Götters Dämmerung?

Die Geschichte einer Anmaßung und die Gefahr ihrer klammheimlichen Umsetzung

Von dem, was man heute an den Universitäten denkt, hängt ab, was morgen auf den Plätzen und Straßen gelebt wird.

José Ortega y Gasset

Die Tatsache, dass >Gender< sogar ein politisches Programm ist, haben – meiner Erfahrung nach – nichteinmal die Politiker verstanden.

Inge Thürkauf [1]

Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.

 Jean-Claude Juncker (zit. u.a. hier)

Genderismus. Wir hatten diesen Begriff im letzten Artikel gestreift, als es um Kindsmissbrauch ging.
Für die meisten, da wird es Ihnen nicht anders gehen als mir, ist Genderismus ein Fremdwort im doppelten Sinne. Und wäre das sicher auch geblieben, denn es ist ein Denkmuster, das die Universitäten, wo es gerade gestrickt wird, nicht verlassen wird. Nicht verlassen könnte, denn es beschreibt sich aus einer Anzahl nur schwer ins Deutsche übertragbarer Begriffe, gebettet in einen gesellschaftlichem Kontext, wie er wohl nur in der Klaustrophobie elfenbeinerner Studierzimmer vorm geistigen Auge entstehen kann. Genderismus – so weit müssen wir vorgreifen – ist aufgrund seines Mangels an Belegbarkeit bisher lediglich ein Glaubensbekenntnis.

Inge M. Thürkauf, Schauspielerin, Stückeschreiberin und Publizistin, 2. Vorsitzende des Vereins „Pro Immaculata“, die Witwe des Naturwissenschaftlers und Philosophen Max Thürkauf, nennt den Genderismus „ein Projekt, das sich klammheimlich in den letzten Jahren nicht nur in unsere Gesellschaft, sondern auch in die Politik eingeschleust hat, und zwar weltweit, ohne dass sich die Bevölkerung der einzelnen Länder überhaupt darüber bewusst werden konnte. Denn hier hat eine Medienzensur großen Stils stattgefunden. Sie findet immer noch statt.“

Das Wort Gender stammt aus dem Englischen und war bis vor kurzem auf internationalen Konferenzen das Ersatzwort für Sex – was auf internationalen Konferenzen „Geschlecht“ meinen wollte. In den Neunzigern mutierte es zum „Terminus technicus in den Sozial- und Geisteswissenschaften“ zur „Unterscheidung zwischen sozialem (gender) und biologischem (sex) Geschlecht“. (Zit. wikiped.)

Den meisten nun wird dieses Problem der Unterscheidung in soziales und biologisches Geschlecht nicht sonderlich auf den Nägeln brennen, und so auch nicht, über das Maß der Neugier hinaus, dem Terminus Interesse widmen, „der gebraucht wird, um das Fühlen und Verhalten von intersexuellen Menschen zu beschreiben, bei denen das körperliche Geschlecht uneindeutig war, die jedoch eine eindeutige Geschlechtsidentität oder eine eindeutige Geschlechtsrollenpräsentation aufwiesen.“(wikip.) Die meisten würden wohl solch akademische Spitzfindigkeiten in einer Zeit, in der handfeste Probleme an der Tagesordnung sind, nicht beachten oder belächeln.

