahr. “Das Gericht soll die Verantwortung für die Eskaltion der Gewalt nach der Begegnung klären. Seit der Katastrophe herrscht in Ägypten der Verdacht, dass die beim Sturz des Ex-Diktators Husni Mubarak aktiven Anhänger von Al-Ahly auch durch die ungewöhnliche Passivität der Polizei zu Zielscheiben für Getreue des früheren Regimes gemacht wurden”, schreibt Die Zeit. Unter den 75 Angeklagten sitzen neben drei Funktionären des Vereins Al-Masri neun Polizisten auf der Anklagebank, und das “ARD-Hörfunkstudio Kairo“: “Die trauernden Kairoer Fans erheben schwere Vorwürfe gegen die ägyptischen Sicherheitsbehörden: “Alle Türen im Stadion waren verschlossen, () wir waren wie gefangen. Die Angreifer haben zu Dutzenden auf einzelne Menschen eingeschlagen. Und die Polizei hat einfach nur zugeguckt.() Die Angreifer haben sich sogar die T-Shirts der Toten geschnappt und damit Freudentänze veranstaltet”, zitiert die ARD Augenzeugen.
Auch die Mannschaft des ägyptischen Rekordmeisters Al Ahly hätte scharfe Kritik am Verhalten der Polizei geübt. “Vor ihren Augen seien die Menschen gestorben, klagen die Spieler, die sich selbst nur mit Mühe vor Angriffen mit Feuerwerkskörpern in Sicherheit bringen konnten.
Es seien 3000 Polizisten im Stadion gewesen, so Ahlys portugiesischer Trainer Manuel José. Doch keiner von ihnen hätte eingegriffen. Wie ihre Anhänger spekulierten auch die Funktionäre des Sportklubs, dass es sich bei den Ausschreitungen gegen das Team von Al Masry aus Port Said nicht um den eskalierten Streit von verfeindeten Fußballfans handelt, sondern dass hier Politik und übelste Absicht im Spiel gewesen sei”.

“Nach tödlicher Fußball-Randale in Ägypten – Gezielte Aktion bezahlter Schläger?”, titelte damals ARD, und in diesem Zusammenhang vielleicht auch interessant, was am 15. 02. 2012 “Alles Schall und Rauch” um das bereits aus dem Spiegel zitierte “unbeirrte Vorgehens Ägyptens trotz internationaler Proteste gegen Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen” herausfand:
“Aktuell stehen Mitglieder von NGOs in Kairo vor Gericht, denen Unterwanderung des “arabischen Frühlings” und Aufwiegelung der Bevölkerung vorgeworfen wird. Diese sogenannten Nichtregierungsorganisationen hatten den Auftrag, für Washington die ägyptische Revolution in ein Chaos zu verwandeln, um damit den amerikanischen und israelischen Interessen zu dienen, sagt eine Ministerin der ägyptischen Regierung. Die Vereinigten Staaten “versuchten die Kaperung” der Revolution, welche Präsident Hosni Mubarak stürzte, “mit dem Ziel ihren und israelischen Interessen zu dienen”, sagte Fayza Abul Naga, Ministerin für Internationale Kooperation und Planung.
Abul Naga sagte gegenüber der Staatsanwaltschaft, die den Fall behandelt, “die Revolution vom 25. Januar war eine Überraschung für die Vereinigten Staaten und es war ausserhalb Amerikas Kontrolle, als die Revolution sich in einen grossen populären Aufstand in ganz Ägypten verwandelte.”
“Die Vereinigten Staaten entschieden dann mit allen ihren Möglichkeiten und Werkzeugen die Situation zu beherrschen und in die Richtung zu lenken, welche den amerikanischen und israelischen Interessen dienen.”
Insgesamt würden 40 Vertretern ägyptischer und ausländischer Nichtregierungsorganisationen vorgeworfen, darunter 19 Amerikanern, ausländische Gelder illegal eingesetzt zu haben, um Unruhen in Ägypten zu entfachen. Es handelt sich um drei amerikanische NGOs, wie das International Republican Institute, welches die “rechte konservative” Agenda der Republikanischen Partei vertritt, sagte Abul Naga. Während das National Democratic Institute den Interessen der Demokratischen Partei dient. Freedom House sei ein Werkzeug der “jüdischen Lobby und ihren Kreisen in den USA”, sagte sie.
“Die amerikanische Entschlossenheit und Beharrlichkeit diese Organisationen zu unterstützen, um in politischen Aktivitäten engagiert zu sein, ist ein eklatanter Bruch des Gesetzes, was eine eindeutige Gefahr für die nationale Sicherheit bedeutet”, sagte Abul Naga.
Laut der Ministerin hat Washington 105 Millionen Dollar den NGOs für Ägypten zwischen Februar und September 2011 zur Verfügung gestellt. Zur Erinnerung, Mubarak trat am 11. Februar 2011 zurück. Die Gelder waren also für die Beinflussung der Regierungsbildung nach Mubarak gedacht.
Präsident Obama und einige Kongressabgeordnete haben damit gedroht, Ägypten könnte die 1,55 Milliarden Dollar an jährlicher Hilfe verlieren, wenn sie mit der Anklage fortfahren.”

Eine Delegation des US-Senats unter dem Republikaner John McCain reiste am 20. Februar nach Ägypten
“Während seines Besuchs in der ägyptischen Hauptstadt trifft McCain den Chef des Obersten Militärrats Feldmarschall Muhammad Hussein Tantawi”, zitiert am 15.02.2012 politaia.org, und vom 4. März wird El Baradei zitiert, “weil einige der NGO – Mitarbeiter aus Kairo ausgeflogen wurden, die eigentlich vor Gericht erscheinene sollten: Die “Ägypten-Junta vewandele das Land in eine Bananenrepubik”.
Viele Ägypter vermuteten bereits, “dass mittels Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen die USA hinten die jüngsten Unruhen steckten. “Wir können nicht akzeptieren diese Art von ausländischer Einmischung in die Angelegenheiten Ägyptens, dieser Fall kann nicht mit einer poilitischen Entscheidung beendet werden”, wird Tawfik al-Katatni zitiert, seit Januar 2012 Präsident der Ägyptischen Volksversammlung und “seit 30. April 2011 Generalsekretär der islamistischen Freiheits- und Gerechtigkeitspartei, dem politischen Arm der Muslimbrüder.” (Zit. Wikipedia)

“Die Richter, die die Verhandlung führen sollten, seien zurückgezutreten. Diese Entscheidung empöre das gesamte politische Spektrum des Landes. Sie sagten, die Generäle hätten immensen Druck auf die Richter ausgeübt…”.

Gestern, so berichtet das Schweizer Fernsehen, habe Saudi-Arabien seinen Botschafter aus Ägypten abgezogen und die Schliessung der diplomatischen Vertretung in dem Land angekündigt.
“Grund sind demnach jüngste Proteste in Ägypten, bei denen Demonstranten versucht hätten, die Botschaft und Konsulate des Königreichs zu stürmen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. () Die Proteste richteten sich gegen die Verhaftung eines ägyptischen Anwalts und Menschenrechtsvertreters in Saudi-Arabien. Angaben ägyptischer Oppositioneller zufolge wurde der Jurist wegen Verleumdung des saudiarabischen Königs festgenommen, nachdem er eine Beschwerde gegen die Behandlung ägyptischer Staatsangehöriger in saudiarabischen Gefängnissen eingereicht hatte.”"

Im Mai will Ägypten seinen Präsidenten wählen. El Baradei, der aus Gründen der weiterhin bestehenden Über-Macht der Militärregierung einen späteren Termin für ratsam gehalten hatte, hat gestern die Gründung einer eigenen Partei bekanntgegeben. “Damit wolle er die Einheit der Ägypter wiederherstellen und die Ziele der Revolution durchsetzen”, zitiert die “Tagesschau” des Schweizer Fernsehens “den 69-Jährige am Samstag vor Hunderten Anhängern in Kairo.() Wir wollen eine echte Demokratie», sagte El Baradei. Er hoffe, seine Partei werde einmal fünf Millionen Mitglieder haben, auch Ägypter, die im Ausland leben. «Wir wissen, dass die Entscheidung zu spät kommt, aber wir werden den Krieg am Ende gewinnen.»”

Vor- und Nachrichten

- Warum uns mit diesen Medien um kein Experiment bange sein muss.

Eigentlich gibt es Wichtigers zu bedenken – es solle nur schnell eingeworfen sein, bevor Sie sich zu den etablierten Medien begeben, wirklich Wissenswertes zu erfahren…
Brachte die ARD letzte Woche eine Dokumentation, “Der Sturz – Honeckers Ende” – sagt nun die Haupt-Augenzeugin, Honeckers Frau, so “Junge Welt” am 07.04.2012: »Ich habe dieses Interview diesem Kanal nicht gegeben«.

