Osterspaziergang. Ein Wintermärchen.

Es bietet sich ja auch an, hinter dieser kurzzeitigen – durchaus vergönnten – von Werbefachleuten, Medienmachern, Priesterschaften so eifrig befeuerten Imagination einer versunkenen gerechten Welt, mit Sonne, grünen Gefilden, Lämmchen und Wiederauferstehung der Gerechten – noch dazu unter Würdigung der ja auch nicht unumstrittenen Gestattung einer fast viertägigen „Feier-„, „Fest“-tagslaune beim Volk – einen schönen Beitrag für die Pläne der faschistoiden Weltmachtsphantasten zu vermuten – so wollen wir die „Alternativlos“-, „Basta!“-Argumentierenden, und, als ob damit legitimiert, allen anderen mit Terror, Krieg, Maulkorb kommenden, „Bestimmer“ vorerst nennen, als Arbeitstitulierung sozusagen, bis wir sie mit den Namen aufsagen können.

Dass ganz andere Netze über uns gespannt werden als die Segnungen eines neuen Papa auf dem Erdkreis, lässt den ansonsten schon „feier“-süchtigen Autor dieses Artikels nach seiner Ansicht ohnehin am Ostersonntagnachmittag in der Bude hocken; selbst in der zugigen Eckkneipe gestern abend begann einer selbstvergessen den „Osterspaziergang“ aufzusagen – zur Befreiung „aus dem hohlen, finsteren Tor“ kam es heute höchstens unter Inkaufnahme abnormer Außentemperaturen. Bunt wär‘ sie wohl gewesen, die Schaar auf den windigen Höhen („KiK“-bunt eben oder wie heißt der einzig verbliebene Klamotten-Massenvermarkter in der Stadt?), der Autor hier war nicht dort, sitzt neben aufgedrehter Heizung am PC und sinnt, mit Blick auf die sich nun gegen Abend abzeichnende und seit Wochen nicht gesehene „Auflockerung“ des Himmels – während dessen Dunstschleier sich mehr und mehr aufgelöst haben und durchaus blau zu nennender Himmel sich durch die Raster der abziehenden gitterförmigen „Wolkenformationen“ abzeichnet -, ob in den Befehlständen der Nato vielleicht auch eine gewisse religiöse Feierlaune Einzug gehalten haben könnte, dass die Sprutze von der Geoengineeringstaffel heute nicht mehr, und morgen nicht vor Mittag, fliegen müssen. „Zu Weihnachten 19?? wirft das christliche Amerika mal keine Bomben auf vietnamesische Dörfer und Städte,“, hab ich als zynischen Kommentar aus einem Dokumentarfilm über den Vietnamkrieg noch im Kopf, und in den vergangenen drei Jahren, während derer ich das Chemtrailing nun beobachte, an wenigsten einen Tag zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten, diese Christlichkeit wohl auch beobachtet.

Dass uns ihre Trojaner auch über die Leckerlies zu Ostern verabreicht werden, wollen wir dabei nur am Rand mitdenken, wenn wir ihre Intentionen, mittlerweile als uns feindlich gesinnt verstanden, in Konsequenz unserer Annahme von einer umfassenden Verschwörung auch bei der friedlich-besorgten Zelebrierung der Festtage nicht außer Acht lassen wollen, doch für zunehmend immer mehr Leute degenerieren Festtage in einer Art verzweifelter Reminiszenz ans Mithalten im Konsumwahn zu Tagen des ungehemmt unaufgeklärten Verzehrs.

Auf wieviel Christlichkeit können wir denn hoffen – oder was soll dieses laute Erinnern an dies alte Denktum bewirken? Uns den Kontrast zwischen Ist und Soll darzustellen – höhnisch, oder um daraus unser Betragen einzuklagen? Eine Art der Inquisition, einer „von GOTT“ gegebenen und in seinem Sinne vollstreckten Verfassung, scheint nun mit Blick auf die zunehmende Globalisierung und dem lauter werdenden Ruf nach gegenseitiger Toleranz aus den verschiedenen gotteswilleninterpetierenden Lagern undenkbar; gerade dieses Gedankengut sei aber, so meinen Katholiken und bibeltreue Christen, das Einfallstor des Antichristen. Nur durch ihren Herren wissen sie vom Himmelreich, und nur durch diesen Einen wollen sie wieder dorthin. „Ökumene“ als ein Patchwork im Glauben, kann mit ihnen somit nicht möglich sein. „Ökumene“ – die das Gute aus allen Religionen in eine neue Religion abfließen lassen, das Negative außen vor lassen will, steht bei Bibeltreuen in Verdacht, einen okkult gott- und geistlosen Mischmasch produzieren zu wollen, der ohnehin weite Teile der westlichen Völker längst befallen habe. „Satanismus“ sei mithin die letzte Konsequenz des Abfalls von Jesu Christi als Messias – eine Spielart des religiösen Gedanken nur, nennen dies verdächtig unkonventionell die ewigen Mitverdiener in Unterhaltungs- und Kulturindustrie, und in seinen harmlosen Grenzen durchaus tolerabel…

