Geht nicht mehr raus!

Bevor wir konstatieren müssen, es sei bereits zu spät: Wenn unser Blick bald auch wieder auf den Boden gestellt wird, schnell eine frustrierte Betrachtung vom Himmel.
Wir sind dafür schon bekannt und darüber auch ausreichend frustriert, haben aber natürlich auch in dem halben Jahr, als hier letztens über den Verlust des Himmelblaus geklagt wurde, den Himmel – das bisher doch noch erhaltene Einfallstor gottgewollter Kräfte – nicht aus den Augen, und erst recht nicht aus dem Sinn verloren.

Wenn wir bald wieder zurück zu den irdischen Spielern kommen, sei vorher eine Betrachtung derer Kulisse erlaubt:
In Dämmerung ist die Szene getaucht, ich vernehm aber ganz unterschiedliche Meldungen über dessen Vehemenz. Manche Gebiete, besonders im Osten – den ehemals neuen Bundesländern, scheinen besonderer Verdunklung Wert. Auf meinem Standort in Mittelthüringen bin ich förmlich immer unter Chemtrails, und wenn hier einmal „klarer“ Himmel ist, ist es auch ganz bundesweit so. Wiklich scheinbar chemtrailfreie Tage erlebte ich hier unten wohl nur um die christlichen Großfeste herum (?).

Abgesehen von der Dämmerung – die Zeit des unbeschwerten Draußenseins war hier ohnehin stark verkürzt in 2013: Nach einem erfreulichen Auftakt hatten wir Fröste, als alles schon auf den Frühling wartete, und Regenfälle, die einem das Kuscheln am Busen der Natur auch nicht zum Genusse werden ließen. Braucht man noch Bekennermeldungen, um die naturuntypischen Klimaschwankungen zu erkennen?

Den überstandenen Winter hatte die Massenmedia als den trübesten erkannt, den März konnten sie ein Jahrzehntetief in der Temperatur bescheinigen. Woher dies alles kommt, blieb freilich außen vor. Es war halt so, und könnte noch schlimmer werden

Darf die Sonne aber scheinbar ungehindert durch, kann es vielen auch nicht Recht sein. Wahrheit ist wahrscheinlich, dass dieser Schild an strahlungsreflektierenden Metallionen naturlich auch in die andere Richtung wirkt – die Sonnenwärme des Tages in der Nacht nicht entlassen wird, was zu „Hitzewellen“ führte.

Unsere Freundschaft mit dem Draußen wird auf harte Probe gestellt, und schon füllt sich  die umhauste, klimatisierte Einkaufspassage mit Parkbänken und Springbrünnlein mit allerlei quietschfröhlichen Volk in Ausflugsstimmung, wenn auch draußen eigentlich Wetter wär.

Im Fernseher gibts viel Licht, auch wenn das nicht übertragen verstanden werden will. Das Fernsehen ist uns so nahe gerückt, als kämen wir selbst darin vor. Seine Staffagen scheinen sich beträchlich weit realitätsstörend auf die Welt neben den Mattscheiben auszudehnen. So muss man letztendlich die Diskrepanz zwischen Sicht- (Fühl-, Nachvollzieh-)barkeit und öffentlicher Meinung  erklären. Die Notausgangslampe, die die Aufmerksamkeit von der Bühne nimmt, gehört gewiss zur Kategorie Kulisse, wenn auch nicht zu unserm Thema Wetter.

Diesen Sommer vermerkte ich gehäuft Kopfschmerzen, besonders an Tagen mit langem Aufenthalt draußen, an denen auch immer viel gesprüht wurde. Manche Attaken schwollen ab, nachdem das schützende Heim erreicht war – manche wuchsen sich zu bösartigen Migräneanfällen aus. Merkwürdige Verschleimungen im Hals, wo Nase und Mund zusammentreffen – geleeartiger Rotz, der sich nicht einfach weghusten lässt.

Gigabites an Videos und Standbildern hab ich wieder verbraucht zum Beweis über die Aktivitäten dort oben – man multipliziert die Frustration damit aber noch. Man wird dort draußen nicht mehr glücklich, wenn man es gar zu genau nimmt.

Geht nicht mehr raus, müsste man nun selbst raten, wenn man dieses Interview mit einer scheinbar sehr kompetenten amerikanischen (deutsche Synchronisation mit lebendiger Synchronstimme darunter, als Stream) Chemtrailinteressierten sah. Besonders in der zweiten Hälfte ihrer Ausführungen erfahren auch auf diesem Gebiet vermeintlich Bewanderte oder Überstrapazierte noch genügend Besorgniserregendes bezüglich Folgen der Chemtrails und Geoengineering – und dieses entschuldigen vielleicht auch den Autor hier, der vordergründig wohl „dem Wetter“ in seinen Betrachtungen einen zu hohen Stellenwert einräumt.

Achtung, wichtiges Update: solange die Seite „bewusst.tv nicht aufgerufen werden kann, das Video findet sich auch auf youtube: http://www.youtube.com/watch?v=3UnNISBNGYQ

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Schwanzvergleich – wenn alles gutgeht …

Da hat der im Weißen Haus voriges Jahr dann doch gute Instinkte gehabt, als er – für uns fast ein bisschen überstürzt angesichts der politischen Niemandsländer, die er in unserer nächsten Nachbarschaft angerichtet hatte – sich so plötzlich mit seiner Maschinerie nach Fernost verlegte: Nur ein Jahr später trifft er dort den Teufel en persona!

Nicht – dass man mit dem allerdings nicht schon vertraut wäre. Wer Weltmachtphantasien hinterherläuft und sich das finanziell scheinbar leisten kann, hat fast jede Region des Planeten schon auf dem Schirm gehabt. Trotzdem tappt man heute angeblich so im dunkeln bezüglich Nordkorea wie noch vor zehn Jahren über Irak. Faktenwissen scheint nicht zu existieren. Stattdessen weiß man eine menschenunähnliche Meute hinter einem größenwahnsinnigen Diktatoren – und was da alles passieren könnte…
Das waren die Illustrationen hinter den Kreuzzügen, den Hexenverbrennungen, dem 30jährigen- , den zwei Weltkriegen, hinter Vietnam? Unsere Massenmedien sind wahrhafte Experten im Teufel-auf-die-titelblätter-malen.
Korea verdankt seine Spaltung erst den globalen Interessen der USA, die im Süden der Insel ihre Marionettenregierung installierte. Hat mit seiner ständigen Bedrohung unter dem Deckmantel der Demokratisierung den Norden wohl erst zu dem gemacht, was sich nun – nun gründeln die Haie vor der Küste, während die einstigen Beschützer sich verdächtig bedeckt gegben – möglicherweise – glauben wir der Journaille – personifiziert.

Die Nerven lägen blank, findet der russische Onlineauftritt RT, berichtet von einem „irrtümlicherweise“ ausgelösten Alarm in Japan , der „den Start einer nordkoreanischen ballistischen Rakete bekanntgibt“, und erst am „Mittwoch sandte die japanische Stadt von Yokohama eine Nachricht an seine 40,000 Twitter-Anhänger, die sagte, dass Nordkorea eine Rakete gestartet hatte.“, meldet RT.

(Da wir „Stuxnet in iranischen Reaktor-Computer“, und ebenso die gefälschte Ankündigung seines Amoks des Tim K. („Winnenden-Mörder“) nicht vergessen können – aufmerken wir in zitiertem Artikel auch hier: „The tweet had a blank space where the exact time of the launch should have been pasted in, indicating that the message was posted prematurely. The message was visible for 20 minutes before the city retracted it…“
(Wir schließen jegliche Chance auf einen Raketenstart ohne das Wissen der USA-Geheimdienste ohnehin generell aus)

Am Montag ist der Geburtstag des verstorbenen Großvaters des jetzigen Machthabers. Als ein mögliches Ritual dieses Jahrestages erwartet man einen erneuten Raketenstart – der letzte ging schief, die Ballistische Rakete explodierte kurz nach dem Start, die Fracht, angeblich ein Satellit, kam im All nicht an. Experten bezweifeln es, aber auf Seiten der Aufheizer zumindest werden Nuklearsprengköpfe in Nordkoreas Waffenarsenal vermutet. Am Feiertag des Großen Führers einen Atomkrieg vom Zaune zu brechen – bei deutlich waffentechnischer Unterlegenheit  – das kann wohl auch nur der okkulten Agenda des Westens entstammen. Der 15. gilt vorläufig als der Tag, bis zu dem hin wir wachsam sind.

