2 Jahre Winnenden – und kein bißchen vorbei

Winnenden? Morgen ist es zwei Jahre her; war einer dieser Amokläufe an deutschen Schulen. Der bebrillte, harmlos ausschauende Siebzehnjährige. Dem kaltblütig das gelang, wovon geübte Pistolenschützen nur träumen. Der mit ruhiger Hand den vielen Schülerinnen mit Kopfschuss auf Distanz das Licht ausblies. Tim Kretschmer – besser bekannt vielleicht als „Tim K.“?

Ja, lange her. Vor kurzem hat man über Tim Kretschmers Vater zu Gericht gesessen. Dem Sportschützen und Waffensammler hatte der Sohn das Schießeisen für die Tat letztendlich zu verdanken – statt vorschriftsmäßig alle Schusswaffen in einem sicherem Tresor vor unbefugtem Zugriff zu schützen, soll der Vater eine Pistole, die später als die Tatwaffe identifiziert werden sollte, im Kleiderschrank aufbewahrt haben – und die Patronen dafür nur drei Schranktüren weiter.

So mag man das im Kopf behalten haben.
Im vorigen Jahr wurde ich durch die Debatte im Internet über die möglichen Gefahren der psychischen Medikamentierung von Kindern und Jugendlichen auf Winnenden gebracht. Ein oder mehrere Autoren sahen in diesem „Amoklauf“ die Bestätigung ihrer Befürchtungen, dass die zunehmend inflationäre Eindämmung kindlichen und jugendlichen Widerspruchsgeistes gegen eine zunehmende Pervertierung der Gesellschaft mittels die Psyche beeinträchtigender Arzneimittel Individuen gebiert, in denen die Lebensgeister solange unterdrückt würden, bis sie sich schlagartig – und im Falle Winnenden mit übermenschlich erscheinender Kraft und Rafinesse – Ausdruck verliehen. Auch Tim K., so hatten ein Jahr nach der Tat die spärlichen und widersprüchlichen Ergebnisse der Ermittlungen dennnoch erbracht, war einst „psychologisch betreut“ worden und nahm – so glaubte man damals wohl noch – unterstützende Medikamente.

Diesen Thesen soll, schon aus Gründen der Logik, nicht zu widersprechen versucht sein – bei nun eingehender Beschäftigung mit „dem Fall Tim K.“ erwachte in mir  allerdings der Verdacht, dass über diesem Amoklauf ein anderer Gott gewacht haben musste als der für thumbe, depressive Kidies zuständige.
Der Ungeheuerlichkeiten, die sich auftaten, hatte ich versucht, hier mit Worten Herr zu werden. Der Artikel ist noch weitestgehend aktuell; trotz – oder wohl gerade wegen – augenfälliger Unstimmigkeiten im finalen Polizeibericht, sich oder polizeilichen oder offiziellen Verlautbarungen widersprechender Zeugen, mehrerer sich widersprechender Stellungnahmen der Polizei – konnte der mysteriöse Hinrichtung von neun Schulkindern, drei Lehrerinnen, drei weiteren, dem Täter außerplanmäßig vor den Lauf gekommenen Todesopfern – der, vom Dienst bei den russischen Streitkräften geschulte Männer als Geißel nehmend, trotz folgender Schüsse in Knie und Sprunggelenk unbeirrt fortfahrend, erfahrene Polizisten im Schach haltend und anschießend, sich letztendlich sich vor den an Zahl und Logistik starken Einsatzkräfte von SEK und Polizei per Suizid der Verantwortung entzieht, keinen erwähnenswerter Beitrag wenigstens der Beruhigung nun immer stärker aufkeimenden Zweifel am Willen und Vermögen des „Rechsttaates“ , seine Bürger zu beschützen, entgegensetzen.