Aber Gender – oder „Gender Mainstreaming“ als die Bezeichnung für die Taktik, mittels der die Ideologie unter die Massen soll – könnte sich zum handfesten Problem auswachsen. Kaum wahrgenommen, hat es es in wenigen Jahren geschafft, die Gesetzgebung, in diesem Land und die des Vereinten Europa, zu beeinflussen. Da sind sich die wenigen mit Einblick, auf die hier folgend zurückgegriffen werden kann, einig. „Der Begriff Gender beinhaltet nicht weniger als ein gewandeltes Verständnis von „Geschlecht““. Das soll auch von der UNO in den Menschenrechten akzeptiert werden. „Seit 1996 ist Gender Mainstreaming als Strategie zur Durchsetzung von Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern in allen EU-Staaten verbindlich…Es beinhaltet für alle politisch-administrativen Systeme die Verpflichtung, ihre eigenen Programme, Entscheidungen und Regelungen daraufhin zu prüfen, ob sie etwa indirekt ein Geschlecht benachteiligen.“(zit nach Thürkauf [1]) und im Internetauftritt des deutschen Wissenschaftsministeriums heißt es: „Die deutsche Bundesregierung hat Gleichstellungspolitik mittels der politischen Strategie des Gender Mainstreaming als durchgängiges Leitprinzip und Querschnittsaufgabe festgelegt.“ und meint: „Damit reiht sich die Bundesregierung in die weltweiten Aktivitäten zur wirkungsvolleren Durchsetzung von Gleichstellungspolitik ein.“ (zitiert hier). Aus den Universitäten werden bald „AbsolventenInnen“ mit Abschluss im Hauptfach „Gender“ entlassen. Überzählige Kurse zu „Gender“ gibt es bereits an fast jeder Hoch- oder Fachschule weltweit.
Das Heer der Bürokraten von morgen wird viel wissen zum Thema Gender. Wir sollten vielleicht die wenigen Kassandrarufe nicht überhören, um notfalls etwas besser vorbereitet zu sein:

Inge Thürkauf: „Der Wandel von Geschlecht zielt auf das sensibelste Empfinden des Menschen – auf die Sexualität. Und als Zielgruppe wurde die Frau ins Visier genommen; denn hinter allem steht der Gedanke, die Frau von allen angeblich naturgegebenen Verhaltensweisen zu befreien – weil der Mensch nicht durch natürliche Anlagen festgelegt sei, sondern durch das, was die Gesellschaft aus ihm macht. Frei nach dem oft zitiertem Satz von Simone de Beauvoir, die 1947 in ihrem Buch „Das andere Geschlecht – das als die Bibel des Feminismus bezeichnet werden kann – geschrieben hat: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird dazu gemacht.“ Dieser Satz ist in seiner Absurdität kaum zu übertreffen, und jedem gesunden Menschenverstand zuwiderlaufend. Aber dieser Satz hat Weltkarriere gemacht, und vor allem im radikalen Feminismus konkrete Formen angenommen“

Am Anfang, um in die Sache einen Einstieg zu finden, am Anfang von Gender in seiner Bedeutung als „soziale Geschlechtsrolle“, stand die Definition des amerikanische Psychiater John Money von 1955. „Der englische Ausdruck „Gender“ hat im Deutschen kein direktes Äquivalent. Nach einer Definition des deutschen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend werden damit die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen von Frauen und Männern bezeichnet: „Diese sind – anders als das biologische Geschlecht – erlernt und damit auch veränderbar.“ (Zit. wikiped.)

Money, 1952 Doktor der Psychologie an der Harvard-Universität, Professor für medizinische Psychologie an der Johns-Hopkins-Universität von 1951, ging also Mitte der 50er davon aus, dass das Geschlechtsempfinden einer Person lediglich ihrer Erziehung zuzuschreiben ist. Was auch ganz zu den Erkenntnissen der französische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin Simone de Beauvoir passen wollte, die drei Jahre vorher diesen von Thürkauf oben zerpflückten Satz – nicht als Frau geboren, sondern dazu gemacht.