Witzig, weil wir schon letztes Jahr die Honecker-Familie in unseren Medien kennenlernen konnten [1], wobei nicht alles klar schien – damals “Honeckers Enkel”, vermittelt von “Die Zeit”, mittels “Interview mit Roberto Yáñez Betancourt y Honecker”. Hier parlieren Interviewer und Interviewter über die Ansichten des “Enkels” zu politischen Entscheidungen des Großvaters.
Wie der Enkel mit der Tatsache umginge, dass es doch sein Großvater war, der die Mauer errichtet hatte…
Es mag eine entschuldbare Recherchelücke des Journalisten sein… Wie er aber den Enkel den Sinn verwirrt, dass dieser nun auch meint, sein Gr0ßvater, und nicht bereits Ulbricht habe die Mauer bauen lassen – er stattdessen zu berichten vermag von seinem Zwiespalt mit dem vermeintlichen Mauerbauer und dem geliebten Großvater, bleibt des Reporters Geheimnis. Wenn die beiden sich überhaupt jemals begegnet sind…

Dass die Frau da im ARD-Film auch Margot Honecker ist, kann man angesichts der Bilddokumentationen der 45 minütigen Sendung ruhig annehmen. Ob man nicht nur Worte und einzelne Sätze, sondern ganze komplexe Passagen zu einem Thema so aus dem Konsens reissen kann, dass der Interviewte selbst sich nicht mehr erinnern kann…? Zumal hier betroffene Geständnisse abgefilmt wurden, oder mindestens geschicktes Herausreden, wenn man das so sehen will… Ob die Honecker einfach nur bösartig ist, wie das auch der Film nahelegt, mit ihrem Bestreiten einer Beteiligung an den Interview? Der NDR beharrt. (Junge Welt, 10.04.2012).

So entsteht “Wissen”! Zur besten Sendezeit, in renommierten Blättern, mit dem nötigen Pathos über die Massen gegossen…
Und nur hier, weil uns einigermaßen nachfolgbar, und in einem zugegeben mickrigen und politikunträchtigen Fall, haben wir “einige Unstimmigkeiten” bemerkt…

Die herrschende Geschichtsschreibung ist immer die Geschichtschreibung der Herrschenden, könnte man zitieren; die Zeit drängt wohl. Heute bliebe als letzter Ausweg der Sozialismus – der zur Staatsreligion erklärte Verzicht zu Gunsten einer Idee. Die umso mehr Staatsgewalt, Überwachung, Rechtsbeugung gebiert, umso mehr sich im Laufe der Zeit ihre Diskrepanz zur Realität herausstellt; dass der Wessi es nicht gleich als solches erkennt, und der Ossi es nicht wiedererkennt, wird die Diktatur – im Falle des ARD Filmchen mit einem altersstarren Betonkopf, im Falle des Zeitungsartikels mit einem freigekommenen Nachfahren, mit “Leben” belegt. Worin ich Margot Honecker, nur einmal sei sie zitiert, zustimmen muss: Was man heute über die DDR liest, lässt ehemalige Ossis, – und da mag es Regierungs-Bonzen so gehen wie dem dort 27 gewordenen Fabrikarbeiter ohne jegliche rückwärtsgewandte Sehnsüchte – das Land kaum wiedererkennen.

Der neue Sozialismus, ein gesamteuropäischer vielleicht, kommt dann auch viel smarter und wortgewandter daher; er hat auch die wahren Daten von 40 Jahren Experiment unter dem “Diktat des Proletariats”.

*

[1]Die Zeit, 2011, Zeitmagazin, “Ein Rebell bin ich erst heute” – Roberto Yáñez Betancourt y Honecker spricht über seinen Großvater Erich Honecker…” 2011, Auszüge: “Yáñez: Die Hochhäuser, das Plattenbausystem der DDR, billige Brötchen. Und natürlich die Mauer, die ist meine wichtigste Erinnerung. Ich hatte Pionierappell vor der Mauer, bin nahe der Mauer in die Reinhold-Huhn-Schule gegangen.
Wir wohnten in der Leipziger Straße in Mitte, eine einfache Wohnung, drei Zimmer, zwölfter Stock, Westbalkon mit Blick nach drüben. Es mag sich vielleicht komisch anhören, weil es mein Großvater gewesen ist, der sie gebaut hat, aber mir hat diese Mauer nie gefallen. Für mich bedeutete sie ein Verbot. Eine Begrenzung meiner Freiheit…

ZEITmagazin: Man könnte ihn auch fragen, warum er diese Mauer überhaupt hat bauen lassen.
Yáñez: Aber das weiß ich ja. Dazu habe ich meine Meinung, und die würde sich nicht ändern, wenn er mir etwas erklärt. Mauern sind nie gut, egal ob in Berlin, in Mexiko oder in Palästina. An Mauern sterben Leute….”

Sehen Sie ruhig nach, ob es so noch dassteht, ich geh nicht nochmal hin; mein Einwand als Kommentar, (klick für groß)
und dutzende weitere wurden bereits gelöscht…

Update 20.4.2012, “Junge Welt”, 12.04.2012
“Ohne Zustimmung – Der Verlag Das Neue Berlin erhebt wegen der Dokumentation »Der Sturz – Honeckers Ende« schwere Vorwürfe gegen Filmemacher Eric Friedler
…Im Zusammenhang mit dem von der ARD ausgestrahlten Film »Der Sturz«, dessen Herzstück ein Interview mit Margot Honecker in Chile bildete, verbreitete der NDR zu Ostern eine Pressemitteilung. Darin widersprach der Sender der Erklärung Margot Honeckers, sie habe der ARD kein Interview gegeben. »Es handelte sich um ein gesetztes Interview mit Kameramann und zwei Kameras, das an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Haus von Frau Honecker in Santiago de Chile stattfand. Frau Honecker war mit den Aufnahmen ausdrücklich einverstanden«, heißt es im NDR-Dementi. »Eric Friedler hat dabei weder seine Identität verleugnet noch zu irgendeinem Zeitpunkt heimlich gedreht.«
Wahr ist: Eric Friedler begleitete den Verleger und Publizisten Frank Schumann im September 2011 zu Frau Honecker nach Chile. Reiseanlaß waren Verlagsrecherchen für Buchprojekte zum 100. Geburtstag Erich Honeckers am 25. August 2012 und zum 85. von Margot Honecker am 17. April 2012 …
Margot Honecker hatte am 13. November 2010 die Anfrage des Verlages, ob sie auch für ein von Herrn Friedler geplantes Filmprojekt »Honeckers in Lobetal« als Zeitzeugin zur Verfügung stehe, klar abgesagt …”
mehr dort

Frühlingsgeflüster

Der nahende Frühling auf der nördlichen Halbkugel ist die Zeit, die die Emotionen verwirrt. Für die einen, die meisten wohl, lässt der sicht- und fühlbare Übergang von Dunkelheit und Kälte die Herzen höher schlagen – sie finden sich wieder bei ziellosen Gängen in Mutter Natur, bei Plaudereien mit den verhassten Nachbarn, mit Empfindungen, die allgemein und wohl unzureichend “Frühlingsgefühle” genannt werden.

Anderen – zahlenmäßig in der Minderheit, Gott sei Dank – bliebe dieses Erwachen besser erspart. Für die scheinen Wärme und Licht geradewegs Impulsgeber zu sein für ihre Unmenschlichkeiten.

So geschehen zum Beispiel vor drei Jahren in Winnenden. Da nahm am 11. März ein bisher unauffälliger Teenager blutige Rache für alle in seinem relativ kurzen Leben erlittenen Demütigungen. In einem Amoklauf, der alle Gesetze der Physik außer Kraft setzte, erschoss der Junge 15 Menschen und dann sich selbst. Bis heute ist es nicht gelungen, einen einigermaßen plausiblen Tathergang zu rekonstruieren, wenngleich die Untersuchungen als abgeschlossen gelten.
Fast zur selben Stunde ereignete sich Ähnliches in Alabama, USA; ein 27jähriger erschoss erst seine Mutter  und setzt ihr Haus in Brand, später weitere Angehörige seiner Familie, wahllos Fremde, am Ende sich.