Die DIA ist wieder verbandelt. 2001 hatte ich unbedingt den Eindruck, als hätte Bush mit den Vorbereitungen des Anschlags auf New York/Pentacon nichts zu tun gehabt – seine minutenlanges Sinnieren, als die Nachricht ihn in dieser Aufzeichnung aus einer Kindergartenveranstaltung erreichte – zeigte keine Überraschung, lediglich das Kalkulieren mit einer neuen Tatsache, den Fakt, dass es nun wirklich eingetreten war, was seine Kollegen bei CIA und im Pentagon so unverhohlen vor seinen ungläubigen Augen vorbereitet hatten – und so kann auch ein friedlich erscheinender Obama möglicherweise nicht bremsen, was da seit langem vorbereitet wurde; für Japan würde es ebenfalls eine politische Entscheidung mit Präsidenzcharakter bedeuten, und so ist angesichts der Animositäten der USA mit Japan auch hier in jedem Fall eines Angriffs zu punkten. Falls Japan nicht längst verdeckter Gehilfe dieser Welteroberer ist und seine Bedecktheit diesbezüglich nicht gewollt.

Für uns kann die Sache sowieso nur blöd ausgehen, und würde sich damit in eine zeitlich bereits nicht mehr nachvollziehbare Kette von Ereignisse einreihen, die alle  blöd für uns ausgingen – würde das Wettheizen um Nordkorea eskalieren.  Mindestens in Fragen der Kontribution würde man sich wieder an uns erinnern, wenn wir wohl auch vor der nordkoreanischen Atomraketentechnik keine Angst zu haben brauchen – es wäre auch wieder unser Krieg.
Wer Freunde hat wie wir, braucht sich um Feindschaft nämlich nicht selbst zu bemühen!

Viele Eisen ließen sich blitzartig erhitzen, man wähnt sich unwidersprochen ausreichend festen Stands, in jedes beliebige Wespennest stechen zu können. Nordkorea wär‘ unheimlich, würde es auf die ständigen Angriffe auf seine Souveränität n i c h t reagieren.

Schwanzvergleich – gefunden bei stupidedia
„Manchmal kann ein Schwanzvergleich auch sehr peinlich sein“

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Vorsatz

Willkommen, willkommen also in einem weiteren Jahr – und da wir erfahrungsgemäß mit Jahreswechsel nichts verbinden können als den anfangs gelegentlichen Verschreiber am Ende der Datumsangabe: Willkommen zu weiteren 12 Monaten, 52 Wochen, 365 Tagen.

Mancher mag sich gegen das anbrechende Chaos in „seinem“ Leben mit Vorsätzen für dieses „neue“ Jahr gewappnet haben; er wird – hat er in der „erhöhten Schicksaalsträchtigkeit unserer neuen Zeit“ diese am Ende nicht aus den Augen verloren – sich besser der allgemeinen Auffassung über die Fülle des Nicht-Änderbaren anschließen. Dass er glücklich wird und vergisst, was für all die anderen offensichtlich doch auch nicht zu ändern ist, sei ihm gewünscht.

Die meisten werden weitergrübeln, Alternativen durchdenken, Lebenspläne umstoßen, beruflich umdisponieren, zunehmend in ihrem Kopf sein, ganztagsbeschäftigt mit Kalkulationen. Vermehrt Essentielles aus den Blick verlieren. Familie, Freunde, die Gesundheit an Leib und Seele, und endlich, Wrack ihrer selbst, die Erklärung haben für das ewige Missgeschick.

Nur den wenigsten, wohl auch wieder in diesem Jahr, wird gewahr werden, dass, wie es ein deutscher Soziologe ausdrückte, es kein „richtiges Leben im falschen“ gibt – geben kann.

Vielleicht erreichen wir ja in diesem Jahr den Punkt, dass unser Bewusstsein höher als das unserer Peiniger wird. Wahr wird sich auch weiterhin als wahr herausstellen, auch wenn die Wahrheit bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wird; als falsch wird sich auch weiterhin erweisen, was, auf einem Berg von Lügen und Unwahrheiten basierend, uns als richtig hingestellt wurde. Unser Sehnen ist tausende von Jahre alt, und auch den Pervertierten ist es „in die Gene“ geschrieben. Sie unternehmen Unmenschliches, es zu unterdrücken. Manch einer dort wird sich wünschen, am Tanz der Teufel nie teilgenommen zu haben.
Dem Gewissen nach – wissen wir alle „instinktiv“, was richtig – rechtens – ist?

Wegen ihrer Restmenschlichkeit kennen die Pervertierten die beiden Seiten der Medaille – und werden uns so immer einen Schritt voraus sein, wenn es zum Krieg der Interessen kommt. (Dass der nicht ausbleiben kann, wenn er nicht bereits in vollem Gange ist, wird hoffentlich einer geraumen Menge klar, wenn zur Wahrung der Regeln der Pervertierten sich unser Exitus selbst als die einzig nachhaltige Handlungsweise herausstellt.) Dass uns deren Intentionen unbekannt scheinen, liegt wieder nur an unserer grundsätzlichen Güte – die wir gar keine Veranlassung sehen, sie bei allen anderen, auch bei „denen dort oben“, nicht vorauszusetzen.

Dabei unterliegen wir einem ganz einfachen Denkschema, halten uns aber für überfähig, anders als unsere ungebildeten Vorfahren etwa, zu wissen, was Wahrheit ist. Dass die Niedertracht diese Entwicklung ebenfalls gegangen ist, ihre Waffen ebenfalls auf den neuesten Stand sind, halten wir für undenkbar.

„Undenkbar“. „Gedankenverbrechen“. „Verschwörungstheorie“ – schlagen es ihm auch gleich alle um die Ohren, wer auch nur vorgibt, am Lack der verlautbarungsgeschönten Weltbilder kratzen zu wollen. Wir wollen hier fürs neue Jahr wenigstens als Vorhaben ausgeben, alles für möglich, keinen Denkansatz für unwürdig, keine Meinung als widerlegt anzusehen, die uns bei Bewältigung des ersten, schlimmsten Chaos‘ auch nur einen Millischritt weiterbringt.

Ein frohes „2013“!

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Heilloser Krieg – wer sind nun die Schafe?

Ein Anrufer in einer Sendung bei „Infokrieg-TV“ am 7.5. 2012, der, wie er sagt, sich etwas intensiver im Internet mit den Salafisten-Problem beschäftigt hat („ein paar islamische Seiten angesehen, … Pierre Vogel, Peginius (?)… angesehen“), äußerte eine ähnliche Vermutung wie die, die mich beschlich, und so trage ich, bis dahin wenig ermutigt wegen der scheinbar einstimmig toleranzlosen Front gegen die „militanten Islamisten“, auch meine Gedanken in dem Sinne vor, ob denn das „Problem mit den Salafisten“ in Deutschland nicht ein hausgemachtes – oder, wie ich annehme, wiederum dem Operieren der Geheimdienste zu verdanken sein könnte.

Dass Salafismus nicht gleich Salafismus ist – so er überhaupt von dieser Bezeichnung selbst weiß – ist hier darzustellen versucht worden. Wir wissen freilich wenig, wo wir nicht wissen sollen.