„Die neu verkündete Gleichheit (zwischen Mann und Frau, Anm. d. V.) wischte alle Thesen von der Tafel, die Psychologen und Analytiker in der Tradition Sigmund Freuds über die Natur des Weiblichen aufgestellt hatten“, konstatiert Eva Hermann und zitiert eine deutsche Feministin in ihrem Verständnis über den Nutzen jeglicher Forschungen dazu bis Money: »Anstatt die Instrumente, die ihnen zur Verfügung stehen, zu nutzen, um aufzuzeigen, wie Menschen zu Männern und Frauen deformiert werden, machten sie sich zu Handlangern des Patriarchats. Sie wurden der Männergesellschaft liebster Einpeitscher beim Drill zur Weiblichkeit.«

Mit seinem, man kann schon sagen: traurigen Experiment, wurde Money aber weitaus bekannter, obwohl zu dessen Ausführung die angeblichen Ergebnisse seiner Forschung zugrunde lagen:
1967 verlor der noch nicht zwei Jahre alte Bruce bei einer schiefgelaufenen Beschneidung seinen Penis. Die Eltern wandten sich an, andere Quellen behaupten, wurden von ihm regelrecht belagert, den damals schon berühmten Money. Dieser schlug den Eltern vor – ausgehend von den Ergebnissen seiner Forschungen – eine einfache Lösung vor: Den Jungen mit dem irreveriblen Penisverlust gleich ganz zum Mädchen zu machen. Er schlug eine kosmetische Geschlechtsoperation vor, wobei dem Kind die Hoden entfernt und der verbliebene Hodensack zu Schamlippen umgebildet worden wäre. Mit der entsprechenden Dosis an weiblichen Hormonen sollte es dann, so der Sexualwissenschaftler, nicht schwer sein, aus seinem noch jungen Patienten schnell das Mädchen Brenda zu machen, wie Bruce später genannt wurde.

In ihrer Not stimmten die Eltern zu. Striktes Stillschweigen aller Beteiligten gegenüber dem Kind wurde vereinbart und eingehalten, das fortan wie ein Mädchen aufgezogen wurde; doch Brenda entwickelte keine weiblichen Verhaltensmuster: er wollte mit seinem Bruder Kräfte messen, ließ Mädchenspielzeug links liegen, versuchte sich vehement, seiner Mädchengarderobe zu entledigen. Als Bruce ins Backfischalter kam, zeigte sich seine Zuneigung zu Mädchen. Für Dr. Monet war die Sache klar: Das Kind sei jetzt definitiv ein Mädchen. Er offerierte den Eltern, dass ihre Tochter lediglich lesbisch veranlagt sei.

Dass das Mädchen mit 14 erfuhr, dass sie eigentlich Junge war, sofort ihre geschlechtliche Rückwandlung, soweit dies eben noch möglich war, in die Wege leitete, unter einer neuen Identität später eine Frau heiratete, sich aber am Ende das Leben nahm, hatte keinerlei Auswirkungen auf die Interpretation von Moneys Leistungen.“
„Der Psychiater John Money hat () einer unbekannten Anzahl weiterer Kinder mit fehlgebildeten Genitalien ein Geschlecht »zugewiesen«. Er errichtete als Leiter der Psychologie am John-Hopkins-Krankenhaus eine darauf spezialisierte Klinik, die von seinem Nachfolger 1979 allerdings geschlossen wurde. Viele seiner ehemaligen Patienten gründeten Selbsthilfegruppen.“, weiß Eva Herman.

John Money „wurde 2002 von der Deutsche Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung, für die er arbeitete, mit der Magnus-Hirschfeld-Medaille ausgezeichnet.“ (Zit. wikip. und weiter:)
„Trotz des Fehlschlags diente (das Experiment) einem Teil der Frauenbewegung als wissenschaftlicher Beleg für die Thesen des Gleichheitsfeminismus. So würdigte Alice Schwarzer 1975 das Experiment Moneys als eine der „wenigen Ausnahmen, die nicht manipulieren, sondern dem aufklärenden Auftrag der Forschung gerecht werden“. Und bleibt dabei, dass „die Gebärfähigkeit auch der einzige Unterschied ist, der zwischen Mann und Frau bleibt. Alles andere ist künstlich aufgesetzt.“ (wikip.)

Ja, aber was interessiert  Alice Schwarzers Dafürhalten?