Die Zeit, von der wir wissen, dass ihr Verleger immer wieder bei den konspirativen Treffen der “Bilderberger” teilnahm, – die also, so müssen wir vermuten, die Agenda schon vor uns kennt, schrieb damals online: “Experten bekräftigen immer wieder, einer der Ursachen seien die Waffengesetze in den USA, die in den meisten Bundesstaaten das Waffentragen erlauben. Auch gebe es in den USA beim Waffenkauf so gut wie keine Hindernisse.”, und auch nach dem Amoklauf des 16jährigen Tim Kretschmer in der Winnender Realschule war nicht das Thema: Der Versuch des baden-württembergischen Innenministeriums, Beweise zu fälschen; der völlig unannehmbare und nicht nachvollziehbarer Abschlussbericht der ermittelnden Stellen, – dagegen deren langsam ans Licht tröpfelnden Verstöße gegen Gesetz, gröbste Fehler bei der Aufklärungsarbeit, Beweismittelunterschlagung oder Kidnapping der Leichen – das alles wog scheinbar nichts gegen die erste Konsequenz, die gezogen wurde: Einem staatlichen Eingriffsrecht in das Waffenrecht. Der Versuch des badem-würtembergischen Innenministeriums, im Internet Beweise zu lancieren, wurde aufgedeckt, so blieb der Angriff auf die Freiheit “des Computers” wohl bei der hirnlosen Ego-Shooter-Debatte hängen. Der Fall in Toulouse von dieser Woche scheint da in Sachen Internetüberwachung einiges mehr vorzubereiten. In Winnenden wurde eiligst dem Vater der Prozess gemacht, der wohl fahrlässig dem Sohn Zugang zu angeblicher Tatwaffe plus Munitionierung erleichtert hatte, und auch hier lag der Fokus der Berichterstattung nicht auf den Ungereimtheiten des angeblichen Tathergangs und den skandalösen Unzulänglichkeiten und Fehlern bei der Ermittlung, sondern in einer schnellen Verkündigung der Schuldfrage – wobei auch hier wieder “privater Waffenbesitz” als das eigentliche Übel erschien.

In diesem Jahr nun inspirierte der aufkeimende Frühling bereits einen 17jährigen in Ohio zu einem Amoklauf an einer Universität, einen US-Soldaten in Afghanistan zu einem Gemetzel unter der Zivilbevölkerung.  Am Montag dieser Woche nun ein “Amoklauf” vor einer jüdischen Schule in Toulouse…

Der Kommentator im Deutschlandfunk, den wir hier Aufmerksamkeit widmen, da wir ahnen, dass die Meinungsmache der Medien von heute die Politik von morgen sein wird, kommt über “den Ex-Front-National-Chef Jean Marie Le Pen”, der den “Holocaust als Detail der Geschichte abgetan” hätte, – “bei dem auch Franzosen mitgewirkt haben” zu seiner Forderung, nicht nur wegen der dringlichen Ergreifung “des grausamen Mörders sollte höchste Alarmstufe in Teilen Frankreichs herrschen, sondern ähnlich wie bei uns im Angesicht des Naziterrors müsste ein Ruck von Einsicht und Toleranz durch’s Land und durch die Politik gehen”.

Der Vorfall scheint das Zeug zum weltweiten Politikum zu haben. Der französische Außenminister begleitete am Dienstag Abend die Opfer des Anschlags auf die jüdische Schule bei der Überführung nach Israel. Präsident Sarkozy, hatte ihnen davor “die letzte Ehre” erwiesen (Süddeutsche Z., 20.3.2012).

Für “uns” also glücklicherweise kein Thema mehr – und das wohl nicht erst wegen einer allzu lustig gestrickten Dönermord-Medienstory mit vermutbarer Beihilfe oder wenigstens Totalversagen des Verfassungsschutzes.  Wir machen uns dennoch Gedanken über den Zustand der Welt, registrieren verzweifelt das Wiedererstarken des Faschismus bei doch zunehmender globaler Kommunikationsmöglichkeit, Friedensmissionen, Vermittlungsgesprächen, pazifistischen Volksbekundungen…
Das vermeldete Bindeglied zwischen den Morden an den maghrebinischen Soldaten in Frankreich vor zwei Wochen und denem an Rabbiner und Schülern in Toulouse am Montag sind wiederum nur für uns schwer nachvollziehbare “gemeinsame Spuren der Tatwaffen” (neben einem Moped, von dem aus die tödlichen Schüsse abgegeben sein sollen.)
Ansonsten erinnern die Verlautbarungen über die Tat in Frankreich und ihre Entstehungsgeschichte auf fatalste Weise denen über die NSU-”Dönermorde” hierzulande: Die/der Täter stand/en bei den Geheimdiensten schon lange unter Beobachtung, und muss in Frankreich nicht gar von deren Beteiligung ausgegangen werden, findet sich zumindest diese märchenhafte Unfähigkeit wieder, mit der selbst außerhalb der Rechtsstaatlichkeit operierende Organisationen nicht in der Lage erscheinen, am Ende Schlimmstes zu verhüten und sich stattdessen von einem Laien in Strategie und Waffentechnik vorführen lassen. Immer kann der aus der Verantwortung entkommen, “durch Selbstmord”, wegen tödlich verlaufenen “finalem Rettungsschlags” – den Hinterbliebenen und der Öffentlichkeit bleiben wieder nur die Verlautbarungen der geheimen Organisationen – vorgetragen, als seien die nun endlich weise – und das Tragen der Konsequenzen, die eine scheinbar andere Ziele als den generellen Schutz des Gemeinwohls verfolgende Administration daraus verordnet.


Update 2.4.2012 auf welt.de, Autor Sascha Lehnartz, unter der Rubrik Verschwörungstheorie:
“War Merah ein Informant des Geheimdienstes?
Nach der Erschießung des Serienmörders von Toulouse durch die Polizei stellt die Anwältin seines Vaters eine bizarre Theorie vor: Mohamed Merah sei vom Geheimdienst benutzt und liquidiert worden…” weiter (!) dort

Update II, 2.4.2012 auf german.irib.ir, Autor Paul Harris, 23. März 2012 – “Der Sinneswandel eines Ex-FBI-Agenten: „Es gibt keine Jagd. Sie ist fingiert.“ … Monteilh dem Guardian im Rahmen seines Berichts über das Jahr, in dem er als geheimer FBI-Informant auf eine Mission geschickt wurde, südkalifornische Moscheen zu infiltrieren. Craig Monteilh alias Farouk Aziz, eine Identität, die das FBI für ihn aufbaute. Als ” radikaler Islamist” sollte der FBI-Mann Moscheen infiltireren und Sympathisanten für den Jihad anlocken…” weiter dort

Update III, 3.4.2012, 21°° Kopp Verlag, Autor Webster G. Tarpley “Verschwörungstheorie? Sollte der Mörder von Toulouse Sarkozys Wahlkampf retten? … Die Zeitung La Dépêche aus Toulouse zitiert den ehemaligen Chef des französischen Inlandsgeheimdienstes DST, Yves Bonnet. Dieser behauptet, Merah wäre einfach ein Polizeispitzel gewesen, ein »indicateur«. Nach Bonnets Aussagen soll der angebliche Attentäter Merah seinen eigenen Agenten-Führungsoffizier gehabt haben. Merah stand in Kontakt mit diesem Führungsoffizier selbst während der Belagerung seiner Wohnung und verhandelte mit ihm.
Das wirft vielleicht ein neues Licht auf die Frage, warum Merah nicht lebendig gefangen genommen werden konnte. Das italienische Blatt Il Foglio aus der neokonservativen Richtung behauptet, Merah sei nicht im Dienste des französischen Inlandsgeheimdiensts, DCRI, sondern im Dienst des französischen Auslandsnachrichtendienstes, DGSE, gewesen, auch »französische CIA« genannt. Der in den französischen Geheimdienstkreisen als »Haifisch« bezeichnete Bernard Squarcini, Chef des Inlandsgeheimdienstes, bestreitet diese Angaben. Das französische Fernsehen France Télévision behauptet, Merah habe Mitglied des französischen Heeres werden wollen oder der Fremdenlegion beizutreten versucht.
Jetzt taucht die Frage auf, ob Merah überhaupt der Täter von Toulouse gewesen sein könne, oder in Wahrheit nur ein Sündenbock für eine Operation ist, die durch eine Equipe von Technikern ausgeführt wurde… weiter dort

Jubeljahre

Wir haben einen Jahrestag – den von Fukushima – und nehmen solches, wenn er nicht gefeiert werden kann, gern zum Anlass für ein paar Randnotizen, wenn sich durch das Nachrichten eines dann stark zukunftsverändernden Ereignisses ein allgemeiner, müder Konsens breitgemacht hat, wie wir finden, der mit dem, was wir selbst darüber in Erfahrung bringen konnten, nicht korrespondieren kann.

Wir haben – das sei zu unserem Verständnis und zu unserer Entschuldigung dafür angemerkt, dass wir hier nun ein Haar im Eintopf suchen, den alle so bereitwillig löffeln – wir haben dieses Bild einer Pyramide vor Augen, wenn wir uns die Machtstruktur auf diesem Planeten vorstellen. Nur so ist zu erklären, dass wir eine andere Wahrheit für möglich halten, als sie von hunderten Pressestellen weltweit verbreitet wird. Nur so können wir letztendlich erklären, wie gerade Medien, in mancher Vorstellung  die “4. Gewalt der Demokratie” , uns als die Helfershelfer einer zunehmend lebensfeindlichen Entwicklung in der Welt gelten, wenn sie uns im Brustton der Überzeugung die vermeintlich augenscheinlichen Blödigkeiten von oben – von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, von Geheimbünden, Spionagediensten, von Generälen, von Putschisten, von ausgemachten Kriegsverbrechern weltweit – einbläuen bei Nichtbeachtung jeder anderslautender Meinungsäußerung, förmlich jede Renitenz aus unseren Hirnen spülen und uns höchst dienstbar machen für oben genannte Clique!

