Rüffel! Der Nation, der elendigen!

Von deutschem Boden wollte nie wieder…!

Wir werden das vielleicht aber erst in 100 Jahren verstehen. Dann kann die Geschichtsschreibung wohlmöglich eine Sicht zulassen, die auch diese Epoche im Kontext des jahrhundertealten Spiels der lebensfeindlichen Kräfte mit seiner zur Versklavung herabgestuften Menschheit einordbar macht.

Obwohl wir nun über niedagewesene und vielleicht niemals wiederkommende Möglichkeiten des Informationsaustausches verfügen, sind es unsere vielleicht gerade deshalb überanspruchten Hirne, die wieder in entscheidenden Moment den Dienst quittieren. Der Mensch will wohl nach wie vor betrogen sein – das kollektive Schweigegebot hätte auch in Zeiten mündlichen Informationsübertragung nicht wirksamer ausfallen können. Er zelebriert wohl lediglich ihm moderner erscheinende Praktiken der Selbstverleugnung.

Ist es nicht aber bereits jetzt skuril, mit welchem unumstößlichen Selbstverständlichkeit wir noch immer glauben, mit Heben oder Senken des Daumens – je nach politischer Präferenz – der guten Absicht einen Dienst erwiesen zu haben? Wir uns wieder in den Zuschauerrängen wähnen, gar als Beobachter mit erkämpften Logenplatz uns sehen, wie wir uns dem Gemetzel der wilden Völker in der Arena – mit Sportsgeist, selbstverständlich – widmen.

Wir wissen doch eigentlich, dass es nicht um „Gaddafi“ – „Sadam“, „Hitler“ geht? Letzterer hatte nicht weniger den Segen von der damaligen Obertsen Moralischen Instanz, wie sie Erst- und Zweitgenannter von der heutigen hatten? Was hätten diese ohnehin verbrechen können, was unsere Führer noch nicht verbrochen haben oder wohl kalkulieren, es zu verbrechen? Alle blieben – und bleiben, wenn w i r es zulassen – bis der Bogen längst überspannt war, und das Volk zahlte wiederum, wie auch schon bei der Installation, immer reichlich mit seinem Blute. Die uns eingebläute Überheblichkeit – der auf allen Kanälen trompetende „unermessliche Zuwachs an Zivilisation und Demokratie“ macht unseren Geist scheinbar stumpf für das Naheliegenste. Es mag uns manchmal aufleuchten, wie lächerlich wichtig wir angestrengt-ernsthaft diskutieren, ob der oder der ein Diktator ist, ob dieser oder jener den Strick verdiente oder es moralisch rechtens sei, ihn als Führer einer Nation zu belassen – wenn der Intellekt unserer propagandagebleichten Hirne sich zuschalten zu müssen vermeint, legen wir schnell mental mit die Hand an. Und verbal, denn wir fühlen uns ständig gefragt – wie das ihr eigenes Schicksal selbstgestaltende Individuen ja auch gebührt.
Vielleicht ist es nur eine aus den vielen Tiefschlägen resultierende Eigensucht, die übern Tellerand hinaus sich schmollend zu denken verweigert. Der ein übermüdet gutgelauntes Plappern zwischen den Mahlzeiten entfährt wie ein Furz – sehr zum Schaden freilich der Anderen. Die jetzt bei der Erstellung von Nichtflugkorridoren ihr Leben lassen.
Zuersteinmal-ICH – welche Ideologie könnte hier wohl sonst hoffähig werden. Unsere allgemeine, nach Argumenten ringende Billigung des Mordens beim Nachbarn ist hoffentlich nicht gerade einsetzender biologischer – unterbewusster – Überlebensmechanismus zur Erhaltung der Art?

Dass der Gaddafi – doch besser Lybiens Führer bliebe – derart belehrt uns, anmaßende Mitgerechte, nun der Allergerechteste! Ob wir AlQuaida dem irren Despoten vorzögen – sind wir scheinbar aufgefordert, mit unseren Ge-Wissen abzumachen. (Quelle – [1] – unten). Wir verpacken das gut in unseren Zwiedenk, das zwischen dem Allergerechtesten und AlQuaida zu unterscheiden mag. Wir schlucken, und die Macher an unserer Statt schütteln sich vor Lachen über das Gesicht, was wir dabei ziehen.
Es geht dem politischen (soweit man pseudo-prinzipielles Inhaben und Ausführen von Überzeugungen so nennt) System wohl bereits wie dem monitären – das sich ja viel leichter, und dazu mit Gewinnchance, beobachten ließ: Immer mehr Lücken reißen auf, die mit Gewalt gestopft werden müssen, immer mehr hektische Verrenkungen sind notwendig, immer mehr dem gesunden Menschenverstand nicht mehr zugängliche Manöver, um das System aufrechtzuerhalten; auch der Bedarf an Machthabern kann inflationieren – muss inflationieren, je mehr das Reich sich ausdehnt; und dieser Schneeballeffekt wird uns noch härter tangieren als irgendwelche Manipulationen an ohnehin unwertem Geld.

Da wir wohl nur wenig Mitgefühl für das selbstverschuldete Elend Anderer aufbringen können – soll hier ein Gegenstand her – aus uns ereiltem Leid, zur gefälligen Identifikation: Vor wenigen hundert Jahren (es waren fünf) begingen unsere Vorfahren, verfolgt dafür von einem Dreiviertel des bekannten Planeten, bekriegt, verbrannt, verketzert bis zum heutigen Tag, die Größte Auszudenkende Sünde: Sie lehnten sich gegen das Dogma der Katholischen Kirche und ihrem unfehlbaren Repräsentanten Gottes auf Erden auf und ermöglichten uns damit sozusagen diesen wohltuenden Ungehorsam gegenüber einer bestenfalls frömmelnden, schlimmstenfalls im Blutrausch alles mit sich nehmenden Sekte, die lächelnde (vermeintliche – aber das ist ein anderes Thema) Vernachlässigbarkeit dieser Inquisition in unserem weiteren Leben. Unser moderner Westen nennt diese Supersünde nach einem halben Jahrtausend der Bedenkbarkeit wohl zu Recht noch immer den Anstoß zum Aufbruch Europas aus der Dunkelheit.