Auch Gabrielle Kuby – sie bestach letztens den verdatterten Sächsischen Landtag mit ihrer Kompetenz als Beraterin einer Abstimmung zum Thema „Gender“ – warnt: „Schaut man sich auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend um unter den Begriffen „Gleichstellung“, „Gender Mainstreaming“, „GenderkompetenzZentrum“, um herauszufinden, was eigentlich Ziel der Familienministerin ist, so entdeckt man unter scheinbar leeren Phrasen des Rätsels Lösung: Die Geschlechtsdifferenzierung von Mann und Frau und die Heterosexualität als Norm soll aufgehoben werden. Dazu wurde der Begriff „Gender“ erfunden. Diese neue Ideologie wird durch virtuose Beherrschung des politischen Apparats in gesellschaftliche Wirklichkeit verwandelt. Dies gelingt durch Unterlaufen der demokratischen Strukturen ohne jede öffentliche Debatte.“ Oder, selbe Stimme, andere Worte: „Gender – ein Wort, das kaum jemand kennt, obwohl „Gender-Mainstreaming“ zum „Leitprinzip“ und zur „Querschnittsaufgabe“ der Politik geworden ist. Der Begriff dient dazu, die Geschlechtsrollen von Mann und Frau aufzulösen. Er unterstellt, daß jede sexuelle Orientierung gleichwertig ist und von der Gesellschaft akzeptiert werden muß. Die Gender-Ideologie hat sich hinter dem Rücken der Öffentlichkeit von der EU über die staatlichen Institutionen, die Universitäten und Ausbildungseinrichtungen bis an die Basis der Schulen und Kindergärten eingeschlichen. Sie zerstört das Wertefundament unserer Gesellschaft.“

„Wie wird das Gender Mainstreaming konkret in Kindererziehung umgesetzt?“, will Kuby wissen, und vermutet: „Aufschluss geben die Schriften der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ (BZgA). Der Bereich Sexualaufklärung untersteht dem Familienministerium, der Rest dem Gesundheitsministerium. Die BZgA verteilt Aufklärungsschriften und Ratgeber millionenfach kostenlos im ganzen Land (über die Homepage mühelos zu bestellen). Der „Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung vom 1. bis zum 3. Lebensjahr“ (Bestellnummer 13660100) ist eine detaillierte Anweisung zur Sexualisierung von Kleinkindern. Mütter und Väter zögern nämlich noch „von sich aus das Kind anzuregen, und äußern die Sorge, es könne ‚verdorben’ oder zu früh ‚aufgeklärt’ werden … Nach allem, was an Untersuchungen vorliegt, kann diese Sorge als überflüssig zurückgewiesen werden.“ „Das Notwendige [soll] mit dem Angenehmen verbunden [werden]“, „indem das Kind beim Saubermachen gekitzelt, gestreichelt, liebkost, an den verschiedensten Stellen geküsst wird.“ (S. 16) „Scheide und vor allem Klitoris erfahren kaum Beachtung durch Benennung und zärtliche Berührung (weder seitens des Vaters noch der Mutter) und erschweren es damit für das Mädchen, Stolz auf seine Geschlechtlichkeit zu entwickeln.“ (S. 27) Kindliche Erkundungen der Genitalien Erwachsener können „manchmal Erregungsgefühle bei den Erwachsenen auslösen.“ (S. 27) „Es ist ein Zeichen der gesunden Entwicklung Ihres Kindes, wenn es die Möglichkeit, sich selbst Lust und Befriedigung zu verschaffen, ausgiebig nutzt.“ (S. 25) Wenn Mädchen (1 – 3 Jahre!) dabei eher Gegenstände zur Hilfe nehmen, dann soll man das nicht „als Vorwand benutzen, um die Masturbation zu verhindern.“ (25)“