Unsere Reaktion auf Fukushima war stark! Selbst Dr. Merkels Sicht auf die Atomenergie sollte sich an diesem Tage grundlegend verändern, wie sie bekannte. Deutschland schaltete eiligst ab, und im Land des “zweiten großen Gaus nach Tschernobyl” sind von den einst “50 Reaktoren auch nur noch 6 in Betrieb”. Während andere kompetente Stimmen ganz anderes nahe legen, scheint seit Fukushima der Menschheits schlimmster Teufel ausgemacht.

Mittels unsere Pyramidenvorstellung nun wieder nur zählen wir Birnen und Äpfel zusammen, so fallen uns weitere Mysterien der jüngsten Zeit ein; vor knapp zwei Jahren dieser Unfall, eine ebensolche Verkettung ungünstiger Umstände und Ausfälle von Sicherheitsanlagen wie in Fukushima, auf einer Bohrinsel im Golf von Mexiko – mit anschließend “masseweise Öl-Austritt in ökologisch und geoklimatisch sensibelem Gebiet” – glaubte man den offiziellen Verlautbarungen, war die Katastrophe endzeithaft und letztendlich wohl nur aufgehalten worden, weil noch viel katastrophalere Gegenmittel eingesetzt wurden – mit diesen Tagen, sichtbar oder nicht, kam Öl (aus Tiefseebohrungen) auf die Agenda der “Politik” – und die Einschränkung seiner Gewinnung.

Von Öl nimmt man mittlerweile an, dass es auf der Erde unbegrenzt zur Verfügung steht, sich ständig wieder neu bildet. Stimmen diese Ansichten, die durchaus von Fachleuten vorgetragen werden, wäre es, ähnlich wie die Atomenergie (die kalte Kernfusion ist da mitbedacht), eine fast unbegrenzte Energiequelle.

Dass die Weltkriege auch wegen dieser Ressourcen gehen, musste uns nicht erst von einem amtsmüden Bundespräsidenten gesteckt werden. Wir, am vermeintlich friedlichen Ende der Pipeline, haben diesen Frieden mit uns längst gemacht. Geschäftliches Interesse ist uns gleichwertig zu allseitigen Menschenrechten – wenn uns das Argument der Energieknappheit abhanden kommt, wo wollen wir da noch unbeschwerten Herzens Krieg treiben?

Zurück zum Geburtstagskind, den “GAU” von Fukushima.
Seismologen waren sich einig: “entgegen allen Regeln der Tektonik”: Ein halbes Jahr lang noch bebte die Erde nach dem ersten gewaltigen, 8,4 Grad starken, welches den Reaktoren in Fukushima den Garaus machte.

Das Fukushima einen GAU hatte, haben wir abseits von der Meinungsmache bisher nirgendwo bestätigt gefunden. Nach unserem Wissen ist eine unkontrollierbare Kettenreaktion nicht eingetreten, und das, obwohl an diesem Tag dort ein GAA stattgefunden haben musste – ein Größtmöglicher Anzunehmender Ausfall aller sicherheitstechnischen Einrichtungen des Reaktors. Angaben über Nachweise starker Radioaktivität, wie sie eine Kettenreaktion mit sich brächte, hatten wir keine glaubhaften gefunden, ganz so, wie die japanischen Verantwortlichen das auch an die Weltöffentlichkeit gaben; erhöhte Radiaktivität, “gemessen selbst in den USA”, wie neulich gemeldet, kann somit auch andere Ursachen haben.

Zu jener Zeit der Nachbeben hörten wir dann auch eine kompetente Stimme, die Parallelen zwischen der vermeintlichen geostrategischen Waffe “HAARP” und dem Erdbeben in Fukushima zog, und mit der aus der Beschäftigung mit dem Reaktor-”Unfall” in Tschernobyl gewonnenen Ahnung ließ sich leicht vermuten, es könnte sich auch bei Fukushima und seinen sinnlosen “Nachbeben” um eine Mikrowellenattacke gehandelt haben; mit einer “Erdbebenwaffe” gedroht, falls er sein Land nicht zum Einfallstor des internationalen Großkapitals umgestalte, hätte man vor einigen Jahren nach seinen Angaben bereits dem japanischen Finanzminister;

“Stuxnet” – war ein Computer-Virus, der in iranischen Reaktoren einen Unfall herbeiführen sollte – seine Väter angeblich israelisch/us-amerikanisch. Dass der Iran keine Bombe kann, weiß CIA seit Jahren, und hat es unlängst wieder betont – Obamas Besorgniss und Netanjahus Angst kann das nichts anhaben. Der Iran könnte seine Ölvorräte und die Umwelt schonen, hätte er Kernenergie. Ließe man ihm die Kernenergie.

Wenn die Welt heute im Gedenken an Fukushima um Verzeihung bittet und Verzicht gelobt, ihrem Verständnis dafür Ausdruck verleiht, dass uns langsam auch die Lichter ausgehen – wollten wir nur gesagt haben: Das kann von unseren Peinigern auch so gewollt sein?

*

Erlässliches update, (der “Vollständigkeit” halber): Auch Florian Rötzer, “Zufall verhinderte größere Katastrophe im AKW Fukushima” (auf “Telepolis”), kann nach Analyse einer Meldung in der japanischen Zeitung “Asahi Shimbun” nur sagen: “Wie die Zeitung Asahi Shimbun berichtet, ereignete sich in Reaktor 4 vermutlich nur deswegen keine Kernschmelze – die Reaktoren 5 und 6 waren vor dem Unglück ganz heruntergefahren -, weil dort gerade Arbeiten ausgeführt worden waren” und konstatieren, dass: “zufälligerweise größere Schäden verhindert wurden, sind sie doch beträchtlich”
Auf einen anderen Aspekt aber, der dieser Branche, abseits vom Medienrummel, den Todesstoß versetzen kann, bringt der Sensationssuchende uns dann wohl nur in seiner Not: “In Futaba, einem kleinen Ort in der Nähe des AKW Fukushima, lebten einmal mehr als 7000 Menschen. Durch den Tsunami wurden 90 Prozent der Häuser zerstört, aufgrund der Atomkatastrophe mussten die verbliebenen Bewohner evakuiert werden. Nun hat der Bürgermeister dem Fukushima-Betreiber eine erste Rechnung über 19 Milliarden Yen (175 Millionen Euro) für Schadensersatz gestellt. Futaba ist allerdings nur eine von 8 Kommunen des Landkreises Futaba. 90 Prozent des Landes (2,28 Quadratkilometer und 100 Prozent der 51 Gebäude, die der Stadt gehören, seien aufgrund des Unfalls kontaminiert und unbrauchbar geworden. Beim Land beschränkt sich die Schadensersatzforderung deswegen auf nur 90 Prozent, weil es sonst an Tepco übergeben werden müsste. Noch nicht in Rechnung gestellt wurden die mit der Evakuatierung verbundenen Kosten und der Steuerausfall.”

Veröffentlicht in Tag um Tag. Kommentar schreiben »

Wir haben viel mehr als nur Eure “Heilige Schrift” verbrannt!

Sollte dieser Zustand seit der Invasion der USA und ihrer Verbündeter im Oktober 2001 je wieder bestanden haben – in Afghanistan ist es mit der relativen Ruhe vorbei. Seit Wochenanfang kommt es dort zu Protesten und Toten unter Demonstranten und wohl auch den Besetzern, der Auslöser, so wird in den Medien dargestellt, sei eine Müllverbrennung im US-Stützpunkt Bagram gewesen, und dabei hatten amerikanische Soldaten auch Exemplare des Korans, die den afghanischen Gefangenen dort weggenommen worden waren, gleich mit”entsorgt” – und obwohl sowohl Präsident Obama, der US-Verteidigungsminister und der Kommandeur der “Internationalen Afghanistan-Schutztruppe” “mehrfach und ausdrücklich” öffentlich ihr Bedauern aussprachen und um Entschuldigung baten und “Afghanistans Präsident Hamid Karzei die Bevölkerung zur Ruhe aufruft und die Sicherheitskräfte um äußerste Zurückhaltung bittet, “nutzen radikale Extremisten, wie die Taliban, die Lage gnadenlos aus. Sie fordern die Demonstranten ihrerseits auf, Ausländer anzugreifen und zu töten, damit diese lernten, die Heilige Schrift nie wieder zu schänden” (Zitat Deutschlandfunk, Informationen am Mittag, 23. Februar, 12:26 Uhr).
“Tod Obama! Tod Hamid Karzei!” hätten die Demonstranten in Kabul “auf den Lippen getragen”. (Deutschlandfunk, 24. Februar 13:05 Uhr).