„Europa muss sich mit dieser Frage weiter beschäftigen“, verlangte die Kanzlerin 2007 anlässlich der EU-Verfassungsgebung „in einem Gespräch, das FOCUS mit ihr“ – als damalige EU-Ratspräsidentin – „und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, organisiert hatte“ … „Mit Hinweis auf jüdische, christliche und muslimische Beiträge zur abendländischen Kulturgeschichte“, hätte Merkel bekannt: „Europa ist kein Christenclub“, sondern eher „ein Werteclub“. Für diese Werte müsse Europa allerdings „bereit sein zu kämpfen“…“Mit einem Bekenntnis zum Christentum sei „niemand ausgegrenzt. Wir hätten aber „aus lauter Angst vor Ausgrenzung Andersgläubiger darauf verzichtet, für unsere Überzeugungen zu werben“; Kardinal Lehmann hätte sich „sehr froh“ über diesen Appell der Kanzlerin gezeigt und hinzugefügt: „Die Zögerlichkeit und manchmal auch Feigheit, den eigenen Standort deutlich und klar zu markieren, ist in der Tat unsere größte Schwäche.“ Eben deshalb sei es fraglich, „ob wir wirklich einen ernsthaften Dialog mit dem Islam führen können“.

Von dieser anderen Seite der Welt, den „Muslemisten…Muslimen…Moslems“ wissen wir nur, was wir wissen sollen, und das ist wenig, und selten das, was die dort über sich selbst annehmen; dass die aber schon aus religiösen Gründen – die wir dort als heilige Basis allen Denkens und Handelns vorausgesetzt haben wollen – irgendwie nicht zu uns passt, der Moslem unser Feind sein m u s s, wissen wir nach einem Jahrzehnt islamfeindlicher Propaganda so gewiss, dass sich dahinter Jahrhunderte der geistigen, wissenschaftlichen und kulturellen Befruchtung von einst verstecken müssen!

Buddhismus, Hinduismus? Müssten wir vorher unsere Kastenzugehörigkeit kennen! Wer von uns geht als Brahmane, wer als „Unberührbarer“ in deren Rad der Wiedergeburten ein? Im täglichen Leben dort soll das weitreichend Konsequenzen haben…

„Die Juden“ will wohl der nicht in einer Debatte über Mensch- und Göttlichkeit wiederfinden, wer die blutbesudelten „Alternativlos-Basta“-Kommandanten des Staates als im jüdischen Glauben unterwegs missversteht. Thoragläubige betonen die devote Geduld des Glauben, während andere in seiner schriftgewordenen Auslegung („wie die Regeln der Torah in der Praxis und im Alltag umgesetzt werden sollen“ zit wikip. ) Ermunterrung und Ermahnungen zu Genozid, Unterdrückung und Täuschung in der Welt der Anderen finden. Als Gojim – „Dreck, Viech“ seien wir dort verstanden, die wir keine „jüdischstämmige“ Mutter in der Ahnenreihe nachweisen können, und Palästina und die „angrenzenden Regionen“ zumindest werden von der Behandlung wie „Dreck, Viech“ ein Lied mitsingen können.
Wenn nur als Nutzvieh – wollen wir unter diesen auserwählen Schirm?
Jesus soll sich strikt gegen den Dämon gewandt haben – er gab sämtlichen Jüngern zur Aufgabe, in die Länder zu ziehen und die Juden dem falschen Gott zu entreißen, dem sie nach seines wahren Gottes Worten angeblich verfallen waren. Der sich nicht wiederfand in den Huldigungen für einen „Mörder und Betrüger“.
Der „Zionismus“ – der himmlische Fakten nicht abwarten und bei der Vorbereitung des Ammageddon, des Jüngsten Gerichts, des letzten aller Tage, mit Hand anlegen will, ist der Satanismus des Judentums, und selbst orthodoxe – thoratreue – Juden, distanzieren sich heftigst.