Wie sagten die Grünen einst so schön: »Schutzgüter wie Virginität (d.i.Jungfräulichkeit, Anm. d. V.), Geschlechtsehre und ähnliches sind nur scheinbar individuelle und gehen auf ältere Vorstellungen von ›Marktwert‹ und ›Heiratschancen‹ des Mädchens zurück () Mädchen wird die Fähigkeit zur Entscheidung über ihre sexuellen Interaktionen abgesprochen, das Vorhandensein einer eigenständigen und selbstbestimmten Sexualität von Mädchen wird geleugnet.« (Bundesdrucksache 10/2832 vom 4. Februar 1985)

Der Ratgeber, um ins Bundesministerium für Familie zurückzukehren, fände es „erfreulich, wenn auch Väter, Großmütter, Onkel oder Kinderfrauen einen Blick in diese Informationsschrift werfen würden und sich anregen ließen – fühlen Sie sich bitte alle angesprochen!“ (S. 13) (zit. alle hier und einige auch hier)
Wem fallen da nicht die Grünen schon wieder ein, die die “Gesetze zum Schutz Minderjähriger” §§ 175 und §§ 182 StGB abgeschafft haben wollen. Sie »bedrohen einvernehmliche sexuelle Kontakte mit Strafe und dienen damit nicht dem Schutz der sexuellen Selbstbestimmung. Sie behindern die freie Entfaltung der Persönlichkeit …« (Bundestagsdrucksache wie oben)

„Weiter geht’s im Kindergarten“, ergänzt Eva Hermann: „Mit dem Lieder- und Notenheft Nase, Bauch und Po singen Kinder Lieder wie diese: »Wenn ich meinen Körper anschau’ und berühr’, entdeck’ ich immer mal, was alles an mir eigen ist … wir haben eine Scheide, denn wir sind ja Mädchen. Sie ist hier unterm Bauch, zwischen meinen Beinen. Sie ist nicht nur zum Pullern da, und wenn ich sie berühr’, ja ja, dann kribbelt sie ganz fein. ›Nein‹ kannst du sagen, ›Ja‹ kannst du sagen, ›Halt‹ kannst du sagen, oder ›Noch mal genauso‹, ›Das mag ich nicht‹, ›Das gefällt mir gut‹, ›Oho, mach weiter so.‹«

„Mit 9 Jahren beginnt der Verhütungsunterricht, genannt Sexualkunde,“ – weiter Gabriele Kuby – „weil sie nun ins Alter kommen, wo die niedlichen Kinderspiele eine höchst unerwünschte Folge haben können: Schwangerschaft. Wie in Ingolstadt geschehen, fährt man die lieben Kinder in Bussen zu Aufklärungsveranstaltungen, wo sie üben, Kondome über Plastikpenisse zu ziehen, um sich so für den „Kondomführerschein“ zu qualifizieren.“

Wie sich die neue Ideologie etablieren kann, zeigt Eva Hermann: „Denn nach dieser () existiert nicht nur kein spezifisches Geschlecht, sondern jeder ist heutzutage in der Wahl seines Geschlechtes frei, und da gibt es eine große Auswahl: männlich, weiblich, bisexuell, transsexuell, homosexuell und mehr. An der Universität Wien wurde ein Wettbewerb ausgelobt, wer die ungewöhnlichsten Geschlechtervorschläge machen könne. Derzeit sollen acht unterschiedliche Entwürfe vorliegen.“

„Ab zehn Jahren setzen in den Schulen die Werbungs- und Schulungsmaßnahmen zur Homosexualität (lesbisch, schwul, bi und trans) ein,“ weiß Kuby die schulische Ausbildung an den Kindern fortzuschreiben. Als Beispiel nennt sie die „Handreichung für weiterführende Schulen“ des Senats von Berlin zum Thema „Lesbische und schwule Lebensweisen“ eine „ausgefeilte Anleitung zur Homosexualisierung der Schüler, auszuführen in „Biologie, Deutsch, Englisch, Ethik, Geschichte/Sozialkunde, Latein, Psychologie“. Infomaterial, Vernetzung mit der örtlichen Homoszene, Einladung an Vertreter/innen von Lesben und Schwulenprojekten in den Unterricht, Filmveranstaltungen und Studientage zum Thema sollen angeboten und durchgeführt werden. Im Unterricht sollen Rollenspiele stattfinden…““ (alles zit. nach Kuby)