Ich fand den Film von Spiegel.de: „Kampfname „al-Gharib“: Der Propagandist der Salafisten“ im Netz.
In einer Moschee in Solingen, wohin „Spiegel“ allerdings der Zutritt und auch jegliche Auskunft verweigert wird, vermutet das Magazin „den Propagandisten der Salafisten“. Der „Spiegel“ hatte bereits wenige Tage vorher, da war der frisch aus österreichischer Haft entlassene Wiener im hessischen Erbach in seiner „Wahlheimat“ wohl gerade erst angekommen, Mohamed Mahmoud interviewt; „Der Spiegel“ hatte auch schon 2006 – da hatte Mohamed Mahmoud in Wien gerade eine „islamistische Jugendorganisation“ gegründet, das Glück mit „einem ersten Interview“ – wo der „strenggläubige Extremist“, in der ausgewählten Passage, Konsequenzen für die „Hetzerer“ gegen den Islam andeutet. „Der Spiegel“ vermeint Mohamed Mahmoud aber auch daher zu kennen, als er in Wien „auf der Suche nach einem Ansprechpartner“ eines dschihadistischen Medienauftritts, „mit einem vermummten Mann“, der „nicht erkannt werden will“ und dessen „Stimme … verfremdet“ wird, sprach. “ – Mohamed Mahmoud – wie sich später herausstellt“, so der Kommentator im Film.

Vorangestellt sind Archivaufnahmen vom 26jährigen Österreicher, Sohn ägyptischer Einwanderer; wie er, bei einer Podiumsdiskussion offenbar, bedrohlich klingende Prophezeiungen aus der Litanei der Krieger für Allah herrausgurgelt – und diese anschließend ins Deutsche übersetzt: „Wir werden Rom erobern … und … der Petersplatz, oder wie das heißt, wird der … Platz der Konvertierung sein, und der Platz, um Allahs Gesetze umzusetzen, Allahs Strafen umzusetzen – damit genügend Leute zugucken können…“, und auch die dort medienschön geschminkte Dame vom hessischen Verfassungsschutz weiß anschließend zu vertiefen: „Es handelt sich hierbei um eine Person, die wir dem dschihadistisch-salafistischem Spektrum zurechnen, – das heißt, er gehört zu der Szene, die Gewalt zur Umsetzung ihrer politischen Ziele befürwortet und gegebenenfalls auch bereit ist, diese anzuwenden. Damit geht von ihm natürlich eine hohe Gefahr aus.“

Für die Geheimdienste sei der Österreicher überhaupt ebenso kein Unbekannter mehr, ebenso schon 2006 hätten „die internationalen Geheimdienste“ mit Mohamed Mahmouds Überwachung begonnen, stellt der Kommentator im „Spiegel“-Film die Wertigkeit des 26jährigen heraus. Da hätte er gerade in Wien eine „islamistische Jugendorganisation“ gegründet, seitdem videoüberwacht.

Es ist diese ständige Nähe aller möglichen Geheimdienste an den Schmähfiguren des 21. Jahrhunderts – Bin Laden, Dönermörder, Andres Breivik, „Attentäter“ von Toulouse – und deren teils märchenhafte Tatausführungen trotz dieser „Überwachungs“-Nähe, die nahelegen, dass auch Mohamed Mohmoud – laut „Spiegel“ hätte er sich in Deutschland den „Kampfnamen: Usama al Gharib“ gegeben (was wohl heißt „Usama aus dem Westen“?) – lediglich ein Gezücht der Geheimdienste ist – kein reales Abbild der Wirklichkeit.

Als Konsequenz auf die Überwachung sei der Gründer der „islamistischen Jugendorganisation“ dann, so „Spiegel“, „in den Untergrund“ gegangen – ins Internet – jenen Raum also, der zu flächendeckender Observierung wie gemacht ist – mit dem Medienauftritt „Globale Islamistische Medien-Front – GIMF“ – ein, Zitat „Spiegel“, „dschihadistischer Internetauftritt mit Verbindung zu Al Quaida – Ziel: Die Rekrutierung von Kämpfern gegen die USA und seiner Verbündeten“ – wofür er 2008 wegen „Gründung und Förderung einer terroristischen Vereinigung“ von der österreichischen Justiz für vier Jahre verknackt wurde.

Die Website, die 2006 ihren letzten Eintrag hatte und seit ihrem Umzug vom Hoster „wegen Archivierung oder Stillegung wegen Verstoßes gegen die Geschäftsbedingungen“ – „nicht weiterhin aufrufbar“ ist, bringt tagebuchähnlich Lobeshymnen auf aktuelle erfolgreiche Attentate der und der Gruppe von „Brüdern beim gemeinsamen Kampf gegen den Feind“ – unzählige seelenlose Aufzählungen der damit verursachten Verluste für den Feind in Afghanistan.

„Al Quaida“ – das nur, um den gallopierenden Begriffsumdeutungen entgegenzuwirken – nannten die Strategen in der CIA einst die Listung, unter der sie die Gehaltsempfänger ihre Guerilla gegen die Russen in Afghanistan wiederfanden. Einen Zusammenhang zwischen „Rekrutierung von Kämpfern gegen die USA und seiner Verbündeten“ – oder, um das zu entmystifizieren – „gegen die Soldaten der USA und seiner Verbündeten“ – ist demnach eine wiederholte Offenbarung über die, bisher angeblich auch nur von einigen wenigen Afghanistan-Reportern beobachtete, Erweiterung des ehemaligen Aufrags der Guerilla.

Was der Film – mit einem Herstellungsdatum vom 22. 4. 2012 – noch nicht weiß: Am 26. 4. schiebt Hessen „Mohamed M. – radikaler Salafistenprediger“ ab: „Der Mann mit österreichischem Pass müsse Deutschland binnen eines Monats verlassen und dürfe nicht wieder einreisen, sagte der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU)… Mohamed M. habe sich in der Vergangenheit zum militanten Heiligen Krieg bekannt. Bei dem Mann bestehe weiter die Gefahr, dass er „mit erheblicher Intensität zu Gewalttaten aufruft und damit die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Deutschland gefährdet“, wissen an diesem Tag alle Massenmedien in Deutschland, dass man staunt, dass der Mann, im geheimdienstuntergrabenem Überwachungsstaat überhaupt – unmittelbar nach Haftverbüßung wegen „Gründung und Förderung einer terroristischen Vereinigung“ – so wirksam Fuß fassen konnte.

Nun ist er jedenfalls fort – man vermutet ihn in Kairo, aus „Usama Al Gharib“ ist sicher nicht wieder Mohamed Mahmoud geworden, und sicher bekommt er auch dort allerhand zu tun – für das deutsche Publikum war kurz vor seinem Ablaufdatum noch eine mit viel Geheimnistuerei, Gefühl für Schlagworte, für Kameraeinstellung, Bild- und Tonschnitt gebaute Figur abgefallen – der, wenn sie auch wenig gegen ihre religiöse Ansichten („Das ist Welt von Gott, von Allah – und nicht von Merkel oder Grundgesetz“), doch „Hetze gegen den deutschen Staat“ hergab. „Salafisten“ kannte das deutsche Publikum bisher ja kaum. „Salafisten hatten zuletzt in deutschen Städten kostenlos Koran-Exemplare verteilt und mit ihrer Missionierungs-Aktion „Lies!“ eine heftige Debatte ausgelöst“, erinnert am 26. 4. die bereits zitierte Medienmenagerie so auch unisono im Zusammenhang mit der Ausweisung Mohamed Mahmouds – aus heutiger Sicht, mit dem Krieg von „Pro NRW“-Salafismus, ein Beitrag zum Bürgerkrieg in Deutschland – wenn wir uns weiter nur zudröhnen lassen.

