Rausgehauen

Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

Mahatma Gandhi

 

Der Mangel an gesicherten Informationen gibt wohl immer Raum für Spekulationen.
Im Falle Lybien kommen dazu die Verlautbarungen von Massenmedien und westlichen Politikern, die stark an das Vokabular und die Logik erinnern, die vor kaum 10 Jahren ein westliches Kriegsabenteuer einläuteten – und sich anschließend als falsch und lügnerisch erwiesen, nachdem sie Tausenden in den angezeigten Ländern das Leben gekostet hatten und die Nationen ihre wirtschaftliche und politischer Eigenständigkeit an die Okkupanten verloren hatten.

Nachdem mit und seit Afghanistan und Irak so Ungeheuerliches offenbar wurde, kann man wohl nicht mehr umhin, das Neue abseits vom gewünschten Gedankengang zu betrachten.

Eine Nachrichtenselektion in diesem Kontext:

17:00 Uhr am Montag weiß der Deutschlandfunk die von der EU beschlossenen Sanktionen gegen Libyen aufzulisten. Sie gingen weiter, als von der UNO vorgeschlagen.

Der Börsenbericht – spätabends, ebenfalls Deutschlandfunk: „Nach einem gelungenen Wochenauftakt sah es zunächst nicht aus. Der DAX hatte sich schwergetan, nach oben zu kommen – erst als am Nachmittag erfreuliche Konjunkturdaten aus den USA gekommen sind, und da sich eine Entspannung in Sachen Öllieferungen abgezeichnet hat, da haben Anleger wieder Mut gefasst, und sie haben Aktien gekauft…“

23:20 Uhr Westerwelle: „Wenn zum Beispiel Öl nach Deutschland geliefert wird – wird dieses Öl natürlich auch bezahlt – wir haben es ja auch bekommen. Und wir wollen ja auch nicht, dass die Rechnungen nicht bezahlen werden – sondern wir wollen, dass diese Rechnungen erst einmal eingefroren werden – die Zahlungen eingefroren werden – weil unsere Sorge zu groß ist, dass dieses Geld landet bei der Herrscherfamilie, landet beim Diktator, und erst dann neue Söldner angeheuert werden können.“

18:14 Uhr. Deutschlandfunk imitiert einen Augenzeugenbericht: „Der alte Mann ist erschöpft. Er geht auf die Knie, küsst den Boden der Heimat. Gerade hat er die lybisch-tunesische Grenze passiert – nach einem langen Fußmarsch durch die Wüste. Sein Auto hat er zurücklassen müssen. Dem französischen Fernsehsender Francois4 sagt er: Die Leute dort sind in Lebensgefahr. Jeden Tag. Warum tut man uns das an? Wir sind doch alle Moslems! Was haben wir denn getan?“
Wir heißt: wir Tunesier. Viele sind als Gastarbeiter ins reiche Nachbarland gegangen und kommen nun in Panik zurück…“

Auch die DRS 4 (Schweiz) weiß 2:00 vorerst vorwiegend von zurückkehrenden Ägyptern, die ihre Arbeitsplätzen im wohlhabenden Lybien verlassen haben.

In Oman gab es Unruhen; im Norden sei eine Polizeistation gestürmt worden; der Hafen und eine Ölraffinerie seien abgeriegelt, wohl nicht mehr in Zugriffsbereich der hiesigen Polizeikräfte; „Eine wichtige Verkehrsinsel“ sei „weiterhin besetzt“; mindestens einen Toten hätte es schon gegeben; in der Hauptstadt hätte es Proteste Hunderter gegeben – berichtet Deutschlandfunk 23:30 Uhr.

Weiter von der Börse: „In der Spitze ist der DAX über 7300 Punkte gestiegen – das ist ein Plus von 120 Punkten im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag. Im DAX, da gehen gehen die Kursgewinne quer durch alle Branchen – Spitzenreiter sind die Papiere von Siemens mit einem plus von 3, 6 Prozent. Händler und Investoren spekulieren darüber, dass Siemens möglicherweise seine Tochter Osram an die Börse bringen will. Das würde Milliarden in die Firmenkasse von Siemens spülen.
Aktien von SGL Carbon schießen über sechs Prozent nach oben, nachdem bekannt wurde, dass VW bei dem Wiesbadener Graphitspezialisten einsteigen will. Das alles muss man vor dem Hintergrund sehen, dass die Autobauer auf der Suche sind nach neuen Techniken und Technologien, die sowohl den Spritverbrauch als auch die CO2-Emissionen senken helfen und – es geht um die Weiterentwicklung der Elektromobilität….“

Frederike’s Becklog schrieb am 03. Februar:

„Ge-”peakt”? – oder doch nicht? Riesige Gas- und Erdölfunde im Mittelmeer sind Konfliktstoff“:

„… Jüngsten Meldungen zufolge kommt das Mittelmeer jetzt wieder stark in den Fokus: Nachrichten über riesige Gasfunde häufen sich! Das Portal “Germany Trade und Invest” meldet am 13.1.2011: “Neue Erdgasvorkommen revolutionieren Israels Energiesektor. Großfund ermöglicht Aufstieg zum Exporteur. Investitionen in Milliardenhöhe.”
Der Meldung zufolge geht es um einen neuen Offshore-Fund, das sog. “Leviathan-Feld”, rund 140 Km westlich der nordisraelischen Hafenstadt Haifa in einer Meerestiefe von rund 5100 Metern unter dem Meeresspiegel gelegen, in dem laut im Dezember 2010 veröffentlichten Schätzungen  rund 450 Mrd. Kubikmeter (cbm) Erdgas lagern.
Das neu entdeckte Gasfeld gehört zu den gigantischen Erdgaslagerstätten im sog. Levante-Becken; Anrainerstaaten sind neben Israel auch noch Zypern, Syrien und der Libanon. Der United States Geological Survey (USGS) schätzt die Vorräte an förderbarem Gas auf 3,5 Billionen Kubikmeter, was in etwas 20 Milliarden Barrel Öl entspricht.
Dieser Umfang übersteigt bei weitem die drei bisherigen Offshore gemachten Funde…“[1]

2:00 Dienstag Morgen berichtet Deutschlandfunk, Westerwelle hätte sich für die Fortsetzung der Beitrittsverhandlungen der Türkei nach Europa ausgesprochen.

…………….
[1]: www.becklog.zeitgeist-online.de/2011/02/03/ge-peakt-oder-doch-nicht-riesige-gas-und-erdolfunde-im-mittelmeer-sind-konfliktstoff/

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