Der aufgeklärte Westen hat freilich seit Jahrhunderten kein so geheiligtes Buch mehr, als dass selbst unbedachter physischer Umgang mit ihm einem strafrechtlich relevanten Verbrechen gleichkommt, und hat man auch noch Hitlers lodernde Bücherhaufen als ein Symbol für Faschismus und Fremdenhass vor Augen, erscheint es uns annähernd plausibel, wenn uns die Kommentatoren der Medien hinter den nun in Afghanistan aufgekommenen Protesten eine bedauernswert bis agressiv neidische Meute intellektuell im Mittelalter verbliebener Unziviler ausmachen, lediglich aufgepeitscht von einigen gottlosen Fundamentalisten in den Moscheen, die ihre “Religion” ja immer schon zum Schaden einsetzten.

So, nur zum Beispiel, pflichtet die “Afghanistan-Korrespondentin” des Deutschlandfunks (2?.02, 12:26 h – “Informationen am Mittag”) bei der Mutmaßung des Moderatoren – “Wer sind denn eigentlich die, die da protestieren, und ist das Ganze spontan, seit mehreren Tagen schon, oder steckt dort System, wenn nicht gar Organisation, dahinter?” -
“Wir haben es hier mit einem Gemisch von tief verletzten religiösen Gefühlen zu tun, mit Wut über schlechte Lebensumstände, mit Enttäuschung über den Westen, auch über die eigene, afghanische, Regierung, – und wenn dann Scharfmacher dazu kommen – das können Mullahs in der Moschee sein, das können aber auch, spontan auf der Straße, radikale Extremisten sein, die den Taliban zum Beispiel angehören, – die dann so eine diffuse Grundstimmung, eine schlechte Grundstimmung, ausnutzen, die dann einen Mob aufstacheln, der sich in Bewegung setzt, dann schließen sich immer mehr Menschen an – und auf einmal hat man eine wütende, protestierende Menge, der Sprüche über die Lippen gehen, Parolen über die Lippen gehen, wie: Tod Obama! Tod der NATO! Und auch: Tod Präsident Karzei!”

Man dürfe nicht Afghanistans leidvolle Geschichte von über 30 Jahren Krieg und Gewalt vergessen, so seien dort “noch rund 70 % der Menschen Analphabeten, das heißt sie können nicht lesen und nicht schreiben – die sind empfänglich für Parolen und sind auch empfänglich für religiösen Extremismus.”

Was sie meint mit dieser “diffusen, schlechte Grundstimmung”, erläutert sie im Folgenden und soll hier nur zur Vervollständigung unseres Afghanistan-Bildes noch zitiert sein:
“Die Afghanen selber sprechen von einem Jahrhundertwinter. Uns haben in den vergangenen Wochen Zahlen aus Kabul, aus der Hauptstadt, erreicht, wo eigentlich alles besser sein sollte als im Rest des Landes, die wir sehr schockieren fanden: Dort sind mehrere Dutzend Kinder verhungert und erfroren – das in Kabul, wo sich ja auch die internationale Hilfe zentriert. Dort leben etwa 30.000 Flüchtlinge in wirklich erbärmlichen Umständen, in immer noch zerstörten Häusern oder gar in Zelten, sind der enormen Kälte, die Kabul in diesem Winter erlebt hat und auch noch erlebt und den Schneemassen dort schutzlos ausgeliefert – 30.000 Flüchtlinge in Kabul in solchen Umständen, das ist keine Kleinigkeit!
Wir haben kurzem einen Bericht bekommen der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die in den vergangenen Jahren dort sehr viele Interviews geführt haben, und sie haben festgestellt, in Afghanistan werden jeden Tag 400 Menschen aufgrund von Gewalt, von Krieg, von Hunger, zu Flüchtlingen im eigenen Land” – und eben auch das spiegele sich “bei diesen Protesten gegen die Koranverbrennung auf den Straßen in den Protesten wieder…”, und später im Interview: “Viel Geld verschwindet auch durch Korruption, () und wenn dann noch widrige Witterungsumstände, wie Dürre dazu kommen, () da gibt es mehrere Provinzen, die haben seit 2008 überhaupt keinen Regen gehabt; dann: weltweit steigenden Nahrungsmittelpreise, die sich auch in Afghanistan manifestiert haben – dort sind die Preise auch um bis zu 30 % gestiegen. Das treibt viele Menschen in den Ruin, und treibt viele Menschen jetzt sehr wütend auf die Straße. Die haben wirklich nur einen Anlass gebraucht, und dann ist es fast eben übergelaufen.”
(Afghanistan-Korrespondentin Sandra Petersmann zur Lage in Afghanistan, zu Protesten vorm und versuchter Erstürmung des Hauptquartiers der Vereinten Nationen in Kunduz mit vermeldeten drei Toten.)

Dass diese Proteste lediglich “von der Straße, wie man so schön sagt, oder von den Unterschichten” ausgingen, dem widerspricht Reinhard Erös, seit vielen Jahren als der Gründer eines Hilfswerkes dort engagiert, im Telefoninterview mit dem Deutschlandfunk (23.02.2012 · 12:35 Uhr): “In Dschalalabad haben Tausende Studenten der Universität Dschalalabad – also gebildete junge Leute -, gegen die Amerikaner, gegen die Ausländer demonstriert.
Man unterscheidet dort natürlich schon, jetzt auf dieser Ebene zumindest, wer der eigentlich Schuldige ist. Zum Beispiel unsere Einrichtungen im Osten Afghanistans wurden gestern und heute bei den Demonstrationen auf den Straßen nicht angegriffen, noch nicht mal belästigt. Es wurden Dutzende Hilfsorganisationsbüros, UNAMA-Büros und so weiter, beworfen, wurden angegriffen. Es fanden richtig aggressive Protestgespräche vor diesen Behörden statt. Also wir selber – und das ist jetzt wiederum wahrscheinlich eine Folge unserer Vorgehensweise -, wir, also die Kinderhilfe Afghanistan, meine Organisation, die wir seit zehn Jahren jetzt dort arbeiten, haben uns von Anfang an von den ausländischen Soldaten – und das sind bei uns () US-Truppen – distanziert. Verbal distanziert und auch physisch distanziert. () Unsere Einrichtungen und auch meine tausend Mitarbeiter schützt die Tatsache, dass US-Soldaten keinen Zugang haben zu uns.”

Noch nicht ganz ein Jahr ist es her, dass eine von einem Pastor in den USA angekündigte Koranverbrennung zu weltweiter Empörung und zu Protesten und zwei Dutzend Toten – zur Hälfte bei afghanische oder ausländische UN-Mitarbeitern – in Afghanistan geführt hatte. Die Bilanz nach dieser nun “unsachgemäßen Entsorgung” spricht von “29 Toten und 200 Verletzten”, darunter zwei getöteten afghanischen und zwei US-Beamte im afghanischen Innenministerium (zit. nach stern.de, 26.02) – der Rest werden wohl Afghanen sein, bei den Protesten getötet oder verletzt von den Sicherheitskräften des neuen, vom Westen in 10 Jahren und mit Milliarden an Mitteln in die Demokratie gepeitschten Afghanistans.

Am Dienstag, die Ungeschicklichkeit der amerikanischen Gefängnisaufseher war eben erst von dort auch diensttuenden Afghanen ans Tageslicht gezerrt worden, verurteilte “aus schärfste” bereits US-Verteidigungsminister Panetta den «höchst bedauerlichen Zwischenfall» (“Westfälische Nachrichten” online, Di., 21.02.2012:) «Diese Aktionen spiegeln nicht die Ansichten des US-Militärs wider. Wir ehren und respektieren die religiösen Praktiken des afghanischen Volkes ohne Ausnahme”.

Aber auch hier zeichnen Augenzeugen ein ganz anderes Bild; der eben schon zitierte Kinderhilfswerk-Gründer:
“Ich arbeite ja dort, mitten im Gebiet der US-Amerikaner. Meine Projekte sind nicht im Norden bei der Bundeswehr, sie sind im Osten des Landes, im Paschtunen-Gebiet, im Heimatland auch der Taliban, das ist das Gebiet, wo US-Truppen hauptsächlich sind. Und dort stelle ich fest, seit Jahren, seit Anfang an eigentlich, dass sich US-Soldaten nicht nur sehr unsensibel, sondern sehr aggressiv gegenüber der afghanischen Kultur – und da ist nun mal der Islam ein Teil davon, ein ganz gewichtiger Teil davon – verhalten.”