Allein die Unstimmigkeiten auflisten zu wollen, könnte ein der Knappheit und Lesbarkeit eines den Vorfällen vor zwei Jahren gemahnendem Artikel, der dieser wenigstens sein will, schwer leisten; und könnte selbst dann dennoch wohl nicht Vollständigkeit proklamieren. Er müsste weit vor dem 11. 3. 2009 ansetzen – als, wie im Prozess gegen den Vater offenbar wurde, dieser bereits observiert wurde. Er müsste auf die „Vorankündigung des Amoklaufs“ eingehen, von der anschließend von der Polizei „Spuren auf Tims Computer“ indiziert wurden und die sich später als plumpe Fälschung erwies. Er müsste das baden-württembergische Innenministerium erwähnen, dass dieser Behauptung – einer offensichtlichen Fälschung von „Beweisen“ – beisprang. Er müsste bis 2002 zurückgehen, wo dem Schüler Robert Steinhäuser ein ähnlicher Anschlag in einer Schule gelang, und der wegen seiner Parallelen zu der dem Tim Kretschmer in Winnenden zur Last gelegten Tat auffällt. Unzählige Unstimmigkeiten im abschließendem Polizeibericht über den Hergang in Winnenden/Wendlingen auflisten und dabei an jeder Station des vier (oder waren es sieben?)-stündigen Amoklaufs verharren mit Querverweisen zu Gutachten unabhängiger Fachleute verschiedenster Gebiete über die Plausibilität des behaupteten Tathergangs. Er müsste all die 26 Verhandlungstage-Protokolle (im Netz zu finden!) gegen den Vater vom Herbst letzen Jahres hier ausschütten, die neuerlich den Verdacht vom aus den Fugen geratenen Rechtswesen aufleben lassen.

Das alles haben andere Seiten in mühevoller Kleinstarbeit und mit Bravour bereits getan. Unter den rotfarbigen Textpassage hier finden Sie bereits die Quellen zum oben Behaupteten. Unten finden Sie weitere Quellen mit ausreichend Studienmaterial. Die ansatzweise Beschäftigung lohnt bereits mit grundlegenden Erkenntnissen. Dem Assoziationsfreudigen mögen sich dann Abgründe auftun. In Anlehnung an Hörstel (bei der Pressekonferenz von Guido Grandts „11.3. – Der Amoklauf von Winnenden“): „Wir sind Winnenden“.

p.s. 11. 3. 11., 18:00 h

Nun soll es endlich eine Software geben, die potentielle Amokläufer rechtzeitig erkennt. Davon berichtete heute der „Deutschlandfunk“ in einem Interview. (11.03.2011 · 14:35 Uhr, Sendung: „Campus und Karriere“):
„…Das Programm, das Jens Hoffmann von der TU Dortmund entwickelt hat, findet in 32 Fragen heraus, ob ein Schüler ein möglicher Amokläufer ist…!
Winnenden ist der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Amokläufen, derer bislang weltweit 120 gezählt wurden. Wie können Schüler und Lehrer potenzielle Amokläufer erkennen? Der Psychologe Jens Hoffmann von der TU Darmstadt hat zusammen mit einem Kollegen eine Methode entwickelt. Herr Hoffmann, Ihr Computerprogramm stellt 32 Fragen und findet dann heraus, ob ein auffälliger Schüler ähnliche Risikokonstellationen aufweist wie ein Amokläufer. Was passiert, wenn das System Alarmstufe Rot meldet?
Jens Hoffmann: Unser DyRIAS-System ist praktisch nur ein Werkzeug. Das Wichtige ist, dass zunächst an der Schule ein Krisenteam da ist, dass praktisch die Lehrer selbst für ihre Kollegen sensibilisieren, dass sie ein Netzwerk mit der Polizei mit psychiatrischen Einrichtungen aufgebaut haben. Und erst, wenn ein solches Netzwerk vorhanden ist, bekommt man überhaupt die Warnsignale mit und kann unser System nutzen und dann eine Bewertung vornehmen.
Pfister: Das heißt, Ihr Früherkennungssystem, das greift nur dann, wenn ich es richtig verstehe, wenn Lehrer darin geschult wurden, die Risikofaktoren zu erkennen?
Hoffmann: Genau. … (weiter hier)

update 15. 3. 11:
„Der Massenmord von Winnenden & Wendlingen“ – 1/6, Video, youtube von: TheHimbeermaus, erstellt 10.03.2011
Videobeschreibung Autor: „Wofür steht 11/3 Winnenden?
– keine Schmauchspuren an den Händen des angeblichen Täters (nach 113 Schuss)
– Reste von Waffenöl im Lauf der angeblichen Tatwaffe (nach 113 Schuss)
– kein Opfer obduziert
– kein Tatzeuge vor Gericht geladen
– keine Beweise vor Gericht diskutiert
– Video des Polizeihubschraubers „leider verwackelt“
– Selbstmordankündigung des „Amokläufers“ auf PC in Polizeihand gefälscht
– unterlassene Hilfeleistung, Freiheitsberaubung gegen Schüler
– verschiedene Tatversionen der Polizei
– Ministerpräsident, der mindestens zwei Opfer kennt, tritt zurück und wird urplötzlich EU-Energiekommissar
– Medien und Parteien „interessieren sich nicht“ für diese Fakten“.
————————————-
Quellen und Weiterführendes:

G. Grand, mehrfacher Autor, Undercover-Journalist: Die Technik, mit der Tim K. mordete, wird in D. nicht gelehrt… youtube, hier bei 9. min

Film: Winnenden – der gemachte Täter? NuoVisoProductions, youtube;

Vortrag von A. Hauß: Winnenden – ein Amoklauf?, NuoVisoProductions, youtube;

Webseite von Andreas Hauß: „medienanalyse-international.de“, mit weiter- und bis ins Heute führender Betrachtung des „Falls“, nebst einem Link dort auf seine Strafanzeige bei Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart wegen Totschlags durch Unterlassen, wegen unterlassener Hilfeleistung und Freiheitsberaubung

Pressekonferenz vor einem Jahr, Grand mit Hörstel, Buchvortellung, Video von Nexwoldt.TV, youtube; Zit: „Guido Grandt hat den Amoklauf von Winnenden unter die Lupe genommen. Dabei ist er auf zahlreiche Widersprüche gestoßen. Zum Jahrestag des Massenmordes hat er jetzt seit brandneues Buch vorgestellt, 11.3. – Der Amoklauf von Winnenden.
Grandts Fazit: „Ich bin auf 60 offene Fragen gestoßen. Keine Behörde, einfach niemand ist in der Lage gewesen, mir diese 60 Fragen zu beantworten! Wir zeigen Ihnen einen 32 Minuten langen Zusammenschnitt der Pressekonferenz, auf der Grandts Buch vorgestellt wurde.“

Sehr zu empehlen diese Seite: Bürger, die, : „… zu diesem Fall keinerlei persönliche Beziehung unterhalten. Sollte Tim K. der (alleinige) Täter gewesen sein, dann soll es so sein. Doch wir fordern die Beweise für diese Behauptung, mit denen es offenbar einige Probleme zu geben scheint.“ (zitiert dort)

Parallelen Winnenden – Erfurt, youtube > Link

Oben genannter Artikel vom letzten Jahr – mit weiteren Quellen; eventuelle updates dann wieder hier, auf der „Bürgerseite“.

Update heute, 21 h: Auch im Kommentarbereich kommen Links zum Thema dazu…(vielen Dank!)

10 Antworten to “2 Jahre Winnenden – und kein bißchen vorbei”

  1. K. Mit Says:

    Was Tim K. da geleistet haben soll, dafür hätten zwei Profis mit Mühe ausreichend Zeit und Kraft für die ganze Munition gehabt.
    Ich schließe mich Gerhard Wisnewski (http://info.kopp-verlag.de/autor.html?id=11) an – das war nicht Tim K.
    Dafür gibt es viel zu viele Ungereimtheiten und „Zufälle“.
    Das war in Inside Job, um hier gewisse Gesetze durchzusetzen.

  2. Durchblicker Says:

    Könnte der Autor bitte dem Leser den Gefallen tun und seinen Bericht von jemand überarbeiten lassen, der des Deutschen wirklich mächtig ist, damit diese unmöglichen Satzkontrukte aufgelöst und in einer verständlichen Weise präsentiert werden? Für mich unbegreiflich, daß der Autor sowas nicht weiß und hinterher nicht selbst bemerkt!

    • blechtrommler Says:

      Er kennt keinen, der des Deutschen wirklich mächtig wär‘.
      Er nennt es stattdessen seinen „Stil“!

  3. Durchblicker Says:

    Wer sollte sonst ein Interesse an den Morden gehabt haben? Cui bono? Wozu das Ganze? Dafür braucht’s nun mal eine plausiblen Hinweis. Und der fehlt.

    • blechtrommler Says:

      Man könnte freilich spekulieren; sollte aber nicht mein Job hier sein? Hat der „Durchblicker“ eine Idee?

