Heulen und Zähneknirschen

Eine ganz persönliche Ausfälligkeit

Es ist zum Brüllen, wie lange die gottverdammte Wahrheit jedes Mal braucht, ans Licht zu kommen.
Seit gut acht Jahren wissen die ersten, dass die US-amerikanische Regierung in die Anschläge auf das World-Trade-Center tief verstrickt ist. Dennoch wurden in der Folge Kriege entfacht in Afghanistan und im Irak, weil man die Terroristen dort ansiedelte. Unzählige Menschen wurden umgebracht, die Infrastruktur dieser Länder zerstört, deren Territorium auf Jahrtausende radioaktiv verseucht – kurz: ein Genozid verübt, der seinesgleichen in der Geschichte wohl vergeblich suchen wird.
Durch einen Kommentar auf einem Schweizer Blog darauf aufmerksam gemacht, las ich heute einen Artikel auf Focus.de, der die ganzen Ungereimtheiten zum Einsturz der World Trade Center, der Flugzeugattacke auf das Pentagon und dem „Versagen“ der US-amerikanischen Terrorabwehr glaubhaft zu der Aussage gegenüber der amerikanischen Regierung bündelt: Wir glauben Euch nicht!
Anfangs wollte ich frohlocken – wenn die „kleinen Bloger“ es schon lange nachweisen, ist es doch anders, wenn ein renomiertes Blatt wie der Focus sich mit dem Thema nicht nur beschäftigt, sondern klipp und klar aufzeigt: die Begründung für alle „Anti-Terror-Kriege“ der letzten neun Jahre, die „Sicherheitsmaßnahmen“ in der gesamten westlichen Welt und das minutiöse Aufweichen der Rechte und Freiheiten seiner Bürger beruhen auf gefälschten Fakten. Das ist eine völlig neue Qualität, und lässt nun hoffen, dass weitere Agressionen unter dem Deckmantel der „Terrorabwehr“ unterbleiben müssen. Welch großer Tag!
Dann warf ich einen Blick auf das Erscheinungsdatum dieses Artikels – der, das nebenbei, im Ressort Finanzen mehr versteckt als veröffentlicht war: er trägt das Datum vom 5. Januar 2010!
Der 5. Januar 2010 ist fast zwei Monate her – heute noch beschloss der Bundestag
eine Aufstockung des Personals im Antiterror-Kampf in Afghanistan!
Das unsere Abgeordneten sich herzlich wenig um Realitäten und Wahrheiten scheren, gehört zum Selbstverständnis dieses Blogs. Er möchte gar unterstellen, dass dies absichtlich geschieht. Diese Ignoranz veranlasst seinen Autor längst nicht mehr zu Brüllern. Er hält es gar für möglich, dass dieses ganze Demokratieausüben eine gigantische Show für ein fingernuckelndes, resignierendes Publikum ist – das sich aus anfänglichem Ärger über das herausgeschmissene Eintrittsgeld nun entschlossen hat, die schlechte Performance gut zu finden und zu beklatschen.
Es ist das unkontrollierte, tierhafte Schmerzensgeheul über die Entbehrlichkeit von Wahrheit!

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Freier als die Polizei erträumt

– Deutschland am Hindukusch

Als verschleierten Rückzugsversuch aus Afghanistan bewertete Innenminister Schünemann im Gespräch mit Handelsblatt Online am Donnerstag letzter Woche den Vorstoß des Berliner Innensenators Ehrhart Körting gegenüber Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), die Ausbildung afghanischer Polizisten teilweise in sichere Länder zu verlegen – so auch nach Deutschland:  „Die Ausbildung „normaler“ Polizisten vor Ort in Afghanistan müsse vielmehr sogar deutlich ausgeweitet werden. Es darf auf gar keinen Fall einen Rückzug aus Afghanistan geben, wie die SPD-Innenminister dies offenbar wollen.“, zitierte das Blatt  Minister Schünemann.

