Vorsatz

Willkommen, willkommen also in einem weiteren Jahr – und da wir erfahrungsgemäß mit Jahreswechsel nichts verbinden können als den anfangs gelegentlichen Verschreiber am Ende der Datumsangabe: Willkommen zu weiteren 12 Monaten, 52 Wochen, 365 Tagen.

Mancher mag sich gegen das anbrechende Chaos in „seinem“ Leben mit Vorsätzen für dieses „neue“ Jahr gewappnet haben; er wird – hat er in der „erhöhten Schicksaalsträchtigkeit unserer neuen Zeit“ diese am Ende nicht aus den Augen verloren – sich besser der allgemeinen Auffassung über die Fülle des Nicht-Änderbaren anschließen. Dass er glücklich wird und vergisst, was für all die anderen offensichtlich doch auch nicht zu ändern ist, sei ihm gewünscht.

Die meisten werden weitergrübeln, Alternativen durchdenken, Lebenspläne umstoßen, beruflich umdisponieren, zunehmend in ihrem Kopf sein, ganztagsbeschäftigt mit Kalkulationen. Vermehrt Essentielles aus den Blick verlieren. Familie, Freunde, die Gesundheit an Leib und Seele, und endlich, Wrack ihrer selbst, die Erklärung haben für das ewige Missgeschick.

Nur den wenigsten, wohl auch wieder in diesem Jahr, wird gewahr werden, dass, wie es ein deutscher Soziologe ausdrückte, es kein „richtiges Leben im falschen“ gibt – geben kann.

Vielleicht erreichen wir ja in diesem Jahr den Punkt, dass unser Bewusstsein höher als das unserer Peiniger wird. Wahr wird sich auch weiterhin als wahr herausstellen, auch wenn die Wahrheit bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wird; als falsch wird sich auch weiterhin erweisen, was, auf einem Berg von Lügen und Unwahrheiten basierend, uns als richtig hingestellt wurde. Unser Sehnen ist tausende von Jahre alt, und auch den Pervertierten ist es „in die Gene“ geschrieben. Sie unternehmen Unmenschliches, es zu unterdrücken. Manch einer dort wird sich wünschen, am Tanz der Teufel nie teilgenommen zu haben.
Dem Gewissen nach – wissen wir alle „instinktiv“, was richtig – rechtens – ist?

Wegen ihrer Restmenschlichkeit kennen die Pervertierten die beiden Seiten der Medaille – und werden uns so immer einen Schritt voraus sein, wenn es zum Krieg der Interessen kommt. (Dass der nicht ausbleiben kann, wenn er nicht bereits in vollem Gange ist, wird hoffentlich einer geraumen Menge klar, wenn zur Wahrung der Regeln der Pervertierten sich unser Exitus selbst als die einzig nachhaltige Handlungsweise herausstellt.) Dass uns deren Intentionen unbekannt scheinen, liegt wieder nur an unserer grundsätzlichen Güte – die wir gar keine Veranlassung sehen, sie bei allen anderen, auch bei „denen dort oben“, nicht vorauszusetzen.

Dabei unterliegen wir einem ganz einfachen Denkschema, halten uns aber für überfähig, anders als unsere ungebildeten Vorfahren etwa, zu wissen, was Wahrheit ist. Dass die Niedertracht diese Entwicklung ebenfalls gegangen ist, ihre Waffen ebenfalls auf den neuesten Stand sind, halten wir für undenkbar.

„Undenkbar“. „Gedankenverbrechen“. „Verschwörungstheorie“ – schlagen es ihm auch gleich alle um die Ohren, wer auch nur vorgibt, am Lack der verlautbarungsgeschönten Weltbilder kratzen zu wollen. Wir wollen hier fürs neue Jahr wenigstens als Vorhaben ausgeben, alles für möglich, keinen Denkansatz für unwürdig, keine Meinung als widerlegt anzusehen, die uns bei Bewältigung des ersten, schlimmsten Chaos‘ auch nur einen Millischritt weiterbringt.

Ein frohes „2013“!

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