Wem gehört Amerika nun wirklich?

Das Haus Israel –  Heimstatt mit vielen Hinterzimmern

Lange Zeit galt über die Erstbesiedlung des amerikanischen Kontinents diese Ansicht als die vertretbarste: Vor etwa 30.000 Jahren, so die  Lehrmeinung, zogen Jäger und Nomaden aus Nordostasien über eine Landbrücke zwischen Sibirien und Alaska ins Gebiet der heutigen USA, wo sie, etwa 10.000 v. Chr., die ersten Ansiedlungen gründeten. Spanische Eroberer, die in der Neuzeit dort anlandeten und sich in Indien wähnten, gaben ihnen den seither für sie gebräuchlichen Namen: Indianer.

Diese Ansicht könnte nun ins Wanken geraten wollen. Schuld haben daran Funde, die Archäologen unlängst auf dem nord-amerikanischen Kontinent – unter den Ablagerungsschichten der bisher vermeinten Ureinwohner – machten, in den „Höhlen von Paisley, () den bedeutendsten archäologischen Fundstätten Amerikas“, berichtete unlängst Deutschlandfunk. Prof. Jenkins, Archäologe an der Universität von Eugene, hat hier menschliche Überreste entdeckt, „die auf dem Kontinent einzigartig sind: Fäkalien der Steinzeit-Leute, über 100 Klumpen Kot, eingetrocknet seit 14 Jahrtausenden“ – die nach dessen Ansicht nur eines bedeuten können: schon 1000 Jahre, bevor die Asiaten Nordamerika auch nur erreicht haben konnten, hatten dort bereits andere ihre Notdurft verrichtet. Sie tippen dabei, wen soll das jetzt wundern, auf Europäer.

Was die wissenschaftliche Lehrmeinung über Amerikas Erstbesiedlung nun auf so neue Beine stellen wird, folgt man Jenkins Euphorie,die sieben Millionen bekennenden Anhänger der viertgrößten Religion in den USA, und geschätze 13 Millionen weltweit, hatten dazu schon lange eine eigene Lesart:

Im Jahre 1827 hatte nämlich  Joseph Smith (*23. Dezember 1805 in Sharon im Windsor County, im US-Bundesstaat Vermont, USA; †27. Juni 1844 in Carthage, Illinois) nach eigenem Bekenntnis Besuch von einem Engel; für den damals 22jährigen, schon sieben Jahre zuvor traf Smith bei einem Waldspaziergang einmal auf Jesus Christus in Begleitung Gottes höchstpersönlich. Auch mit Moroni, so des Engels Namen, war Smith aus einer Reihe vorangegangener Besuche gut bekannt. Diesmal aber aber ließ er dem „streng gottesgläubigen“ (alles zit. wikiped.) Smith die Ehre angedeihen, wie sie zuletzt Mohamed, Jesus oder Mose widerfahren sein soll, diesmal hinterbrachte ihm Engel Moroni der Worte des Schöpfergottes höchstselbst; der Halbgöttliche hatte sie auf einer Reihe von goldener Tafeln dabei und berief Smith zu der ehrenvollen Aufgabe, diese Gottes Schäfchen zur Kenntnis zu bringen.

Smith schrieb die Tafeln ab und übersetze sie – der Engel nahm die Originale wieder mit ins Himmelsreich – und Smith machte des Schöpfers Wort als das Buch Mormon bekannt und zum heiligen Buch der „Mormonen“, zur Bibel der, wie diese Glaubensgemeinschaft sich nennt: Kirche Jesu Christo der Heiligen der letzten Tage.

„Ich habe den Brüdern gesagt, das Buch Mormon sei das richtigste aller Bücher auf Erden und der Schlußstein unserer Religion – und wenn man sich an dessen Weisungen hielte, werde man dadurch näher zu Gott kommen als durch jedes andere Buch.“, ließ sich dessen neuer Verkünder Gottes Joseph Smith zitieren.

Die Bibel der Mormonen, mit ihren einzelnen „Büchern“ aufgebaut wie das Alte Testament, geht auf die „die kleinen Platten Nephis“ und die „großen Platten Nephis“ zurück – Aufzeichnungen des etwa 600 vor Chr. aus Jerusalem geflohenen Propheten Nephi – und wird ergänzt durch die „Platten Ethers“, die von einem weitaus älterem Volk in Amerika berichten, den Jarediten, gläubigen Juden, die Gott schon kurz nach dem Turmbau von Babel, also 2000 v. Chr., in das verheißene Land geführt habe. Ihnen nachgesagt wird eine hochentwickelte Kultur, aber der Abfall vom Glauben hätte dieses Volk vollständig vernichtet, sodaß die zweite Übersiedlerwelle um Lehi, 600 v. Chr., wieder geführt von Gott, nur noch deren Aufzeichnungen finden konnten.
Im Einganstext zum „Buch Mormon“ wörtlich: „Die Angehörigen der anderen waren viel früher angekommen, und zwar nachdem der Herr beim Turmbau zu Babel die Sprachen verwirrt hatte; diese Gruppe ist als Jarediten bekannt. Nach tausenden von Jahren wurden alle vernichtet, ausgenommen die Lamaniten, und diese sind im wesentlichen die Vorfahren der Indianer.“ (Seit 2007, in der Neuausgabe des Buches Mormon, den zwingenden Ergebnissen der Wissenschaft angepasst in: „Nach Tausenden von Jahren wurden alle vernichtet, bis auf die Lamaniten, und sie befinden sich unter den Vorfahren der amerikanischen Indianer.“)