Eben solches könnte sich nun im islamischen Glauben anbahnen. Verschiedentlich – und aus nicht nur unbedarfter Überlegung heraus [2] – wird ohnehin von einer seit 30 Jahren sich abspielenden islamischen Revolution gesprochen; augenfällig viele Länder der Glaubensgemeinschaft könnten die gerade durchmachen. Selbst dem flüchtig Interessierten müsste inzwischen auffallen, dass wir es wohl mit zwei sich widerstreitenden Religionsauffassungen zu tun haben. Unsere Geheimdienste wissen diesen Zwiespalt sehr gut, für sich zu nutzen – wenn sie ihn nicht gar erst herbeiführten. Bahrain meldete vorgestern, eine „ausländisches Komplott“ gegen die Golfstaaten aufgedeckt und vereitelt zu haben [3]. Und auch in Lybien, wurde eben bekannt, waren lange vor Gaddafis angeblicher Aussetzer schon britische Geheimdienste am Werkeln.[4]

Gaben wir nicht immer gern die 600 Jahre einem Moslem vor, die seine Religion jünger ist, wenn wir den Stand seiner Zivilisierung veranschlagen wollten? Nun – im mittelalterlichen Islam könnte die Reformation begonnen haben? Wo die reine Lehre, Gottes Lehre – nenne man ihn auch Allah -, sich durchsetzen will gegen die unterdrückende der angemaßten Seinerstatt? Nun stehen vielleicht (erst) im Islam die Menschen auf gegen die Knechtung des Geistes und damit Knechtung allen Lebens? Was man hier meint – sie haben allen Grund. das verhießene Paradies nicht länger zu verhindern helfen. Was, genau, kann jegliches Eingreifen aus „Verantwortungsgefühl“ gerade unsererseits dabei erhellen? Wer mag wohl, zum Beispiel, die „Demokratie“ für sein Land wollen, die der Westen gerade vorlebt?

Wir haben unsere Zustimmung – speziell in Lybien – gut verschleiert [5][6]. Westerwelle hielt es gar für angesagt, einer vermeintlich wegen der Enthaltung beunruhigten Nation zu versichern, man stünde dennoch nicht isoliert da. Unsere Verbündeten wüssten schon…

Unseren „Feinden“ wird es demnach ja auch nicht entgangen sein? Wir blieben Zielscheibe – so oder so.

Die islamistische Inquisition nicht zuletzt wird wieder hocherfreut über uns sein – und ist sie ja, seit wir in Afghanistan wieder Segen spenden. Wir sind ihr bestes Argument.

In 100 Jahren werden wir das verstehen.
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gefunden:  Kommentator „m.“ auf alles-schallundrauch.blogspot.com, 23. März 2011, 21:30
„Ich hab mich schon einmal vergaloppiert. Damals sprach ein Seelen-Fischer von KZ’s in Jugoslawien….“ weiter dort
gefundenII: conspirare.net, „Krieg gegen Gadaffi -eine Bilderberg Idee?“: „…Andere scheinen die Antwort schon gefunden zu haben. Beispielsweise schreibt der Bilderberg Enthüllungs-Veteran Jim Tucker auf American Free Press: ”Die Bilderberger hoffen, dass bis zum Zeitpunkt ihres diesjährigen Treffens ein Teil ihrer Agenda – die mit der Agenda der „Trilateralen“ deckungsgleich ist – erreicht sein wird: Eine US-Invasion in Libyen, um das Chaos im Nahen Osten weiter anzuheizen und einem amerikanischen Angriff auf den Iran zugunsten Israels…“ mehr dort
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Anmerkungen, Quellen
[1] Gadaffi oder AlQuaida – „Es gibt nur Verlierer“ – Kopp-Nachrichten 22.3., bei min 1:40
[2] Interview mit Peter Scholl-Latour: „Iran – 30 Jahre Islamische Revolution“, ARTE; youtube 1/4
[3] Bahrain will einen Komplott gegen die Golfstaaten aufgedeckt und vereitelt haben – meldet Kopp-Nachrichten am 22. 3., ab min 4:20
[4] „Sondereinheiten des britischen Militärs sind nach FOCUS-Informationen offenbar bereits vor Wochen nach Libyen eingesickert. Sie erkunden dort strategische Ziele. Wie FOCUS aus Berliner Sicherheitskreisen erfuhr, sollen getarnte Teams des Special Air Service (SAS) und des Special Boat Service (SBS)…“ weiter in originaler Quelle, focus. de, Samstag, 19.03.2011, 09:32
[5] „Gedanken zur Zeit – 1949 – 20-03-11: Das peinliche Doppelspiel der Angela Merkel zwischen UN und Libyen-Militär-Gipfel in Paris…“ weiter bei jjahnke.net
[6] abendblatt.de, 21. März 2011, 15:00 Uhr „Berlin. Die Bundesregierung bereitet eine Ausweitung des Militäreinsatzes in Afghanistan vor…“ … weiter hier

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Terror, demokratisch gewählt

So tragisch – in vielerlei Hinsicht – der Mordanschlag in Frankfurt ist – während der medialen Nachbetrachtung dazu fiel mir ein Witz ein.

Denn – eines der umtriebigsten Terroristennester hat sich ja wohl in der Hautstadt selbst festgesetzt? Wird nicht von dort aus Frustration, Demoralisierung, Verdummung, Verarmungung, Entnationalisierung, Dezimierung und Verrohung der Nation betrieben – bestes Fluidum für die Suche nach Schuld anderswo? Dort wurde unsere Teilnahme am Terror gegen unschuldige Völker wiedergeboren? Dort wird sie weiterhin gedeckt, verharmlost, bestritten? In der halben Welt Verachtung für uns geschürt?
Dort werden komplette Religionsgemeinschaften zu Feinden gestempelt? Dort werden Gesetze erlassen, die die Zuwanderung dieser vermeintlichen Feinde befördern – zum Zwecke ja wohl, dass diese Feindschaft eines Tages wahrhaftig entstünde? Dort wird mit dem Faschismus geklüngelt? Dort wird ihm freimütig dieses Land als Operationsbasis überlassen? Dort werden wir als Kanonenfutter an ihn ausgehändigt?

Ach so – der „Witz“; dass Sie auch noch lachen können:
Patient, stationär: „Herr Doktor – der Patient im Nebenbett! Jammert und röchelt und stöhnt und hat Erstickungsanfälle – ich bekomm keine Auge zu! Gesund werde ich da nicht! Verstehen Sie mich nicht falsch – aber gehört der nicht aufs Sterbezimmer?
Doktor: „Das – das ist das Sterbezimmer!“

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Stuttgart, Stuttgart und kein Ende

In der Hoffnung, hier bereits vermisst worden zu sein und mit der Befürchtung, vermeintliche Stammleser zu verlieren, unterbreche ich kurz die hauptsächliche Beschäftigung der letzten drei Monate und wende mich meinem blog zu – freilich auch mit der Intention, über das Ausbleiben von Artikeln hier Rechenschaft abzulegen und das Interesse meiner Leser auf eben dieses Medium zu richten, dem ich im letzten Vierteljahr zugearbeitet habe.