Nachdem Außenminister Westerwelle den Einsatz in Afghanistan als „bewaffneten Konflikt“ im Sinne des humanitären Völkerrechts eingestuft hatte, hatte die Gewerkschaft der Polizei auch für ihren Einsatz eine „rechtlich einwandfreie Arbeitsgrundlage“ gefordert. An der Situation vor Ort habe sich trotz Westerwelles Neubewertung nichts geändert: „Bundeswehrsoldaten und Polizisten wissen schon länger, dass es dort gefährlich ist. Allerdings muss dringend geprüft werden, ob die Rechtsgrundlagen für einen Polizeieinsatz in Afghanistan noch stimmen, wenn jetzt durch Bundesaußenminister Westerwelle quasi der Krieg erklärt wird.“, so der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft. Es ginge nicht an, dass „die Bundesregierung bei internationalen Verhandlungen deutsche Polizisten als Ersatz für Soldaten“ nach Afghanistan schicke, um eine innenpolitische Debatte zu vermeiden, schon gar nicht in einen Bürgerkrieg, so Polizei-Gewerkschaftsvorsitzender Konrad Freiberg.
Eine klare Definition der Bedingungen, unter denen dieser Einsatz stattfindet, fordert auch der rheinland-pfälzische Innenminister und selbst ehemaliger Polizist, Karl Peter Bruch: Kein Bundesland wolle „das Risiko eingehen, dass die Versorgung der Polizisten vor Ort oder ihrer Familien zu Hause nicht ordentlich geregelt ist.“
Sollte die „neue völkerrechtliche Kategorisierung“ die Einschätzung der gesamten Bundesregierung wiedergeben, müssten vor einem Einsatz die eventuell daraus erwachsenden Folgen für die Beamten „so schnell wie möglich geklärt werden“.

Auf die Kritik des amerikanischen Verteidigungsministers Robert Gates an den europäischen Staaten, sie täten nicht genug, „um den Kampf gegen die Taliban effektiv zu führen“, hatten die europäischen Bündnispartner der USA, und so auch die Bundesregierung, einer Aufstockung der Zahl der Ausbilder (und Soldaten) zugesagt. (Bisher seien am Hindukusch „rund 150 deutsche Polizisten und 45 Feldjäger der Bundeswehr  stationiert“, so focus.de vorgestern.)

Minister Schünemann fordert eine Zahl von 400 deutschen Polizeiausbildern. „Die deutschen Polizisten in Kabul, Mazar-e-Sharif, Kundus und Faisabad leisten eine hervorragende Arbeit, sie verdienen unsere Unterstützung bei ihrer schweren Aufgabe.“, verbat der Minister sich jegliche weitere Diskussion
Dem Vorschlag von Körting setze er energischen Widerstand entgegen (Handelsblatt). Er habe bereits mit dem afghanischen Innenminister in Kabul über das Thema Polizeiausbildung außerhalb Afghanistans gesprochen. Er habe diesen zwar bei seinem Vorschlag unterstützt, dass leitende afghanische Polizisten in Jordanien und in der Türkei wegen der besonderen „kulturellen Nähe dieser Länder“ ausgebildet werden sollen, stimme aber auch mit ihm überein, der eine Ausbildung in Deutschland für „nicht sinnvoll“ erachte, so Schünemann.

Der ehemalige ARD-Chefredakteur Hörstel, der über viele Jahre nach Afghanistan und Pakistan gereist war und nach eigenen Angaben die Machenschaften der NATO dort eingehend untersucht hatte, behauptet (hier bei 25 min), die Ausbildung der afghanischen Polizisten geschähe auf bewusst niedrigem Niveau: man ließe die zukünftigen Sicherheitskräfte stundenlang exerzieren, und schicke sie dann unvorbereitet gegen die Taliban; er erinnert nicht nur daran, dass die Taliban ein Produkt der USA sind – was den Vorwurf der USA gegen die europäischen Bündnispartner, sie täten nicht genug, um den Kampf gegen die Taliban effektiv zu führen, in ein eigentümliches Licht rückt – er behauptet auch (hier bis 18 min), die Taliban würden weiterhin von USA und deren Bündnispartnern mit Waffen versorgt.

Vielleicht erklärt ja dies die Chancenlosigkeit des Berliner Innensenators?