Die Katholikin Gabriele Kuby hat die alten Werte vor Augen, wenn sie vorm Gender Mainstreaming warnt. Sie sieht Werte wie Familie, Ehe, Keuschheit in Gefahr. Sie warnt vor der Destabilisierung der Gesellschaft durch die Destabilisierung ihrer Werte. Die Katholikin Eva Herman, von den Medien, denen sie einst diente, längst als rechtskonservative „dumme Kuh“ eingeordnet, fürchtet ebenfalls um diese Werte. „Sie unterminieren die elterliche Autorität. Sie verführen Kinder und Jugendliche zu einer auf Lustbefriedigung reduzierten Sexualität ohne eheliche Bindung.“ Auch die Schauspielerin, Publizistin und Verfasserin von Theaterstücken christlicher Moral, Inge Thürkauf, ebenfalls Katholikin, verrät sogenannten konservativen Hintergrund: „Also nicht mehr das biologische Geschlecht, die Tatsache, dass der Mensch von Gott als Mann oder als Frau geschaffen wurde, ist von Belang – die Genderideologen reißen jegliche bisher geltenden Normen ein und verwerfen die Differenzierung in Mann und Frau als eine Erfindung des heterosexuellen Patriachats.“

Wie, wollen Frauen nicht gegen die Allmacht des Patriachats, sexuell geartet wie auch immer, vorgehen? Die „dumme Kuh“ (BILD) Eva Herman warnt es gar: „Wer nun aber glaubt, dass die Gender-Liste nun beendet wird, sollte noch einen wichtigen Punkt mitnehmen: Gender fördert alleine nur Frauen. An keiner einzigen Stelle aller weltweiten Programme ist die Förderung von Männern vorgesehen. In den Programmen von Gender Mainstreaming ist man () der einhelligen Ansicht, dass Männer lange genug die Nase vorn hatten, und dass aus diesem Grunde die Gleichstellung der Geschlechter »durchaus auch einmal ungerecht gegen Männer ausfallen könnte«?

Inge Thürkauf kann den Kreis (auf 1h sehr unterhaltsamen Video bei ZAK in ihrem Vortrag zur Reihe „Von der biologischen Revolution zur Diktatur des Genderismus“) entschieden größer ziehen:

„Schon vor 25 Jahren stand in einem Erst-Leseheftchen, für ABC Schützen, dass die Kinder den Weisungen der Mutter widersprechen und davonlaufen, lügen, Eltern als langweilig empfinden, Wertmaßstäbe missachten und sich mit Homosexuellen einlassen sollen…
Es ist sicher keine Übertreibung, wenn ich sage das wir heute schon im gesamten gesehen in eine Neue Weltordnung eingetreten sind: Und zwar in die neue Weltordnung der Sexualität.“

„Was seit Anbeginn der Menschheit als natürlich und normal gegolten – die Zuordnung als Mann und Frau – soll nun von gesellschaftlichen Vorstellungen und Bestimmungen abhängen und – und dies ist nun das für Ehe und Familie Bedrohliche – durch Umerziehung geändert werden, um das zu kreieren, was zum Planziel materialistischer Biologen, Genetiker und Politiker und der feministischen Front gehört, und schon seit Jahrzehnten vorbereitet wurde: den neuen, den künstlichen Menschen, der reif gemacht werden soll für die neue Weltordnung, für die neue Welteinheitsreligion“

Wie jede Ideologie versuche auch diese, sich wissenschaftlich herzuleiten.
Inge Thürkauf geht in die Sechziger zurück, wenn sie nach den „wisssenschaftlichen“ Voraussetzungen für die Ideologie des Genderismus sucht.