Wie ich letztens in einem Artikel schrieb, interessierte mich das Geschehen um den Stuttgarter Hauptbahnhof. Das begann mit dem massiven Polizeieinsatz am 30. September 2010 gegen die Stuttgarter Bürger, die ihren Unwillen gegen das Projekt Stuttgart 21 ausdrücken wollten. In der Folge wurde ein Faktenschlichtungsausschuss einberufen, dessen acht Sitzungstage per Television öffentlich gemacht wurden – als „einmaliges, nie dagewesenes demokratisches Experiment in Deutschland“ mit Vorschusslorbeeren beschenkt, der Leser erinnert sich vielleicht noch: Je sieben Vertreter beider Lager – sowohl der Befürworter als auch der Gegner des Projekts Stuttgart 21 – sollten unter der Leitung von Heiner Geißler, dem „erfolgreichen“ Schlichter einstiger Tarifverhandlungen bei der Bahn – „alle Fakten auf den Tisch“ legen und diese „auf Augenhöhe“ gegeneinander abwägen.

Wenn vielleicht auch nie in der Illusion, dass dieser späte Versuch erster Demokratie nun direkt zu den Umwälzungen des Missverhältnis zwischen Bürger und Staat führen würden, und erst recht nicht in der Annahme, dass „die Schlichtung“ etwas anderes war als der Versuch der Finanz- und „Mandats“- Mächtigen, die revolutionären Wogen in Deutschland zu glätten, war mir die auf den Schwarzen Donnerstag folgende Beschäftigung mit den Hintergründen des Bahnhofumbaus Anlass genug, diesen ganztägigen Übertragungen aus dem Stuttgarter Rathaus zu folgen – die acht Tage Schlichtung, das sei hier sparsamst konstatiert, zeigten in noch erbärmlicherer Weise den Verlust des Mitbestimmungsrechts des Volkes und die Übernahme der Macht von finanz- und finanzpolitischer Gewalt auf.

Bei meinem Beschäftigung mit den Hintergründen stieß ich etwas später auf „Stuttgart-21-wikiwam“ – eine Internetseite, die, nach dem Muster „Wikipedia“, bestrebt ist, alle Informationen zu Stuttgart 21 zu sammeln. Dem Leser dort soll es bald möglich sein, unter diesem Wust von Informationen dezidiert auf bestimmte Themen zugreifen zu können.

Hier werden auch 1:1-Wortprotokolle der Schlichtungen – Mitschriften des dort Gesagtem – eingestellt, und bald soll der Leser mittels thematischer Links auch zu bestimmte Passagen der Schlichtung, thematischen Zusammenhängen – kurz: über ein Meer an ihn noch nicht erkennbarer Zusatzinformation und Desinformation sicher von Insel der Erkenntnis zu Insel der Erkenntnis gelots werden, und sich dabei allmählich einen Gesamteindruck verschaffen können – acht Tage Schlichtung – über 70 Stunden reine Zeit – Sie ahnen es, auch mit Ihrem Wissen um die Akteure dort – ein zäher Sumpf, in dem der Orientierungswillige schnell steckenbleibt!
Dabei ist die Schlichtung, und gerade wegen ihrer Öffentlichkeit, ein guter Indiz für die, ich möchte es so nennen, Refeudalisierung des politischen Systems – neben ihrer Funktion freilich, auch noch in 10 Jahren ein verfügbares und beweiseerbringendes Dokument zu sein, wenn es auf die Bewertung der Früchte ankommen sollte, die mit der Umgestaltung des Bahnhofs in Stuttgart – unter Erbringung gewaltiger öffentlicher Gelder in einer als krisenähnlich zu bezeichnenden Zeit – einst versprochen worden.

Gar nicht kleingeredet werden soll die Schlichtung als Beweislast für die, die nun, nachdem sich die „Gewinnerseite“ nicht einmal an die minimalisten, wenngleich indiskutabel unzureichenden „Vereinbarungen“ hält, die nach der Schlichtung als Auflagen für den Weiterbau kursierten und unter dem schönen Namen S-21-plus die Gemüter besänftigten, wieder zum Mittel der öffentlichen Auflehnung greifen (am. 8. Februar zeigte Stuttgart mit der 62. Montagsdemonstration gegen Stuttgart 21 (video) das Ende seiner kurzen politischen Winterruhe an – s. dazu Richtigstellung unten!)).

So hab ich mich also in vergangener Zeit hauptsächlich dem „ersten deutschen Demokratie-Experiment“ gewidmet – Textprotokolle von den Schlichtungen geschrieben, wikiwam erfreut beim Wachsen zugesehen und einen gewissen Anteil daran zu haben.

Zur Erforschung der Wahrheit bedarf es notwendig der Methode – so zitiert einer der Betreiber dort den Philosophen Descartes.

Nun wollte ich also Ihr Augenmerk auf dieses Portal lenken – seien Sie an Mitarbeit interessiert oder an Informationen über S 21.

Link zu Stuttgart-21-wikiwam

RICHTIGSTELLUNG: 22. 2. 2011, 6:00 – Soeben lese ich auf  der Seite der „Parkschützer“, die Demo am 8. 2. war keineswegs, wie von mir behauptet, die erste dieses Jahr. Bereits am 10. Januar gab es  – die 58. – Montagsdemonstration gegen S 21 – und somit auch nicht die von mir behauptete Winterruhe.

Kopiert bei parkschuetzer.de:

  • Antonio Landsberger am Freitag, 07. Januar 2011, 13:42 Uhr

    Bei der ersten Montagsdemo im neuen Jahr – der 58. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 am 10.01.2011 um 18 Uhr
    auf dem Arnulf-Klett-Platz (direkt vor dem Hauptbahnhof) sprechen Dr. Brigitte Dahlbender (BUND), der Regisseur
    Volker Lösch und die kultige Frau Kächele. Für heiße Musik sorgt das Frimfram Collective:
    Thorsten Krill (Schlagzeug), Jo Ambros (Gitarre), Ekkehard Rössle (Saxophon) und Veit Hübner (Bass).

    Die Moderation übernehmen die grünen Stadträtinnen Thekla Walker und Anna Deparnay-Grunenberg.

    Die Rede- und Musikbeiträge der vergangenen Montagsdemos können Sie auf der Seite www.kopfbahnhof-21.de
    unter der Rubrik Nachlese auf der Startseite anhören bzw. anschauen.

    Rückfragen an: Gangolf Stocker (Leben in Stuttgart), fon 0172/95 00 948
    Gerhard Pfeifer (BUND), fon 0711/61970-40
    Irmela Neipp-Gereke (Grüne), fon 0174/2041288

    Dem Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 gehören an:

    Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
    Bündnis 90 / Die Grünen
    Die Linke
    Gewerkschafter gegen Stuttgart 21
    Leben in Stuttgart – Kein Stuttgart 21 e.V.
    Parkschützer
    PRO BAHN e.V.
    SÖS
    Stiftung Architekturforum Baden Württemberg
    Verkehrsclub Deutschland e.V.

