Rüffel! Der Nation, der elendigen!

Von deutschem Boden wollte nie wieder…!

Wir werden das vielleicht aber erst in 100 Jahren verstehen. Dann kann die Geschichtsschreibung wohlmöglich eine Sicht zulassen, die auch diese Epoche im Kontext des jahrhundertealten Spiels der lebensfeindlichen Kräfte mit seiner zur Versklavung herabgestuften Menschheit einordbar macht.

Obwohl wir nun über niedagewesene und vielleicht niemals wiederkommende Möglichkeiten des Informationsaustausches verfügen, sind es unsere vielleicht gerade deshalb überanspruchten Hirne, die wieder in entscheidenden Moment den Dienst quittieren. Der Mensch will wohl nach wie vor betrogen sein – das kollektive Schweigegebot hätte auch in Zeiten mündlichen Informationsübertragung nicht wirksamer ausfallen können. Er zelebriert wohl lediglich ihm moderner erscheinende Praktiken der Selbstverleugnung.

Ist es nicht aber bereits jetzt skuril, mit welchem unumstößlichen Selbstverständlichkeit wir noch immer glauben, mit Heben oder Senken des Daumens – je nach politischer Präferenz – der guten Absicht einen Dienst erwiesen zu haben? Wir uns wieder in den Zuschauerrängen wähnen, gar als Beobachter mit erkämpften Logenplatz uns sehen, wie wir uns dem Gemetzel der wilden Völker in der Arena – mit Sportsgeist, selbstverständlich – widmen.

Wir wissen doch eigentlich, dass es nicht um „Gaddafi“ – „Sadam“, „Hitler“ geht? Letzterer hatte nicht weniger den Segen von der damaligen Obertsen Moralischen Instanz, wie sie Erst- und Zweitgenannter von der heutigen hatten? Was hätten diese ohnehin verbrechen können, was unsere Führer noch nicht verbrochen haben oder wohl kalkulieren, es zu verbrechen? Alle blieben – und bleiben, wenn w i r es zulassen – bis der Bogen längst überspannt war, und das Volk zahlte wiederum, wie auch schon bei der Installation, immer reichlich mit seinem Blute. Die uns eingebläute Überheblichkeit – der auf allen Kanälen trompetende „unermessliche Zuwachs an Zivilisation und Demokratie“ macht unseren Geist scheinbar stumpf für das Naheliegenste. Es mag uns manchmal aufleuchten, wie lächerlich wichtig wir angestrengt-ernsthaft diskutieren, ob der oder der ein Diktator ist, ob dieser oder jener den Strick verdiente oder es moralisch rechtens sei, ihn als Führer einer Nation zu belassen – wenn der Intellekt unserer propagandagebleichten Hirne sich zuschalten zu müssen vermeint, legen wir schnell mental mit die Hand an. Und verbal, denn wir fühlen uns ständig gefragt – wie das ihr eigenes Schicksal selbstgestaltende Individuen ja auch gebührt.
Vielleicht ist es nur eine aus den vielen Tiefschlägen resultierende Eigensucht, die übern Tellerand hinaus sich schmollend zu denken verweigert. Der ein übermüdet gutgelauntes Plappern zwischen den Mahlzeiten entfährt wie ein Furz – sehr zum Schaden freilich der Anderen. Die jetzt bei der Erstellung von Nichtflugkorridoren ihr Leben lassen.
Zuersteinmal-ICH – welche Ideologie könnte hier wohl sonst hoffähig werden. Unsere allgemeine, nach Argumenten ringende Billigung des Mordens beim Nachbarn ist hoffentlich nicht gerade einsetzender biologischer – unterbewusster – Überlebensmechanismus zur Erhaltung der Art?