„1962 traten in London Gen-Forscher vor die Öffentlichkeit der Welt, die Wegbereiter wurden für die – von den meisten der heutigen Zeitgenossen noch kaum wahrgenommenen – Gender-Revolution. Was uns heute im Programm der Genderideologen entgegentritt, wurde damals durch hoch dotierte Wissenschaftler als „Biologische Zukunft des Menschen“ vor einer größtenteils unvorbereiteten Menschheit ausgebreitet. Mit den als Ciba Foundation Conference bekanntgewordenen Symposium von 27 führenden Forschern der Biologie und Genetik, darunter auch Nobelpreisträgern, wurde eine Tür aufgestoßen, die den Blick in die Laboratorien der Menschenzüchter freigab. Wir werden sehen, dass das scheinbar in Vergessenheit geratene Ciba Symposium eine gespenstische Omnipräsenz besitzt.“, leitete sie ihren Redebeitrag zum Thema „Von der biologischen Revolution zur Diktatur des Genderismus“  ein.

Lesen Sie einige Zitate aus diesen Tagen:
„In vielleicht noch nie gekanntem Ausmaß“, schreibt der Zoologe Wolfgang Wieser in der deutschsprachigen Dokumentation der Tagung, werde die Biologie „imstande sein, in das Gleichgewicht der Natur sowie in den Lebensprozeß selbst heilend oder vernichtend einzugreifen.“

„Eine Herausforderung…ist die geplante genetische Verbesserung des Menschen. … Aber die Möglichkeit, die Genstruktur von Menschen nach Plan zu entwerfen, zeichnet sich am Horizont ab.
Die schnellen Fortschritte auf dem Gebiet der Molekularbiologie werden es uns schon bald ermöglichen, die durch Erbanlagen gesetzten Grenzen umzustoßen und die weitere Entwicklung des Menschen zu beeinflussen…, um die Genstruktur des Menschen gezielt zu verändern.
Die zweite Möglichkeit liegt darin, die Genstruktur des ungeborenen Kindes vorauszuplanen…und Menschen nach Plan erzeugen. …Heute müssen wir uns auf die Chancen vorbereiten…die in der Schaffung und Änderung von neuen Menschen nach einem vorausgeplanten Entwurf liegen, d.h. die genetische Veränderung des Menschen im engeren Sinne.“

„Mehrere Referenten beklagten, dass sich die Menschheit genetisch verschlechtere, was eine Zunahme von Erbkrankheiten verursache und einen erhöhten Versorgungsaufwand notwendig mache. „Die Verbesserung der genetischen Qualität des Menschen durch eugenische Verfahren“, sagte etwa der Biologe und frühere Unesco-Generaldirektor Julian Huxley, „würde eine große Last an Leiden und Qual von den Schultern der Menschheit nehmen und zur Steigerung der Lebensfreude und der Tüchtigkeit beitragen.“ Und der Nobelpreisträger und Genetiker Hermann J. Muller bekräftigte: „Was wir in diesem Augenblick brauchen, wäre eine Verstärkung der genetischen Selektion.“

„Huxley und Muller plädierten dafür, eugenische Maßnahmen mittels Techniken durchzusetzen, die auf Basis des neuen molekularbiologischen Wissen entwickelt werden sollten. Grundlegend dafür, empfahl Muller, solle die Methode der künstlichen Befruchtung werden – und zwar durch gezielte Verwendung von Spermien ausgewählter Spender, die in Samenbanken tiefgekühlt gelagert werden sollten.