Zitat Ende

Update: Jutta Ditfurth über die Rolle der Grünen bei S 21 – Auszüge ihres Buches als Vorabdruck bei „Junge Welt“

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Die Masken fallen

– und die Lügen stellen sich gegenseitig immer kürzere Beine

Zwei Meldungen der letzten Tage, die sehr deutlich belegen, dass die hauptsächlichen politischen und militärischen Aktivitäten des vergangenen Jahrzehnts – genannt der „Kampf gegen den Terror“ –  lediglich einen Vorwand darstellen:

Es ist noch keine Jahrzehnt her – vergangenes Wochenend gedachte die Welt des 9. Jahrestags – dass das Morgenland, soviel war damals schnell klargemacht worden, sich in einem beispielslos barbarischen und heimtückischen Terrorakt gegen die freie, westliche Welt erhob und diese damit in die Pflicht nahm, von heute auf morgen ihr liberales, „gutmenschliches“ Denken und Gebahren aufzugegen und sich hinter seit dem „Kalten Krieges“ zwischen den kapitalistischen und kommunistischen Lagern für unnötig gehaltene Sicherheitsvorkehrungen verstecken musste – bei Strafe, so ergaben die Analysen dann auch schnell, ihrer Auslöschung.

Die Rädelsführer und Auftraggeber hinter den außerordentlich erfolgreichen Anschläge auf das World Trade Center, des für bis dahin unmöglich gehaltenen auf das bestgesichertste der Welt – den Hauptsitz des Verteidigungsministeriums der Supermacht USA – und dem nur im letzten Moment vereitelten auf deren Regierungssitz hinter einer wildgewordenen Bande religiöser Fanatiker waren schon einige Minuten später bekannt: Der Terrrorakt am 11. September 2001 ging von Saudi Arabien aus, vom bisher der Welt wenig bekannten, den USA-Geheimdiensten offensichtlich unterschätzten Filius einer dort ansässigen „Familie Bin Laden“, und viele übersahen dabei die langjährige Partnerschaft in geschäftlichen und politiksteuernden Dingen der US-Administration und dieser Familie Bin Laden, deren Mitglieder sogar am Tag der Anschläge selbst, wie wenig später, als man wissen wollte, wer denn da nach Ausrufung des allgemeinen Flugverbotes noch per Flugzeug das Land verlassen hatte, bekannt wurde, zu Besuch bei höchsten Kreisen der USA weilten.

Die Welt hat seitdem nicht geschlafen; nachdem Fassungslosigkeit und Trauer sich gelichtet und die lähmende Angst gewichen war, kamen Fragen auf über die mit den einsetzenden Schlachten gegen den Terrorismus nun Tatsache gewordenen Fakten – nicht zuletzt die Ausdehnung des Krieges bei offenbar mittels Lügen und Verschwörung us-amerikanischer und alliierter Politiker konstruierter Verwicklungen unbeteiligter  Staaten, die halbherzige Verfolgung des Erzfeindes der Freiheit Osama Bin Laden, die bei näherer Betrachtung an Plausibilität abnehmenden offiziellen Rekonstruktions- und Untersuchungsergebnisse der Hergänge am 11. September. Heute können es sich selbst dem Machtetablissement hörige Medien nicht mehr leisten, an den offiziellen Erklärungen über die Geschehnisse am 11. September – den Dreh- und Angelpunkt der rücklaufigen Demokratie weltweit – einen guten Faden zu lassen.

Je mehr Zeit die Aggressoren für ihre seit Jahrhunderten geplante Vergewaltigung der Welt benötigen, umsomehr wendet die sich gegen sie; und wenn sie auch, gerade auf Grundlage dieses selbstgemachten „Tag X“, die Welt mit unzähligen Scheinproblemen überzogen – was freilich, und auch dem soll hier gedacht werden, tausenden Unschuldigen Tod, Krieg und Verzweiflung brachte und wohl noch einige Zeit bringen wird – um die Menschheit vorübergehend einigermaßen erfolgreich von gesunder Verstandestätigkeit abzuhalten, können sie die notwendigen Karenzzeiten für das Vergessenlassen nicht mehr einhalten. Immer, wenn sie hofften, genug Gras angewiesen zu haben über die Sache zu wachsen, kamen die vermeintlichen Schafe, die nun erwachende Menschheit daher, um es umso gründlicher abzufressen. Mittlerweile schlägt ihnen bereits im eigenen Terror-Nest die Bevölkerung ihre Lügen um die Ohren, und so beschloss die US-Administration um den „Friedens“ – Nobelpreisträger Obama noch auf diesem gefährlich dünnem Eis stehend eilends unlängst den bisher größten Waffendeal in der Geschichte des Landes: Der Empfänger ist nicht nur ein Staat, der vielen und vor allem der hervorgehobenen demokratischen Kriterien der zivilisierten westlichen Welt Hohn spottet – und damit einen ersten Platz auf der Hitliste der angemaßten Demokratieeinpeitscher verdient hätte – weit vor Nordkorea, Cuba oder dem Iran zum Beispiel – in unmittelbarer Nähe zu den Herrschern findet sich auch eine der reichsten und einflussreichsten des Landes – die Familie Bin Laden.

Das berührt auch eine weitere Entwicklung, die eben durch die Medien ging und unseren Belangen etwas näher ist.
Bis gestern noch stritten wir über die Notwendigkeit deutscher „Friedens“einsätze der Bundeswehr; wir sind  in Afghanisten, am Horn von Afrika, im Mittelmeer unter Waffen, bilden in Kuweit und in den Vereinigten Arabischen Emiraten Polizei und Soldaten für den Irak aus. Alle diese Einsätze werden von unserer Administration mit der Notwendig- und Selbstverständlichkeit auch unserer Teilnahme am Kampf gegen den Terror begründet; und auch hier scheint die Zeit zu drängen, denn hieß es jüngst noch, für die Fülle unserer Aufgaben ist die Bundeswehr schier überfordert und ließ eine Studie, gefertigt vom Generalinspekteur der Bundeswehr und vorgelegt von Guttenberg, das ganze Gegenteil erwarten, kann nun auf einmal die Wehrpflicht sogar ganz ausgesetzt werden – begründet mit dem wenig nachvollziehbaren Argumenten, die finanzielle Lage der Bundeswehr erfordere dies. Aber spätestens hier wird klar: Mit „Sicherheitspolitik“ – sollte überhaupt jemals ein deutscher Soldat zur Sicherheit seines Landes und Volkes ausgerückt sein – hat das nichts mehr zu tun. Es ist dieser Schritt auf eine „Freiwilligen“-Armee zu der Anfang des Aufbaus einer deutschen Söldnerarmee – wohl nur eine solche darf der Nichtstaat BRD überhaupt entsenden – und dürfte schon jetzt, im von unseren Administratoren vorbereiteten und erfolgreich durchgeführten Hinunterfahren der Überlebensfähigkeit unseres Landes mit einigen Interessenten rechnen, die sich vom Soldatenhandwerk einigermaßen Einkommen ausrechnen.  Eindeutig im Trend westlicher Privatisierung des Terrors läge sie allemal.