Dass der Gaddafi – doch besser Lybiens Führer bliebe – derart belehrt uns, anmaßende Mitgerechte, nun der Allergerechteste! Ob wir AlQuaida dem irren Despoten vorzögen – sind wir scheinbar aufgefordert, mit unseren Ge-Wissen abzumachen. (Quelle – [1] – unten). Wir verpacken das gut in unseren Zwiedenk, das zwischen dem Allergerechtesten und AlQuaida zu unterscheiden mag. Wir schlucken, und die Macher an unserer Statt schütteln sich vor Lachen über das Gesicht, was wir dabei ziehen.
Es geht dem politischen (soweit man pseudo-prinzipielles Inhaben und Ausführen von Überzeugungen so nennt) System wohl bereits wie dem monitären – das sich ja viel leichter, und dazu mit Gewinnchance, beobachten ließ: Immer mehr Lücken reißen auf, die mit Gewalt gestopft werden müssen, immer mehr hektische Verrenkungen sind notwendig, immer mehr dem gesunden Menschenverstand nicht mehr zugängliche Manöver, um das System aufrechtzuerhalten; auch der Bedarf an Machthabern kann inflationieren – muss inflationieren, je mehr das Reich sich ausdehnt; und dieser Schneeballeffekt wird uns noch härter tangieren als irgendwelche Manipulationen an ohnehin unwertem Geld.

Da wir wohl nur wenig Mitgefühl für das selbstverschuldete Elend Anderer aufbringen können – soll hier ein Gegenstand her – aus uns ereiltem Leid, zur gefälligen Identifikation: Vor wenigen hundert Jahren (es waren fünf) begingen unsere Vorfahren, verfolgt dafür von einem Dreiviertel des bekannten Planeten, bekriegt, verbrannt, verketzert bis zum heutigen Tag, die Größte Auszudenkende Sünde: Sie lehnten sich gegen das Dogma der Katholischen Kirche und ihrem unfehlbaren Repräsentanten Gottes auf Erden auf und ermöglichten uns damit sozusagen diesen wohltuenden Ungehorsam gegenüber einer bestenfalls frömmelnden, schlimmstenfalls im Blutrausch alles mit sich nehmenden Sekte, die lächelnde (vermeintliche – aber das ist ein anderes Thema) Vernachlässigbarkeit dieser Inquisition in unserem weiteren Leben. Unser moderner Westen nennt diese Supersünde nach einem halben Jahrtausend der Bedenkbarkeit wohl zu Recht noch immer den Anstoß zum Aufbruch Europas aus der Dunkelheit.

Eben solches könnte sich nun im islamischen Glauben anbahnen. Verschiedentlich – und aus nicht nur unbedarfter Überlegung heraus [2] – wird ohnehin von einer seit 30 Jahren sich abspielenden islamischen Revolution gesprochen; augenfällig viele Länder der Glaubensgemeinschaft könnten die gerade durchmachen. Selbst dem flüchtig Interessierten müsste inzwischen auffallen, dass wir es wohl mit zwei sich widerstreitenden Religionsauffassungen zu tun haben. Unsere Geheimdienste wissen diesen Zwiespalt sehr gut, für sich zu nutzen – wenn sie ihn nicht gar erst herbeiführten. Bahrain meldete vorgestern, eine „ausländisches Komplott“ gegen die Golfstaaten aufgedeckt und vereitelt zu haben [3]. Und auch in Lybien, wurde eben bekannt, waren lange vor Gaddafis angeblicher Aussetzer schon britische Geheimdienste am Werkeln.[4]

Gaben wir nicht immer gern die 600 Jahre einem Moslem vor, die seine Religion jünger ist, wenn wir den Stand seiner Zivilisierung veranschlagen wollten? Nun – im mittelalterlichen Islam könnte die Reformation begonnen haben? Wo die reine Lehre, Gottes Lehre – nenne man ihn auch Allah -, sich durchsetzen will gegen die unterdrückende der angemaßten Seinerstatt? Nun stehen vielleicht (erst) im Islam die Menschen auf gegen die Knechtung des Geistes und damit Knechtung allen Lebens? Was man hier meint – sie haben allen Grund. das verhießene Paradies nicht länger zu verhindern helfen. Was, genau, kann jegliches Eingreifen aus „Verantwortungsgefühl“ gerade unsererseits dabei erhellen? Wer mag wohl, zum Beispiel, die „Demokratie“ für sein Land wollen, die der Westen gerade vorlebt?