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Welch schönes Volk

– wo so viel Gerechtigkeit wohnt

Sicher hat das eine insofern mit dem anderen zu tun, wie letztendlich alles zusammenhängt. Die Kommentare in der Zeitung mit den großen Buchstaben verknüpfen ganz frei; da hilft auch die Erinnerung der wenigen Bedachten dort nicht: „Wer frei von Schuld sei, der werfe den ersten Stein!“ Schon findet sich die Landesbischöfin auf einer Bank mit Kinderschändern wieder und jegliches Recht, sich über den Krieg zu äußern, wird ihr dabei gleich mit abgesprochen: „Erst mit der Afghanistan-Keule um sich hauen und jetzt besoffen mit dem Auto andere Verkehrsteilnehmer gefährden, ich fass es nicht“ und „Kässmann, war das nicht die, die friedensapostolisch über unsere Jungs in Afghanistan hergezogen ist?“
Welch glücklich Volk, das deutsche! Welch Gerechtigkeit, wo Leid schon wieder vergessen ist.

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Was Sie schon immer über Auslandseinsätze wissen wollten

Ihre Regierung Ihnen aber niemals erzählen dürfte

– in einer sachliche, übersichtlichen, kurzgefassten Bestandsaufnahme vom Afghanistankenner und ehmaligen Chefredakteur bei der ARD, Christoph Hörstel?

Klick zum Film: „Die 7 Lieblingslügen der Bundesregierung zum Afghanistankrieg“; ca 15 min, Quelle nuoviso.tv
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Mathekurse auf der Demenz-Station

– wie aus x kleinen Lügen eine große Wahrheit wird

Wann immer sie nach Argument für einen Krieg suchen, greifen seine Treiber auf die immergleichen Muster zurück. Wieder und wieder wurden ihre Intrigen, gestrickt nach eben diesen Mustern, spätestens im Nachhinein von der Weltöffentlichkeit erkannt, verurteilt oder zumindest als Irrtum bedauert, den es in der Folge zu vermeiden gelte – was sie nicht hindert, ihrem nächsten Abenteuer wieder diese Strickmuster zu unterlegen; dass man meint, nun endlich müsste in der Welt das unfrohe Gelächter ausbrechen. Es erscheint nun fast so, als sei dieses stoische Wiederholen nicht Einfallslosigkeit, sondern purer Zynismus, höhnisches Grinsen: Es ist uns gleich, was Du davon hältst – wir machen ohnehin, was wir wollen – und wer dabei nicht mit uns ist, ist bald selbst nicht mehr.“

„Geheimes Besser-Wissen“ – das angebliche, aber im Interesse der Sicherheit nicht beweisbares Verfügen über sicherere Informationen, ist ein solches Muster. Als die USA und Großbritannien den Irak wegen seiner Massenvernichtungswaffen angegriffen, wussten sie aufgrund geheimer Informationen besser als alle Augenzeugen und berufenen Inspektoren, dass der Irak noch immer über ein hoheses Potenzial an die Welt gefährdenden Waffen verfügte. Für dieses bessere Wissen bekamen sie zwar nicht das angestrebte UNO-Mandat, es brachte dennoch erneut Massenmord und Verderben über den Irak und sichert den Invasoren noch heute, acht Jahre und der Widerlegung dieses besseren Wissens später, unangefochten Macht über Politik und Wirtschaft des Landes.

Hans Blix, von 1981 bis 1997 Direktor der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO, führte eine Kommission der UNO im Irak zur „Überwachung, Verifizierung und Inspektion“, die 2002 im Irak begann, nach Massenvernichtungswaffen zu suchen,  aber keine fand. 2003 wurde Blix die Leitung entzogen, kurz darauf bestritt er den USA und Großbritannien jegliche rechtliche Grundlage für ihren Krieg und unterstellte W. Bush und Blair, Warnungen bezüglich der Beweiskraft von „Informationen“ über Iraks angebliches Massenvernichtungswaffenarsenal in den Wind geschlagen zu haben. „Die Absicht war es, zu dramatisieren, so wie die Verkäufer mancher Waren versuchen, die Bedeutung dessen, was sie haben, zu übertreiben,“ so Blix. Er schildert in einem Buch die Anfeindungen durch die Kriegswilligen, denen er als Chef der UN-Waffenkontrolleure ausgesetzt gewesen sein soll. (Hans Blix: „Mission Irak“; 2004. zit. nach wikidedia)

Wieder weiß man besser in den Wachtürmen, diesmal sogar besser als die eigenen Geheimdienste. Die haben 2007 in einem Dossier erklärt, dass sie seit spätestens 2003 die iranische Atomwaffenforschung als erloschen betrachten.