………..
Anhang:
Die Geschäftsverbindungen
Bush – Bin Laden, von Gerhard Piper

Im Mittelpunkt der Presseberichterstattung steht z.Zt. der Krieg der USA gegen die Taliban und Osama Bin Laden in Afghanistan. Kaum Beachtung finden dagegen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Familie Bush in den USA und der Familie Bin Laden in Saudi-Arabien. Teilweise wurden diese Verbindungen persönlich geknüpft, zum Teil bestanden indirekte Geschäftskontakte über Mittelsmänner. Im Mittelpunkt stehen die Carlyle Group und die Bank of Credit and Commerce International (BCCI)
Familie Bush – Alte Traditionen verpflichten
Die Familie Bush machte ihr Vermögen während des Zweiten Weltkrieges dank ihrer geschäftlichen Beziehungen zu den Nazis. Der Großvater des amtierenden US-Präsidenten, Prescott S. Bush, half den Deutschen bei der Beschaffung wichtiger Rohstoffe und von Bankkrediten für die deutsche Kriegswirtschaft, insbesondere dem Rüstungskonzern von Fritz Thyssen. (1) Schon 1936 waren Geschäftsverbindungen zum „Dritten Reich“ geknüpft worden, an die Bushs den Aufbau von Hermann Görings Reichsluftwaffe unterstützten. weiter hier

Von Dirk Gerhardt aka Sitting-Bull
Eine kritische Betrachtung zu: „Der 11. September – Die wahre Geschichte“
…Bin Laden wurde als Ersatz für ein Mitglied der saudischen Regierungs-Prinzenfamilie nach Afghanistan entsendet, um deren inoffizieller Vertreter dort zu sein. *24 Die Verbindungen zwischen dem genannten Saud Al-Faisal (langjähriger GID-Geheimdienstchef und auch schon Vertreter Saudi-Arabiens in den USA *25) und dem Bush-Clan werden ausführlich in verschiedenen Büchern behandelt, u.a. im o.g. „House of Bush- House of Saud“ (vgl. *23), aber auch in „Family of Secrets“ von Russ Baker *26 Interessant an dieser Stelle: Es gibt diverse Berichte darüber, dass Osama bin Laden CIA-Agent mit Decknamen „Tim Osman“ wurde. *27, vielleicht, als er bei einer seiner Reisen selbst mal die USA. weiter z. B. hier und Teil II z. B. hier

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Coming Home

– es gibt kein richtiges Leben im falschen

Die Angst ist die Flamme unserer Zeit
und die wird fleißig geschürt.
Sie verbrennen dich mit ihren Zungen und ihrer Ignoranz
dicke freundliche Herren
bitten per Television zur Jagd.
Tausende
zum Feindbild verdammt
halten sich fürs Exil bereit.

Die Schlupfwinkel werden knapp, Freunde.

Höchste Zeit
aufzustehn!

 Konstantin Wecker - aus "hexeneinmaleins"

Fast jeder kennt einen; einen Beneideten, der es geschafft hat in den vergangenen 30, 40 Jahren den vermeintlichen Segnungen der Zivilisation den Rücken gekehrt zu haben und in ein Land ausgewandert zu sein, dass wir anderen nur aus dem Urlaub kennen. Der unter Palmen am Meer unter dreivierteljährlich scheinender Sonne ein sorgenfreies Leben führt, der braungebrannt und agil hier hin und wieder vorbeischaut, uns zum Hohn, wie uns scheinen möchte, und sich schon wieder auf die Rückkehr freut – in die neue, so fern erscheinende Heimat.

So fern muss die oft nicht sein. Mit wenigen Auto-Tagesfahrten kann er sie erreichen. Es wird hunderttausende Deutsche im mediteranen Europa allein geben, die solch Leben zu führen sich wagen.
Der Autor dieser Zeilen hat selbst einige Jahre am Mittelmeer verbracht und sich das Leben derart gut gefallen lassen. Es gab genug Jobs für einen einigermaßen kräftigen und verlässlichen Mann, von deren Erlös man einigermaßen über die Runden kam: Lebensmittel waren billig und gut, das Klimae produziert Überschüsse, selbst die wilde oder verwilderte Natur führt ausreichendes Angebot, dass man über kürzere Durststrecken eine, wenn auch entbehrungsreiche, aber nicht bedrohliche Existenz führen konnte. Schlechtwetterperioden waren selten, die zwei, drei Wintermonate mit Temperaturen um die 15° bei Tage und 10 des Nacht verbrachte man eben in Decken eingehüllt oder man ging in dieser Zeit zeitig schlafen. Viele hatten ohnehin keinen Strom.
Dafür bekam er ein Leben unter einer himmelblauen Kugelhälfte mit einer stets verlässlichen Sonne, eine nie vorher gesehene und nie ganz bekanntgewordene Flora und Fauna, die ansteckende Lebensfreude der mediterranen Menschen.

foto: uwe malandro

Einige dieser einstigen Aussteiger sind ihrem Ideal untreu geworden, sei es aus Verzweiflung über dieses zugleich verzichtenmüssende Leben, sei es, weil auch bei höher stehender Sonne eigene Schatten unüberspringbar bleiben.
Die meisten aber leben von der Hand in den Mund, jobben unterbezahlt ein paar Stunden am Tag oder in der Woche, haben kein richtiges Dach überm Kopf, sind nicht krankenversichert, nicht polizeilich gemeldet. Der Geist des Gesetzes der Europäischen Niederlassungsfreiheit enthebt dies zudem der Illegalität. Sie leben in ausgedienten Landarbeiterkaten, in freistehenden Scheunen oder in mitgebrachten Wohnwagen, großflächig verteilt, wenige in Komune, mehr individuell und, zumindest die Deutschen, landsleute-phob. Was sie vereint ist ihr Verständnis von einem natürlichen Leben und ihr, vielleicht unbewusstes, Verwandtschaftsverhältnis mit der Natur. Sie beackern lieber lieber mit einem Grabstock ein kleines Stück sonnenverdörrtes Land, dass ihnen ein für seine Profission zu alt gewordener Bauern zu einer geringen Miete überlässt, sie sammeln lieber Schnecken oder ernten Muscheln im Meer, als sich in Deutschland in der Harz-IV-Schlange zu sehen. Denn das es um ihre Vermittelbarkeit hier schlecht steht, ahnen sie schon dort.

