Der Staat geht tot

– er gehe in Frieden

Um ihr  Baby aus gemeinsamer Ehe mit der CDU am Leben zu erhalten, will die SPD der CDU sogar für eine Grundgesetzänderung beispringen. Dann wird die Alimentierung und die Jobvermittlung in die Verantwortlichkeit der Kommunen übergeben. Nur ein kleines bisschen, wie SPD erst mal zugestehen will – wenn um Himmels willen die Arbeitslosen nicht leiden.

Ja, auch Soziale Demokraten müssen sich nach der Decke strecken, wenn sie im Spiel bleiben wollen. Die Zeichen sind auf Weltregierung gestellt, wer möchte da an kommunaler Politik kleben; zumal dort voraussichtlich auf lange Zeit kein Ruhm zu holen sein wird. Dort nimmt die Zahl der unnütze Esser täglich zu, Streiks und Unterbeschäftigung legen die Infrastruktur lahm, Kriminalität und Krankheiten nehmen zu. Das normale, das urbane Leben, das des Volkes, muss vorerst als verlorenes Territorium angesehen werden.
So wird auch alles abgeholt aus den Ländern. Gelder für Bildung und Jugendarbeit werden gestrichen. Im Land der Dichter und Denker betreiben nun Kapitalsgesellschaften die Universitäten. Worin die Nachhilfe zu verschaffen mögen, ist hinlänglich bekannt.

Mit seiner Gesundheitspolitik hat der Staat die ländliche medizinische Betreuung vertrieben. Und auch die Knaste lässt er fallen wie heiße Kartoffeln, sendet noch zwei, drei lebensmüde Beamte in den Wachdienst, Wartung der Anlage und Verpflegung überträgt er wirtschaftlich interessierten Firmen; in der Justizvollzugsanstalt Burg , einem der ersten auf diese Art wirtschaftenden Knast, beschäftigt sich bereits der Verfassungsschutz mit der Veruntreuung von Häftlingsdaten.

Wir werden sie nicht aufhalten, und wir sollten auf eine Art froh darüber sein. Es ist wohl bereits ausgemacht, dass es ihre Abgehobenheit war, die uns, und vielleicht die Hälfte des Globus, auf dieses Riff gesetzt hat. Wir können von ihnen auch nichts zurückverlangen – sie haben es längst anderweitig verzockt. Wir müssen nur aufhören, auf ihre Reden zu achten. Jeder Hoffnung, dass sie uns beistehen werden in den schweren Zeiten, die vielleicht auf uns zukommen, ist verschenkte Energie. Jede ihre Reden und Beschwichtigungen sind die Zeit nicht wert, die für sie nötig ist. Sie könnten morgen auch schon wieder ganz anders lauten, vorausgesetzt, sie haben überhaupt noch etwas mit dem Jetzt tun.
Wir lernen wieder, was wir schon immer wussten, Eigensinn ist gefragt, Schöpferkraft, schrankenloses Denken. Was wir brauchen, kommt aus uns. Gemeinschaften mit diesem Bewusstsein sind starke Gesellschaften.
Schauen wir eine Weile nicht hoch, wie die immer mehr Höhe kriegen. Vielleicht ist der Spuk bald abgezogen.

Veröffentlicht in Schimmer. Leave a Comment »

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