………..
Update heute – oder dieses, zur Illustration der o. a. Verschwörungs“theorie“ betreffs der Geheimdinste: „Der politische Missbrauch der jüngsten „Terrorverschwörung““, Von Bill Van Auken
11. Mai 2012, „World Socialist Web Site“:“Einen Tag nachdem die CIA am Dienstag bekannt gegeben hatte, einen Versuch von Al-Qaida vereitelt zu haben, ein Passagierflugzeug in die Luft zu sprengen, haben amerikanische Regierungsvertreter enthüllt, dass der Attentäter in Wirklichkeit ein Informant der CIA und des saudischen Geheimdienstes war…“ mehr dort…

Update 16.5. mit viel besseren Worten, ad sinistram: „Salafisten überall. Und man hat den Eindruck, in einem Land zu leben, das vor Islamologen nur so strotzt. So wie es in Fragen der Wirtschaft im Trend liegt, wie es an jedem Stammtisch mit ökonomischen Fachausdrücken aufwartet. Als hätte die Debatte um Sarrazin und seine islamfeindlichen Thesen aus Deutschland ein Land von Experten in Islamwissenschaften gemacht…“ mehr dort …

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Von Wölfen und Schafen

 – Rückblick auf die 48. Münchner Sicherheitskonferenz

Am ersten Wochenende dieses Monats fand die „Münchner Sicherheitskonferenz“ statt – und wenn wir hier bereits mehrfach eine ohne Legitimation durch ihre Völker und am Völkerrecht vorbei agierende Elite unterstellten, verdient auch diese öffentliche  Zurschaustellung der „Sicherheits“ – Strategen  im Gewand der  48. Auflage der „Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz (gemeinnützige) GmbH“  einer Betrachtung.

Als ein Konzert des besorgten Verantwortungsbewusstseins kam sie  daher; das Publikum war hochkarätig. Vortragende  aller Kontinente waren vertreten, an alle Interessen schien gedacht: da fanden Freiheitskämpfer aus den arabischen Ländern ebenso wie die Schwergewichte der militärischen Strategie ihr aufmerksames Publikum. Alle einte die Sorge um den Planeten.

Die Themen waren erwartungsgemäß die Gefahren für die Welt durch Egoismus und Machtmissbrauch, die erbrachten Illustrationen kamen über die Populismen: Klimawandel, Demokratieverlust, politische und Wirtschaftskrise, nicht hinaus; so konnten wieder nur Schlagworte getauscht werden; der Wahn einer Handvoll waffenstarrer Konglomerate, global als Heilsbringer gefordert zu sein, schien dabei in allen der Diskussionsrunden stiller Konsens.

Die Konferenz war in „Panele“ – thematische Diskussionsrunden – aufgeteilt. Die Eröffnungsrede nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Ischinger hielt der deutsche „Bundesminister der Verteidigung“, Thomas de Maizière. (Der Wortlaut seiner Rede weicht ab vom Wortprotokoll darunter) Hier ein Auszug, der das Anliegen des Treffens konkretisiert:
„Die Blockkonfrontation ist Vergangenheit. Und doch stehen wir gerade in diesem Jahr vor großen sicherheitspolitischen Herausforderungen. Ich muss sie vor diesem Kreis nicht näher erläutern, nur nennen: Dynamische und asymmetrische Bedrohungen, Entwicklungen in der arabischen Welt, keine Fortschritte im Nah-Ost Konflikt, iranisches Atomprogramm, Terrorismus, Afghanistan, Cyber, Nordkorea, failed states, neue Sorgen im Westen Afrikas u. v. a. m.. Und die verfügbaren finanziellen Mittel, diesen Herausforderungen zu begegnen, sind begrenzt, oder nehmen sogar ab.
Die Finanz- und Staatsschuldenkrise belastet die Haushalte langfristig und damit unweigerlich auch die Verteidigungsbudgets beiderseits des Atlantiks…“

Deutschland feiert im ersten „Panel“ nach der Eröffnung dieser „48. Münchner Sicherheitskonferenz“ seine Aufnahme im Club – „Germany’s Role in Europe and the World“, denn, so de Maiziere in seiner Eröffnungsrede (Zit. nach Transscript MSC):
„Lange Zeit wäre alleine diese Fragestellung, insb. die Frage nach der militärischen Rolle oder Verantwortung Deutschlands, einem Tabubruch gleichgekommen.
Zwar hat Deutschland bereits vor 1990 militärisch Verantwortung getragen. Eine gesteigerte Eigenständigkeit oder gar eine Führungsrolle in der Welt war jedoch weder von innen gewollt – aber auch nicht von außen gewünscht – und auch das war verständlich“, und einige Zeilen später: „…Ebenso offen will ich sagen, dass vielen unserer Bündnispartner eine starke ökonomische Rolle der Bundesrepublik Deutschland, aber gleichzeitig eine schwache sicherheitspolitische Rolle durchaus Recht war. Das alles ist vorbei (wenn auch vielleicht noch nicht in allen Köpfen). Viele unsere Partner sehen uns längst als „gleichberechtigten“ und damit auch „gleichverpflichteten“ Partner an…“.

So liest sich auch die Teilnehmerliste dieses eröffnenden Panels:
Radoslaw Sikorski – Minister of Foreign Affairs, Republic of Poland, Warsaw; Timothy Garton Ash – Professor of European Studies, Oxford University, Oxford.
Robert B. Zoellick – President, The World Bank Group, Washington, D.C. – sinniert über Deutschlands Führungspotential in Europa, betont „in ökonomischer und finanzieller Hinsicht“.

Frank-Walter Steinmeier („Member of the German Bundestag, Chairman of the SPD Parliamentary Group; former Federal Minister of Foreign Affairs), wohl aus Romantik hierhergeraten – oder glaubt, wer hier den amtierenden Außenminister vermisst – der ja ohnehin in München war, im „Panel „Building a Euro-Atlantic Security Community““ zusammen mit den Großen am Abend eine (wiederum mit den Script darunter nicht identische) Rede hielt – noch immer, Wahlen würden vom Volk entschieden?)

De Maizière gehörte auch zu diesem Panel. Seiner Eröffnungsrede, eben schon in Teilen zitiert, verdanken wir diesen Leckerbissen: „Wir nehmen aus guten Gründen schon jetzt mehr internationale Verantwortung wahr als wir es manchen unserer Bürger vermitteln können.“
„Oder verweigern sie – je nachdem, was unser Bündnispartner erwartet“ – könnte hier nun auch Steinmeier beitragen.

Willkommen Deutschland – aber warst Du je fort, von diesem Club?

Geredet über militärische Strategien wird in „Smart Defense, the EU, and the Future of the Transatlantic Alliance“. Als Redner/innen treten auf: Claude-France Arnould, „Generaldirektorin European Defence Agency, Brüssel“, Philip Hammond, Verteidigungsminister, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Lindsey Graham, Senator, Vereinigte Staaten von Amerika, Stéphane Abrial, „General, Supreme Allied Commander Transformation, NATO, Norfolk“;
Der Diskussionsbeitrag von „Dr. Thomas Enders, Präsident und CEO, AIRBUS, Toulouse“, der zu einer „Meinung aus der Wirtschaft“ zu „Smart Defense“ befragt ist und der den Rückgang deutscher und französischer Firmen in der Rüstungsindustrie bedauert, ist ebenfalls unter diesem Panel gelistet.

In „Energy, Resources, and the Environment: New Security Parameters?“
tritt Europa einstimmig auf mit dem „Commissioner for Energy, European Union“, Oettinger;
Ilham Heydar oglu Aliyev, der Präsident persönlich, für die ölreiche „Republic of Azerbaijan“.
Ein weiterer Präsident – der der Ukraine, Viktor Yanukovych, sitzt hier bei „Moderator“ Carl Bildt, „Minister of Foreign Affairs, Kingdom of Sweden“, auch der „Executive Director“ von „Greenpeace International“, Kumi Naidoo und Michael Diekmann von der „Allianz SE“. Die Allianz SE (München) ist, zit wikiped, „nach Umsatz und Marktkapitalisierung der weltgrößte [] Versicherungskonzern und einer der größten Finanzdienstleistungskonzerne“

(Anm. „Das Environment (englisch environment = das Umfeld, die Umgebung) ist ein in den späten 1950er Jahren aus dem amerikanischen Englisch entlehnter Begriff für künstlerische Arbeiten, die sich mit der Beziehung zwischen Objekt und der Umgebung auseinandersetzen. Dabei kann die Umgebung Teil des Kunstwerkes werden…; zit. n. wikiped.)