Unlängst noch zu verheerenden Katastrophen in Europa haben sich aber auch die „Einigungen“ unter den „Christen“ ausgewachsen, wo sich die Interpreten des Verkünders mit dem 30jährigen Krieg sehr anschaulich die Meinung sagten – im Prinzip, das wissen wir von dort noch, aber nur ein Vorwand für einen planstabsmäßigen Genozid. Was die katholischen nicht auf die Scheiterhaufen brachte, vollendete die Auflehnung gegen die Aufruhr der Reformisten, und, und sähe man die Französische Revolution im religiösem Kontext – der Mensch will religiös sein – das macht es den Sektierern erst so einfach – und Ideale, und Handlungssinn ableiten und leben – kommt man dabei an der Französischen, der Russischen, der Amerikanischen Revolution mit einer fast vollständigen Befreiung von Gott an – das gleiche Blutbad, und kann hier nicht nichtgedacht werden.
Geglaubt wird hier mittlerweile, was die allgegenwärtige Glotze vermittelt, und mittels der lässt sich alles vermitteln. Nun haben die Strategen seit Reichsrundfunk noch einen Sinn dazuokkupiert, bei den meisten den taktgebendsten: „Ich habs doch im Fersehen GESEHEN!!!“.
Die Meinungsfreiheit macht jede Meinung frei äußerbar, und so wird reilich veräußert, was dem Verkäufer dient. Die werden zunehmend weniger, fressen sich gegenseitig auf, die Interessen können schärfer durchgesetzt werden. So bestimmen immer wenige über die Ware, in unserem Fall: Die konsensfähige Meinung, das integrierende, möglichst allseits anerkannte und vielen für richtig gehaltene Weltbild.
Die verordnete Ausgewogenheit in der Presse mischt die gelegentlich andersartigen Meinungen wieder unter, oder sie werden dort initiiert – wie der Aufstand und die bis in die Kalkulationen einzelner Staaten reichende PR-Aktion eines amerikanischen Populärzeitschrift – Stichwort: Klimaerwärmung. Über den erklärtermaßen damit zusammenhängenden Kohlendioxydausstoß sollen schon Schulkinder völlig schuldbewusst vom eigenen Verderb für den schönen Planeten meditieren. Die Religion der Zukunft? Werden Menschen dann wieder nach Nützlichkeitskriterien ausgesondert, ausgezeichnet, diesmal aus „Sorge um den gesamten Planeten! Ach! Bis in die Sterne hinaus!“…

Ein nagelneuer Papst, der neue Besen kehrt vielleicht gut, sein neuer Name wird vielleicht Programm – Ökomene und Kabbalah. Mit Tieren reden. Vegetarismus – eine ganze Ersatzindustrie könnte da ungeahnt und uneingeschränkt kreativ den letzten Groschen noch abziehen – zur Schonung Seiner Schöpfung. Über die Pfaffen wusste Heine bereits, wie die heimlich taten – Polyesterlamm für uns zu Ostern, während dort vielleicht das Brät durchaus noch auf dem Tischen stehen kann – zu Mittag wird man Seine Heiligkeit nicht stören! An einen netten Versuch überstürzter Reinwaschung qua neues Gesicht können wir eh nicht glauben angesichts des jahrhundertelangen Stoizismus der stimmgewaltigen katholischen Priester – wir glauben lieber an die Beseitigung einer unerwarteten Bremse für den Einzug der Freimaurer in den Vatikan.

Warum der Firlefanz, wenn es doch augenscheinlich Gesetze, auch einträglich für genügend Verkäufer,  auch tun können? Man kann auch einen „Tag der Verfassungsinkrafttretung“ zu einen staatsweiten Festwochenende ausdehnen, einen Tag der Kapitulation nötigenfalls dazu umdeuten – der Anlässe wären weit mehr als nur zwei Auffälligkeiten eines Heiligen im Jahreszyklus. Wenn es doch über die religiösen Gedanken immer wieder Auseinandersetzungen gibt?
Im Zusammenleben – wie in Palästina. Oder hier. Darf ein Jude seinen Sohn beschneiden, ein Moslem seine Tochter – weil die Religion diesen Kult möglicherweise fordert, oder soll er/sie bei Inkrafttreten eigener Verantwortlichkeit dazu erst befragt werden dürfen – wo es für den Kult allerdings zu spät wäre? Kann Otto Unerkanntschlächter den Nachbarn tolerieren, der seinen Osterbraten seinen Heiligen Schriften gemäß mit aufgeschittener Kehle „geradezu verrecken“ ließ?