Mit ihrem neuen Generaldirektor änderte sich, wenn auch nicht die faktische, so doch die tonale Wiedergabe der Fakten bei der Atomaufsichtsbehörde: Wo unter ElBaradei nicht ausgeschlossen wurde, wird unter Yukiya Amano betont.
Diese neue Aufbereitung alter Tatsachen scheint die gewohnte Verbiegung von Tatsachen bereits einzuleiten – der neuartige Bericht der Behörde zeige, „dass die Atomaufsicht der Vereinten Nationen unter der neuen Leitung von Yukiya Amano ihre technischen Aufgaben gewissenhaft erfüllt und ehrlich über die Fakten berichtet.“, lobt die Washington Post heute überschwänglich die neue Interpretation und neuversteht ihn bereits als einen „deutliche(n) Wandel im Vergleich zu der politisierten Haltung seines Vorgängers Mohammed El Baradei. Dieser weigerte sich, aus den Beobachtungen im Iran die offensichtlichen Schlüsse zu ziehen. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die neue Aufrichtigkeit auch die Diskussion im UNO-Sicherheitsrat über weitere Sanktionen voranbringt.“zit. nach Deutschlandfunk – Presseschau vom 20.02.2010 12:00:

Es mag noch um Sanktionen gehen – auch die sind Krieg genug, und waren im Falle der Sanktionen gegen den Irak im Vorfeld des Krieges nicht weniger tödlich.
Beschließt der Sicherheitsrat diese Sanktionen, kommt das einer Schuldigsprechung des Iran gleich.
Ob das die zynische Fratze überhaupt noch nötig hat?
„Wehe dem Staatsmann, der sich nicht nach einem Grund zum Krieg umsieht, der auch nach dem Krieg noch stichhaltig ist“. Das sagte Bismarck 1850. Die Zeiten haben sich gründlich geändert?

Tempel der Umnachtung

– wo der Alois mit dem Benedikt Verstecke spielt

Von einer allgemeinen Glaubenskrise in der Kirche soll der Papst ausgehen, verlautete aus Rom nach der Sitzung, zu der der Papst Bischöfe aus Irland zitiert hatte; im letzten Jahr war bekannt geworden, dass in Irland seit 1930 bis in die Neunzigerjahre hinein tausende Heimkinder von Angehörigen der katholischen Kirche gequält und vergewaltigt worden waren. Diese Krise mache er mitverantwortlich für das „Phänomen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen“.
Zwei Tage hätten die Würdenträger geratschlagt, „warum die irische Kirche über so viele Jahre hinweg im Umgang mit den Missbrauchfällen versagen konnte“;

„Komödie und einzige Irreführung der Menschheit!“, versichert die Theologin und Autorin einiger Bücher über die katholischen Kirche, Uta Ranke-Heinemann (Tochter von Gustav Heinemann). In einem Interview gegenüber dem „Deutschlandfunk“ (18. 02., „Kultur heute“) zerstört sie energisch eine Hoffnung, dass mit den bekanntgewordenen Fällen nun auch Reue in der katholischen Kirche eingezogen sein könnte: „Die katholische Kirche kann niemals Schuld eingestehen! Unfehlbar ist: Der Papst.“

Sie wisse von zwei geheimen kirchlichen Dienstanweisungen, „die jeder Bischof in seinem Tresor liegen hat. Das erste, von 1962, „Crimen Sollicitationis“ , das zweite von Kardinal Ratzinger, von 2001 „De delictis gravioribus“. Beide Geheimschreiben betonen die „ausschließliche Kompetenz des Vatikans“ in Pädophiliefällen. Gleichzeitig werden alle Bischöfe unter Strafe der Exkommunikation aufgefordert, alle Missbrauchsfälle ausschließlich und nur an den Vatikan zu melden.“
Es sei genau dieses Geheimschreiben, das die irischen Bischöfe ja auch befolgt hätten, so die Theologin.