Wo wir besonders arglos sind, dürfen „Sicherheits“ – Befürchtungen wohl nicht fehlen: „Internetsicherheit“ – im Panel „Cybersecurity: Is Offense the Best Defense?“ – wird wohl das Rollenfach „Zauberlehrling“ geprobt. Gecastet: „Vice-President of the European Commission; Commissioner for the Digital Agenda, European Union“ Neelie Kroes, Ex-CIA- und NSA-Chef Hayden, USA, Italiens amtierenden Verteidigungsminister Giampaolo Di Paola – und Eugene Kaspersky (Vorsitzender und Geschäftsführer des privaten, russischen Netzsicherheits-Anbieters Kaspersky Lab).

Militärische Zwerge, gleichwohl Hoffnungsträger (Tunesien, Ägypten), kommen bei „Building the New Middle East?“ gleichberechtigt neben den Großen zu Wort, versichern ihre freudige Kooperationswilligkeit, legen ihre Vorzüge dar.
Ob die junge Frau – Tawakkul Karman – „Funktion: Friedensnobelpreisträgerin 2011; Vorsitzende Journalistinnen ohne Ketten“ aus dem Yemen weiss, was sie Syrien anhängen kann, wenn sie als Sympathieträger für das Embargo gegen das Land auftritt, oder aus ihrer teilnahmsvoll-kämpferisch klingenden Stimme nur die Naivität ihrer Lebensjahre spricht
ihr Auftritt, arabisch, mit farbenfrohem Kopftuch, ist aber sicher eine gute optische Aufhellung.

Das Panel: „Building a Euro-Atlantic Security Community“ gibt mit Beiträgen von Westerwelle („Federal Minister of Foreign Affairs, Federal Republic of Germany“), Hillary Clinton („Secretary of State, United States of America“), Leon Panetta
(„Secretary of Defense, United States of America“), Anders Fogh Rasmussen („Secretary General, North Atlantic Treaty Organization“, dem polnische Präsident Komorowski und Russlands Außenminister Sergey V. Lavrov Ideen zu einer „euro-atlantischen Sicherheitgemeinschaft“ zum besten. Russlands Außenminister Lavrov bestätigt unseren Verdacht, dass „die geschichtlichen Ereignise immer schneller stattfinden“. Er mahnt an diesem Wendepunkt zur Abkehr vom dogmatischen Denken der Vergangenheit hin zu einer multipolaren Weltsicht, gemäß der weltweiten Entwicklung und Identitätssuche der Völker. Den Nahen Osten und Nordafrika nennt er als Beispiele dafür. Russlands Interesse bei der Mitgestaltung bei diesen globalen Modernisierungsprozess im Einklang mit Europa, der USA, aber auch ausdrücklich mit China, betont Lavrov. Kein System der Konfrontation – angesprochen auch der geplante „Raketenabwehrschild“ der Nato – wolle Russland anerkennen. Sein Land strebe nach politischer Verantwortlichkeit, auch um nicht letztendlich als Opportunisten dazustehen. Unteilbare Sicherheit für alle – das sei die Mindestforderung seines Landes, und dafür sei es in der jüngsten Vergangenheit und werde auch in der Zukunft eintreten.

Russlands Anspruch als Mitgestalter einer sicheren Zukunft betonte in München auch der ehemalige Minister des Auswärtigen und derzeitige Präsident des „Russian Council on International Affairs“ Igor Ivanov, der als Mitautor eine Studie der „Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden“, die „Euro-Atlantic Security Initiative (EASI)“ vorstellt.
Das Papier einer „breiten Gruppe potentieller Akteure“ aus „Regierungen, akademische Institutionen, dem privaten Sektor“ Russlands, Europas und der USA – dort genannt: „Robert Bosch Stiftung, Calouste Gulbenkian Foundation, Carnegie Corporation of New York, Hurford Foundation, Robert & Ardis James Foundation, Nuclear Threat Initiative, Starr Foundation, Institute of World Economy and International Relations of the Russian Academy of Sciences, United World International Foundation“.
Die „euro-atlantische Zone“ hätte im Vordergrund gestanden, ehemalige Staatslenker der USA, Russlands und Europas aus der Ära des Kalten Krieges hätten ihr Wissen und ihre Befürchtungen eingebracht – das „von Anfang an bestehende beiderseitige Misstrauen“ sei so mit eingeflossen – die Initiative daher auch unter allen sicherheitspolitischen Erwägungen relevant.

Auch Sam Nunn, US-Senator, Zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer der „Initiative Nukleare Bedrohung“, neben Ivanow und Ischinger Mitunterzeichner des Papiers, hat EASI zum Thema, wenn er über Spielregeln sinniert, die die Gefahr atomarer Angriffe eindämmen sollen.

Im Gesprächskreis „America, Europe, and the Rise of Asia“ ist Russland nicht vertreten. Der dritte geladene Russe, General a.D.; Generalsstabschef der strategischen Luftabwehrstreitkräfte, Mitglied der Global Zero Initiative, Victor Esin, referiert bei „Global Zero: Tactical Nuclear Weapons in Europe“. Die atomare Bedrohung weiß er noch immer als das größte Dilemma für die Welt, und anders als sein Kollege – „US-Vorsitzender von Global Zero“, Richard Burt, der Europa als den vorgeschobenen Brückenkopf beider Atommächte von strategischen Kernwaffen befreien zu wollen vorgibt, spricht der Russe von der „Reduzierung aller Atomwaffen – strategischer wie nichtstrategischer, dislozierter und nichtdislozierter“, dazu mahnt er Schritte zur Ratifizierung ausstehender bilateraler und die gemeinsame Ausarbeitung multilaterale Verträge an, – auch, um „China und anderen wichtigen Nuklearmächten“ in Zukunft auf diesen Weg zu bringen.

China ist im Gesprächskreis „Amerika, Europa, und der Aufstieg Asiens“ vertreten.
Der in einigen Staaten wegen Kriegsverbrechens gesuchte Henry Kissinger „(Chairman) Former Secretary of State of the United States of America; Chairman Kissinger Associates Inc., New York“ – in Müchen hat er wohl nichts zu befürchten – eröffnet hier die Diskussionsrunde; bezugnehmend auf Obamas Neue-Strategie-Bekundung vom Jahresanfang meint er,
Sicherheitsfrage-Fragen hingen nur davon ab, wie die Gegenseiten aufeinander zugingen; „geschichtlich“ bereits weiß er die Diskussion des Themas China aus der die Kräfteverteilung beachtenden Erwägungen der USA, „der Sitzordnung nach“ wird auch Zhang Zhijun, „Vice Minister of Foreign Affairs, People’s Republic of China, Beijing“ sich dazu als erster zu äußern haben.

Der versteht Asiens Aufstieg ein Lichtblick für die krisengeschüttelte westliche Welt; seine Entwicklung als Zeichen seines Lebenswillens aber zurückhalten zu wollen, müsse geächtet werden.
Sowohl Asien als auch Europa hätten „die Zivilisation stets geehrt“, erinnert er.
In Gesprächen zu Nordkorea und selbst Afghanistan sei China bereits über den eigenen Tellerrand engagiert – als starker Kämpfer für Sicherheit in Asien, und bekundet weiteres Interesse an einem kooperativen Kontinent
Wohl nicht nur an die Adresse Asiens bekennt Zhang Zhijun: „China verpflichtet sich zu friedlicher Entwicklung – als unsere Langzeitstrategie; und das sind nicht nur hohle Worte

Auch das wird ihm nicht nutzen – genau wie Russland wird China noch vor Sonnenuntergang auf die Achse des Bösen rücken – gerade wohl, weil es im UNO-Sicherheitsrat in diesem Sinne handelte.

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Mammonschanz

„Die Demokratie“ macht Kasse

Es mag für manchen arglosen Zeitgenossen nur wie die vorrübergehenden Belastung klingen, die schon ein hier bekanntes „Sprichwort“ freundschaftlicher Beziehung prophezeit, sollte es eimal „um Geld“ gehen – und mag im anschwellenden Konzert der undifferenzierten Schuldzuweisungen und starken Unterstellungen wenig oder lediglich amüsiertes Publikum gefunden haben – wir sehen in den Vorfällen vom Wochenende eine weiteren Erfolgsbeweis für die Anstrengungen aller möglichen „Führungseliten“, die wir auch im letzten Artikel behandelten: eine Politik zu betreiben, die nicht nur am Volk vorbei, sondern geradezu auf seine Vernichtung hinauslaufen muss.

