Oben bleiben!

Zu beneiden sind Sie dieses Wochenende nicht, liebe Landsleute in Baden-Württemberg! Nun haben Sie mehr als alle anderen in diesem Land die Illusion gehabt, mit Ihrer Wahlstimme über etwas von Wert zu verfügen – und müssen es nun bis morgen, Schlag 18 Uhr, eingelöst haben – wieder nur für Plunder, werden Sie schnell feststellen! Ich sehe sie jetzt schon – wer immer die Wahl für sich entscheidet – wie sie mit geschwollenem Kamm herumstolzieren, als hätte der Wähler auch großartig die Wahl gehabt.
Dann ist der Rausch vom Ernstgenommenwerden wieder verflogen?

Seien Sie froh, dass der trügerische Schein gleich vorbei ist! Wir wissen doch längst, wie “Demokratie” in Deutschland funktioniert? Oder meinte wirklich noch jemand, die Macht ginge hier vom Volke aus? Lobbyismus, wohin man schaut; Filz, Korruption, Vetternwirtschaft, Machtmissbrauch, Kompetenzübertretung – und alles straffrei, sollte es, trotz der hörigen Medienbranche, doch einmal auffliegen.

Dass unsere jeweiligen Wahlsieger vielleicht schon vorher feststehen – davon hat man auch gehört? Dass unmittelbar nach Besuch einer deutschen Figur aus Politik (oder Wirtschaft – das mag uns hier aber nicht gleichstark interessieren) zum Beispiel bei gewissen, alljährlich von den Besitzern oder Verwaltern des global grassierenden Finanztums abgehaltenen “zwanglosen Zusammenkünften” – geheimgehalten, polizeilich und von Geheimdiensten bewacht, an wechselnden Plätzen in der Welt – deren politische Karriere hierzulande einsetzte? Bei Merkel war es so, bei Westerwelle. Cem Özdemir soll letztens dorthin eingeladen gewesen sein – er hätte aber abgelehnt und lieber in Berlin demonstriert, was er auch mit Bildern von dieser Demo beweisen konnte. Eine Selbstverständlichkeit, möchte man meinen – ist es deutschen Politikern doch bereits per Grundgesetz strengstens untersagt, sich hinter dem Rücken ihres Volkes zum Klüngeln oder wofür auch immer einzuschließen. Geschweige denn, dass die bei den strippenziehenden Mächtigen ohne soziale Empfindung zum Casting antanzten, die uns ja vereinen und repräsentieren sollen gerade gegen jene?

Wer mit der vermuteten Agenda – offiziel wird nichts bekannt, wie gesagt; wir sehen nur, wohin die Politik ihrer herzitierten Besucher führte und führen wird – wer mit der vermuteten Agenda der “Bilderberger” (wie dieser Kreis der Mächtigen sich nach seinem ersten Tagungsort in den Fünfzigern benannte) etwas vertraut ist, dabei vielleicht noch von deren Affinitäten (und personellen Überschneidungen) zu Trilateraler Kommission und dem Orden Opus Dei weiß, könnte sich Özdemir – als Träger des Grünen Gedankens, nicht unbedingt explizit charakterlich – dort recht gut zugehörig vorstellen. Sehr könnte die von Grün verlautbarte Ankündigung ihres Weges ebendieser erahnten Agenda den zu globaler Macht Strebenden dienen.
Aber gleich ist ja das nächste gemütliche Beisammensein bei Bilderbergers…

Ein x-beliebiges Programm bei Grün liest sich so auch wie aus dem Bilderbergerbilderbuch. Wer dessen Inhalt ahnt, lese unter dieser Sicht mit – alle anderen seien wenigstens verdutzt über die “Unstimmigkeiten”, die hier “irgendwie” bestehen:
Das Grüne Sofortprogramm: “Wir Grünen haben die Konzepte, das Land neu zu gestalten und den Willen, Baden-Württemberg kraftvoll zu regieren.”

(“Wir haben die Wahrheit, kraftvoll werden wir sie durchsetzen” – wer so schon zwischenzeilig liest, versteht vielleicht nichts von Wahl-Kampf oder ist mit seinem misstrauenzerfressenem Geist ohnehin nicht in der Lage, das zugegebenermaßen spärliche Gute, neben all dem Bösen noch wahrzunehmen; dem da ausgerechnet Kissinger vor Augen springt, der alte (und nicht alternde) Haudegen , angeklagt zahlloser Beihilfen, zumindest, zu Kriegsverbrechen im großen Stil, glaubhaft verdächtigt der aktiven Beihilfe zu Massenmord, nur weil der auch zum Inneren Kreis bei “Bilderberger” gehört, verdirbt sich mit dem Geständniss solcher Assoziationsketten möglicherweise den Allgemeine Nachvollziehbarkeitswillen – ich werde auch gleich zu bodenständigen Betrachtungen zurückkehren – aber sich vorzustellen, dass der vielleicht schon um die latente Kaltschnäuzigkeit der niedlich-unbedarft-besorgt daherkommenden Ain’tShe – unserer Bundeskanzlerin von heute – wusste – mit einer Äinschie des Volkes wären wir doch nicht hierhergekommen, wo wir uns noch immer in gefälliger Gesellschaft derer bewegen, denen unsere Angeschlagenheit gut zupasse kommt.)

Weiter, und nun weniger spekulativ, im Grünen Sofortprogramm: “Und wir wissen, welche drängenden Aufgaben wir als erstes anpacken wollen. 14 konkrete Vorhaben werden wir in der Landesregierung im Kalenderjahr 2011 angehen.
Dabei werden folgende Leit(z)iele unser Regierungshandeln bestimmen:
* Ökologische und soziale Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft
* Bessere Bildung
* Echte Bürgerbeteiligung
* Nachhaltiges Haushalten”

Es beginnen die 14 Punkte:

“1. AKW-Laufzeitverlängerung vor dem Bundesverfassungsgerichts zu Fall bringen und eine konsequent sicherheitsorientierte Atomaufsicht praktizieren…
Baden-Württemberg soll die Chancen der Erneuerbaren Energien nutzen, statt sie im Bundesvergleich aller Länder am längsten mit Atomstrom auszubremsen und weiter Atommüll anzuhäufen. Mit der von uns angestrebten Abwahl der jetzigen CDU/FDP-Landesregierung würde die Zahl der Länder, die eine Laufzeitverlängerung ablehnen, weiter wachsen. Eine grün geführte Landesregierung wird sich der Klage der Länder Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bremen, Brandenburg und Berlin anschließen. Denn der Beschluss von Schwarz-Gelb im Bund, die Laufzeitverlängerung im Atomgesetz ohne Zustimmung des Bundesrats zu verankern, ist nach unserer Einschätzung verfassungswidrig. Diese Auffassung wird selbst durch Rechtsgutachten gestützt, die vom CDU-geführten Bundesumweltministerium in Auftrag gegeben wurden. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass die geplante Laufzeitverlängerung mit einem entsprechenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts und einer sich daran anschließenden Abstimmung im Bundesrat zu Fall gebracht werden kann. Ungeachtet dessen werden wir dafür Sorge tragen, dass seitens des Umweltministeriums eine konsequent sicherheitsorientierte Atomaufsicht praktiziert wird, die auch die aus der Laufzeitverlängerung resultierenden zusätzlichen Anlagenrisiken (z.B. Auslegung gegen Flugzeugabsturz, Materialbeanspruchung und versprödung, Austausch veralteter Komponenten und analoger Leittechnik u.a.m.) berücksichtigt. Denn mit Neckarwestheim I und Phillipsburg haben wir zwei der störanfälligsten AKWs im Land.”