Solche in der Tierzucht erprobten Methoden auf den Menschen zu übertragen, fand Nobelpreisträger Lederberg schon damals ziemlich altmodisch. Die Molekularbiologie, prophezeite er, werde Eugeniker bald befähigen, Keimzellen zu züchten und zu manipulieren; Träger krankheitsverursachender Gen-Veränderungen könnten identifiziert und „gewünschte Gene“ ausgesondert und integriert werden. So werde es etwa möglich, Lern- und Erinnerungsvermögen zu steigern und die Lebensdauer erheblich zu verlängern.“ (zit. alle hier)

„Die künstliche Menscherschaffung als die Ultima Utopia der Wissenschaft versteigt sich in den Wahn, den Menschen gentechnisch fit zu machen für die weitere technologische Entwicklung. Dies erst gibt die Gewähr einer Weiterentwicklung zur Weltbeherrschung.
Er, Muller, gebe somit der Genetik den Auftrag, den Menschen so radikal umzuformen, das im Prinzip die Herstellung eines künstlichen Menschen damit gegeben ist.“, fasst Inge Thürkauf den Wahn zusammen und erinnert, dass die damals angestrebten Mittel heute längst keine Utopien mehr sind: „Muller verlangt nicht mehr und nicht weniger als die Aufhebung von Ehe und Familie, und zwar, indem er sie „ihres Sinnes beraubt – der Erzeugung und der Aufzucht der Nachkommenschaft.“
Damit ist die künstliche Zeugung durch in-vitro-Fertilisation angesprochen – die Befruchtung also im Reagenzglas – sie ist heute zur Routine geworden.“ Thürkauf nennt eine Seite im Netz – „Man not includet“, wo lesbische Paaren der genetisch ausgewählter, tiefgekühlter Samen zur eigenen Anwendung zugesandt wird. Und die „Abtrennung der Zeugung vom Liebesleben“, wie das, wie oben zu lesen war, die neue Sexualerziehung in der Schule lehrt, sei bereits auf diesem Symposium 1962 ein häufiger Diskussionspunkt gewesen.

„Die Ausschaltung und Zerstörung der Familie führt nach Muller über die Welteinheit aller Kulturen, Völker und Rassen. Wir hören daraus schon den Plan zur Schaffung der einen Weltregierung, der einen Weltordnung.“

„Die wissenschaftliche Entwicklung, durch die der Mensch seine Evolution in die eigene Hand nehmen soll, muss nach Müllers stufenweise vorangetrieben werden: Von der Geburtenkontrolle, über die Transplantation und Geschlechtsbestimmung des Eis, zur totalen Kontrolle der „Kindproduktion“ – das ist ein Begriff der immer wieder auftauchte.“, schwant es der Vortragenden.

Aber sie erkennt den Geist wieder, der solches beseelt:

„Wenn der Mensch, so Müller, seine Evolution erst selber manipuliert, werden die höchsten Geister der Menschheit eine exakte Genetik entwickeln, und damit ein gottgleiches Wesen erschaffen. Nun, das ist die alte Idee des Übermenschen, von Prometheus über Nietzsche zu Hitler, bis zur biologischen Utopie einer Züchtung des Übermenschen durch Kontrolle und Lenkung der menschlichen Evolution, damit der Mensch, dieses schwächste Glied, diese Fehlkonstruktionen, dem Atomzeitalter besser gewachsen sei.
Und vor allem – auf das wir Gott ähnlicher werden; in den verschiedenen Vorträgen und Diskussionsforum des Ciber-Symposions wurde diese Hybris fast von allen Rednern immer wieder hervorgehoben: Gott ähnlicher werden – der Wahn der Naturwissenschaftler, Gott auszuschließen um selbst an seine Stelle treten zu können.“

„Wer nun, so darf man sicher fragen, wird denn die Spender von hoher genetischer Qualität selektieren – wenn nicht diese selbst erwählten Götter der Wissenschaft?“ Thürkauf zumindest stellt diese Frage, und dabei sind ihr offensichtlich mit den Plänen der selbsternannten Herren über die Welt nicht entgangen: „Jene, die den Kriterien der hohen genetischen Qualität nicht entsprechen, werden eliminiert; denn es geht letztlich um die Reduzierung der Weltbevölkerung – und die Mittel dazu sind Abtreibung und Förderung der Homosexualität.“


Alle[1]gekennzeichneten Zitate aus dem, hier nochmals empfohlenen, Vortrag von Inge Thürkauf, als Video hier.
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