Aber auch dieses Lebenskonzepte wird der Europäischen Neuordnung nicht widerstehen können. Die Roma in Frankreich können bereits davon sagen. Italiens Innenminister schwingt sich auf Trittbrett, wobei er stolz erklärt, dass Sarkozie nur abgekupferte, was Italien schon seit Jahren vergeblich und missachtet forderte. Bei einem Treffen europäischer Innenminister am 6. September in Paris solle das Thema nun wieder auf den Tisch. „Der italienische Innenminister Roberto Maroni hat eine härtere Gangart gegenüber Nicht-Italienern in seinem Land gefordert. Ausweisungen von EU-Bürgern müsse möglich sein, wenn diese die Standards nicht erfüllen, sagte Maroni in einem Interview. „, berichtete am Samstag das Nachrichtenonlineportal des Schweizer Fernsehens. Der „Rechtspopulist“ ziele damit wohl hauptsächlich auf die Roma, versteht SF, und zitiert weiter: „Das gelte natürlich nur für jene, die Vorgaben ihres Gastlandes nicht erfüllten. Etwa weil sie keine Mindesteinkommen und entsprechende Unterkünfte nachweisen könnten und dem Sozialsystem zur Last fielen.“

Nur letzter Passus gilt nicht für die „Aussteiger“ – seien sie deutsch, holländisch, dänisch, französisch, belgisch, zunehmend polnisch oder ukrainisch. Wer von woanderswo (aus der EU) kommt, bekommt keine Stütze im Gastland – es sei denn, er war dort einen ausreichenden Zeitraum in fester Anstellung und hat Steuern gezahlt.

12 000 Roma verlassen Italien – vermeldete gestern SF. Denen mangelt es gar an einem Vaterland, sie werden in ganz Europa nicht gemocht. Es wird dann sehr gut dem Eindruck der „Zigeunerfeindlichkeit“ entgegengearbeitet werden müssen – und dabei sicher auch die unkonventionellen Lebensversuche von Belgiern, Holländern, Briten, Österreichern oder Deutschen unter die Lupe kommen.

Die Schlupfwinkel werden knapp, Freunde.

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Die un-heimliche Front

Morden fürs Vaterland

Eins, zwei, drei – gleich ist der Krieg vorbei! So klang es am Dienstag aus Kabul, wo sich mehr als 70 Staaten zur bisher größten „Afghanistan-Konferenz“ zusammengefunden hatten. Der Krieg, wir erinnern uns, der ohnehin nur ein umgangssprachlicher ist.
Ein neues Zeitalter für Afghanistan hätte nun begonnen, die Gemeinschaft der Befrieder hätte sich geneigt gezeigt, Afghanistans Schicksal in die eigenen Hände zurückzugeben. Beginnend 2011. Abgeschlossen 2014. So jedenfalls die deutsche Massenmedie.

Für das gequälte Land am Hindukusch bedeutet das freilich weitere vier Jahre der Besatzung, Misswirtschaft, Marionettenregierung, zivilen Opfern und Bürgerkrieg, und solche Jahre können lang sein, auch wenn Karzai dies wohl anders sieht und am Dienstag in die zur Schau gestellte Erleichterung einstimmt.

Allen, die da nun aus dieser Verlautbarung voreilige Schlüsse zogen oder vorzeit gar schon den beginnenden Abzug feierten, stellt tags drauf „Die Welt“ unter der Schlagzeile „Ich warne vor Wunschdenken zu Afghanistan – Der deutsche Nato-Kommandeur Egon Ramms hält nichts von Abzugsdaten und kritisiert das deutsche Desinteresse an dem Konflikt“, des deutsche Nato-Kommandeur Egon Ramms Einschätzung entgegen. Der Vier-Sterne-General klingt deutlicher nüchterner: „In vier oder fünf Jahren können wir realistisch mit sichtbaren Fortschritten rechnen.“ – wenn man den Berufssoldaten überhaupt versteht: „Wir werden sicherlich 2011 mit der Phase vier unseres Operationsplanes, der „transition“, also der Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen beginnen. Erst wenn diese Phase, basierend auf erfüllten Bedingungen, weitgehend abgeschlossen ist, kann die Phase fünf, das „redeployment“, also der Abzug der Soldaten ins Visier genommen werden.“ Er halte „das Reden über Abzugsdaten“ für gefährlich – es gebe „Informationen“ an die Aufständischen – „ob Taliban oder dem Haqqani-Terrornetzwerk“- „wie es um den psychischen Zustand in unserer Bevölkerung bestellt“ sei.

Auch Nato-Chef Rasmussen meldete sich sogleich als unverstanden (zit. hier, Koppnachrichten). Er hätte doch bereits vor der Konferenz am Dienstag klargemacht, dass die Nato nicht beabsichtige, aus Afghanistan abzuziehen und stattdessen zunehmende Verluste unter den Alliierten angekündigt.

So versteht es auch Hintergrund.de am 22. Juli: „Nachdem am vergangenen Dienstag auf der Afghanistan-Konferenz vereinbart wurde, bis zum Jahr 2014 die Verantwortung für die Sicherheit im Land an die afghanischen Polizei und Armee zu übergeben, ist in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dies sei mit einem Abzug der westlichen Besatzungstruppen verbunden. ()Um dem Eindruck entgegenzuwirken, dass eine habe mit dem anderen zu tun, korrigierten Regierungsvertreter (der BRD, Anm. d. Verf.) eilig und stellten klar, die Vereinbarung sei nicht mit einem Abzug der westlichen Truppen verbunden. „Ja zu mehr Eigenverantwortung für die Afghanen, Nein zu einem schnellen Ende des Bundeswehr-Einsatzes: Die Bundesregierung will sich weiterhin nicht auf einen Abzugstermin festlegen“, teilte dpa heute mit. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg warnte, es wäre „verheerend und dumm“, ein Enddatum für die deutschen Truppen zu nennen.“

Auch nicht in unserem Sinne – so aber auch der „stellvertretende UN-Sondergesandter für Afghanistan“, Martin Kobler, in einem Interview bei Deutschlandfunk am 21. Juli, und auch der „Wissenschaftler“ (Stiftung Wissenschaft und Politik) Markus Kaim beklagt hauptsächlich die allgemeine Kriegsmüdigkeit und rät zu langfristiger Betrachtung eines Abzugs. (hörenlesen)

Und auch „der Co-Direktor des Expertennetzwerks Afghanistan Analysts Network, Thomas Ruttig, im Gespräch mit MDR INFO.“: Die Sicherheitskräfte im Land seien „bei weitem noch nicht auf diesem Stand, dass sie alle diese Aufgaben allein übernehmen können“, sagte er. Das werde auch in vier Jahren nicht zu schaffen sein.