  4. BraveNewWorld - 1984 Says:

    @Durchblicker
    „Wer sollte sonst ein Interesse an den Morden gehabt haben? Cui bono? Wozu das Ganze? Dafür braucht’s nun mal eine plausiblen Hinweis. Und der fehlt.“

    Wie wär’s damit :
    Der Zauberstab der Politik
    Politik und vor allem Geheimdienste versuchen zunehmend, mit Hilfe von Krisen zu regieren: Klima, Öl, Terror sind die Schlagworte, welche die Welt erzittern lassen. Entweder werden bestehende Krisen genutzt oder neue Krisen künstlich verursacht. Die Krise hilft beim Regieren und treibt die Geschichte voran. In der Krise kann man verängstigte Menschen überfahren und gefügig machen (eig.Ergänzung: und dies gelingt zweifellos besonders nachhaltig und medienwirksam durch Anschläge auf Kinder !!) – Bürger genauso wie Abgeordnete. (…) Am einfachsten regiert es sich, wenn das Volk permanent unter Spannung gehalten wird; Geld & Gesetze heißt der Gewinn aus der Krise. Besonders in der Krise kann man:
    wahre Krisen übertünchen und vergessen machen
    neue, vorher undenkbare Gesetze machen (eig.Anm.: u.a. zur völligen Entwaffung der Bevölkerung im Vorfeld erwarteter Volksaufstände…)
    das System umgestalten
    Geld eintreiben ( Steuern, Spenden etc)
    Kurz: Die Krise ist der Zauberstab der Politik. Die Krise mischt die Karten neu. Die Krise ist der Schoß, der neue politische und staatliche Monster gebären kann. (…) Und das ist auch der Grund, warum wir es mit immer mehr erfundenen (Anm.: inszenierten)Krisen wie der Klimakatastrophe'(eig.Anm: angebliche ‚Erderwärmung durch CO2-Ausstoß‘)oder der „Aschewolke“ zu tun haben. In letzter Konsequenz führt die immerwährende Krise zur totalen Versklavung, eine Entwicklung, die bereits George Orwell in 1984 beschrieben hat.“
    Zitat aus: Gerhard Wisnewski, 2011 Das andere Jahrbuch, verheimlicht, vertuscht, vergessen, S.353/4

  5. 2 Jahre Winnenden – und kein bißchen vorbei « volksauge | INFOS FINDEN BEI MY-TAG.DE Says:

    […] hier den Beitrag weiterlesen: 2 Jahre Winnenden – und kein bißchen vorbei « volksauge […]

  6. Witok Says:

    Warum? Wozu? Motive?

    Nun, das „System“ läuft global auf allen Ebenen in den Super-Gau.
    Es geht darum, uns kleine Leut vollkommen zu verwirren und in absolute Angst zu versetzen und durch die Heute-hü-morgen-hott-Methode der „Meinungsmacher-Medien“ völlig aus der Spur zu bringen. Wenn die Finanzmärkte vollends crashen, bzw. die Preise in den Himmel steigen – das kann über nacht oder langsam über 1-2 Jahre gehen – wird sich das Volk – hier in D zwar eher später als früher – aber irgend wann doch auch erheben. Das „System“ weiss das und die sehen die größte Gefahr für sich in einer wehrfähigen, bewaffneten Bevölkerung. Nun gibt es in D Millionen von Sportschützen mit zig-Millionen scharfen Waffen. Diese Menschen zu diskreditieren und das mögliche Widerstands-Potential zu beseitigen ist das bedeutendste Motiv an Winnenden11/3 – neben einigen anderen. Dito siehe „Amokläufe Erfurt, Eislingen, Lörrach“ , div. in Amerika.
    Ich habe in der Sache Winnenden eine Anzeige gegen beteiligte Beamte und Politiker eingereicht. O-Ton aus Ermittlerkreisen: „Wir können nicht wie wir wollen“. Klar, wenn dein Chef hinter dir steht und du weißt genau:
    – Der hat 2 Knarren einstecken
    – Wo bleibe ich mit meinem Job ?

    Noch Fragen? – lupocattivo ea lesen lesen lesen -selber denken – lesen denken lesen denken …. HANDELN !!

  7. Witok Says:

    Habe kurz recherchiert und konkretisiere meine Zahlen:
    In D ca. 1,5 Mio. Sportschützen und ca. 400.000 Jagdberechtigte macht ca. 2 Mio. legale Waffenbesitzer. Diese besitzen laut Polizei ca. 10 Mio. Waffen. Die Dunkelziffer an nicht registrierten Waffen schätzt die Polizei auf ca. 20 Mio.
    Sollten diese Menschen zu einem Teil einem libertär-patriotischen Rechtsgefühl verfallen und unser Grundgesetz ernst nehmen – au weia liebe Politiker. Davor haben „die“ Angst !


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