In Abwandlung eines Zitates: „Wenn auch Du Dich nicht für die Politik interessierst, interessiert  d i e  sich doch für Dich!“ – interessiert sich scheinbar Gott wieder stärker für uns, nach Ansicht unserer Stichwortgeber. Dass in deren okkulten Auslegungen immer ein Stein des Anstoßes für Andere zu finden ist, macht sie zu Sektieren, und wenn ihnen nach Aussendung Gottes wahren Willens war, hinterließen sie immer erst eine sehr menschähnliche Blutspur, gern auch in den eigenen Fußvolkreihen.

Dass wir kein Prinzip darin erkennen wollen – dass „solche Gedanken“ immer wieder Aufkommen, wir  – auch momentan – alle „irgendwie wissen“, was schlecht ist, was gut ist, wir eine ähnliche Vorstellung von Glück haben, nach einem Ziel suchen, weil wir eines vermuten, – dass wir uns kein „Prinzip“, keinen gut durchdachten Plan, keinen Schöpfergeist, intelligenter als unseren – mit Blick auf  vermeintlich gottloses Chaos und Verirrung, freilich – vorstellen könnten – ist wohl mit Abstand der beliebteste Schluss, den wir Schafe in den Augen unsere Schlächter ziehen könnten?

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Mantratekel

Bevor Sie sich heute Abend allzu geistesvergessen der Zuversicht der „Neujahrsansprache“ der Kanzlerin (auf „Deutsche Welle“ hören?) hingeben und den „Rutsch ins Neue Jahr“ – für den ich Ihnen hier alles Gute wünschen wollte – auf deren Schleimspur antreten, möchte ich Sie an eine Weissagung erinnern, die der Präsident eines sich ähnlich im freien Fall befindlichen „Wohlstandstaates“ tätigte – ebenfalls bereits entgegen aller sichtbaren Entwicklung, ebenfalls bereits trotz der galoppierenden Verarmung der Bevölkerung seines Landes – deren Wertigkeit zu beurteilen Sie das Glück des die Geschichtsschreibung Befragenden haben: Am 1. Mai 1930 orakelte Herbert Hoover bei seiner Grußrede zum jährlichen Essen der Handelskammer der Vereinigten Staaten: „Obwohl der Absturz  erst sechs Monate alt ist, bin ich überzeugt, wir haben jetzt das Schlimmste überstanden, und bei fortgesetzter, vereinter Anstrengung werden wir uns rasch erholen. Es gibt eine Gewissheit für die Zukunft eines Volkes der Ressourcen, Intelligenz und dem Charakter des Volkes der Vereinigten Staaten, und das ist Wohlstand.“

(Zitat nach historymatters.gmu.edu)

Update 19:10 h 31. 12., „krise.news“: „In einem Interview mit dem Deutschlandradio äußert sich der Wirtschaftswissenschaftler Franz Hörmann (Wirtschaftshochschule Wien) sehr pessimistisch für das kommende Jahr“…weiterlesen

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Fristablauf bei Petition gegen Volkszählung 2011

Heute ist der letzte Tag der Mitzeichnungsfrist zur Petition: „Volkszählung – Unterbindung der registergestützten Volkszählung 2011“
Die Petition 14703 finden Sie hier:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=14703

Warum Sie unterschreiben sollten, hier:
http://www.videogold.de/zenus-2011-wir-sind-doch-nicht-das-inventar-dieser-regierung/