Was soll die Bundeswehr die ganze Zeit in Afghanistan? Die Brunnen müssten fertig sein? Neun Jahre ist sie nun schon dort!
Die Mohnfelder des CIA vor Anschlägen durch fundamentalistische Drogengegner schützen! Hin und wieder die Leichen für die Kisten mit dem schwarzrotgelben Fahnentuch liefern für das desinteressierte Publikum zur Illustration des lebensfeindlichen Vorlands deutscher Freiheit – die Angehörigen der gefallenen deutschen Soldaten mögen mir diese scheinbare Herzlosigkeit verzeihen – läuft ja nicht bei diesem Volk. Das bei jeder Leiche spätestens plärrt: „Was machen wir denn ü b e r h a u p t dort?“ Die Bundeswehr stellt das Selbstmordkontingent, das unseren Parteibonzen das fette Maulaufreißen an den großen Runden Tischen der Weltaufteiler ermöglicht. Sie riskieren ihr Leben für eine Freiheit Deutschlands, die ihnen nicht nur nicht zugute kommen wird. Sie befördert auch weitere Zwänge und Verbindlichkeiten, die dann wiederum unter Waffen und weiterem Menschenmaterial abgeleistet werden.

Am Abend des Konferenztages beschäftigt auch den Deutschlandfunk diese Frage (hören):
„“Aufbauen und den Aufbau schützen“ – so lautet zwar noch immer offiziell die Kernaufgabe der ISAF, doch was im Zelt der Sicherungsgruppe besprochen wird, gleicht weniger einer zivilen militärischen Hilfsaktion. Es gleicht eher einem Kriegseinsatz in feindlichen Gelände.

Holger – sein Name lautet in der Realität anders und auch seine Stimme haben wir verfremdet – war in Afghanistan in einer Sicherungsgruppe eingesetzt als Angehöriger der Division Spezielle Operation. Sehr schnell, erzählt er, habe er erlebt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit des Einsatzes auseinanderklaffen: die Soldaten, die jetzt dort im Einsatz sind – gerade oben in Kundus – die gehen garantiert nicht mehr von einem Aufbau- und Stabilisierungseinsatz aus! Dort geht es nur noch um Verteidigung, man reagiert nur noch, man agiert nicht mehr. Stellenweise halt angeleitet durch die Amerikaner gibt es natürlich auch diese Aktionen, wo gezielt vorgegangen wird gegen die Taliban – in Anführungsstrichen.“ Kann das bedeuten, dass Führer der aufständischen gezielt getötet werden, fragt der Sender, und der ehemalige Soldat: „Wie ich gehört habe, werden ja gezielt auch Personen ausgeschaltet oder es wird wirklich Jagd gemacht auf Personen – es gibt da so eine Art „Liste“ – da wird auch die Bundeswehr dazu genutzt.“

In den Petersberger Beschlüssen“, erinnert Deutschlandfunk, „war im Dezember 2001 das weitere internationale – also auch das deutsche – Engagement an klare Ziele geknüpft worden: an den Aufbau einer Demokratie, eines Rechtsstaates, der Internationalen Standards genügen sollte. Zum Schutz dieses Aufbaus wurde 2002 die ISAF in Afghanistan stationiert – die International Security Assistance Force. Das ISAF-Mandat sieht vor, den nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um: „Allen Afghanen zu erlauben, ihre unveräußerlichen Rechte und ihre Freiheit ohne Unterdrückung und Terror zu genießen.“

Als Mitte 2008 die Kämpfe im Süden immer heftiger wurden, und unter der us-geführten Operation Enduring Freedom – kurz OEF- immer mehr afghanische Zivilisten starben, begann die Unterstützung für den Afghanistan-Einsatz in der deutschen Bevölkerung zu bröckeln und – unter den Politikern der damals noch regierenden „großen Koalition“. Um einen Eklat zu vermeiden, trennte sich die Bundesregierung in Afghanistan von diesem offensiv angelegten OEF-Mandat: das Gute, das Aufbaumandat, sollte nicht durch das böse, das Kampfmandat, beschädigt werden() Heute räumen CDU-Politiker ein, dass der groß angekündigte OEF-Ausstieg ein innenpolitisches Manöver war, in erster Linie für die Öffentlichkeit und angelegt, die Kritiker des Afghanistan-Einsatzes mit ins Boot zu bekommen. Rupprecht Polenz, Vorsitzender des Auswärtigen Bundestagsausschusses: „diesen Schluss kann man, jedenfalls für einen Teil der Kollegen, ziehen, die, wie etwa die Grünen und auch Teile der SPD, sich immer vergleichsweise kritisch auch zur OEF-Mission geäußert haben. Ja.“
„Sollte also trotz der Ausstiegsankündigung die us-geführte, sehr offensive und verlustreiche Operation Enduring Freedom, dennoch weiterhin im von Deutschland geführten Regionalkommando stattfinden?“, fragt der Sender: „Ja, sicher.“ (Originalton Rupprecht Polenz)

Der Sender weiter: „Nachdem das Afghanistan-Mandat im Bundestag erfolgreich verlängert worden war, rückte die Bundesregierung allerdings seit Ende 2008 ohne viel Aufsehen von ihren selbstformulierten Zielen Schritt um Schritt wieder ab. Zuerst geopfert wurde der Anspruch, in Afghanistan eine Demokratie aufzubauen. () Auch das Argument einer zu schützenden afghanischen Kultur ist inzwischen immer seltener zu hören, immer häufiger jedoch die Forderung, das Wort Krieg zu akzeptieren und in Afghanistan zunächst die militärische Strategie der Aufstandsbekämpfung zu entfalten unter der Führung der darin erfahrenen US-Armee.
Die ist inzwischen drauf und dran, ihre vermeintlich erfolgreichen Konzepte aus dem Irak auf Afghanistan zu übertragen; mit dem Argument, die Taliban so besser zu bekämpfen, verbinden ihre Kommandeure sich mit, wie es im euphemistischen NATO-Jargon heißt, lokalen Power-Brookers – Strippenziehern der Macht, also.“

Das korrespondiert perfekt mit Angaben des ehemaligen ARD-Korrespondenten und Afghanistanreisenden Hörstel, der einen afghanischen ebensolchen Power-Brooker zitiert: „Alle drei Mächte (der Allierten: Canada, USA, Großbritanien, meine Anm.), jede einzelne, hat uns Emissäre geschickt und hat uns sehr viel Geld angeboten, wenn wir die jeweils anderen beiden Nato-Mächte angreifen.“
Weiter erzählt der ehemalige Korrespondent (der Sender ignorierte zunehmend seine Berichterstattung): „Meine Formel für das inoffizielle Vorgehen der USA heißt „Terrormanagement“: Die CIA weiß nicht nur, dass der ISI (der pakistanische Geheimdient, meine Anm.) die Taliban unterstützt. Sondern sie fördert das. Dies glauben übrigens auch die meisten Afghanen: dass die USA ihre Feinde nähren, damit sie nicht abziehen müssen.
() Wenn jetzt der zuständige Nato-Kommandeur wieder 20.000 Mann mehr fordert, ist das deshalb nicht mehr als ein Hustenbonbon.“ (alles hier)