Am Sonntag schrieb (z. B.) „Hamburger Abendblatt“ online vor einem dieser unzähligen Eurorettungsgipfel:
„Die Debatte über ein zweites Hilfspakets für Griechenland wird härter: Angesichts wachsender Zweifel an der Reformfähigkeit des hoch verschuldeten Landes dringt die Bundesregierung darauf, dass die Politik der Regierung in Athen im Gegenzug für weitere Finanzhilfen notfalls unter internationale Kontrolle gestellt wird, und zitiert Deutschlands Wirtschaftsminister gegenüber „Bild“: „Wir brauchen bei der Umsetzung des Reformkurses mehr Führung und Überwachung () Wenn dies den Griechen nicht selbst gelingt, müssen Führung und Überwachung stärke(r) von außen kommen, zum Beispiel durch die EU.“
Aus „Berliner Regierungskreisen“ wisse man, „dass Deutschland die Idee eines Sparkommissars oder eines Vetorechts gegen einen nationalen Haushalt in die Debatte auf EU-Ebene eingebracht hatte“, oder, kurz und knapp „Der Tagespiegel“ am Montag: „Aus Berlin war am Wochenende der Vorschlag gekommen, dem völlig überschuldeten Griechenland die Hoheit über seine Haushaltspolitik zu entziehen und einem EU-Kontrolleur zu übertragen“.

Ob Athen nun lediglich etwas undiplomatisch vom eigenen Fehlern der letzten Zeit ablenken will, wenn es als Reaktion auf den Vorschlag Berlins das wohl allseits bis ins Unterbewußtsein der Völker eingebrannte Symbol für Fremdherrschaft, Völkermord, Zerstörung, Chauvinismus und selbstverherrlichenden Rassismus bemüht, oder Merkel einen Tag später vor der  Presse diesen Vorschlag nicht mehr vertritt, sich stattdessen um „Schadensbegrenzung (be)müht“, wie  „Der Tagesspiegel“ meint, wenn er sie folgend zitiert: „Ich glaube, dass wir eine Diskussion führen, die wir nicht führen sollten.“ – in Griechenland funktioniert vielleicht auch aus geschichtlicher Prägung das Erinnerungsvermögen noch besser als auf der Seite der Täter; – um ein gesundes, allgemeinverständliches Argument, uns darüber zu mockieren, dass andere Völker „uns“ nun eben wieder im Vormundschaftsstreben sehen, haben uns unsere Bonzen in Innen- und Außenpolitik, in den Krämerstuben des Geldkapitals, letztendlich bis in die Wirtschaft hinein, aber doch wirklich gebracht?
Im Zusammenwirken mit der von ihr gekauften „öffentlichen Meinung“, genannt die „Massen-Medien“…?

Vor nicht ganz anderthalb  Jahren schrieb „Bild“ ganz groß in Okkupantenmanier erst: „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen“, und vielleicht nur, um von der wahren Intention abzulenken, „… und die Akropolis gleich mit!“
Und weiter: „Auch wenn es vielleicht verrückt klingt: Wenn wir den Griechen doch noch mit Milliarden Euro aushelfen müssen, sollten sie dafür auch etwas hergeben – z. B. ein paar ihrer wunderschönen Inseln. …Tatsächlich ist es der größte Schatz der Griechen: 3054 Inseln, nur 87 davon bewohnt.
Und einen Markt gibt es! Derzeit bietet z. B. das Hamburger Maklerbüro Vladi Private Islands eine unbewohnte griechische Insel an
…Ob die Kanzlerin morgen mit ihrem Amtskollegen Papandreou bei dessen Berlin-Besuch die Insel-Frage anschneidet …?“

Wer hier lediglich gutgelaunten Populismus oder Gagenhumor eines nicht weiter ernstzunehmenden Blättchens (2, 7 Mio Auflage, zit. wikiped.) sehen will, muss nicht weiterlesen:
„Der Koalitionspartner rät dazu. FDP-Finanzexperte Frank Schäffler zu BILD: „Die Kanzlerin darf keinen Rechtsbruch begehen, darf Griechenland keine Hilfen versprechen. Der griechische Staat muss sich radikal von Beteiligungen an Firmen trennen und auch Grundbesitz, z. B. unbewohnte Inseln, verkaufen.“
CDU-Mittelstandschef Josef Schlarmann: „Ein Bankrotteur muss alles, was er hat, zu Geld machen – um seine Gläubiger zu bedienen. Griechenland besitzt Gebäude, Firmen und unbewohnte Inseln, die für die Schuldentilgung eingesetzt werden können.“
Marco Wanderwitz, Chef der Jungen Gruppe in der Union, zu BILD: „Das Vertrauen in Griechenland ist schwer geschädigt. Wenn die EU und damit auch Deutschland den Griechen Geld geben soll, muss es dafür gerade im Sinne der jungen Generation auch Sicherheiten geben, die im Notfall verkauft werden können. Dabei kommen zum Beispiel auch einige griechische Inseln infrage.“

Dass solches Ansinnen selbst nicht ohne eine gewisse Tradition sei, fängt den Blick des Überflieger des Artikels dickgelettert nochmal am Ende, hinter dem verräterischem: „Übrigens: Schon einmal wurde der Kauf einer Trauminsel in Deutschland heiß diskutiert. Das war 1993 – und die Insel hieß Mallorca. Die Idee zweier Bundestagsabgeordneter setzte sich damals leider nicht durch“ – obwohl sie keineswegs von politischen Nobodies gekommen war: Bild: „Einer der beiden war Peter Ramsauer (CSU) – heute Bundesverkehrsminister …“

In der Folge bohrte sich die Vorstellung von einer finanziell sorglos bis betrügerischen, frech auf die Barmherzigkeit bauenden, dabei aber unproduktiven Frührentner- und Beamtenseele der Griechen in die Köpfe der deutschen Medienkonsumenten. Was revidiert da viel, wenn „Die Zeit“ im Wirtschaftsteil (Juni 2011) erkennt: „Das griechische Volk ist unschuldig. Die einfachen Griechen leiden am stärksten unter der Krise, die Eliten haben die Misere verursacht.“

Der Focus zeigte in jenen Tagen vor anderthalb Jahren in Gestalt der griechischen  Liebesgöttin höchstselbst den „Stinkefinger“ den „Betrügern in der Euro-Familie – womit er „Griechenland“, aber vielleicht auch „Spanien, Portugal, Italien?“ anspricht.
Es gab in der Folge einige Unruhen – in dem zum Aufmacher gehörenden Artikel im Heft wurde (Zit. Spiegel/Kultur: „die griechische Finanzmisere ausführlich beschrieben: Von säumigen Steuerzahlern war da die Rede, missglückten Bauvorhaben und verirrten Fährschiffen – alles in allem konstatierten die Autoren „2000 Jahre Niedergang“ in Griechenland.“ Athen stellte eine Prozess wegen Beleidigung in Aussicht, sollten sich Focusverantwortliche nicht entschuldigen, später wurde vertagt…

Die Zeitung „Eleftheros Typos“ revanchierte sich mit eine Fotomontage der Göttin Viktoria von der Berliner Siegessäule, wie sie nun in der salbungsvoll erhobenen Hand ein Hakenkreuz hält. Focus: „Im Text dazu hieß es: „Finanznazitum bedroht Europa““

Diesmal, nur eineinhalb Jahre später – die den Griechen  auf ihrer Odysee auf den unbekannten Ozeanen des neun Geldflusses und schwindeleregend demokratiefernen Änderungen im Regierungsgefüge freilich wie wie eine Ewigkeit erschienen sein mögen – nun sollen diese Bemühungen (wikiped.?) lediglich Überlegungen bei den Brüsslern hervorgerufen haben über „Abgabe der finanzpolitischen Souveränität“, und ausgerechnet Deutschland will einen „Sparkommissar“ entsenden?