Das ist wohl auch ein sehr anschauliches Wahlkampfthema, und findet sich daher, gerechtermaßen sicher, gleich an erster Stelle. Für die ihre Sorge im ganzheitliche Zusammenhang vorstellenden “Grünen” – ob Welt-, Landes- oder Ortsverband, fällt aber das Fehlen des (vermeldeten) Interesses an einer Verbesserung der Endlagersituation auf. Doch auch gut ausschlachtbar im Kampf gegen die “Vorgängerregierung”? Fast so peinlich wie damals Joschka Fischers Verkauf eines in Deutschland stillgelegten AKWs an China zum Weiterbetrieb. Und das Programm nicht sagt: Alle AKW in Baden-Würtemberg haben eigene Zwischenlager. Und dass die abgewrackten dann auch wieder, möglichst end-, gelagert werden müssen. Und das ist die Mache der Neuen Weltinordnerer: Alle wie die Kaninchen auf eine ferne Vision starren lassen, um sie von den schnellwachsenden Felsbrocken abzulenken, die sich stetig auf dem Weg dorthin auftürmen.

Die Alternativen zum Stillgelegten stellen sie sehr schön dar:

“2. Wir beseitigen die planungsrechtlichen Hürden und schaffen ein positives Klima…”

Nein. Kein Zwischendenzeilen-Einwand der Art – “Für den Ausbau der Windenergie das positive Wetter schaffen”. Das tun sie ja bereits, wenn auch nur unbewusst vielleicht oder aus Not, in den Koalitionen mit den dafür bekannteren Machtkreisen. Auch nichts gegen “Klima der Annahme schaffen” – das kann auch echtes Bemühen im eigenen Besorgsein bedeuten. Wie sie dieses Klima allerdings schaffen wollen, verrät die Erläuterung zu Punkt 2 nicht. Da ist vorerst nur von Landnahme die Rede:

“Wir reformieren das Landesplanungsgesetz. Die bisherige Gesetzesvorgabe, dass für die Windkraft nur Ausschluss- und Vorranggebiete geplant werden können, nicht jedoch Vorbehaltsgebiete wie in den meisten anderen Bundesländern, wird geändert. Regionalpläne, in denen ungeeignete Vorranggebiete für Windkraft ausgewiesen sind, sollen nicht mehr zugelassen werden. Zudem wollen wir Anlagenstandorte außerhalb bestehender Vorranggebiete planerisch sichern. Wir werden uns dafür einsetzen, dass Altanlagen möglichst bald durch moderne, leistungsfähigere Windkraftanlagen ersetzt werden können. Um zukünftig an diesen Standorten moderne, leistungsfähige Anlagen installieren zu können, werden wir die vorhandenen Höhenbeschränkungen in den Vorranggebieten aufheben. Rheinland-Pfalz ist der Beleg dafür, dass bei einem konsequenten Ausbau mittelfristig 10 Prozent des landesweiten Strombedarfs durch Windenergie gedeckt werden können.”

Beim “Bundesveband Windenergie e.V” liest man in den “Länderinfos” zu Rheinland-Pfalz dann auch folgendes: “Das „Land der Rüben und Reben“ ist traditionell ein Stromimportland. Die SPD-Landesregierung möchte den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch, der derzeit rund 11,5% beträgt, bis zum Jahr 2020 auf 30 Prozent steigern.
Wenn man nur die „leistungsfähigsten Anlagen der heutigen Generation“ einsetzen würde, könnte mit lediglich 60% der bestehenden Anlagenzahl 30% des Jahresstromverbrauches von Rheinland-Pfalz erzeugt werden.”

Auch in Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung an Windenergie gesteigertes Interesse. Dort hat sie den “Entwurf eines neuen Windenergie-Erlasses” vorgelegt. “Damit würde die rein ideologisch motivierte Blockade des Ausbaus der Windenergie durch die Vorgängerregierung aufgehoben und der Weg für mehr Klimaschutz in NRW geebnet” – begrüßt dort BUND und NABU die Vorlage (zit. hier bei nabu.de)
Weiter heißt es dort: „Der naturverträgliche Ausbau der Windenergie ist unverzichtbar, wenn wir die Klimaschutzziele erreichen wollen“, sagte Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND. „Wir halten einen naturschutz- und menschenverträglichen Ausbau der Windkraft auf bis zu 2 % der Landesfläche für machbar. Dafür müssen allerdings die ideologisch motivierten Restriktionen der schwarz-gelben Vorgängerregierung beseitigt werden.“

(Ein Schmankerl für die, die Schlichtung gesehen haben, nach der obligatorischen Klage des Zitiertenüber Zustände in seinem Bundesland: “Dabei lägen gerade im Ausbau der Erneuerbaren Energien enorme Potenziale zur Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze und zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes NRW”.)

Auch Grün kann das nur beklatschen: “Wie der Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) () will Rot-Grün die Windkraft im Land weiter ausbauen. Zuvor hatte die Schwarz-Gelbe Regierung strenge Beschränkungen für neue Windräder aufgestellt und den Ausbau der Windkraft damit erheblich erschwert. Remmel sagte dazu: „Wir werden den Windenergie-Verhinderungserlass der Vorgängerregierung durch einen Windenergie-Ermöglichungserlass ersetzen.”, schreibt energieblog24.de, und weiter: “Geplant ist, dass der Erlass zur Aufhebung der Restriktion im Bereich der Windkraft bereits im März in Kraft tritt.”

Dabei ist so ein Windpark nicht einfach mal schnell eingestielt. Zumal, so wird Remmels Aussage fortführend zusammengefasst, wenn mittels dieses “Windenergie-Ermöglichungserlasses”: “… beispielsweise die aktuell festgelegte Maximalhöhe der Windräder von 100 Metern aufgehoben werden (soll). Grund für diese Beschränkung war für CDU und FDP die Bewahrung des Landschaftsbildes. Heutige moderne Windräder können sind allerdings bis zu 200 Meter hoch.” kein Zitierfehler http://www.energieblog24.de/windkraft-nordrhein-westfalen/

“Auf insgesamt 2 Prozent der Landesfläche sollen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie ausgewiesen werden.”
„Unverzichtbar bleibt allerdings eine regionalplanerische Steuerung der Ausweisung von Windkraft-Vorranggebieten. Hier sehen wir noch Nachbesserungsbedarf“, mahnt der NABU-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck an.”, wird bei nrw.nabu.de weiter zitiert:„Im Windenergie-Erlass sollte die verbindliche Verpflichtung zur textlichen und zeichnerischen Darstellung der Vorranggebiete verankert werden, um lokales Klein-Klein zu verhindern.“ Durch die im Erlass-Entwurf definierten Tabubereiche wie z.B. Naturschutz-, Vogelschutz- und FFH-Gebiete würden die Anforderungen des Naturschutzes ansonsten weitgehend erfüllt.”, denn “Auch die Eröffnung der Möglichkeit zum Bau von Windenergieanlagen in intensiv genutzten Nadelwaldforsten sei aus Naturschutzperspektive akzeptabel.”

Dagegen redet z. B. windland.ch aus der Schweiz über ähnliche Pläne dort unter der Überschrift “Das Grosse Halali auf den Wald ist eröffnet”: Beim Bau müssen die Waldstrassen massiv verbreitert werden, Bäume links und rechts der Waldautobahn werden gerodet. Es muss neben dem eigentlichen Bauplatz für die Windkraftanlage auch noch eine etwa fünfmal so grosse Fläche für die Baumaschinen und die Arbeitsplattform gerodet werden. Beim Rückbau (Geri Müller:” Man kann das alles spurlos entfernen!“) muss die Waldstrasse wieder verbreitert werden oder bleibt praktischerweise gleich auf 4 Meter Breite anstelle der ursprünglichen 2 Meter Breite.”