Während Bischof Walter Mixa zu Augsburg dieses Schreiben wohl nicht gleich gegenwärtig war, wenn er laut in der Augsburger Allgemeinen über die 68er Bewegung mit ihren folgenden Freizügigkeit nachdenkt, die er für die pädophilen Übergriffe seiner Sektenbrüder verantwortlich macht, sollten den Verlautbarungen vom Heiligen Stuhl vielleicht doch Beachtung geschenkt werden. Zwei Tage am Grübeln und dennoch nicht auf seine Dienstanweisung zu kommen? Derweil die Bischöfe zur Ehrlichkeit mahnen? Die herzzerreißenden Bilder, wie ein von aller Welt verehrter „Papa“ dem Verfall anheim fällt, sind noch gut in aller Erinnerung – was machte es für einen Unterschied, ob der Verfall nun körperlicher oder geistiger Natur ist?

Bis wir da aber nichts genaueres wissen, wollen wir glauben, dass Ratzinger ein typischer Zeitgenosse der oberen Etagen ist – und dann hätte er mehr als ausgedient mit den vergangenen Tagen. Als 1977 der damalige den heutigen Papst zum Erzbischof von München und Freising weihte, wählte Alois Ratzinger als Bischofs-Motto „Mitarbeiter der Wahrheit“ und erklärte das so: „Zum einen, weil es mir die vereinigende Klammer zwischen meiner bisherigen Aufgabe und dem neuen Auftrag zu sein schien“.
Das verriet eine gute Antenne für Vorbestimmung – wenn Gottes Mühlen auch langsam mahlten: Die Wahrheit, die er derart diskreditierte, möge ihm nun unzart auf die Lackschühchen fallen!

Der derzeitige Papst ist Dogmatiker- die Dogmatik hat er studiert, und hat sich in seiner langen Dienstzeit für die katholische Kirche eher erhärtet, was die Duldsamkeit gegenüber Sünden betrifft. Dass aber mit seinem Abgang – der unter anderem vehement Streitschriften f ü r das Zölibat verfasste – nun in den Heiligen Hallen in Rom die vielfach geäußerte Vermutung Gehör finden könnte, es sei gerade diese verordnete Enthaltsamkeit, die die Priester zu ihren pädophilen Handlungen triebe, hält Frau Ranke-Heinemann für nicht realistisch: „Im Gegenteil! Die beiden letzten Päpste haben die zweitausendjährige Vertreibung der Frauen zum Abschluss gebracht. Die Kirche ist sozusagen in ihrem Kern jetzt völlig mono-sexuell. Ein Junggesellenreferat, zu dem nur noch die Jungfrau Maria Zutritt hat.
Das Problem der Kirche ist jetzt – so steht es auch im Weltkatechismus von 1992 (23575859) – die Erziehung der Homosexuellen zur Keuschheit – aber das wird wohl noch einige Zeit dauern, im Moment haben wir diese Katastrophe der verheimlichten Fällen seit 1962 – dass Schwerverbrecher dauernd versetzt werden. Das ist eigentlich alles unglaublich…“

Die Begründung für sein Motto zur Bischofswahl hatte einen zweiten Teil: „Und weil in der heutigen Welt das Thema Wahrheit fast ganz verschwunden ist, weil sie als für den Menschen zu groß erscheint und doch alles verfällt, wenn es keine Wahrheit gibt.“
Wir wollen es nicht vergessen!

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Die Herren der Welt

Annäherung an ein Phantom

(in Fortsetzung von „Alte Wölfe in gewendeten Pelzen“)

Sie sind noch immer ein überschaubarer Haufen – die Operateure auf diesem Planeten. Sie sind die Sprosse einiger weniger alter Familien, und das begründet ihren Machtanspruch. In den Herrschern des Morgenlandes vermuten sie ihre Ahnen. Über Tausende Jahre haben sie dieses königlichen Gene bewahrt, wie Hundezüchter. Lieber haben sie Inzest kultiviert, als dass sie Blut vom Pöbel eingemischt hätten. Die Herrscher über diese Welt finden Platz in der sorgfältig beschnittenen Krone eines schwachverzweigten Stammbaumes mit Wurzeln weit vor aller Menschen Erwartung – wir vermeinen sie seit hunderten Jahren fern von Macht und Einfluss – und sie sind aktiver und wirksamer als je zuvor; sie machen nach wie vor die Gesetze, sie behindern die Wissenschaft, sie halten den überwiegenden Teil der Menschen dieses Planeten von einem selbstbestimmten Leben ab, nicht nur notfalls, sondern natürlich hauptsächlich mit List, Lüge und Gewalt.