Wir haben unsere Zustimmung – speziell in Lybien – gut verschleiert [5][6]. Westerwelle hielt es gar für angesagt, einer vermeintlich wegen der Enthaltung beunruhigten Nation zu versichern, man stünde dennoch nicht isoliert da. Unsere Verbündeten wüssten schon…

Unseren „Feinden“ wird es demnach ja auch nicht entgangen sein? Wir blieben Zielscheibe – so oder so.

Die islamistische Inquisition nicht zuletzt wird wieder hocherfreut über uns sein – und ist sie ja, seit wir in Afghanistan wieder Segen spenden. Wir sind ihr bestes Argument.

In 100 Jahren werden wir das verstehen.
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gefunden:  Kommentator „m.“ auf alles-schallundrauch.blogspot.com, 23. März 2011, 21:30
„Ich hab mich schon einmal vergaloppiert. Damals sprach ein Seelen-Fischer von KZ’s in Jugoslawien….“ weiter dort
gefundenII: conspirare.net, „Krieg gegen Gadaffi -eine Bilderberg Idee?“: „…Andere scheinen die Antwort schon gefunden zu haben. Beispielsweise schreibt der Bilderberg Enthüllungs-Veteran Jim Tucker auf American Free Press: ”Die Bilderberger hoffen, dass bis zum Zeitpunkt ihres diesjährigen Treffens ein Teil ihrer Agenda – die mit der Agenda der „Trilateralen“ deckungsgleich ist – erreicht sein wird: Eine US-Invasion in Libyen, um das Chaos im Nahen Osten weiter anzuheizen und einem amerikanischen Angriff auf den Iran zugunsten Israels…“ mehr dort
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Anmerkungen, Quellen
[1] Gadaffi oder AlQuaida – „Es gibt nur Verlierer“ – Kopp-Nachrichten 22.3., bei min 1:40
[2] Interview mit Peter Scholl-Latour: „Iran – 30 Jahre Islamische Revolution“, ARTE; youtube 1/4
[3] Bahrain will einen Komplott gegen die Golfstaaten aufgedeckt und vereitelt haben – meldet Kopp-Nachrichten am 22. 3., ab min 4:20
[4] „Sondereinheiten des britischen Militärs sind nach FOCUS-Informationen offenbar bereits vor Wochen nach Libyen eingesickert. Sie erkunden dort strategische Ziele. Wie FOCUS aus Berliner Sicherheitskreisen erfuhr, sollen getarnte Teams des Special Air Service (SAS) und des Special Boat Service (SBS)…“ weiter in originaler Quelle, focus. de, Samstag, 19.03.2011, 09:32
[5] „Gedanken zur Zeit – 1949 – 20-03-11: Das peinliche Doppelspiel der Angela Merkel zwischen UN und Libyen-Militär-Gipfel in Paris…“ weiter bei jjahnke.net
[6] abendblatt.de, 21. März 2011, 15:00 Uhr „Berlin. Die Bundesregierung bereitet eine Ausweitung des Militäreinsatzes in Afghanistan vor…“ … weiter hier

Veröffentlicht in Balken im Auge. 4 Comments »

4 Antworten to “Rüffel! Der Nation, der elendigen!”

  1. A. H. Says:

    Über 60 Jahre konnte uns die alliierten Diebe und Verbrecher belügen und betrügen. Internet sei Dank, wird das alles bald ein Ende haben, und werden diesen Abschaum wie auch unsere Polit-Pest aus dem Lande jagen!
    Mit einer illegalen Partisanenarmee sind wir in Afghanistan. Und auch sonst ist fast alles nicht so, wie es scheint. Dieses Staats-what-so-ever-Ding steht kurz vor der ultimativen Enthüllung, und dann fliegen hier die Fetzen.