Das hätte zum einen, kann er entschuldigend anmerken, “damit zu tun, dass der amerikanische einfache Soldat () nun überhaupt nicht auf Afghanistan vorbereitet wird. Der versteht vom Islam nichts, der weiß von Afghanistan nichts, das interessiert den auch nicht groß.” Andererseits hätten die, die mit der Lage vertraut, “seine Vorgesetzten … eine so große Distanz zu ihm” hätten, “dass sie gar nicht im Stande sind und auch nicht willens sind, ihm diese Kulturkompetenz zu vermitteln.”
“Eines der Grundübel von Anfang an – das gilt für viele Hilfsorganisationsmitarbeiter und es gilt vor allen Dingen für fast alle Soldaten”, so der Mann, “ist: Sie werden auf dieses Land kaum vorbereitet. Ein US-Marine, eh nicht gerade zur geistigen Elite normalerweise in Amerika gehörend, der in seinem Leben, bevor er Soldat wurde, nie seinen Landkreis oder seinen Bundesstaat verlassen hat, kommt plötzlich in ein Land mit einer völlig anderen Kultur, wo eben der Islam, die Religion die Schlüsselrolle spielt. Und darauf ist er überhaupt nicht vorbereitet worden. Für die Bundeswehr gilt das nicht ganz so schlimm, aber auch unsere Soldaten werden nicht optimal auf Afghanistan vorbereitet, wie man das eigentlich müsste, wenn man in ein Land geht, um es wieder aufzubauen. Noch einmal: Die NATO, ISAF ist nicht dort, um Afghanistan zu erobern. Dann müsste man nicht so viel Kulturkompetenz haben, dann erobert man das Land halt. Wir sind jetzt dort, um ein Land wieder aufzubauen. Der Terminus heißt auch Reconstruction Teams, wiederaufbauen. Dann muss ich wissen, was ich wiederaufbauen soll, aufgrund wessen, welcher Vorgänge ich aufbauen soll, und da spielt die afghanische Geschichte und Kultur und Sprache und Religion eine Schlüsselrolle. Und darauf sind diese 150.000 in der Regel ja jungen Männer überhaupt nicht vorbereitet. Deshalb wundert es mich überhaupt nicht, oder mich wundert es im Gegenteil sehr stark, dass solche Vorfälle wie vorgestern in Bagram nicht häufiger geschehen.”

Das orakelte doch bereits Anfang 2009 schon der ehemalige ARD-Reporter und längjärig Augenzeuge in Afghanistan, Christoph Hörstel: “Zuerst () kommen einmal 8000 Marines. Das sind die härtesten Kämpfer, die Amerika zu bieten hat. Das sind nicht Leute, die erkennen lassen, dass sie irgendwie interkulturell kompetent wären…”

Auf das Zitat im Film aus einer dieser vor Zuversicht triefenden Reden Obamas vor über 3 Jahren über die Zukunft Afghanistans – “Zu diesem Zeitpunkt werden wir den Fokus unserer Mission auf das Training und die Erhöhung der Anzahl afghanischer Sicherheitskräfte konzentrieren, so dass sie sich eines Tages selbst um die Sicherheit in ihrem Land kümmern können. So bereiten wir die Afghanen darauf vor, Verantwortung für ihre eigene Sicherheit zu übernehmen, und wir können unsere Truppen nach Hause holen”, geschnitten die ironische Antwort des Auslandskorrespondenten: “Was sind das denn für Leute? Können die etwa Paschtunisch; könne die die zweite große Landessprache, … Dari, sprechen? Sind die in irgendeiner Form kulturell bewandert? – Nein, überhaupt nicht! Was macht man also? Sie lassen die Polizisten einfach exerzieren; und die werden dann anschließend als Kanonenfutter in die Kämpfe mit den Taliban geschickt, und da sterben sie in großen Zahlen! Das ist alles Teile der amerikanischen Strategie – je mehr Afghanen dabei auf Afghanen schießen, desto glücklicher die NATO!”

Dieser Einschätzung entsprach wohl auch seine Interpretation des von der US-Administration anvisierten Datums für die “erste demokratische Wahl” in Afghanistan, 2004: “Obwohl sie wissen, dass dies (August – m. Anm) der eine Monat im Jahr ist , an dem die Taliban 40 000 – 50 000 Kämpfer mehr aufbieten können, weil die Religionsschulen in Pakistan, die “Madaries”, dann Sommerferien haben – trotzdem wollen die USA allso genau in diesem Monat Wahlen abhalten!”

Auf die betroffene Frage des Interviewers im Deutschlandfunk diese Woche an die Afghanistankorrespondentin: “Wie kann das eigentlich sein, Frau Petersmann, dass in einem Land, in das seit mehr als einer Dekade Milliarden und aber Milliarden gepumpt werden, Kinder verhungern?”, kann auch die nur mutmaßen: “Wie kann das sein? – Vielleicht, weil der Fokus in diesen zehn Jahren () sehr militärisch geprägt war: Es ging dort vor allem um den Antiterrorkrieg. Sehr, sehr viel Geld, was nach Afghanistan geht, fließt de facto in diesem Krieg, in die Ausbildung von afghanischen Soldaten, in die Ausbildung von afghanischen Polizisten, die dann irgendwann, wenn die internationalen Kampftruppen wie geplant Ende 2014 abziehen, ja dort die Sicherheit übernehmen sollen, dieses Vakuum füllen sollen, was die NATO Truppen dann hinterlassen werden. Vielleicht war der Fokus zu sehr auf das Militärische gerichtet?”

Christoph Hörstel vermutete vor drei Jahren folgende Strategie: “Wir sorgen dafür mit unserem Benehmen, dass diese Völker uns mehr und mehr hassen (); und dann brauchen wir mehr Truppen; und dann brauchen wir mehr Geheimdiensteinsatz; und dann benutzen wir die Entwicklungshilfe, um den Geheimdiensteinsatz zu kaschieren – und so geht das immer weiter.”

Der oben schon zitierte Kinderhilfswerkmann Erös weiß da über heute: “Die größte Hilfsorganisation in Afghanistan, die USAID, die amerikanische Entwicklungshilfebehörde, eigentlich eine zivile Behörde, arbeitet nicht nur Hand in Hand, sondern komplett koordiniert und organisiert und geführt von den US-Streitkräften dort. Die CIA-Agenturen, die wir im Osten haben, arbeiten selbstverständlich eng zusammen mit den amerikanischen Hilfsorganisationen.”

Obama will nun bis Sommer dieses Jahres 33 000 seiner Leute aus Afghanistan abziehen; den Europäern hat er die Sorgepflicht übertragen, diese haben auch schwanzwedelnd zugesagt – doch auch sie reden von Truppenreduktion, vom Ende des militärischen Einsatzes mit Jahresfrist 2013 gar;

Hörstel sah damals schon folgendes Szenario: “Und dann verkaufen wir der Bevölkerung den Spruch: Ja, die zivil-militärische Zusammenarbeit in Afghanistan – das nützt ja dem Aufbau des Landes” – zitierte aber auch die “Stiftung Wissenschaft und Politik: “Zivil-militärische Zusammenarbeit dient nur militärischen Zielen.”
und schlussfolgerte, und wir können uns der jüngeren Entwicklung dort gemäß nun auch anschließen: “Es geht eben nicht um den Aufbau Afghanistans, es geht eben nicht um einen Dienst am afghanischen Volk, es geht nicht darum, eine nachhaltige Entwicklung Afghanistans zu fördern oder so etwas, wie unsere Politiker hier erklären…”

Der Kinderhilfswerker Erös weiß: “Die Toten und Verwundeten, die es jetzt schon gegeben hat aufgrund des Vorfalls (der Koranbücherverbrennungen – m.Anm.), das sind ja nicht US-Soldaten, an denen man sich da letztlich rächt. Denn die können sich schützen, die sind jetzt in ihren Kasernen, die gehen nicht heraus. Das sind auch nicht hohe Beamte oder US-Diplomaten. Es sind ganz einfache Afghanen, die jetzt ums Leben kommen. Plus die Hilfsorganisationen, zum Beispiel auch meine, die jetzt quasi ihre Türen schließen müssen, die für Tage, vielleicht für Wochen lang ihre Projekte nicht fortsetzen können und damit natürlich die Ärmsten der Armen in Afghanistan letztlich darunter leiden, weil keine Lebensmittel verteilt werden können, weil – jetzt im Winter sind viele Dutzend Kinder zum Beispiel jetzt erfroren in den letzten Wochen – die Menschen nicht mehr versorgt werden können mit Decken, weil man nicht heraus kommt. Und das ist eigentlich das furchtbar Üble an dieser Geschichte.”