Sie haben sich mit gefälligen Staaten, Ministern, Regierungen, Organisationen und Religionen ummäntelt, die an ihrer Stelle zu regieren scheinen – man möchte vor einer unübersehbaren Zahl von Entscheidungsträgern kapitulieren – doch das ist geschickte Täuschung einer zunehmend informierbaren Masse – verfolgt man die Fäden dieses Demokratie verheißenden Netzes, gelangt man zu Knotenpunkten mit anderen, aus den ganz unterschiedlichsten Bereichen – Punkten, die den Machtbereichen dieser Eliten unterliegen.

Einen wahrscheinlich sehr einflussreichen beschreibt die London Times 1977:
„Eine Clique der reichsten, wirtschaftlich und politisch mächtigsten und einflussreichsten Männer der westlichen Welt, die sich heimlich trifft, um Ereignisse zu planen, die später so erscheinen, als würden sie zufällig eintreten.“(Quelle)

„Bei der Bilderberg-Gruppe – die Konferenz wurde zum ersten Mal im Mai 1954 im Hotel de Bilderberg…, Niederlande veranstaltet. – (international auch als Bilderberg-Club bekannt) handelt es sich um keine formelle Organisation, es existieren soweit bekannt weder ein Status der Mitgliedschaft noch ein Gründungsvertrag.“(wikipedia)
Hinter starker Polizeibewachung finden diese Konferenzen an wechselnden, geheim gehaltenen, um Polizei und Staatsschutz abgeschirmten Orten ab. Es gibt einen festen Stamm, wahrscheinlich gehören dazu „der Geldadel“, und es gibt zu dem alljährlichen Treffen eine ganze Reihe von eingeladenen Größen aus Politik, Militär, Geheimdiensten, aus der Finanzverwaltung – für deutsche Politiker wie Brandt, Schröder, Merkel, Westerwelle und Koch, die an solchen Treffen teilnahmen, wegen des Gebots der Öffentlichkeit politischer Betätigung bereits rechtliche Grauzone.

Helfershelfern hoffen umsonst, zum Kreis hinzuzustoßen . Sie geben Losungen aus, gemeinsam rufen die leute mit ihnen Change und Perestroika, aber bleiben ein Leben lang Verfügungsmasse
werden hin und hergeschoben, aus der Bedeutungslosigkeit in die Kanzlerschaft und zurück,
geködert mit Macht und Einfluss, aber ebenso oder dadurch noch stärker gehindert an der eigenen Entfaltung, wie auch der Rest der Population nur bis zum Ende ausgebeutet.

Die Geldhaber, die wahren Mächtigen gehen unbeirrt ihren Weg, und sie scheinen nicht aufhaltbar zu sein.
www.fosar-bluedorf berichtet: „Eine interessante Begegnung
1993 veranstaltete die Potsdamer Fördergemeinschaft zur Gründung einer Friedensuniversität in Berlin einen Diskussionsabend. Im Haus der Weltkulturen trafen sich drei Politpensionäre besonderer Art – der ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger, der frühere sowjetische Botschafter in der DDR, Valentin Falin, sowie Egon Bahr, in den sechziger und siebziger Jahren persönlicher Berater und Chefunterhändler des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt. Thema der Diskussion waren die Erinnerungen der drei Herren an die große Zeit der deutschen Ostpolitik sowie an die Verhandlungen zum Abkommen über den Status Berlins. Als Moderator fungierte der Journalist Giovanni di Lorenzo, seinerzeit Chefredakteur des Berliner „Tagesspiegel“.Im Verlauf der – ansonsten gar nicht so besonders erhellenden – Diskussion sprach Henry Kissinger, fast beiläufig, einen vielsagenden Satz aus, dessen Tragweite wohl der Mehrheit der anwesenden Zuhörer nicht bewußt war: „Die vier Botschafter (der Siegermächte des zweiten Weltkrieges, Anm. d. Red.) brauchten über das Berlin-Abkommen nicht viel zu verhandeln. Sie brauchten nur den Text zu unterzeichnen, den die Bilderberger ausgearbeitet hatten.“

Ein weiterer solcher Knotenpunkt der Macht ist die Trilateralen Kommission:
„Die Trilaterale Kommission (TK) ist eine private Organisation. Sie wurde im Juli 1973 auf Betreiben von David Rockefeller gegründet. Sie ist eine Gesellschaft mit über 300 Mitgliedern aus Europa, Nordamerika und Japan“ (wikipedia), aber auch die Weltgesundheitsorganisation, die Weltbank, die Welthandelsorganisation, die Vereinten Nationen stehen im Verdacht, Machtzentralen einiger weniger Kräfte im Hintergrund zu sein.