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Vom Regen in die Traufe

Pakistan? Sind sie nun schon da – die Euch zu Hilfe kommen wollten? Von hier haben sie sich angeblich aufgemacht, haben Flugzeug um Flugzeug beladen, landauf, landab um Spenden gebeten, als wären sie plötzlich wieder selbst ganz bedürftig; viel ist es nicht geworden, läppische Millionen einer hyperinflativen Währung, glaubt ihnen nur nicht, wenn sie behaupten: Wegen der geringen Spendelust der Bevölkerung, aufgrund fehlendem Verständnisses für Eure Kultur, Politik, Lebensart; nach dem Tsunamie über Indonesien – einer Region, unserem Verständnis genausoweit entfernt, k o n n t e n wir spendabel sein; nun haben sie auch uns erheblich geschröpft, haben ihre Völker, hier in Europa, dort in den USA, an den Bettelstab gebracht, unser Vermögen für ihre Firmen und Banken und Mordmaschinerie verbraucht – die gleichen, ja, die nun diese Theorien von der Unversöhnlichkeit der Lebensarten aufstellen, um uns Mitleidslosigkeit zu unterstellen, die gleichen, die nun vor Eurer Türe scharren, die gleichen, ja – nicht wenige glauben das – die über Euch diese Sintflut brachten.
Denn nur kurz vorher hatten sie konstruiert, „die Taliban“, wie man hier kurz für Terroristen sagt – Geister, die sie selbst einst hervorriefen – hätten sich nun in Euer Land zurückgezogen, und konstruierte Nester des Terrorismus sind ihnen immer schon ein Kriegsziel – nur nicht die wahren. Ihr mögt das für ein schlechtes Märchen aus der tausendundzweiten Nacht halten, aber sie arbeiten schon einige Jahrzehnte an der Kriegsführung mittels Wetter- und „Natur“-Katastrophen- Manipulation, und es wäre kein Wunder, wenn sie dieses Ziel nun erreicht hätten. Habt Ihr mitbekommen, wie es Haiti erging, am Anfang dieses Jahres? Das war am Ende auch so ein „Schurkenstaat“ geworden – Ihr wisst ja selbst sehr gut, wie schnell man ihren Interessen in den Weg gerät. Nachdem sie Jahrzehnte dort ausgebeutet, versklavt, gemordet und ihre Regierungen installiert hatten. Nicht zufällig fällt ihnen selbst dieser Zusammenhang nun wieder ein. Haiti kam durch ein Erdbeben zu ihrer Hilfe; als erstes waren dorthin ihre Flugzeugträger unterwegs; schon damals dachten hier einige: Das „Erdbeben“, hätte es nicht stattgefunden, sie hätten es regelrecht hervorrufen müssen, gemessen an dem Nutzen, den sie daraus zogen.

Gleich werden sie da sein, Pakistan! Zuerst werden sie finden: An allem seid Ihr letztendlich selber Schuld! In Haiti war das ebenso; die einen werden sagen: nicht gottgefällig; die anderen: nicht demokratisch; für beides gelten lediglich ihre Kriterien.

Aber sie werden Eure „armen, unschuldig an den Verfehlungen der Erwachsenen, Kinder“ sehen, und ihr Herz wird ihnen medienschön überlaufen, dass man sich fragt: Wo nehmen diese trockenen Egozentriker auf einmal das viele Wasser her?
Sie werden sie Euch stehlen wollen, über die Landesgrenzen in ein, „verglichen mit Eurem Land“, Paradies entführen; fragt Ihr in Haiti, wird man es Euch bestätigen. Ihr könntet froh sein, werden sie sagen, dass wenigstens einer für die Unschuldigsten unter den Unschuldigen Sorge trägt, aber sie stehen bei uns schon lange unter Verdacht, dass ihre Gier nach frischem Fleisch sie steuert.

Es werden kommen die Sanitäter, die „nur noch amputieren können“, während geschulten Ärzten der Zugang zu Euch erschwert wird. Sie werden „Lebensmittel“ auf Euren Flughäfen anlanden, und die hungrig Wartenden mit Waffengewalt vertreiben oder sie in meistbietende Kanäle schleusen. In Afrika nahmen sie „Sex“ von den Frauen und Mädchen dort für Brot.
Am Ende haben sie Euch ihren ganzen Schrott zu Höchstgewinnen angedreht, ihre Hilfswerke haben die Hilfsgelder wieder abgesaugt oder sie sind in unsinnige oder undemokratische oder gigantomane – auf jeden Fall: lebensfeindliche – Eurem (und unserem) Leben feindliche Projekte versickert. Auf den Straßen werden ihre Sheriffs Streife gehen, Eure Wohnungen, Euer Leben, Eure Kultur auf den Kopf stellen.