Die massive Destabilisierung des Landes, durch Genozid – rassisch, religiös, kulturell und wirtschaftlich – vor 30 Jahren von Außen eingeschleppt und akribisch kultiviert, zeigt sich auch in den Schüssen auf protestierende Brüder und Schwestern “auf den Straßen” in Afghanistan. Die kleinen Ungeschicklichkeiten, die den den ganzen Weltenkontext nicht sehenden Nativen auf die Straße treiben und immer wieder seiner “Kooperationsbereitschaft” einen Schlag versetzen, versetzen müssen – Tanklaster beschützen und dabei “versehentlich” ein ganzes Dorf umbringen ebenso, wie “pseudoreligiös ausschlachtbare Tabubrüche” a la Müllverbrennung – dienen diesem Ziel zu sehr, als dass der Gedanke an Zufall aufkommen kann?

*

Update 5. März 2012 bei staseve.wordpress.com, focus.online zitierend: “Afghanistan – Religionsrat hält Koranverbrennung für Absicht
…Die Darstellung der US-Regierung, es habe sich um ein Versehen gehandelt, sei „nicht hinnehmbar“, sagte Ratsmitglied Maulawi Chalikdad am Montag in Kabul. Chalikdad ist Mitglied der Untersuchungskommission aus Vertretern des Religionsministeriums und des Ulema-Rats. Die Kommission ist eine von mindestens drei Ausschüssen unterschiedlicher Zusammensetzung zur Untersuchung des Vorfalles…” – weiter dort

Beitragend, eben gefunden: Mein Parteibuch Zweitblog, 26. Februar 2012Zur Menschenwürde in Afghanistan – oder: Die kleine Tageszensur für zwischendurch: … Vertreter der zweiten Theorie sind der Meinung, dass die Repräsentanten der US-Regierung in Afghanistan den gefangenen Freiheitskämpfern den Koran abgenommen haben und die heiligen Bücher verbrennen wollten, um allen Menschen in Afghanistan ihre Würde zu nehmen. Aus Guantanamo ist bereits bekannt, dass die dortigen Vertreter der US-Regierung heilige Koranbücher in die Toiletten von Gefangenen gelegt haben, um Gefangene zu demütigen. In Afghanstan selbst bemühen sich Vertreter der US-Regierung nach Kräften, Afghanen ihre menschliche Würde zu nehmen. So haben bewaffnete Vertreter der US-Regierung beispielsweise absichtlich auf Körper von getöteten Afghanen uriniert und sich dabei, um den gewünschten Entwürdigungseffekt zu erzielen, filmen lassen und die Filme verbreitet. Andere bewaffnete Vertreter der US-Regierung haben von ihnen getöteten Afghanen Körperteile abgeschnitten und diese als Trophäen gesammelt…” – (weiter und mehr siehe dort…)

Von Wölfen und Schafen

 - Rückblick auf die 48. Münchner Sicherheitskonferenz

Am ersten Wochenende dieses Monats fand die “Münchner Sicherheitskonferenz” statt – und wenn wir hier bereits mehrfach eine ohne Legitimation durch ihre Völker und am Völkerrecht vorbei agierende Elite unterstellten, verdient auch diese öffentliche  Zurschaustellung der “Sicherheits” – Strategen  im Gewand der  48. Auflage der “Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz (gemeinnützige) GmbH”  einer Betrachtung.

Als ein Konzert des besorgten Verantwortungsbewusstseins kam sie  daher; das Publikum war hochkarätig. Vortragende  aller Kontinente waren vertreten, an alle Interessen schien gedacht: da fanden Freiheitskämpfer aus den arabischen Ländern ebenso wie die Schwergewichte der militärischen Strategie ihr aufmerksames Publikum. Alle einte die Sorge um den Planeten.

Die Themen waren erwartungsgemäß die Gefahren für die Welt durch Egoismus und Machtmissbrauch, die erbrachten Illustrationen kamen über die Populismen: Klimawandel, Demokratieverlust, politische und Wirtschaftskrise, nicht hinaus; so konnten wieder nur Schlagworte getauscht werden; der Wahn einer Handvoll waffenstarrer Konglomerate, global als Heilsbringer gefordert zu sein, schien dabei in allen der Diskussionsrunden stiller Konsens.

Die Konferenz war in “Panele” – thematische Diskussionsrunden – aufgeteilt. Die Eröffnungsrede nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Ischinger hielt der deutsche “Bundesminister der Verteidigung”, Thomas de Maizière. (Der Wortlaut seiner Rede weicht ab vom Wortprotokoll darunter) Hier ein Auszug, der das Anliegen des Treffens konkretisiert:
“Die Blockkonfrontation ist Vergangenheit. Und doch stehen wir gerade in diesem Jahr vor großen sicherheitspolitischen Herausforderungen. Ich muss sie vor diesem Kreis nicht näher erläutern, nur nennen: Dynamische und asymmetrische Bedrohungen, Entwicklungen in der arabischen Welt, keine Fortschritte im Nah-Ost Konflikt, iranisches Atomprogramm, Terrorismus, Afghanistan, Cyber, Nordkorea, failed states, neue Sorgen im Westen Afrikas u. v. a. m.. Und die verfügbaren finanziellen Mittel, diesen Herausforderungen zu begegnen, sind begrenzt, oder nehmen sogar ab.
Die Finanz- und Staatsschuldenkrise belastet die Haushalte langfristig und damit unweigerlich auch die Verteidigungsbudgets beiderseits des Atlantiks…”

Deutschland feiert im ersten “Panel” nach der Eröffnung dieser “48. Münchner Sicherheitskonferenz” seine Aufnahme im Club – “Germany’s Role in Europe and the World”, denn, so de Maiziere in seiner Eröffnungsrede (Zit. nach Transscript MSC):
“Lange Zeit wäre alleine diese Fragestellung, insb. die Frage nach der militärischen Rolle oder Verantwortung Deutschlands, einem Tabubruch gleichgekommen.
Zwar hat Deutschland bereits vor 1990 militärisch Verantwortung getragen. Eine gesteigerte Eigenständigkeit oder gar eine Führungsrolle in der Welt war jedoch weder von innen gewollt – aber auch nicht von außen gewünscht – und auch das war verständlich”, und einige Zeilen später: “…Ebenso offen will ich sagen, dass vielen unserer Bündnispartner eine starke ökonomische Rolle der Bundesrepublik Deutschland, aber gleichzeitig eine schwache sicherheitspolitische Rolle durchaus Recht war. Das alles ist vorbei (wenn auch vielleicht noch nicht in allen Köpfen). Viele unsere Partner sehen uns längst als „gleichberechtigten“ und damit auch „gleichverpflichteten“ Partner an…”.

So liest sich auch die Teilnehmerliste dieses eröffnenden Panels:
Radoslaw Sikorski – Minister of Foreign Affairs, Republic of Poland, Warsaw; Timothy Garton Ash – Professor of European Studies, Oxford University, Oxford.
Robert B. Zoellick – President, The World Bank Group, Washington, D.C. – sinniert über Deutschlands Führungspotential in Europa, betont “in ökonomischer und finanzieller Hinsicht”.

Frank-Walter Steinmeier (“Member of the German Bundestag, Chairman of the SPD Parliamentary Group; former Federal Minister of Foreign Affairs), wohl aus Romantik hierhergeraten – oder glaubt, wer hier den amtierenden Außenminister vermisst – der ja ohnehin in München war, im “Panel “Building a Euro-Atlantic Security Community”" zusammen mit den Großen am Abend eine (wiederum mit den Script darunter nicht identische) Rede hielt – noch immer, Wahlen würden vom Volk entschieden?)

De Maizière gehörte auch zu diesem Panel. Seiner Eröffnungsrede, eben schon in Teilen zitiert, verdanken wir diesen Leckerbissen: “Wir nehmen aus guten Gründen schon jetzt mehr internationale Verantwortung wahr als wir es manchen unserer Bürger vermitteln können.”
“Oder verweigern sie – je nachdem, was unser Bündnispartner erwartet” – könnte hier nun auch Steinmeier beitragen.

Willkommen Deutschland – aber warst Du je fort, von diesem Club?

Geredet über militärische Strategien wird in “Smart Defense, the EU, and the Future of the Transatlantic Alliance”. Als Redner/innen treten auf: Claude-France Arnould, “Generaldirektorin European Defence Agency, Brüssel”, Philip Hammond, Verteidigungsminister, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Lindsey Graham, Senator, Vereinigte Staaten von Amerika, Stéphane Abrial, “General, Supreme Allied Commander Transformation, NATO, Norfolk”;
Der Diskussionsbeitrag von “Dr. Thomas Enders, Präsident und CEO, AIRBUS, Toulouse”, der zu einer “Meinung aus der Wirtschaft” zu “Smart Defense” befragt ist und der den Rückgang deutscher und französischer Firmen in der Rüstungsindustrie bedauert, ist ebenfalls unter diesem Panel gelistet.