“Wer das als ökologisch bezeichnet, soll sich doch so eine Baustelle mal genauer anschauen.”, schlägt der Schreiber vor, und zeigt diese beiden Fotos (eines Autors Mathias Kreh, Deutschland) (hier und hier)

“Das grösste Problem”, so dort dann aber weiter, “ist aber die entstehende Lichtung im geschlossenen Wald. Nachdem der europaweit massiv den Wald schädigenden Sturm Lothar 1999 über die Lande gezogen war, konnte eine professionelle Analyse die Ursachen klar eingrenzen. Das Dokument „LOTHAR – Ursächliche Zusammenhänge und Risikoentwicklung“ bezeichnet die Lücken im geschlossenen Waldgefüge als grösste Ursache der massiven Schäden”.
Zitiert wird dieses Analyse (dort auch als pdf-Dokument abladbar) z. B. auf: “Seite 33: „Untersuchungen im Windkanal lassen annehmen, dass die Schaffung von Lücken grösser als eine Baumlänge entscheidend wirken könnten. … Dank grösseren Zwischenräumen in den Kronen steigt die Bewegungsamplitude der verbleibenden Bäume; der Dominoeffekt wird dann offensichtlicher. Sind einmal einzelne Lücken gebildet, tritt der Wind mehr in die Lücken ein und bildet Turbulenzen, welche den Lückenrand in Windrichtung destabilisieren (GARDINER et al. 1997). Ab einer bestimmten Auflösung des Bestandes kann die Netzwerkwirkung der Gerüstbäume nicht mehr funktionieren und die Kohärenz der Struktur hält nicht mehr Stand. So genügen bei fortgeschrittener Auflösung des Bestandes wenige starke Böen, um flächige Schäden zu verursachen.“

Wieder einmal kann man glauben, oder man kann es lassen; die Panzer der Umgestaltungswut aber rollen unbeeindruckt, und warum nicht mit Grüngeschminkten im Cockpit. Wie läßt B. Traven so sinngemäß im “Totenschiff” über den aufkeimenden Kommunisten in Europa sagen: “Warum sollte ich sie hassen? Aus den schlimm Verfolgten sind oft noch schlimmere Verfolger geworden…” Macht macht blind.

Siegesgewissheit auch?
Können sich die mit den Schlichtungsgeprächen zu S21 Befassten erinnern, wie die Koalition der Unwilligen, zu der auch die Grünen von Badem-Würtemberg und BUND zählten, der Bahn das Schönrechnen der aus S 21 hervorgehenden wirtschaftlichen Zukunftserwartungen für Stuttgart und das Ländle nachwiesen? Denen könnte gewahr sein, über welch einflussstarke Beziehungen die Interessenlobby verfügt, wie sie unvehohlen die Politik unter der Knute hält und selbst in Mathematik und Naturwissenschaft mit neuen Regeln aufwarteten darf? Welcher Pein der logisch Denkende ausgesetzt war angesichts der von Bahn und Politik gemeinsam betriebenen Ignoranz des gesunden Menschenverstandes, wie oft er sich der geistigen Ohnmacht nahe fühlte unter dem allesverhüllendem Singsang der Lobbyisten?
Dem mag ein Klick auf diese Seite diesem übelerregende Gefühl wieder näherbringen, wo es ebenfalls um Betrug am Volk geht, um “systematische Fälschung der Leistungsprognosen” auch hier zur Durchsetzung beim Bürger unbeliebter und ihm schadenbringender Projekte geht, und – ganz am Thema – um Falschrechnungen durch den Windvermarkter Suisse Eole zugunsten seiner Projekte.

Waren es doch Kretschmann und Palmer, die fast gebetsmühlenartig und am Ende doch ohne Erfolg appellieren mussten, den Fokus der Faktenschlichtung auf die einzig interssierende Frage zu lenken, die bei der Offenlegung der Pläne zum Projekt “Stuttgart 21″ – und die wohl, schlicht formuliert, unserer Verständnis von “Demokratie” allgemein wiedergibt – die Präferenz haben müsse? “Kosten – Nutzen – Abwägung” war die Forderung der Grünen im Stuttgarter Rathaus – Was bekommt der Bürger für sein Geld, für seinen Verzicht auf Bewährtes, Geliebtes, als Gegenwert für die nun einsetzende und fast zehn Jahre anhaltende Störung seiner Ruhe und des gewohnte Ablaufs im Leben seiner Stadt?

Neben den Kosten-Nutzen-Abwägungen müsste Grün klar machen, wie es energetisch den Grundstein für seine neue Energiepolitik legen will. Das weiß der Kretschmann – wer ihn bei der Schlichtung sah – auch: Windräder, Solarzellen, (‘was vergessen?) – die Herstellung all dieser feinen Sachen ist sehr energieintensiv. Noch dazu, wenn scheinbar Windeseile oberstes Gebot ist: Wie werben sie für den Atomausstieg? – “2017 können wir den Stecker ziehen”. Wir kennen doch den Laden, oder? Ziehen “wir” dann dort den Stecker – Wahlversprechen ist Wahlversprechen! – und haben noch nicht rechtes Alternatives geschaffen? Wie gemütlich, wie urwüchsig alternativ! Sitzt Deutschland friedlich bei Kerzenschein, und draußen heult der Wolf…
Die Windenergiegewinnung dürfte ja kaum über ihre Grundlagenforschung hinaus sein. Ihr Strom kann nicht gespeichert werden. Windstille Tage – auf die wir ja auch weiterhin wenigstens spekulieren wollen – sind dann elektroenergetisch stille Tage. Wer weiß, dass die Grünen auch die Chemtrailattacken protestlos mit ansehen, kann sich auch den Grad der Effizienz von Solaranlagen unter deutschem Himmel ausmalen.
Etwas vergessen? Dass Solarzellen leicht unter UV zerbröseln, und ihre ganzen giftigen Bestandteilchen um das Haus herum den Boden kontaminieren, vielleicht. Und sich ein weites Feld zur Kooperation mit der Wirtschaft auftut hinterm Umweltschutz und man ja sehen wird, wie die Grünen der Versuchung widerstehen?
Tragisch nur, dass mit den verpatzten Auftritten solcher Pakte immer dem Geist, unter dem sie sich vorgeblich sammelten, Schaden zugefügt wird.
Und diesen Tipp an Hartz-IV-Kostgänger vielleicht noch – begehren Sie bald nach Wahlerfolg von Grün einen 1-€-Job als Krötenüberdiestraßeträger. Da brauchen Sie sich nicht später an der MaPoT (Man Power Turbine) zu schinden;-)

Ja, und so hat “Das Grüne Sofortprogramm” mit dem Versprechen: “Wir Grünen haben die Konzepte” weitere 12 Punkte aufgeführt. Ich hinterlasse sie Ihnen als Link in den Quellenangaben. Ich bin nur noch darübergeflogen. Thema Gentechnik hab ich gesucht – vielleicht mit unbegründbarer Ahnung, wo die nach dem erfolgten Atomausstieg benötigten Energieträger zu befürchten sein, vielleicht, weil mir der Grünen ganzheitliche Weltsicht vor Augen springen möge – gefunden hab ich keinerlei Aussagen zur Gentechnik. Und dass die “Umweltschützer”-Koalition bei Treibhausgase – von denen sie nicht gelassen hat – nicht mehr explizit “CO2″ in den Mund nimmt.

Bisher sehe ich einen guten Beitrag zu Neuen Weltordnung, wie sie fühlbar gerade über uns kommt – mit Krisen, “Natur”-Katastrophen, Ressourcenvernichtung, entfesselter Gewalt des Staates “im Interesse” einer immer weniger zustimmenden, dafür immer mehr betonten Mehrheit; und das nicht nur bei S 21 – womit wir wieder im Ländle wären, wo ich mich gefreut hätte, dem Wähler von Morgen seinen vorgefassten Wahlbeschluss überdenklich gemacht zu haben.