Man ahnt sicher auch in Griechenland schon Schlimmstes, und hätte auch allen Grund, wenn dort nun heute die Finanzjongleure aus den Zeiten des gefälschten Haushaltsberichts Griechenlands in der Regierung angekommen sind – des Begleichens ihrer Schuld vor unsichtbaren Hintermännern auf Volkes Rücken sind Politiker heute ohnehin verdächtigt.

Aber sie werden dort auch wie die Scharfrichter ihrer eigenen Krise auftreten, als die Verwalter des nun so glücklich für sie auf uns gekommenen Mangels  – so wie wir Deutschen auch nur noch ein wenig länger relativ resistent gegen die Krise scheinen werden, nur weil viele Interessen hier noch zusammenlaufen.

Am Ende verbleibt das Volk, nachdem es die blutigen Ausseinandersetzungen geführt haben, geplündert, gemordet, vor Ruinen – und der ganze einstige Reichtum ist auf märchenhafte Weise dahin – bisher war das nie anders, so geht es Völkern unter Diktatoren; sei deren Diktat ein rassisches, sei es ein von Habsucht bestimmtes – über Leichen gehen sie alle ganz unbeeindruckt.
Die Leichen sind dann Griechen, Deutsche, Iranis….

An einen Konflikt mit einem ganz anderen Feind gemahnt dies Einschätzung aus London, im November 2011 in der „Times“. Die Welt übersetzt:
„Deutschland hat der Euro-Zone den Krieg erklärt“

 

 

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Die Glücksritter ziehen weiter

 – die Knappen verbleiben dankbar mit gerechtem Lohn

In den ersten Neujahrstagen verkündete Obama ein Pamphlet: „Zur Aufrechterhaltung des globalen US-Führungsanspruchs“. „US-Präsident Obama hat eine neue Verteidigungsstrategie verabschiedet. Er setzt auf moderne Streitkräfte und richtet den militärischen Fokus auf den pazifischen Raum“, versimplifiziert am 6. Januar „Die Zeit“.

Schon im April des Vorjahres – so erinnert am selben Tag „Die Welt“ – hatte „Obama dem Verteidigungsministerium Kürzungen von 400 Milliarden Dollar in der laufenden Dekade auferlegt“, und fährt fort in seiner Interpretation des „Dokument(s) …, „für dessen Vorstellung Obama ungewöhnlicherweise im Pentagon auftrat“: „Der Streit zwischen Weißem Haus und den Republikanern im Kongress über eine Anhebung des Schuldenlimits könnte das Pentagon zu Einsparungen von weiteren 500 Milliarden Dollar zwingen.

Doch unabhängig davon habe sich die Weltkarte, ebenso wie die militärische Herausforderungen, verändert“, kommentierte das Blatt das Geschehnis. „Ein Bekenntnis zu den transatlantischen Beziehungen“ lese es in Obamas Auftritt, „aber auch () eine „Neugewichtung“ der US-Präsenz in Europa.“ Dies kündige „eine mutmaßlich nicht nur marginale Truppenreduzierung in Europa“ an, orakelt die Zeitung und erinnert: „Voriges Jahr hatte sich der scheidende US-Verteidigungsminister Robert Gates in recht schroffer Form darüber beschwert, dass die europäischen Verbündeten viel zu geringe Verteidigungslasten trügen.“

Wurden wir in diesen Tagen des neuen Jahres nun Zeuge eines – unverhohlenen, aber damit nur noch zynischeren als sein Vorbild aus nicht zu ferner Zeit, Konstruktionspapieres einer Neuaufteilung der Welt – eines Obama – Ashton – Paktes? (Frau M. Ashton – „Catherine Margaret Ashton, Baroness Ashton of Upholland“ – ist die alleinige Instanz – in „Personalunion für die Ämter des Hohen Vertreters für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik“ und des Kommissars für Außenbeziehungen“ (wikip.), die nach der administrativen Übernahme der EU-Mitgliedsstaaten durch Brüssel nun noch ihre – auch stille – Zustimmung geben müsste.)

Oder verspricht diese „strategische Neuorientierung Amerikas“ und ihre Auflage an die „Europäer“ gar die Tragweite des Vetrags von Tordesillas vor 500 Jahren, mit dem die Weltmächte Portugal und Spanien sich gegenseitig ihre Stücke vom Kuchen Welt zusicherten?

Kaum von Obama angesprochen, eilt der Außenminister Deutschlands in die arabischen Revolutionsparadiese des vergangenen Jahres – Algerien, Libyen und Tunesien – um sich dort „ein Bild der Lage“ zu machen. Überall aber dort,  so war von verschiedenen Beobachtern gemeldet worden, sei einer anfänglichen Euphorie eine tiefe Frustration und Resignation gewichen. Überall dort seien im Vorfeld Agenten internationaler Geheimdienste am Werk gewesen, die eine Handvoll mitgebrachter oder am Rande der Gesellschaft rekrutierter „Revolutionäre“ mit Know-How im Killen und entsprechenden Waffen ausgestattet hätten? Nach Ägypten fährt der deutsche Außenminister nicht, obwohl, oder vielleicht weil, dort gleich Wahlen anstehen. Kurz darauf, so meldet „Die Zeit“ am 15. Januar, wird der Ägypter El Baradei auf seine Kanditatur zur Präsidentschaft dort verzichten – frustriert, wie es heißt (Deutschlandfunk, 15.01.2012 13:13), weil nach wie vor die gleichen Kräfte an der Macht seien? Dieser Tage meldete der Spiegel: „Libyens neuen Herrschern entgleitet die Kontrolle“, und schon im letzten Jahr hatte Amnesty International den neuen Herrschern dort Folter unterstellt, Die Welt berichtete im September 2011 davon; und auch in Tunesien, soll, so berichtet Deutschlandfunk, muss die Freiheitsstimmung einer breiten Frustration gewichen sein und das Terrain, so vermuten Beobachter und Tunesier gleichsam, für radikale Gruppen freigeschossen.
Moslembrüder und Salafisten werden kurz darauf dann auch in Ägypten die Wahl gewinnen.Westerwelle schwant nichts. Er ist stattdessen vor Hoffnung fast sprachlos, und auch der Leiter des Büros in Kairo der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung wertet dies sehr liberal – verglichen mit seinen merklich unversönlicheren Ausführungen über Syrien am Ende dieses Interviews gegenüber Deutschlandfunk (15.01.2012 13:15: Sendung: Informationen am Mittag, Interview Ronald Meinardus, Büroleiter Kairo der Friedrich-Naumann-Stiftung): „Wir in Europa müssten uns daran gewöhnen, dass die Ergebnisse dieser Wahlen vielleicht nicht immer so ausfallen, wie wir uns das wünschen. Die ganz große Mehrheit der Ägypter, wie ähnlich die große Mehrheit der Tunesier und vorher auch der Marokkaner, haben halt andere Vorstellungen in Bezug auf das Verhältnis von Politik und Religion… Es wäre voreilig, jetzt zu behaupten, das sind die iliberale, undemokratische und antidemokratische Kräfte, ich glaube, das sollte man erst nach einigen Jahren sagen, wo sie eine Chance hatten.“

Sind uns denn aber nicht spätestens seit dem 11. September 2001 – ein „Prophet“ damals hatte recht: „Nichts wird seitdem mehr so sein, wie es war!“ – unzählige „Beweise“ der Gefahr seitens „Schurkenstaaten“ für unsere Gesellschaft aufgezeigt worden, die eben gerade durch deren Ferne zu einer Demokratie, wie wir sie verstehen wollen, wegen ihrer „politischen Instabilität“ aufkommen konnten, und war uns nicht geweissagt worden, dass dies Gefahr permanent wäre, solange die alten Kräfte dort am Werke seien?