Denn schon jetzt können sie ihre Fratze ja nicht ganz verbergen; Ihr braucht schnell und unbürokratisch Hilfe, sie verhandeln lieber noch ein bisschen, was Ihr mit ihrem Geld überhaupt dürft. Mit ihren (und auch Euren eigenen) Geldern wollen sie „Demokratie fördern“, indem sie „für Transparenz und Rechenschaftslegung sorgen“, und haben selbst ihre eigenen Länder auf Bananenrepublikniveau zurückgesetzt; Ihr braucht Brot und eine Zuflucht, sie kommen Euch mit „Umweltschutz“ und ihrer Bürokratie. Ihr seid auf der Flucht vor den Wassermassen, sie jagen „Terroristen“ inmitten des Trubels; warum wir dabei „Euren“ Geheimdienst getrost „ihnen“ zuzählen, wisst Ihr ja längst? Und dass die, die nun an die Spitze Eurer Regierung drängen, bei ihnen im „Asyl“ leben, wohl erst recht?

Wenn das Wasser abgeflossen sein wird, werden Euch Blutsauger und Heuschrecken überkommen; und Ihr werdet schnell wissen, welche die noch bessere der Plagen war!

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update 14. September 2010
Wer an Pakistan bisher verdiente:
Kolumne Christian Anders, bewusst.tv

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30 strahlende Silberlinge

Gutenachtgeschichten aus Bananien

Dr. Merkel lernt nie aus; gerade fuchst sich die Physikerin in die Grundlagen ihres einstigen Studienfaches; eine Woche crashkurs: „Energie. Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“ Ende September will man in Berlin dann darüber bestimmen können;
Angeblich 30 Milliarden seien ihr unlängst geboten wurden, dass sie bei der
Sache mit der Brennstabsteuer alle Augen zudrückt – für einen Zeitraum von zwölf Jahren; man könne auch woanders seine Zelte aufschlagen, drohte ihr vorsorgend das Kapital; so wusste sie besser am ersten Tag ihrer „Bildungsreise“ bereits: „Atomenergie ist weiterhin eine Option“.

Um nicht falschverstanden zu werden: Auch eine „Brennelementesteuer“ vergrößert wieder nur den Radius und verlängert die Lebenserwartung einer hochkorrupten Clique, die alle Herrschaftsposten dieses Landes okkupiert hat; die eingezogenen Milliarden tauchten dort ab, und auf unseren Stromrechnungen erst wieder auf; das unverhohlene Triumphieren von Geschäftsinteressen über Volksgesundheit und Generationenverantwortlichkeit macht das Thema brisant weit über energiepolitische Ansichten hinaus.
Eine Woche ist bei Merkels Nachholebedarf wahrlich knapp bemessen; bereits in Sachen Demokratieverständnis mangelt es ihr an Grundlagenahnung.

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Wesen zum Weltgenesen

Weitere Abrüstung bei der Vierten Gewalt

Ich habe Journalisten nie gemocht. Ich habe sie alle in meinen Büchern sterben lassen.

Agatha Christie

Heute – 3. Mai –  war Internationaler Tag der Pressefreiheit. Nichts Besonderes, nein. Müßiggang, dennoch deswegen die Tasten zu rühren. Für die Pressefreiheit ohnehin mit der Heilkraft wie die des „Jahres der andalusischen Wüstenmaus“ für die andalusische Wüstenmaus….

In den deutschen Medien war davon wenig, und sie hätten auch keinen Grund. Wie immer die Ewige Deutsche Koalition auf Wahlwerbung vor Erster Deutscher Fersehkamera,  auch  Griechenlands Geschick dient da, jeder Anlass ist willkommen; verbale Schützenhilfe für Arbeitsverweigerung in einem Moment mit potenziell zukunftsentscheidender Wichtigkeit für den Weltfrieden – nur weil die Verweigerer zur deutschen „Delegation“ gehörten. Ein Eklat, den Achmadinetschad verursacht hat, findet der sendereigne Beobachter vor Ort in New York; er kann wohl schon die Ahnung seiner Zuschauer voraussetzt, das Zuhören Zeitverschwendung sei.

Entweder glaubt das Haus ARD (in den unteren zwei Hierarchiedritteln) seinem Produkt wirklich und erklärt damit die Unerklärbarkeit der Welt – und damit sich als überflüssig, oder es besteht diese Unterwanderung wahrhaftig und die Anstalt wird gelenkt von den Chaoten, die auch sonst global allerorten für Chaos sorgen.