Letzter Satz. Eigentlich soll Journalismus auch Wege aufzeigen. Liebe Baden-Württemberger – dieser Artikel muss das leider schuldig bleiben. Wie das geht – dass der Bürger eine Regierung in seinem Sinne wählt, ist ein gesamtdeutsches und grundlegendes Problem – morgen wohl noch nicht zu beheben…

………..
update 16:00: Sie wählt Mappus: Video, videogold.de
weitere Wahlhilfe s. Kommentar
update II 16:30, Video, youtube, weniger humoresk
update III 23:21 gerade gefunden, wenn auch hundealt; dennoch – dringliche Sehempfehlung: Video, alpenparlament.tv Sollte Grün nicht wissen, wovon hier die Rede ist? Dürfte einen echten Freund der Harmonie (Gottes – oder der Natur halt) dieses keiner Untersuchung wert sein? Der Interviewte spricht davon, dass sie es nicht wahnehmen wollen. Freunde, ich glaub besser denGrünen und BUNDlern und Greenpeacern – kein Wort! So blind kann man nicht sein; die leben klar davon, dass die Probleme sich verschärfen…
des updatens heute kein Ende – IV, neu, über Katastrophenangst als Einnahmequelle, Video
update V, 28. 3. 22:45 stevenblack.wordpress.com: …Beispielsweise seit etwa ca. den 1985 er Jahren, macht sich Herr Volker Beck aufrichtige Sorgen, um die – ja, wirklich, es ist so – “rechtlich harte Situation für Pädophile”. Lieb, gell, der Herr Beck?! Kindersex ist Menschenrecht – Volker Beck (Grüne)…”…viel mehr noch dort
………..
Quellen: Das Grüne Sofortprogramm

Dagegen redet z. B. windland.ch aus der Schweiz über ähnliche Pläne dort unter der Überschrift “Das Grosse Halali auf den Wald ist eröffnet”

Die Fotos dort – Autor: Mathias Kreh, Deutschland
“Wer das als ökologisch bezeichnet, soll sich doch so eine Baustelle mal genauer anschauen.”
http://www.windland.ch/wordpress/wp-content/uploads/baustelle3.jpg
und http://www.windland.ch/wordpress/wp-content/uploads/baustelle5.jpg

Remmel, Grüne: „Wir werden den Windenergie-Verhinderungserlass der Vorgängerregierung durch einen Windenergie-Ermöglichungserlass ersetzen.”, zitiert und mehr hier bei energieblog24.de

“Bundesveband Windenergie e.V” zu Rheinland-Pfalz

Rüffel! Der Nation, der elendigen!

Von deutschem Boden wollte nie wieder…!

Wir werden das vielleicht aber erst in 100 Jahren verstehen. Dann kann die Geschichtsschreibung wohlmöglich eine Sicht zulassen, die auch diese Epoche im Kontext des jahrhundertealten Spiels der lebensfeindlichen Kräfte mit seiner zur Versklavung herabgestuften Menschheit einordbar macht.

Obwohl wir nun über niedagewesene und vielleicht niemals wiederkommende Möglichkeiten des Informationsaustausches verfügen, sind es unsere vielleicht gerade deshalb überanspruchten Hirne, die wieder in entscheidenden Moment den Dienst quittieren. Der Mensch will wohl nach wie vor betrogen sein – das kollektive Schweigegebot hätte auch in Zeiten mündlichen Informationsübertragung nicht wirksamer ausfallen können. Er zelebriert wohl lediglich ihm moderner erscheinende Praktiken der Selbstverleugnung.

Ist es nicht aber bereits jetzt skuril, mit welchem unumstößlichen Selbstverständlichkeit wir noch immer glauben, mit Heben oder Senken des Daumens – je nach politischer Präferenz – der guten Absicht einen Dienst erwiesen zu haben? Wir uns wieder in den Zuschauerrängen wähnen, gar als Beobachter mit erkämpften Logenplatz uns sehen, wie wir uns dem Gemetzel der wilden Völker in der Arena – mit Sportsgeist, selbstverständlich – widmen.

Wir wissen doch eigentlich, dass es nicht um “Gaddafi” – “Sadam”, “Hitler” geht? Letzterer hatte nicht weniger den Segen von der damaligen Obertsen Moralischen Instanz, wie sie Erst- und Zweitgenannter von der heutigen hatten? Was hätten diese ohnehin verbrechen können, was unsere Führer noch nicht verbrochen haben oder wohl kalkulieren, es zu verbrechen? Alle blieben – und bleiben, wenn w i r es zulassen – bis der Bogen längst überspannt war, und das Volk zahlte wiederum, wie auch schon bei der Installation, immer reichlich mit seinem Blute. Die uns eingebläute Überheblichkeit – der auf allen Kanälen trompetende “unermessliche Zuwachs an Zivilisation und Demokratie” macht unseren Geist scheinbar stumpf für das Naheliegenste. Es mag uns manchmal aufleuchten, wie lächerlich wichtig wir angestrengt-ernsthaft diskutieren, ob der oder der ein Diktator ist, ob dieser oder jener den Strick verdiente oder es moralisch rechtens sei, ihn als Führer einer Nation zu belassen – wenn der Intellekt unserer propagandagebleichten Hirne sich zuschalten zu müssen vermeint, legen wir schnell mental mit die Hand an. Und verbal, denn wir fühlen uns ständig gefragt – wie das ihr eigenes Schicksal selbstgestaltende Individuen ja auch gebührt.
Vielleicht ist es nur eine aus den vielen Tiefschlägen resultierende Eigensucht, die übern Tellerand hinaus sich schmollend zu denken verweigert. Der ein übermüdet gutgelauntes Plappern zwischen den Mahlzeiten entfährt wie ein Furz – sehr zum Schaden freilich der Anderen. Die jetzt bei der Erstellung von Nichtflugkorridoren ihr Leben lassen.
Zuersteinmal-ICH – welche Ideologie könnte hier wohl sonst hoffähig werden. Unsere allgemeine, nach Argumenten ringende Billigung des Mordens beim Nachbarn ist hoffentlich nicht gerade einsetzender biologischer – unterbewusster – Überlebensmechanismus zur Erhaltung der Art?

Dass der Gaddafi – doch besser Lybiens Führer bliebe – derart belehrt uns, anmaßende Mitgerechte, nun der Allergerechteste! Ob wir AlQuaida dem irren Despoten vorzögen – sind wir scheinbar aufgefordert, mit unseren Ge-Wissen abzumachen. (Quelle – [1] – unten). Wir verpacken das gut in unseren Zwiedenk, das zwischen dem Allergerechtesten und AlQuaida zu unterscheiden mag. Wir schlucken, und die Macher an unserer Statt schütteln sich vor Lachen über das Gesicht, was wir dabei ziehen.
Es geht dem politischen (soweit man pseudo-prinzipielles Inhaben und Ausführen von Überzeugungen so nennt) System wohl bereits wie dem monitären – das sich ja viel leichter, und dazu mit Gewinnchance, beobachten ließ: Immer mehr Lücken reißen auf, die mit Gewalt gestopft werden müssen, immer mehr hektische Verrenkungen sind notwendig, immer mehr dem gesunden Menschenverstand nicht mehr zugängliche Manöver, um das System aufrechtzuerhalten; auch der Bedarf an Machthabern kann inflationieren – muss inflationieren, je mehr das Reich sich ausdehnt; und dieser Schneeballeffekt wird uns noch härter tangieren als irgendwelche Manipulationen an ohnehin unwertem Geld.

Da wir wohl nur wenig Mitgefühl für das selbstverschuldete Elend Anderer aufbringen können – soll hier ein Gegenstand her – aus uns ereiltem Leid, zur gefälligen Identifikation: Vor wenigen hundert Jahren (es waren fünf) begingen unsere Vorfahren, verfolgt dafür von einem Dreiviertel des bekannten Planeten, bekriegt, verbrannt, verketzert bis zum heutigen Tag, die Größte Auszudenkende Sünde: Sie lehnten sich gegen das Dogma der Katholischen Kirche und ihrem unfehlbaren Repräsentanten Gottes auf Erden auf und ermöglichten uns damit sozusagen diesen wohltuenden Ungehorsam gegenüber einer bestenfalls frömmelnden, schlimmstenfalls im Blutrausch alles mit sich nehmenden Sekte, die lächelnde (vermeintliche – aber das ist ein anderes Thema) Vernachlässigbarkeit dieser Inquisition in unserem weiteren Leben. Unser moderner Westen nennt diese Supersünde nach einem halben Jahrtausend der Bedenkbarkeit wohl zu Recht noch immer den Anstoß zum Aufbruch Europas aus der Dunkelheit.