Ihr Machtanspruch ist seit vielen sie vor vielen hunderten Jahren unangefochten, als sie sich die Herrschaft über den Hang des Menschen nach Spiritualität und innerer Vervollkommnung übertrugen und dieses Recht mit Schwertern, Kanonen und Glasperlen in die Welt trugen. Millionen mussten der Gerechtigkeit ihrer „Heiligen Bücher“ geopfert werden
In denen Büchern stand ihre Auftrag verbucht, niemanden weniger als Gott selbst bis zu seiner Wiederkehr auf seinem sündigen Planeten zu vertreten. Der Papst gilt seither als der einzig würdige Vertreter Gottes
Queen Elisabeth beansprucht, Nachfahrin Davids, des Königs aus dem Alten Testament zu sein – sicher aber hat sie arabisch muslimische Vorfahren – stammt von Propheten Muhamad ab, sagen die Muslime.
Sie thront auf einem Stein, auf dem sich schon der biblische Jakob auf sein Treffen mit Gott vorbereitet haben soll, und das Königshaus behauptet, er hätte seine Fähigkeit über die Jahrtausende nicht eingebüßt, die Gerechten in die Nähe Gottes zu rücken und jedem Unberufenen den Thron Englands zu verweigern.

Die Helden und Heiligen ihrer Bücher frönen der Fremdenfeindlichkeit, der Rachsucht, Zerstörung, Brandopferung (Kinder- Brand – Opferung hier bei 1h14min?)
Diese Zerstörung auf Erden sehnen sie herbei, denn sie leitet nach diesen Schriften das Kommen des Messias ein, und auf diesen Messias warten sie; nach ihren Schriften muss das Heiligste dem Erboden gleich sein, bevor der Erretter, der Erbarmer, erscheinen kann; und darauf arbeiten sie hin; und in diesem Sinne sind einige der gesellschaftlichen Führer dieser Welt wahre religiöse Eiferer – wo es keinen Niedergang gibt, gibt es keinen Aufstieg; diesen Niedergang führen sie in ihren Schildern.

Nicht sehr Andere haben ihre Fortsetzung der Lehre Gottes verfasst und eine Ikone von der Hauptfigur ihrer Erzählungen – die wusste, was Gottes Wille war – angefertigt, haben ihr Kerben und Scharten als Sinnbild des Undanks in den abgemergelten Körper gehobelt und eine Dornenkrone aufgesetzt, mit viel Rot bemalt und ihr das eigenen Gesicht gegeben und in ihre moralischen Institutionen gehängt, die seit 2000 Jahren nun schon, wie sie sagen, nicht angezweifelt werden; nicht angezweifelt werden können – auch sie kommen vom Höchsten.

Die Nachkommen bedienen sich der berüchtigten Rituale ihrer Vorfahren. Bis in die öffentlich gewordenen Folterszenen aus Abu Ghraib läßt sich dies nachweisen. Wie die Heilige Inquisition erfolterten sie in Guantanamo „Geständnisse“, bevor sie den Deliquenten aus dem Verkehr ziehen wollten – im Namen Gottes und seiner Ideale, wie sie sagen.

Aber sie scheinen den Kult auch zu brauchen zum Gelingen ihres abwegigen Werkes. Die Zahlensymbolik um die Terroranschläge in New York scheint der Kabbalah entlehnt. Sie verbringen Tage gemeinsam
in Männercamps, an okkulten Plätzen, werden Mitglieder in „geheimen Orden“und „Logen“, hinter dessen Verschwiegenheit und Geborgenheit sie ihr Gelübde erfüllen, gehorsamst, und allein im Geist der „Bruderschaft“
Es scheint, als brauchten auch sie das religiöse Ritual – zur Stärkung ihres Mutes, ihrer Kraft als Symbol für großen Willen? Sie haben Großes vor – Gott abzulösen, seine Macht zu erlangen. Von da an selbst die Geschicke zu leiten.
Vorerst haben sie die Macht erlangt, Gott zu vertreten und zu interpretieren.