Joseph Smith: „Das Buch Mormon ist ein Bericht von den Vorvätern unserer westlichen Indianerstämme.() Daraus erfahren wir, dass unsere Indianer die Abkömmlinge jenes Josefs sind, der nach Ägypten verkauft wurde.“ („Lehren des Propheten Joseph Smith“, S.19, zit. hier)

Vergleiche in der menschlichen DNA haben bisher nur wiederholt bestätigt, dass die Indianer von den Asiaten abstammen. Das schlösse aus, dass die „Hebräer“ zu ihren Vorfahren zählen.
Auch archeologisch konnten bisher, trotz intensiver Suche, keinerlei Beweise für die Existenz dieses alten israelitischen Volks in Amerika aufgebracht werden, und die enttäuschten Ausgräber sind sich einig: Eine so hoch entwickeltes Kultur, wie im Buch Mormon beschrieben, und nach nur 4000 Jahren keinerlei Spuren zu entdecken – eine Sache der Unmöglichkeit. So verwiesen sie das Buch Mormon in die Sparte Mythenliteratur.

Da Glaube nicht Wissen ist, mussten sich Bibelgelehrte häufig schon den Wissenschaften nachempfinden mussten, wenn sie zwar vom Dogma nicht abwichen (wie z.B. McConkie in „Mormon Doctrine“, S.33, 1979,): „Somit waren die Indianer jüdischer Nationalität, deren Vorväter von Jerusalem kamen, vom Königreich Judas. Somit waren sie auch vom Hause Israel.“, wenn sie auch die gesicherten Beweise der Wissenschaft anerkennen mussten (ebenda): „Die amerikanischen Indianer hatten jedoch auch noch anderes Blut in ihren Adern. () Es ist ziemlich offensichtlich, dass orientalische Gruppen ihren Weg über die Beringstraße fanden, () spanischen Eroberer und d(ie) Kolonialisierung von Mexiko und Südamerika (für) weitere Vermischungen des reinen () Blutes sorgten – ihre Dogmen dann aber mit größerer Überzeugung vortrugen – „aber alles in allem, für die große Mehrzahl der Nachfahren der ursprünglichen Einwohner der westlichen Hemisphäre, ist die dominierende Blutlinie die Israels.“ (ebenda, zit. hier)

Dass Glaube unerschütterlich ist und selbst der schrittweisen wissenschaftlichen Widerlegung der Passagen seines als heilig verehrten Schriften widersteht, beweisen nicht nur die Anhänger des Buch Mormon. Seit einiger Zeit, und in letzter Zeit vertärkt, (Lesen Sie dazu bitte auch wegen seiner politischen Implikationen über die Entdeckungen der Bibelforscher an der Universität Tel Aviv) ist auch das Alte Testament in seiner Tauglichkeit als Geschichtsbuch mehr als nur umstritten – was orthodoxe „Juden“ in Jerusalem aber trotz zunehmend internationaler Proteste und lediglich verbliebenem politischer Beihilfe seitens der faschististen zwar, aber immer noch welführender Kreise nicht davon abhält, die angeblich von Gott verfügte Besetzung „Kanaans“ und den Genozid an der palästinensichen Bevölkerung mit Eifer voranzutreiben.

Da ein „jüdisches Gen“ aufgrund seines lediglich konfessionsbedingten Ursprungs ja auch in Uramerika nicht so leicht zu finden sein wird („Jude“ ist, wessen Mutter „jüdisch“ ist – gilt als herrschende israelitische Abstammungslehre bis hierher weiterhin.): Könnte es sich bei den Kothaufen aus alter Zeit dort nicht also doch um die Hinterlassenschaften Gottes eigener Kinder handeln? Die Frage, wem gehört Amerika, wäre damit schon in biblischer Vorzeit entschieden gewesen und bedürfte heute keinerlei „antisemitischer“ Diskussionen mehr.

Altes Testament, 5. Mose, 7: Befehl zur Ausrottung der Bewohner Kanaans und ihrer Götzen

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Veröffentlicht in Mit anderen Augen. 3 Comments »

3 Antworten to “Wem gehört Amerika nun wirklich?”

  1. Tweets that mention Wem gehört Amerika nun wirklich? « volksauge -- Topsy.com Says:

    […] This post was mentioned on Twitter by Net-News-Express, CONTRACOMA. CONTRACOMA said: NetNewsExpress: Wem gehört Amerika nun wirklich?: Das Haus Israel – Heimstatt mit unzähligen Hinterzimmern Lange… http://bit.ly/91gRNr […]

  2. anderst Says:

    …. naja, so gesehen gehört die USA der englischen krone, weil sie dessen firma ist; und diese wiederum dem papst unterliegt, und der wiederum deutscher ist.

    uuups….. noch nicht gewusst ?

    so klein ist die welt. (die eine von unzähligen welten)

    • blechtrommler Says:

      und dessen Heimat wiederum besetztes Gebiet der Alliierten, darunter England/USA…


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