Eben solches könnte sich nun im islamischen Glauben anbahnen. Verschiedentlich – und aus nicht nur unbedarfter Überlegung heraus [2] – wird ohnehin von einer seit 30 Jahren sich abspielenden islamischen Revolution gesprochen; augenfällig viele Länder der Glaubensgemeinschaft könnten die gerade durchmachen. Selbst dem flüchtig Interessierten müsste inzwischen auffallen, dass wir es wohl mit zwei sich widerstreitenden Religionsauffassungen zu tun haben. Unsere Geheimdienste wissen diesen Zwiespalt sehr gut, für sich zu nutzen – wenn sie ihn nicht gar erst herbeiführten. Bahrain meldete vorgestern, eine “ausländisches Komplott” gegen die Golfstaaten aufgedeckt und vereitelt zu haben [3]. Und auch in Lybien, wurde eben bekannt, waren lange vor Gaddafis angeblicher Aussetzer schon britische Geheimdienste am Werkeln.[4]

Gaben wir nicht immer gern die 600 Jahre einem Moslem vor, die seine Religion jünger ist, wenn wir den Stand seiner Zivilisierung veranschlagen wollten? Nun – im mittelalterlichen Islam könnte die Reformation begonnen haben? Wo die reine Lehre, Gottes Lehre – nenne man ihn auch Allah -, sich durchsetzen will gegen die unterdrückende der angemaßten Seinerstatt? Nun stehen vielleicht (erst) im Islam die Menschen auf gegen die Knechtung des Geistes und damit Knechtung allen Lebens? Was man hier meint – sie haben allen Grund. das verhießene Paradies nicht länger zu verhindern helfen. Was, genau, kann jegliches Eingreifen aus “Verantwortungsgefühl” gerade unsererseits dabei erhellen? Wer mag wohl, zum Beispiel, die “Demokratie” für sein Land wollen, die der Westen gerade vorlebt?

Wir haben unsere Zustimmung – speziell in Lybien – gut verschleiert [5][6]. Westerwelle hielt es gar für angesagt, einer vermeintlich wegen der Enthaltung beunruhigten Nation zu versichern, man stünde dennoch nicht isoliert da. Unsere Verbündeten wüssten schon…

Unseren “Feinden” wird es demnach ja auch nicht entgangen sein? Wir blieben Zielscheibe – so oder so.

Die islamistische Inquisition nicht zuletzt wird wieder hocherfreut über uns sein – und ist sie ja, seit wir in Afghanistan wieder Segen spenden. Wir sind ihr bestes Argument.

In 100 Jahren werden wir das verstehen.
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gefunden:  Kommentator “m.” auf alles-schallundrauch.blogspot.com, 23. März 2011, 21:30
“Ich hab mich schon einmal vergaloppiert. Damals sprach ein Seelen-Fischer von KZ’s in Jugoslawien….” weiter dort
gefundenII: conspirare.net, “Krieg gegen Gadaffi -eine Bilderberg Idee?”: “…Andere scheinen die Antwort schon gefunden zu haben. Beispielsweise schreibt der Bilderberg Enthüllungs-Veteran Jim Tucker auf American Free Press: ”Die Bilderberger hoffen, dass bis zum Zeitpunkt ihres diesjährigen Treffens ein Teil ihrer Agenda – die mit der Agenda der „Trilateralen“ deckungsgleich ist – erreicht sein wird: Eine US-Invasion in Libyen, um das Chaos im Nahen Osten weiter anzuheizen und einem amerikanischen Angriff auf den Iran zugunsten Israels…” mehr dort
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Anmerkungen, Quellen
[1] Gadaffi oder AlQuaida – “Es gibt nur Verlierer” – Kopp-Nachrichten 22.3., bei min 1:40
[2] Interview mit Peter Scholl-Latour: “Iran – 30 Jahre Islamische Revolution”, ARTE; youtube 1/4
[3] Bahrain will einen Komplott gegen die Golfstaaten aufgedeckt und vereitelt haben – meldet Kopp-Nachrichten am 22. 3., ab min 4:20
[4] “Sondereinheiten des britischen Militärs sind nach FOCUS-Informationen offenbar bereits vor Wochen nach Libyen eingesickert. Sie erkunden dort strategische Ziele. Wie FOCUS aus Berliner Sicherheitskreisen erfuhr, sollen getarnte Teams des Special Air Service (SAS) und des Special Boat Service (SBS)…” weiter in originaler Quelle, focus. de, Samstag, 19.03.2011, 09:32
[5] “Gedanken zur Zeit – 1949 – 20-03-11: Das peinliche Doppelspiel der Angela Merkel zwischen UN und Libyen-Militär-Gipfel in Paris…” weiter bei jjahnke.net
[6] abendblatt.de, 21. März 2011, 15:00 Uhr “Berlin. Die Bundesregierung bereitet eine Ausweitung des Militäreinsatzes in Afghanistan vor…” … weiter hier

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DurchgeGAUt

Zum vorläufigen Ausbleiben einer Katastrophe

Wir haben gut daran getan, dass wir die Konsequenzen so schnell verstanden und gefordert haben. Das hat sicher einigen Japanern das Leben gerettet.

Nun schalten wir zwar unsere Energiequellen ab und verdammen sie – alternativlos: hier erscheint dies Wort angebracht -, anstatt sie verantwortungsvoll zu händeln, verraten wieder unsere Demenz, wenn wir nun die Grüngeschminkten in die Parlamente loben, eben noch angeprangert des Deals mit schrottreifen deutschen AKW-Ruinen nach China und eher ein weiterer Inbegriff für menschenverachtenden Lobbyismus.

Gut, egal –  wenn der “Supergau” damit abzuwenden war.
Für Japans Autonomie ist er ja dennoch gewesen: Nahrungsmittel und Trinkwasser verseucht, die US-amerikanische Soldadeska im Land – wie könnte es schlimmer kommen!

Die Vorgänge aber im Reich der Roten Sonne der letzten Wochen lassen nicht zu, lediglich an eine Naturkatastrophe zu glauben – zu offensichlich waren hier nicht nur unglückliche tektonische Kräfte am Werk. “Energieverknappung, Nahrungsmittelvergiftung, Bevölkerungsdezimierung, Einschränkung der Freiheitsrechte, Zunahme von Angst und Gewalt” – wir konstatieren auch bei diesem Erdbeben wieder eine besorgniseregende Dienswilligkeit aller anzunehmenden Zufälle zugunsten einer Agenda, an die ansonsten keiner glauben mag.

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Diesmal nicht – oder?

Kann man bereits sagen: Wann immer sie uns warnen – können wir unbesorgt sein; wenn sie die Unbesorgten spielen, sollten bei uns die roten Lichter angehen?

Ich halte es zunehmend so.
So hielt ich auch meine Angst vor der Wolke aus Japan in Grenzen. Die harmlosen Flugverbote, die nichtmal jemand wirklich wollte und die sich in der Deckung unheilgeilem massenmedialen Geschreis zu einem handfesten Krieg auswuchsen, hatte ich dennoch nicht auf dem Schirm.

So, da sind wir schon wieder. Deutsche Soldaten auf nächster Mission. Christliche Ritter im barbarischen Morgenland. Trotz Enthaltung in der Abstimmung im “Vereinten Nationen”-Clan. Wir verstehen, unser Gesicht zu wahren!
Starren dement auf die Schlange im Hut des Zauberers, während man den Nachbarkarnickeln schon das Fell abzieht. Sorgen uns um eine ferne, noch zu entstehende Wolke, während morgen tonnenweise aufbereitete abgereicherte Rückstände (aus unseren AKWs) in lybischer Erde explodieren und “Gefechtsregionen”, die eben noch Lebensraum ebenso unschuldiger Nachbarvölker waren, auf ewig verstrahlen? Und blasen uns noch einen mit “notwendig für Demokratie” – von der wir ja erwiesenermaßen die wenigste Ahnung haben?
Diesmal nicht – oder?
Gott, hilf!