Aber Moment – wir sind jetzt im 21. Jahrhundert, und Obama, Sarkozie, Hillary Clinton, und vielleicht auch Berlusconi und Merkel sind freie Geister und in erster Linie Demokraten und frei von solchem Diktat – die Unabhängigkeit der Politik vom Dogma der Kirche haben demokratischer Staaten glatt vollzogen?
Erinnert einer, dass Merkel einst um die Aufnahme des „Gottesbezugs in die europäische Verfassung“ Worte machte? Was das schon für eine ohnehin bürokratisch überblähten Rechtssprechung nach sich zöge, ist der Christin Merkel wohl in einem gottseeligen Moment nicht gegenwärtig gewesen;
„Gott“ bedeudet im 21. Jahrhundert alles oder nichts, wahlweise. In der Rechtsgrundlage einer Völkerunion – den menschlichen Gesetzen, wie sie eine Verfassung eine Sammlung davon darstellt anpassen – hätte diesen Passus interpretieren müssen. Sich zum Mittler zwischen Gott und den Menschen machen müssen? Würde der Besitz der Auslegungskraft wieder vorrangig. Wer hätte das entscheiden wollen? Der Präsident Europas?
Doch der hat sich mit Haut und Haarem dem Papst verschrieben.

Da sind wir nochmal davongekommen – aus dem weg in ein neues Mittelalter?

Jemand nicht vergessen, dass W. Bush Kunde brachte, es sei Gott, der ihn nach Irak abkommandiere? Solch Aberglauben bei einem weltläufigen Mann des 21. Jahrhunderts? Mit solch hochkritischem Gefahrenpotential! Trotzdem hatte er genügend Mannen, als er dann in die Schlacht zog. Auch die – mit gottgefälligster Absicht; ein Viertel Legislaturperiode schmal war der Zufallsfaden, der Deutschland davon abhielt, wieder einer falschen Verheißung, einem falschen Messias gefolgt zu sein?

Bush muss einem anderen Gott folgen. Die Insignien eines Männerbundes aus seinen (!) Studienjahren an der Yale-Universität zeigen einen Totenschädel mit zwei gekreuze Knochen darunter, lässt eher an Piraterie oder die nationalsozialitische Teufel denken. Viel gab Bush jr. über den Club (de auch Bushs Vater und Großvater angehören) nicht preis darüber: „so geheim, dass man nicht darüber spricht“ beschied er einem Reporter der mehr wissen wollte mit typisch amerikanischer Demokratiegläubigkeit über das Geheimnis einer kleinen Gruppe handverlesener „Club“-Mitgliedern, die die beiden Vertreter im Wahlkampf um die amerikanische Präsidentschaft einer Legislaturperide (W. Bush und Kerry) ins Rennen schicken konnte.

Als Ratgeber für den Irak hat Bushs Gott zumindest versagt.

Weder hat er seinem Ritter zum Pfuhl der geplanten physischen Massenvernichtung geführt, noch hat er ihm Segen in das Land bringen lassen. Dabei hätte er schon in seiner nächsten Verwandschaft – um diesen Kreis wieder zu schließen, Gottesgerechte gehabt, die ihn hätten beraten können;
Seine Großtante beweist seit Jahren schon auf jenem Stein unter dem englischen Thron, auf dem Jakob schon auf Gott wartete, das sie Gott nahe ist.
Ob der derzeitige Präsident der USA von der Gottesnähe seiner Familie profitieren wird?

Die Queen ist mit Obama verwandt(hier44min4osec)?
Das geht doch
gar nicht!
Sagen Sie das nicht zu laut – Bill Clinton, der Demokrat (und u.a. Mitglied der Trilateralen Kommission), hat Obama schon wiedererkannt:“Dieser Typ hätte uns vor Jahren noch den Kaffee gebracht“, fiel ihm ein.
Die eifersüchtigen Hüter des Stammbaumes werden das sicher bedenken.

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Wird fortgesetzt mit KLERUS : Orden, Katholische Kirche, Schwarzer – Weisser Papst, Opus Dei, Jesuiten, Islam

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