    Herr Görlitz‘ Thesen:
    Die Bundesrepublik Deutschland ist kein wirksamer Rechtsstaat.
    Wir leben in einer Parteiendiktatur, in der alle vier Jahre gewählt wird, aber das Ergebnis parteienübergreifend im Vorwege abgesprochen wird. Es kommt also nicht auf Wahlergebnisse an sondern auf Bündnisse, die von vornherein feststehen.
    Wir leben in einem Land, das seit dem 8. Mai 1945 unter Kriegsrecht steht.
    Wir haben nach wie vor keinen Friedensvertrag.
    Deutschland ist nach wie vor besetzt.
    Eine Vereinigung am 3. Oktober 1990 hat nie stattgefunden; juristisch wie völkerrechtlich ist sie unmöglich.
    Die Bundesrepublik Deutschland ist kein Staat, genauso wenig wie die DDR ein Staat gewesen ist. Beide sind zivile Selbstverwaltungskonstrukte, organisiert auf Geheiß der jeweiligen Besatzungsmächte.
    Die alliierten Siegermächte sind seit dem 8. Mai 1945 unverändert die politische und militärische Kraft, die hier auf deutschem Boden die Hoheitsgewalt ausübt.
    Das Kriegsvölkerrecht in Form der Haager Landkriegsordnung ist die höchste Rechtsnorm, die Gültigkeit auf deutschen Boden besitzt.
    (ab Minute 7 ca.) http://vimeo.com/5506711

    • blechtrommler Says:

      Die Besetzung – nach der Haager Landkriegsordnung selbst wohl sogar widerrechtlich (weil zeitlich überzogen?) – ist der Krebsschaden, jawohl; und bis das nicht in Ordnung ist, sind wir Manövriermasse, und gehen gefälligst überall hin! Möcht‘ auch gar nicht glauben, dass uns die Show unserer Enthaltung nur 300 Mann Aufstockung in Afghanistan gekostet hat, zumal ich ja glaubte, CDU (und deren Machterhalt) sei ohnehin nicht mehr der Favorit bei den Weltenlenkern. Aber vielleicht soll auch nur ein Gegengewichr zu GRÜN erhalten bleiben, um die noch bisschen weicher zu klopfen (wenn das überhaupt noch geht). Vorausgesetzt, es gibt überhaupt einen Widerstand im Volk gegen „die Beseitigung des Despoten“.
      Lachhaft – solches Ansinnen gerade von uns! Wie im finsteren Mittelalter spekulieren wir noch immer, was der Fürst so planen mag – ohne Anspruch auf Aufklärung. Gerade wir sollten in die Welt ziehen, um ihr Demokratie zu lehren!
      Danke für den Kommentar. Man muss es immer wieder sagen…

  2. Witok Says:

    Vielleicht darf sich D ja auch zugestandener Maßen aus Libyen raushalten. Aus Ausgleich dafür garantieren die deutschen Parteien ein mit dem Dollar synchronisiertes transatlantisches Gemeinschafts-Absaufen. D trägt nämlich mit den seit Euro Einführung geleisteten und noch zu leistenden Transfers nach PIGS-Europa eine mit den US-Kriegen vergleichbare Finanzlast. Da sind bereits Billionen geflossen – und täglich werden es mehr.

    • blechtrommler Says:

      Unser Gold liegt auch „gesichert“ in Fort Knox – das hat Berlin bereits abgeschrieben. Dann zahlen wir fleißig Kriegsschuld ab – wir können nur am Gängelband überleben, das ganze Projekt (Nachkriegs-) Deutschland kann nur mit diktatorischen Statthaltern funktionieren, und schon deshalb können wir uns „Volksentscheide“ – plebiszitäre Demokratie – nicht leisten. (Sorry, war schon wieder halb beim Wahlkampf um den Landtag Baden-Wü. Dort locken die Grünen mit so klingenden, verschwiemelt getexteten, Heilsversprechen.)


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