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2 Jahre Winnenden – und kein bißchen vorbei

Winnenden? Morgen ist es zwei Jahre her; war einer dieser Amokläufe an deutschen Schulen. Der bebrillte, harmlos ausschauende Siebzehnjährige. Dem kaltblütig das gelang, wovon geübte Pistolenschützen nur träumen. Der mit ruhiger Hand den vielen Schülerinnen mit Kopfschuss auf Distanz das Licht ausblies. Tim Kretschmer – besser bekannt vielleicht als “Tim K.”?

Ja, lange her. Vor kurzem hat man über Tim Kretschmers Vater zu Gericht gesessen. Dem Sportschützen und Waffensammler hatte der Sohn das Schießeisen für die Tat letztendlich zu verdanken – statt vorschriftsmäßig alle Schusswaffen in einem sicherem Tresor vor unbefugtem Zugriff zu schützen, soll der Vater eine Pistole, die später als die Tatwaffe identifiziert werden sollte, im Kleiderschrank aufbewahrt haben – und die Patronen dafür nur drei Schranktüren weiter.

So mag man das im Kopf behalten haben.
Im vorigen Jahr wurde ich durch die Debatte im Internet über die möglichen Gefahren der psychischen Medikamentierung von Kindern und Jugendlichen auf Winnenden gebracht. Ein oder mehrere Autoren sahen in diesem “Amoklauf” die Bestätigung ihrer Befürchtungen, dass die zunehmend inflationäre Eindämmung kindlichen und jugendlichen Widerspruchsgeistes gegen eine zunehmende Pervertierung der Gesellschaft mittels die Psyche beeinträchtigender Arzneimittel Individuen gebiert, in denen die Lebensgeister solange unterdrückt würden, bis sie sich schlagartig – und im Falle Winnenden mit übermenschlich erscheinender Kraft und Rafinesse – Ausdruck verliehen. Auch Tim K., so hatten ein Jahr nach der Tat die spärlichen und widersprüchlichen Ergebnisse der Ermittlungen dennnoch erbracht, war einst “psychologisch betreut” worden und nahm – so glaubte man damals wohl noch – unterstützende Medikamente.

Diesen Thesen soll, schon aus Gründen der Logik, nicht zu widersprechen versucht sein – bei nun eingehender Beschäftigung mit “dem Fall Tim K.” erwachte in mir  allerdings der Verdacht, dass über diesem Amoklauf ein anderer Gott gewacht haben musste als der für thumbe, depressive Kidies zuständige.
Der Ungeheuerlichkeiten, die sich auftaten, hatte ich versucht, hier mit Worten Herr zu werden. Der Artikel ist noch weitestgehend aktuell; trotz – oder wohl gerade wegen – augenfälliger Unstimmigkeiten im finalen Polizeibericht, sich oder polizeilichen oder offiziellen Verlautbarungen widersprechender Zeugen, mehrerer sich widersprechender Stellungnahmen der Polizei – konnte der mysteriöse Hinrichtung von neun Schulkindern, drei Lehrerinnen, drei weiteren, dem Täter außerplanmäßig vor den Lauf gekommenen Todesopfern – der, vom Dienst bei den russischen Streitkräften geschulte Männer als Geißel nehmend, trotz folgender Schüsse in Knie und Sprunggelenk unbeirrt fortfahrend, erfahrene Polizisten im Schach haltend und anschießend, sich letztendlich sich vor den an Zahl und Logistik starken Einsatzkräfte von SEK und Polizei per Suizid der Verantwortung entzieht, keinen erwähnenswerter Beitrag wenigstens der Beruhigung nun immer stärker aufkeimenden Zweifel am Willen und Vermögen des “Rechsttaates” , seine Bürger zu beschützen, entgegensetzen.

Allein die Unstimmigkeiten auflisten zu wollen, könnte ein der Knappheit und Lesbarkeit eines den Vorfällen vor zwei Jahren gemahnendem Artikel, der dieser wenigstens sein will, schwer leisten; und könnte selbst dann dennoch wohl nicht Vollständigkeit proklamieren. Er müsste weit vor dem 11. 3. 2009 ansetzen – als, wie im Prozess gegen den Vater offenbar wurde, dieser bereits observiert wurde. Er müsste auf die “Vorankündigung des Amoklaufs” eingehen, von der anschließend von der Polizei “Spuren auf Tims Computer” indiziert wurden und die sich später als plumpe Fälschung erwies. Er müsste das baden-württembergische Innenministerium erwähnen, dass dieser Behauptung – einer offensichtlichen Fälschung von “Beweisen” – beisprang. Er müsste bis 2002 zurückgehen, wo dem Schüler Robert Steinhäuser ein ähnlicher Anschlag in einer Schule gelang, und der wegen seiner Parallelen zu der dem Tim Kretschmer in Winnenden zur Last gelegten Tat auffällt. Unzählige Unstimmigkeiten im abschließendem Polizeibericht über den Hergang in Winnenden/Wendlingen auflisten und dabei an jeder Station des vier (oder waren es sieben?)-stündigen Amoklaufs verharren mit Querverweisen zu Gutachten unabhängiger Fachleute verschiedenster Gebiete über die Plausibilität des behaupteten Tathergangs. Er müsste all die 26 Verhandlungstage-Protokolle (im Netz zu finden!) gegen den Vater vom Herbst letzen Jahres hier ausschütten, die neuerlich den Verdacht vom aus den Fugen geratenen Rechtswesen aufleben lassen.

Das alles haben andere Seiten in mühevoller Kleinstarbeit und mit Bravour bereits getan. Unter den rotfarbigen Textpassage hier finden Sie bereits die Quellen zum oben Behaupteten. Unten finden Sie weitere Quellen mit ausreichend Studienmaterial. Die ansatzweise Beschäftigung lohnt bereits mit grundlegenden Erkenntnissen. Dem Assoziationsfreudigen mögen sich dann Abgründe auftun. In Anlehnung an Hörstel (bei der Pressekonferenz von Guido Grandts “11.3. – Der Amoklauf von Winnenden”): “Wir sind Winnenden”.

p.s. 11. 3. 11., 18:00 h

Nun soll es endlich eine Software geben, die potentielle Amokläufer rechtzeitig erkennt. Davon berichtete heute der “Deutschlandfunk” in einem Interview. (11.03.2011 · 14:35 Uhr, Sendung: “Campus und Karriere”):
“…Das Programm, das Jens Hoffmann von der TU Dortmund entwickelt hat, findet in 32 Fragen heraus, ob ein Schüler ein möglicher Amokläufer ist…!
Winnenden ist der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Amokläufen, derer bislang weltweit 120 gezählt wurden. Wie können Schüler und Lehrer potenzielle Amokläufer erkennen? Der Psychologe Jens Hoffmann von der TU Darmstadt hat zusammen mit einem Kollegen eine Methode entwickelt. Herr Hoffmann, Ihr Computerprogramm stellt 32 Fragen und findet dann heraus, ob ein auffälliger Schüler ähnliche Risikokonstellationen aufweist wie ein Amokläufer. Was passiert, wenn das System Alarmstufe Rot meldet?
Jens Hoffmann: Unser DyRIAS-System ist praktisch nur ein Werkzeug. Das Wichtige ist, dass zunächst an der Schule ein Krisenteam da ist, dass praktisch die Lehrer selbst für ihre Kollegen sensibilisieren, dass sie ein Netzwerk mit der Polizei mit psychiatrischen Einrichtungen aufgebaut haben. Und erst, wenn ein solches Netzwerk vorhanden ist, bekommt man überhaupt die Warnsignale mit und kann unser System nutzen und dann eine Bewertung vornehmen.
Pfister: Das heißt, Ihr Früherkennungssystem, das greift nur dann, wenn ich es richtig verstehe, wenn Lehrer darin geschult wurden, die Risikofaktoren zu erkennen?
Hoffmann: Genau. … (weiter hier)