Sei es, wie es sei, die deutsche Medie fühlt sich frei und verweist zum Gedenken des Tages (zit. ARD nicht wörtl:), den Sie gewohnt sind mit  Zeitung oder uns, nach einem Land, wo dieser Traum ein „Alptraum“ sei  –  Somalia!

Dort sind die Umstände, das zeigen die Filmbilder schnell, nicht mehr nur für Journalisten lebensgefährlich; Pressefreiheit zwischen Granatwerfern, Attentaten, religiös geschürtem Bürgerkrieg?   Inmitten zerschossener Häuser zumindest ein Radio auf dem Gehsteig?
Um Musik aus dem Westen, verlautbart ein Radioreporter, ginge es in seinem Studio.  Die Regierung hätte befohlen, HippHopp zu bringen, ungeachtet fundamentalislamistischer Terrordrohung. Um nicht zu weichen.
ARD trägt es vor, bis auch der somalische Kollege Pressefreiheit sagt – wenn man den zu lautstarken Übersetzungen im Off glaubt.

Somalia, grübelt derweil, wer die weitgehende Webfreiheit genießt…

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Nix Wochenend? Nix Sonnenschein? Nix mit Arnilein im Wald allein?

Glosse in Zeiten, umgangssprachlich, des Krieges

Nun bin ich schon ein wenig gespannt, Frau Dr. Merkel, wie Sie sich da wieder rauswinden wollen.

Nicht dass es um die Kosten wäre – paar EUro! Kumpaneien dürfen ruhig kosten, das sehen die Leute da draußen auch so: Das rechnet sich. Deren Königin soll auch reputieren können…

Ich meine: Das mit dem Fallen deutscher Jungs wird so schnell nicht aufhören?
Sie sind ein bisschen auch die Säge an dem Ast, auf dem Sie – wie durch höherer Mächte Fügung, das müssen Sie schon anerkennen  – sitzen. An dessen Höhe allein Sie sich doch erfreuen sollen!

Das ist wohl Ihrem zu gutem Herzen verschuldet – aber wollen Sie jetzt wegen jeder Leiche nach Hause jetten? Jedesmal ihre Amusements unterbrechen?  Den Rest, diese listige Übertreibung sei mir erlaubt, Ihrer so hoffnungsvoll sich entwickelnden Amtszeit in völkischen Trauergemeinschaften verbringen? Der Kirchen f**k ehrwürdiger Nacht?  Wo Ihnen letztens schon nichts mehr einfiel? Bei Ihrem Esprit, Ihren Fähigkeiten? Wer rief Ihnen gestern neidisch nach: „Die mächtigste Frau der Welt!“?

Na, never rain in Southern California, gestrafft die Mundwinkel, jetzt  erstmal ordentlich in die Sonne,  und Meer und noch viel mehr: der Flugverkehr gleich eingestellt…
vielleicht vergessen die es ja bis zum übernächsten Mal; in der „Heimat“…

Und dann nicht wieder Gefühle anstrengen! Die gehen nur nach hinten los!

Ein Freund

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Welch schönes Volk

– wo so viel Gerechtigkeit wohnt

Sicher hat das eine insofern mit dem anderen zu tun, wie letztendlich alles zusammenhängt. Die Kommentare in der Zeitung mit den großen Buchstaben verknüpfen ganz frei; da hilft auch die Erinnerung der wenigen Bedachten dort nicht: „Wer frei von Schuld sei, der werfe den ersten Stein!“ Schon findet sich die Landesbischöfin auf einer Bank mit Kinderschändern wieder und jegliches Recht, sich über den Krieg zu äußern, wird ihr dabei gleich mit abgesprochen: „Erst mit der Afghanistan-Keule um sich hauen und jetzt besoffen mit dem Auto andere Verkehrsteilnehmer gefährden, ich fass es nicht“ und „Kässmann, war das nicht die, die friedensapostolisch über unsere Jungs in Afghanistan hergezogen ist?“
Welch glücklich Volk, das deutsche! Welch Gerechtigkeit, wo Leid schon wieder vergessen ist.