Das war 2009, und die „Mann“ wurden erbracht.
Zurück zum Deutschlandfunk am Abend nach der Afghanistankonferenz am Dienstag, Stichwort „lokale Power-Brookers – Strippenzieher der Macht“: „Vorbild sind die Methoden der US Armee im Irak; durch Allianzen mit sunnitischen Stammeschefs gelang es dort 2006 und 2007 anscheinend, den Aufstand einzudämmen. Bei seinem ersten Treffen mit Präsident Karzai forderte General Petraeus, der neuernannte US-Befehlshaber in Afghanistan vor wenigen Tagen, dieses Milizenkonzept auf ganz Afghanistan zu übertragen.“ und zitiert den Sprecher der US Armee in Kabul: „Die Doktrin der Aufstandsbekämpfung lässt sich so ziemlich universell anwenden – mit einzelnen kleinen Abweichungen von einer gesellschaftlichen Gruppe zur anderen. Es gibt viele Lehren, die sich aus unserer Erfahrung im Irak auf Afghanistan übertragen lassen. Es gibt da eine Menge Ähnlichkeiten. Einer der Aspekte, die sich ebenso gut in Afghanistan anwenden lassen, ist das Programm, eine lokal verwurzelte Schutzmiliz zu bilden, mit der die Einwohner die Sicherheit ihrer eigenen Gouverneure und Einrichtungen gewährleisten.“
Und nicht nur in Afghanistan und Irak hat die USA diesbezüglich – der eigenen Politik dienliche Milizen zu gründen und damit eine ferngesteuerten Fuß in der Tür bei scheinbarem Abzug zu behalten – ihre guten Erfahrungen gemacht. Als kürzlich Haiti durch ein Erdbeben kurzzeitig in die Schlagzeilen kam, wurde vielen auch wieder klar, dass die Strassen des Staates von den selben nun von Obama und Clinton angeklagten Banditen beherrscht und terrorisiert sind, die die USA vor ihrem Abzug aus dem Land ausgebildet und als Bürgermiliz hinterlassen hatte (ein dänischer Doku-Film darüber, oder mehr über die unheilvolle Beziehung Haiti – USA?). Eine eigentümliche Nähe auch zur Enstehungsgeschichte der Taliban – einst finanziert und aufgerüstet in amerikanischem Interesse.

2011 – die ersten drei, vier Provinzen, das entscheide „sich“ Ende August. Sie müssen dafür Kriterien erfüllen – und sicher auch einhalten. 2014, mag so mancher Berufssoldat dort nun hoffen. Vier Jahre der Furcht, des Ausgeliefertseins unter einen fremden, undurchsichtigen Herren und zunehmender Gefahr für Leib und Leben. Im aufgeklärtem 21. Jahrhundert, wohlbemerkt. Ohne taugliche Technik, ohne ein völkerrechtlich geltendes Alibi. Gestern kam nun noch heraus, dass der Staat an der Unterkunfts- und Lebensmittelversorgung knausert
Da können vier, fünf Jahre zur Ewigkeit werden…

Und wer dann meint, das gequälte Land hätte es aber spätestens dann geschafft, der sei erinnert an die radioaktiven Verseuchung afghanischer Trinkwasserreservoirs, an den unausweichlich genetischen Schaden am afghanischem Volk – unbesehen der daraus notwendigen Pflegeaufwendungen – wegen der inflationär verschossenen Urans in schmutzigen,  wirkungsvollen und überaus nachhaltigen Dosen. (dazu ein Doku-Film)

Und an die Destabilisierung von Demokratie und ethnienübergreifenden Vertrauen.
Afghanistan hatte die Amerikaner als Befreier – eine Sache, von der sich Deutschland bis auf den heutigen Tag nicht erholt hat.
Oder wird auch über Deutschland bereits so geredet?

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Es ist noch immer Suppe da!

Und wie man den Löffel hält – demnächst bei der Kanzlerin

Das wäre auch zu fett gewesen – der letzte Beweis, dass sie uns für völlig verblödet halten; haben uns gerade nackig gemacht, und dann bedarf es noch eines „Treffens der Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Opel-Standorten… mit Bundeskanzlerin Angela Merkel “ über „Staatsbürgschaften“ für einen Automobilhersteller?! (zit welt-online)

Aber wir wissen schon – Opel hatte lediglich ein schlechtes timing. Denn sonst jederzeit herzliche gern, und besonders zur Sanieung der internationalen Banken und Automobilhersteller steht Deutschland in den Farben der Olgarchie immer schon gern zur Verfügung.

Wir sind hoffentlich nicht zu beeindruckt von Merkels Absage?
„Sie hatte das Krisentreffen anberaumt, nachdem Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) Staatshilfen… abgelehnt hatte.“ zit. nach tagesschau

„Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Ministerpräsidenten der vier Bundesländer mit Opel-Standorten nun für Donnerstag nach Berlin eingeladen. Auf dem Treffen soll es dem Vernehmen nach darum gehen, wie Opel aus anderen Quellen Geld erhalten kann (zit. n. mdr-info, s. Absatz unten).“

Über Kanäle, die der Wissenschaftsförderung dienen sollen – verlautbarte  heute Abend auf mdr-info.

Das erinnert uns doch, und wir nehmen die Streichliste  nochmal her. „- Acht Punkte für solide Finanzen, neues Wachstum und Beschäftigung und Vorfahrt für Bildung -“ (z. B. hier), lesen unter Punkt „1. Grundlage für die Zukunftsfähigkeit: Vorrang für Bildung und Forschung… sind   die   zentralen   Säulen   für  die   Zukunftsfähigkeit   unserer   Gesellschaft. Gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden das Rückgrat
(klicken Sie aber mal hier! …aber weiter aus „achtpunkte…“:)
„Innovative Produkte, die durch  Forschung und Entwicklung  entstehen,
sichern unseren Wohlstand und unsere Arbeitsplätze. Auf diesem Fundament ruhen auch die
Systeme der sozialen Sicherung.

Deshalb halten wir an unserem Ziel fest, 12 Mrd. Euro zusätzlich für Forschung, Bildung und Entwicklung bis 2013 bereit zu stellen. Die Bundesregierung   setzt   damit   eine   klare   Priorität   für   die   Zukunft   unseres   Landes.“

Innovationsfördernd, wird die Presse morgen finden, das Nein der Rgierung. „Merkel weist Automobilherstellern Weg in die Zukunft!“, und wie das alles heißen könne.

An die Fleischtöpfe –  haben wir gesehen.

Und begriffen?

Die machen keinen Spaß!

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