update 15. 3. 11:
“Der Massenmord von Winnenden & Wendlingen” – 1/6, Video, youtube von: TheHimbeermaus, erstellt 10.03.2011
Videobeschreibung Autor: “Wofür steht 11/3 Winnenden?
– keine Schmauchspuren an den Händen des angeblichen Täters (nach 113 Schuss)
– Reste von Waffenöl im Lauf der angeblichen Tatwaffe (nach 113 Schuss)
– kein Opfer obduziert
– kein Tatzeuge vor Gericht geladen
– keine Beweise vor Gericht diskutiert
– Video des Polizeihubschraubers “leider verwackelt”
– Selbstmordankündigung des “Amokläufers” auf PC in Polizeihand gefälscht
– unterlassene Hilfeleistung, Freiheitsberaubung gegen Schüler
– verschiedene Tatversionen der Polizei
– Ministerpräsident, der mindestens zwei Opfer kennt, tritt zurück und wird urplötzlich EU-Energiekommissar
– Medien und Parteien “interessieren sich nicht” für diese Fakten”.
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Quellen und Weiterführendes:

G. Grand, mehrfacher Autor, Undercover-Journalist: Die Technik, mit der Tim K. mordete, wird in D. nicht gelehrt… youtube, hier bei 9. min

Film: Winnenden – der gemachte Täter? NuoVisoProductions, youtube;

Vortrag von A. Hauß: Winnenden – ein Amoklauf?, NuoVisoProductions, youtube;

Webseite von Andreas Hauß: “medienanalyse-international.de”, mit weiter- und bis ins Heute führender Betrachtung des “Falls”, nebst einem Link dort auf seine Strafanzeige bei Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart wegen Totschlags durch Unterlassen, wegen unterlassener Hilfeleistung und Freiheitsberaubung

Pressekonferenz vor einem Jahr, Grand mit Hörstel, Buchvortellung, Video von Nexwoldt.TV, youtube; Zit: “Guido Grandt hat den Amoklauf von Winnenden unter die Lupe genommen. Dabei ist er auf zahlreiche Widersprüche gestoßen. Zum Jahrestag des Massenmordes hat er jetzt seit brandneues Buch vorgestellt, 11.3. – Der Amoklauf von Winnenden.
Grandts Fazit: „Ich bin auf 60 offene Fragen gestoßen. Keine Behörde, einfach niemand ist in der Lage gewesen, mir diese 60 Fragen zu beantworten! Wir zeigen Ihnen einen 32 Minuten langen Zusammenschnitt der Pressekonferenz, auf der Grandts Buch vorgestellt wurde.”

Sehr zu empehlen diese Seite: Bürger, die, : “… zu diesem Fall keinerlei persönliche Beziehung unterhalten. Sollte Tim K. der (alleinige) Täter gewesen sein, dann soll es so sein. Doch wir fordern die Beweise für diese Behauptung, mit denen es offenbar einige Probleme zu geben scheint.” (zitiert dort)

Parallelen Winnenden – Erfurt, youtube > Link

Oben genannter Artikel vom letzten Jahr – mit weiteren Quellen; eventuelle updates dann wieder hier, auf der “Bürgerseite”.

Update heute, 21 h: Auch im Kommentarbereich kommen Links zum Thema dazu…(vielen Dank!)

Terror, demokratisch gewählt

So tragisch – in vielerlei Hinsicht – der Mordanschlag in Frankfurt ist – während der medialen Nachbetrachtung dazu fiel mir ein Witz ein.

Denn – eines der umtriebigsten Terroristennester hat sich ja wohl in der Hautstadt selbst festgesetzt? Wird nicht von dort aus Frustration, Demoralisierung, Verdummung, Verarmungung, Entnationalisierung, Dezimierung und Verrohung der Nation betrieben – bestes Fluidum für die Suche nach Schuld anderswo? Dort wurde unsere Teilnahme am Terror gegen unschuldige Völker wiedergeboren? Dort wird sie weiterhin gedeckt, verharmlost, bestritten? In der halben Welt Verachtung für uns geschürt?
Dort werden komplette Religionsgemeinschaften zu Feinden gestempelt? Dort werden Gesetze erlassen, die die Zuwanderung dieser vermeintlichen Feinde befördern – zum Zwecke ja wohl, dass diese Feindschaft eines Tages wahrhaftig entstünde? Dort wird mit dem Faschismus geklüngelt? Dort wird ihm freimütig dieses Land als Operationsbasis überlassen? Dort werden wir als Kanonenfutter an ihn ausgehändigt?

Ach so – der “Witz”; dass Sie auch noch lachen können:
Patient, stationär: “Herr Doktor – der Patient im Nebenbett! Jammert und röchelt und stöhnt und hat Erstickungsanfälle – ich bekomm keine Auge zu! Gesund werde ich da nicht! Verstehen Sie mich nicht falsch – aber gehört der nicht aufs Sterbezimmer?
Doktor: “Das – das ist das Sterbezimmer!”

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Klammeraffen

Man wollte es sich eigentlich ersparen. Abgehakt! Und das Damoklesschwert seiner Kanzlerschaft nicht mehr über unseren Häuptern! Wie eingeschnappt der aussah, würden wir ihn nie wiedersehen…

Doch noch peinlicher als der Mann ist ja die Reaktion auf ihn.

Dass Merkel keine Intellektuellen braucht, war ja schon klar. Spätestens der Klimagipfel 2009 in Kopenhagen hat gezeigt: In der Deutschen Politik herrscht der Glaube, die Religion – nicht die Wissenschaftlichkeit.

“Immer mehr Vorwürfe gegen Karl-Theodor zu Guttenberg (39, CSU), bei seiner Doktorarbeit geschummelt zu haben…” Morgenpost (17. 02.)-Leser verstehen da möglicherweise etwas wie bei Klassenarbeit abgucken oder 10 Euro über den erlaubten HartzIV-Zusatzeinkommen zu verschweigen? Ob er bei den Soldaten in Afghanistan Trost suchte, würde die MOPO gern noch wissen.

Nun weinen Hausmütterchen im Radio – deren Kinder vielleicht selbst nicht weit gekommen sind, weil die Eltern nicht “blauen Blutes” sind, keine Beziehungen, kein Geld für Ghostwriter und Titel fürs Söhnchen haben, ihn zur Redlichkeit erzogen hatten; haben solch großes Bedauern. Schluchzen Backfische verräterisch ihre Schulbildung um Gutti heraus, während der deren Schulgeld in der Welt verballert – verballern läßt;

Christiane Hoffmann von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung berichtet während einer Diskussionsrunde im Deutschlandfunk am Abend nach seiner Verteidigungsrede im Bundestag (23. 02.) von Beschimpfungen der Redaktion und der “linken Journaille” überhaupt durch ihre Leser für die kritischen Auslassungen über Guttenberg .[1]

Die Bild-Zeitung, in der Runde vertreten durch Leiter des Hauptstadtbüros Zeitung, hält ausgerechnet in diesem Fall den Bürgerwillen für die Richlinie moralischen politischen Handelns. Die Bild vertrete ausdrücklich ihre positive Meinung zu Guttenberg – der Zuspruch seitens der Leser bilde damit die Meinung der Menschen des Landes ab.[1]

Die Runde kann sich wundern – dem widersprechen kann sie nicht.