Wenn der große Kampfverbündete auf der anderen Seite des Atlantik von einer Handvoll Höhlenbewohnern über tausende Kilometer bis ins Mark erschüttert werden konnte, was blüht den unmittelbaren Anrainern der aufgemischten explosiven Regionen in Nord- und Ostafrika, dem Balkan und Nahost?

Was der Orient einst mit „Deutschland“ verband, hat ihm innerhalb einiger weniger Zahrzehnte die Freundschaft so radikal gekündigt, dass da (hoffentlich) auch nicht das Lavieren um die direkte Beteiligung am physischen Morden einer objektive Einschätzung, wo „Deutschland“ steht,  im Wege steht – und damit dürfte sich die Reihe der vertrauenswürdigen Staaten Europas, abgesehen vielleicht von einer Handvoll allgemein expansions- und kolonisierungsuntüchtiger Randstaaten, aus orientaler und afrikanischer Sicht, schon erschöpft haben. Andere „große Nationen“ Europas hatten dort noch weniger Kredit… Man wird uns Europäer sicher alle in einen Topf werfen können, zugesellen den Mördern und Invasoren des Abendlandes, die wir bis aufs eigene Blut mitunterstützten. Weder wird der Balkan, noch Afghanistan ein Auge zudrücken können, kämen die je wieder zu besonnener Betrachtung.

Gerade sind wir kräftig dabei, es mit Iran zu vergeigen. Das europäische Interesse für Syrien ist beängstigend, und wohl nur seinen Vorstellungen vom „friedlichen Handel mit Afrika“ sind die „Anschläge“ geschuldet, die just dort wieder stattfinden [1] – mit „religiös verbrämten Fundamentalismus gegen Wahrheits- und Nächstenliebereligion“ – Hintergrund, versteht sich [2].

Für die Werke der USA empfand Obama eitel Wohlwollen: „Die USA hätten den Krieg im Irak „verantwortungsvoll beendet“, die Terrororganisation al-Qaida auf den „Weg der Niederlage“ gebracht, ihren im Mai getöteten Führer Osama Bin Laden zur Verantwortung gezogen und „signifikanten Fortschritt in Afghanistan“ gemacht“, zitiert „Die Welt“ am 6. Januar den Präsidenten; „Gleichzeitig müssen wir unsere Finanzen daheim in Ordnung bringen und unsere langfristige wirtschaftliche Stärke erneuern…“

Wir haben vollstes Verständnis – wenn Sie unseren Zeitungen glauben – Herr Obama – schließlich sind „Ihre“ Finanzen auch die unseren, wie wohl auch unsere mit Ihrer wirtschaftlichen Stärke verbandelt ist. Mitte dieser Woche beschloss der Bundestag in Deutschland so auch die Fortsetzung Ihrer Mission in Afghanistan, von der ja auch, wie da schon einer sagte, neben Deutschlands Freiheit auch seine Handelswege geschützt würden; alle Diskussionen über tote deutsche Soldaten wegen falschverstandener Vasallenpflicht unserer Deutschland beherrschenden Parteien Ihnen gegenüber, alles Lamentieren über getötete Zivilisten waren ganz still; nur die vermeintlich verfassungsfeindlichen Roten moserten. Wir haben nämlich einen Außenminister der Umsichtigen-Buchführungs-Sonderklasse. Zitat im Morgenmagazin von ARD/ZDF: „Vorher weiß man oft nicht, was ein solcher Einsatz an Geld und Blutzoll kostet“.

Der Ko-Direktor des „Afghanistan Analysts Network“ – Sitz in Berlin und Kabul – warnte im Dezember gegenüber der ARD: „Ich spüre eine große Verunsicherung und Angst unter den Afghanen, dass ihr Land erneut zusammenbricht und in einen noch blutigeren Bürgerkrieg zurückfällt. … Wir beobachten eine drastische Verschärfung der sozialen Gegensätze, die es früher in dieser Gesellschaft, die eigentlich relativ egalitär strukturiert ist, nicht gegeben hat.“

Und auch Obama verheißt wohl mit diesem Lehen für „Europa“ nicht Friedensland, wenn er seine Beschränkungen auf den anderen Teil der Welt begründet wie im Januar: „Künftig haben die USA nicht mehr den Anspruch, zwei Kriege gleichzeitig führen zu können.“

Seine Sicht von der Afghanistanmission gab diese Woche unser Bundesminister der Verteidigung gleich nach dem Beschluss über seine einjährige Fortsetzung der Medie auf die Frage, ob der Kampfeinsatz 2014 auch dann endet, „wenn Afghanistan wieder im Bürgerkrieg zu versinken drohe“
„Wir haben bisher auf dem Fahrersitz gesessen und die Afghanen auf dem Beifahrersitz. Jetzt wechseln wir das allmählich. Und anschließend sind wir dann noch ein bisschen Fahrlehrer.“

Anmerkungen

[1]
21. Januar 2012, Deutschlandfunk
20:00 Uhr
: „Bei der Serie von Anschlägen im Norden von Nigeria sind weit mehr als 100 Menschen getötet worden. Das Rote Kreuz spricht inzwischen von mindestens 120 Toten, Ärzte berichten von mehr als 160 Opfern. Ziel der Attentate in Kano – der zweitgrößten Stadt des Landes – waren gestern mehrere Polizei-Einrichtungen. Zu den Taten bekannte sich die radikal-islamische Sekte Boko Haram. Sie hat in den vergangenen Wochen eine Reihe von Anschlägen mit vielen Toten verübt.
http://www.dradio.de/nachrichten/201201212000/2

[2]
14.Januar 2012, Deutschlandfunk
13:30 Uhr
Sicherheitskräfte inspizieren die Zerstörungen der katholischen Kirche St. Theresa nach der Explosion einer Autobombe in Madalla.

Mit dem Stopp der Subventionen für Treibstoff hat der nigerianische Präsident die Bevölkerung gegen sich aufgebracht…In Nigeria liegen die Nerven blank. Wegen der Anschläge der Terrorsekte Boko Haram trauen sich viele Menschen eigentlich kaum noch auf die Straße. Doch gehen sie auf die Barrikaden – gegen die Regierung.

Occupy Nigeria: In Lagos blockieren Demonstranten die Stadtautobahn, Autoreifen brennen, wichtige Häfen sind lahmgelegt, Flüge gestrichen, Geschäfte geschlossen. Der Generalstreik geht weiter – und eskaliert. Bei Zusammenstößen mit der Polizei starben bisher mindestens zehn Menschen. Im Zentrum der Kritik: Präsident Goodluck Jonathan. Immer weniger Nigerianer vertrauen ihrem Staatsoberhaupt.
…unregierbar erscheint Nigeria schon jetzt. Die Proteste werden immer härter, außerdem bekommt die Regierung die Terrorsekte Boko Haram nicht in den Griff. Bei islamistischen Anschlägen wurden allein seit Weihnachten mehr als 100 Menschen getötet. Der Staat wirkt hilflos, gelähmt, und die Angst geht um. Und dann taucht auch noch dieses Video im Internet auf: Imam Abubakar Shekau, der Anführer von Boko Haram, verteidigt darin die Angriffe auf Christen und erklärt, es handele sich um Rache für Anschläge auf Muslime.

„Wir sehen, wie das Land möglicherweise in einen Bürgerkrieg schlittert. Wir kennen die Pogrome, die es zwischen den ethnischen und religiösen Gruppen gegeben hat. Wir wissen, dass sie aufgehetzt und manipuliert wurden – durch korrupte Politiker, die ihre Spuren verwischen, indem sie Chaos säen. Terroristen können einfach Gotteshäuser angreifen und wehrlose Menschen töten, und niemand stoppt diese Leute. Unsere Nation steht am Scheideweg. Das lässt sich nicht mehr leugnen.“

[3] Und auch diese Schlagzeile „Mali droht eine Hungersnot Folgen des Klimawandels“ (auf Deutschlandfunk am 10.12.2011)
hat ihren Bezug auf „Kolonisierung Afrikas“ und „europäische Vorstellungen von friedlichem Handel“

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