In “Energy, Resources, and the Environment: New Security Parameters?”
tritt Europa einstimmig auf mit dem “Commissioner for Energy, European Union”, Oettinger;
Ilham Heydar oglu Aliyev, der Präsident persönlich, für die ölreiche “Republic of Azerbaijan”.
Ein weiterer Präsident – der der Ukraine, Viktor Yanukovych, sitzt hier bei “Moderator” Carl Bildt, “Minister of Foreign Affairs, Kingdom of Sweden”, auch der “Executive Director” von “Greenpeace International”, Kumi Naidoo und Michael Diekmann von der “Allianz SE”. Die Allianz SE (München) ist, zit wikiped, “nach Umsatz und Marktkapitalisierung der weltgrößte [] Versicherungskonzern und einer der größten Finanzdienstleistungskonzerne”

(Anm. “Das Environment (englisch environment = das Umfeld, die Umgebung) ist ein in den späten 1950er Jahren aus dem amerikanischen Englisch entlehnter Begriff für künstlerische Arbeiten, die sich mit der Beziehung zwischen Objekt und der Umgebung auseinandersetzen. Dabei kann die Umgebung Teil des Kunstwerkes werden…; zit. n. wikiped.)

Wo wir besonders arglos sind, dürfen “Sicherheits” – Befürchtungen wohl nicht fehlen: “Internetsicherheit” – im Panel “Cybersecurity: Is Offense the Best Defense?” – wird wohl das Rollenfach “Zauberlehrling” geprobt. Gecastet: “Vice-President of the European Commission; Commissioner for the Digital Agenda, European Union” Neelie Kroes, Ex-CIA- und NSA-Chef Hayden, USA, Italiens amtierenden Verteidigungsminister Giampaolo Di Paola – und Eugene Kaspersky (Vorsitzender und Geschäftsführer des privaten, russischen Netzsicherheits-Anbieters Kaspersky Lab).

Militärische Zwerge, gleichwohl Hoffnungsträger (Tunesien, Ägypten), kommen bei “Building the New Middle East?” gleichberechtigt neben den Großen zu Wort, versichern ihre freudige Kooperationswilligkeit, legen ihre Vorzüge dar.
Ob die junge Frau – Tawakkul Karman – “Funktion: Friedensnobelpreisträgerin 2011; Vorsitzende Journalistinnen ohne Ketten” aus dem Yemen weiss, was sie Syrien anhängen kann, wenn sie als Sympathieträger für das Embargo gegen das Land auftritt, oder aus ihrer teilnahmsvoll-kämpferisch klingenden Stimme nur die Naivität ihrer Lebensjahre spricht
ihr Auftritt, arabisch, mit farbenfrohem Kopftuch, ist aber sicher eine gute optische Aufhellung.

Das Panel: “Building a Euro-Atlantic Security Community” gibt mit Beiträgen von Westerwelle (“Federal Minister of Foreign Affairs, Federal Republic of Germany”), Hillary Clinton (“Secretary of State, United States of America”), Leon Panetta
(“Secretary of Defense, United States of America”), Anders Fogh Rasmussen (“Secretary General, North Atlantic Treaty Organization”, dem polnische Präsident Komorowski und Russlands Außenminister Sergey V. Lavrov Ideen zu einer “euro-atlantischen Sicherheitgemeinschaft” zum besten. Russlands Außenminister Lavrov bestätigt unseren Verdacht, dass “die geschichtlichen Ereignise immer schneller stattfinden”. Er mahnt an diesem Wendepunkt zur Abkehr vom dogmatischen Denken der Vergangenheit hin zu einer multipolaren Weltsicht, gemäß der weltweiten Entwicklung und Identitätssuche der Völker. Den Nahen Osten und Nordafrika nennt er als Beispiele dafür. Russlands Interesse bei der Mitgestaltung bei diesen globalen Modernisierungsprozess im Einklang mit Europa, der USA, aber auch ausdrücklich mit China, betont Lavrov. Kein System der Konfrontation – angesprochen auch der geplante “Raketenabwehrschild” der Nato – wolle Russland anerkennen. Sein Land strebe nach politischer Verantwortlichkeit, auch um nicht letztendlich als Opportunisten dazustehen. Unteilbare Sicherheit für alle – das sei die Mindestforderung seines Landes, und dafür sei es in der jüngsten Vergangenheit und werde auch in der Zukunft eintreten.

Russlands Anspruch als Mitgestalter einer sicheren Zukunft betonte in München auch der ehemalige Minister des Auswärtigen und derzeitige Präsident des “Russian Council on International Affairs” Igor Ivanov, der als Mitautor eine Studie der “Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden”, die “Euro-Atlantic Security Initiative (EASI)” vorstellt.
Das Papier einer “breiten Gruppe potentieller Akteure” aus “Regierungen, akademische Institutionen, dem privaten Sektor” Russlands, Europas und der USA – dort genannt: “Robert Bosch Stiftung, Calouste Gulbenkian Foundation, Carnegie Corporation of New York, Hurford Foundation, Robert & Ardis James Foundation, Nuclear Threat Initiative, Starr Foundation, Institute of World Economy and International Relations of the Russian Academy of Sciences, United World International Foundation”.
Die “euro-atlantische Zone” hätte im Vordergrund gestanden, ehemalige Staatslenker der USA, Russlands und Europas aus der Ära des Kalten Krieges hätten ihr Wissen und ihre Befürchtungen eingebracht – das “von Anfang an bestehende beiderseitige Misstrauen” sei so mit eingeflossen – die Initiative daher auch unter allen sicherheitspolitischen Erwägungen relevant.

Auch Sam Nunn, US-Senator, Zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer der “Initiative Nukleare Bedrohung”, neben Ivanow und Ischinger Mitunterzeichner des Papiers, hat EASI zum Thema, wenn er über Spielregeln sinniert, die die Gefahr atomarer Angriffe eindämmen sollen.

Im Gesprächskreis “America, Europe, and the Rise of Asia” ist Russland nicht vertreten. Der dritte geladene Russe, General a.D.; Generalsstabschef der strategischen Luftabwehrstreitkräfte, Mitglied der Global Zero Initiative, Victor Esin, referiert bei “Global Zero: Tactical Nuclear Weapons in Europe”. Die atomare Bedrohung weiß er noch immer als das größte Dilemma für die Welt, und anders als sein Kollege – “US-Vorsitzender von Global Zero”, Richard Burt, der Europa als den vorgeschobenen Brückenkopf beider Atommächte von strategischen Kernwaffen befreien zu wollen vorgibt, spricht der Russe von der “Reduzierung aller Atomwaffen – strategischer wie nichtstrategischer, dislozierter und nichtdislozierter”, dazu mahnt er Schritte zur Ratifizierung ausstehender bilateraler und die gemeinsame Ausarbeitung multilaterale Verträge an, – auch, um “China und anderen wichtigen Nuklearmächten” in Zukunft auf diesen Weg zu bringen.

China ist im Gesprächskreis “Amerika, Europa, und der Aufstieg Asiens” vertreten.
Der in einigen Staaten wegen Kriegsverbrechens gesuchte Henry Kissinger “(Chairman) Former Secretary of State of the United States of America; Chairman Kissinger Associates Inc., New York” – in Müchen hat er wohl nichts zu befürchten – eröffnet hier die Diskussionsrunde; bezugnehmend auf Obamas Neue-Strategie-Bekundung vom Jahresanfang meint er,
Sicherheitsfrage-Fragen hingen nur davon ab, wie die Gegenseiten aufeinander zugingen; “geschichtlich” bereits weiß er die Diskussion des Themas China aus der die Kräfteverteilung beachtenden Erwägungen der USA, “der Sitzordnung nach” wird auch Zhang Zhijun, “Vice Minister of Foreign Affairs, People’s Republic of China, Beijing” sich dazu als erster zu äußern haben.

Der versteht Asiens Aufstieg ein Lichtblick für die krisengeschüttelte westliche Welt; seine Entwicklung als Zeichen seines Lebenswillens aber zurückhalten zu wollen, müsse geächtet werden.
Sowohl Asien als auch Europa hätten “die Zivilisation stets geehrt”, erinnert er.
In Gesprächen zu Nordkorea und selbst Afghanistan sei China bereits über den eigenen Tellerrand engagiert – als starker Kämpfer für Sicherheit in Asien, und bekundet weiteres Interesse an einem kooperativen Kontinent
Wohl nicht nur an die Adresse Asiens bekennt Zhang Zhijun: “China verpflichtet sich zu friedlicher Entwicklung – als unsere Langzeitstrategie; und das sind nicht nur hohle Worte

Auch das wird ihm nicht nutzen – genau wie Russland wird China noch vor Sonnenuntergang auf die Achse des Bösen rücken – gerade wohl, weil es im UNO-Sicherheitsrat in diesem Sinne handelte.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.