Tissy Bruns vom “Tagesspiegel”: “Wir sehen doch an Guttenberg etwas ganz Schreckliches! Ich konnte sehr oft nachvollziehen, warum er solche Beliebtheit bei den Leuten hat – die Art, wie er redet, wie er auftritt und so weiter – es erreicht mich nicht wirklich, aber ich hab ein Gefühl dafür! Jetzt erleben wir, wie dieser Mensch sich wirklich von einem angeblichen Klartext-Redner, der er vielleicht auch nie so war, zu einem wirklich Orwell-Redner entwickelt, der jedes Argument, sozusagen, in sein Gegenteil verdreht: Er sagt Demut – und maßt sich an, selber darüber zu entscheiden, ob er diesen Doktor noch führt oder nicht – darüber hat nur die Universität zu entscheiden! Er sagt: Ich habe einen Fehler bekannt – in Wahrheit ist er bei einem erwischt worden; und es handelt sich auch nicht um einen handwerklichen Fehler – sondern um eine Täuschung! Und diese schrecklichen, ich finde wirklich schrecklichen populistischen Demagogien , zu denen er sich verurteilt hat, weil er an diesem Amte festhält, obwohl er eine Regelverletzung begangen hat – das finde ich einen ganz scheußlichen Prozess, der mich sehr beunruhigt.”[1]

Annette Rammelsberger von der “Süddeutschen”, der Diskussionsrunde aus München zugeschaltet: “Ich spüre immer wieder ganz stark, dass so dieses Gefühl sich einschleicht, da wird eine Majestät beleidigt – jemand, der über den Regeln des Politikbetriebs steht. Als wenn es so in einem vordemokratischen System – na ja, als wenn da der Heilsbringer irgendwie angekratzt würde – das spüre ich auch bei  Kollegen, aber natürlich noch ganz, ganz stark in unseren Leserbriefen. Also,wir haben gestern eine Umfrage in der CSU Basis gemacht gemacht und auch Landräten und Landtagsabgeordneten, Bundestagsabgeordneten – das ist alles völlig klar: “Wie könnt ihr so kleingeistig an diesem Mann herumkritteln?
Die Frage ist aber dann nur: Gibt es wirklich zweierlei Maß? Werden Messiase anders behandelt als der normale Professor oder der Banker, oder eben auch der Mann, der sich vor Gericht verantworten muss, weil er eben gegen die Gesetze verstoßen hat und gegen die Richtlinien und Regeln?”[1]

Nikolaus Blome, Bild-Zeitung: “Es hat, glaube ich, wenig Sinn, jenen, die in der Bevölkerung, also mit großer Mehrheit, Guttenberg hier die Stange halten und ihn weiterhin gut finden, zu unterstellen, sie hätten irgendeine Sehnsucht nach einem messianische Menschen oder nach vordemokratischen Zuständen.”

Das ist gut eine Woche her; mittlerweile ist Gutenberg zurückgetreten.
Auch die Kölner Karnevalisten äußern am Montag ihre Enttäuschung. Für sie kam der Rücktritt genau eine Woche zu früh. Nun sei der Themenwagen mit dem Pappguttenberg überflüssig geworden.

Doch nun formiert sich scheinbar der Souverän.
Spiegel, gestern: “Doktorwürde erschummelt? Glaubwürdigkeit passé? Was soll’s! Die Pro-Guttenberg-Welle rollt und rollt. Im Internet fordern Hunderttausende sein Comeback, am Wochenende wollen die Fans des CSU-Politikers auf die Straßen gehen.

Im Internet platzen die Unterstützer-Gruppen aus allen Nähten, bei Facebook fordern Hunderttausende seine Rückkehr, am Wochenende wollen die Hartgesottenen ein paar Städte mit Demonstrationen überziehen. Dass der Christsoziale sich seine akademischen Würden erschummelte, von seiner politischen Glaubwürdigkeit nicht mehr viel übrig ist, manche ihn gar für einen entlarvten Betrüger halten – für Guttenbergs Jünger spielt das keine Rolle.
Im Gegenteil. Sie sehen Guttenberg als Opfer. Der Medien. Der Neider. Des kleinkarierten Spießertums.”

Ja – und selbst seine “Weltläufigkeit”, sein Über-den-Dingen-stehen, die Gesundheit und Dandyhaftigkeit, die er ausstrahlt, verdankt er dem Vermögen seiner Sippe – sich anzueignen, was ihnen nicht gehört?

“Mehr als 500.000 Netzfans wollen Guttenberg zurück” – so weiter Spon.
“Wohl kaum eine deutsche Facebook-Seite hat in so kurzer Zeit so viele Unterstützer hinzugewonnen wie die Seite “Wir wollen Guttenberg zurück”. Rund 510.000 hatten am Donnerstagmittag per Mausklick für ein Comeback des zurückgetretenen Verteidigungsministers gestimmt – das sind immerhin gut drei Prozent aller deutschen Nutzer des sozialen Netzwerks….Hier das volksnahe Idol, da die graue Politikerkaste. Es ist eine Art Heldenverehrung. Ein Kult. Und manch einer glaubt an baldige Erlösung: “Er wird wiederkommen, stärker als vorher”, ist sich ein Fan sicher.
Der virtuelle Hype soll nun auch auf die Straße getragen werden. Per Facebook haben sich Guttenberg-Freunde aus ganz Deutschland am Samstag zu Demonstrationen verabredet. Zeitgleich wollen sie ihr Idol um 13 Uhr unterstützen. Rund 20 Städte umfasst die Liste, in praktisch allen Regionen Deutschlands finden sich Menschen, die für den 39-Jährigen marschieren wollen. Hamburg, Berlin, München – auch im oberfränkischen Guttenberg, dem Heimatort des Freiherrn, ist eine Demo geplant…”

Hatte nicht neulich noch einer angedeutet, man könne dem Deutschen die Verantwortung für demokratische Prozesse – wie Volksentscheide etwa – nicht zumuten?

Medienstratege.de hat die Einträge bei Facebook angeschaut. Wie er sagt, anfangs ohne Argwohn – anders, als der Blogname vielleicht vermuten lässt. Auf seiner Seite rechnet er:

“Die Affäre um Karl-Theodor zu Guttenberg bewegt viele Menschen. Aber soll seinen Anhängern in zwei Tagen gelungen sein, was Dieter Bohlen und sein DSDS-Team in neun Jahre nicht geschafft haben? Trotz der vielen, vielen wohlwollenden Artikel in der “Bild”-Zeitung? Rund 145.000 Fans folgen der DSDS-Seite. Sie hat dazu neun Jahre gebraucht. Und nun soll es Fans von Herrn Guttenberg geschafft haben, die schon stattliche DSDS-Zahl in zwei Tagen zu übertreffen? Unmöglich.”

Er analysierte die Einsendungen eingehender (alles hier – man lese diese nüchterne Recherche). Am Ende ist er sich sicher – die Seite “Wir wollen Guttenberg zurück” kann nur ein Auftragswerk sein.

p.s. Es soll nicht der Eindruck entstehen, man sei hier definitiv bei der innersten Puppe angelangt – um das Bild mit den russischen Puppe-in-der-Puppe – “Matrioschka” – zu bemühen. Nicht möglich, dass die uns erfahrene Einsicht wieder nur ein Teil des Spiels ist – und hinter der “Demontage” Guttenbergs erst der richtige Hammer hängt?

Update 5. 3. 23:30, Stern.de: “Pro-Guttenberg-Demos: “Du hast die Haare schön” – Auf Facebook-Gruppen sah es so aus, als entstünde nach dem Guttenberg-Rücktritt eine Art Tea-Party-Bewegung. Doch bei den Demos am Samstag waren hauptsächlich Spaßvögel unterwegs…” mehr dort
…………
Quellen

[1] Deutschlandfunk, 23.02. 19:15, Sendung: Zur Diskussion – “Noch nicht abgeschrieben: Der Fall Guttenberg im Wahlkampfjahr. mp3 zum Anhören/Downloaden

Medienstratege.de: “Alles nur ein Fake – neue Indizien auf gefälschte Guttenbergfans”

Alexandra Bader, ceiberweiber.at: “Bild-Zeitungs-LeserInnen und Guttenberg”

Spiegel, 3. März 2011: “Fangemeinde will für Guttenberg marschieren”

Morgenpost, 17. Februar 2011: “Hitzige Debatte um Mogel-Baron”

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