Gala des Zynismus

– der Millenniumsgipfel in New York

Jämmerlich, wie jämmerlich! Wie man sich schämen darf für dieses Land! Dessen Kanzlerin angesichts über einer Milliarde hungernder Menschen (etwa jeder fünfte Bewohner des Planeten), versteckt im feierlich-salbungsvollen Worteumnichtsmach-Stil, der das hohle Propagandagefasel der DDR verrät, (hier die gesammte Rede) der bedürftigen Welt, die hoffentlich nicht allzu viele Hoffnungen auf uns gesetzt hatte, die Unerfüllbarkeit der Millenniumsziele „prophezeit“ – jenes „Katalog(s) grundsätzlicher, verpflichtender Zielsetzungen für alle UN-Mitgliedstaaten“ der, folgend „einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der UNO, der Weltbank, der OECD und mehreren Nichtregierungsorganisationen“, vor zehn Jahren von den „189 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen mit der Millenniumserklärung“ () als Handlungsanweisung gegen „Armutsbekämpfung, Friedenserhaltung und Umweltschutz () als die wichtigsten Ziele der internationalen Gemeinschaft“ (alles zit. Wikiped.) beschlossen, gefeiert und fortan den Kritikern der sich noch weiter verschärfenden Expansion der starken, wohlhabenden Länder um die Ohren gehauen wurde, als hätte man nur eine Minute über diesen Tag der Entschlussfassung damals im August 2000 hinaus daran gedacht, geschweige denn, an der Umsetzung gearbeitet.

Dabei buhlt Merkel heuchlerisch um Verständnis: „Die Weltwirtschaftskrise!“ – die sie als Hauptakteurin mit eingefädelt hatte, würde uns so hindern (tagesthemenbeitrag vom 21. Sept.). Zwei lumpige Milliarden würde es Deutschland kosten – ein allerkleinster Bruchteil von dem, was ständig bereitgehalten oder abgezwackt oder entwendet wird, um es den Geldsäcken – Bankern, Autobauern, Pharmaköchen – heimlich oder unheimlich, hinterherzuwerfen! Eines der reichsten Länder dieser Welt kapituliert öffentlich und tränenreich vor der Armut, an der es massgeblichen Anteil hat; mit arroganten Sprüchen, und zuerst einmal mit Forderungen, „gute Regierungsführung“ ist hier das Schlagwort, als wüssten Merkel, Obama, oder wie sie alle heißen, überhaupt, wovon sie dabei reden. Welch seelenlose Sippe. Welch unmoralische Veranstaltung.

Manch einer wird wohl jetzt sagen: Da haben wir letztendlich eine kluge Kanzlerin gesehen! Die zwei Milliarden können wir sehr gut selbst gebrauchen. Aber ich will wetten: Sie hat das nicht für uns gespart.

Sie sind so durchschaubar, wie sie jämmerlich sind. „Es muss auch nicht immer bares Geld sein“. Woher auf einmal diese Erkenntnis? Soundsoviel Millionen Arme gibt es in der Welt. Denen müssen wir natürlich erst einmal mit unserer Vorstellung von Moral kommen. Mit der WHO und ihrem Eugenikprogramm. „Armut halbieren“ – in seiner bisher ignorierten Lesbarkeit; der Weltbank, die zuerst die Politik diktiert, welche eine Regierung zum potentiellen Empfänger der dringenden Hilfen macht, oder die die ihr genehme gleich selbst mitbringt. Schulsysteme, die lebens- und berufsuntaugliche Idioten ausspucken. Die namenlosen NGOs, die bereitschießen für die Nachhut von Verheeren; all dies kostet schon eine Menge! „Es muss nicht immer bares Geld sein!“

Zum Eigentlichen zurückgekehrt, ist das dann doch am nächsten Tag wieder der wichtigste Tagungspunkt in New York. China hat noch etwas, und kooperiert mitnichten, es sich abnehmen zu lassen. Die Chinesen heißen eben nicht Merkel, Obama raubt dort nicht ohne Gewalt. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema, und die Milleniumsziele sind nun endgültig vergessen. Aber schon der Versuch, ja, schon über den Versuch kann man sicher noch ein paar liebreizende Worte machen.

Die BRD hat „gute Chancen auf einen Sitz“ bei dieser NGO, war am Donnerstag am Rande zu hören? Ja, das will ich gern glauben!

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