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Tempel der Umnachtung

– wo der Alois mit dem Benedikt Verstecke spielt

Von einer allgemeinen Glaubenskrise in der Kirche soll der Papst ausgehen, verlautete aus Rom nach der Sitzung, zu der der Papst Bischöfe aus Irland zitiert hatte; im letzten Jahr war bekannt geworden, dass in Irland seit 1930 bis in die Neunzigerjahre hinein tausende Heimkinder von Angehörigen der katholischen Kirche gequält und vergewaltigt worden waren. Diese Krise mache er mitverantwortlich für das „Phänomen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen“.
Zwei Tage hätten die Würdenträger geratschlagt, „warum die irische Kirche über so viele Jahre hinweg im Umgang mit den Missbrauchfällen versagen konnte“;

„Komödie und einzige Irreführung der Menschheit!“, versichert die Theologin und Autorin einiger Bücher über die katholischen Kirche, Uta Ranke-Heinemann (Tochter von Gustav Heinemann). In einem Interview gegenüber dem „Deutschlandfunk“ (18. 02., „Kultur heute“) zerstört sie energisch eine Hoffnung, dass mit den bekanntgewordenen Fällen nun auch Reue in der katholischen Kirche eingezogen sein könnte: „Die katholische Kirche kann niemals Schuld eingestehen! Unfehlbar ist: Der Papst.“

Sie wisse von zwei geheimen kirchlichen Dienstanweisungen, „die jeder Bischof in seinem Tresor liegen hat. Das erste, von 1962, „Crimen Sollicitationis“ , das zweite von Kardinal Ratzinger, von 2001 „De delictis gravioribus“. Beide Geheimschreiben betonen die „ausschließliche Kompetenz des Vatikans“ in Pädophiliefällen. Gleichzeitig werden alle Bischöfe unter Strafe der Exkommunikation aufgefordert, alle Missbrauchsfälle ausschließlich und nur an den Vatikan zu melden.“
Es sei genau dieses Geheimschreiben, das die irischen Bischöfe ja auch befolgt hätten, so die Theologin.

Während Bischof Walter Mixa zu Augsburg dieses Schreiben wohl nicht gleich gegenwärtig war, wenn er laut in der Augsburger Allgemeinen über die 68er Bewegung mit ihren folgenden Freizügigkeit nachdenkt, die er für die pädophilen Übergriffe seiner Sektenbrüder verantwortlich macht, sollten den Verlautbarungen vom Heiligen Stuhl vielleicht doch Beachtung geschenkt werden. Zwei Tage am Grübeln und dennoch nicht auf seine Dienstanweisung zu kommen? Derweil die Bischöfe zur Ehrlichkeit mahnen? Die herzzerreißenden Bilder, wie ein von aller Welt verehrter „Papa“ dem Verfall anheim fällt, sind noch gut in aller Erinnerung – was machte es für einen Unterschied, ob der Verfall nun körperlicher oder geistiger Natur ist?

Bis wir da aber nichts genaueres wissen, wollen wir glauben, dass Ratzinger ein typischer Zeitgenosse der oberen Etagen ist – und dann hätte er mehr als ausgedient mit den vergangenen Tagen. Als 1977 der damalige den heutigen Papst zum Erzbischof von München und Freising weihte, wählte Alois Ratzinger als Bischofs-Motto „Mitarbeiter der Wahrheit“ und erklärte das so: „Zum einen, weil es mir die vereinigende Klammer zwischen meiner bisherigen Aufgabe und dem neuen Auftrag zu sein schien“.
Das verriet eine gute Antenne für Vorbestimmung – wenn Gottes Mühlen auch langsam mahlten: Die Wahrheit, die er derart diskreditierte, möge ihm nun unzart auf die Lackschühchen fallen!

Der derzeitige Papst ist Dogmatiker- die Dogmatik hat er studiert, und hat sich in seiner langen Dienstzeit für die katholische Kirche eher erhärtet, was die Duldsamkeit gegenüber Sünden betrifft. Dass aber mit seinem Abgang – der unter anderem vehement Streitschriften f ü r das Zölibat verfasste – nun in den Heiligen Hallen in Rom die vielfach geäußerte Vermutung Gehör finden könnte, es sei gerade diese verordnete Enthaltsamkeit, die die Priester zu ihren pädophilen Handlungen triebe, hält Frau Ranke-Heinemann für nicht realistisch: „Im Gegenteil! Die beiden letzten Päpste haben die zweitausendjährige Vertreibung der Frauen zum Abschluss gebracht. Die Kirche ist sozusagen in ihrem Kern jetzt völlig mono-sexuell. Ein Junggesellenreferat, zu dem nur noch die Jungfrau Maria Zutritt hat.
Das Problem der Kirche ist jetzt – so steht es auch im Weltkatechismus von 1992 (23575859) – die Erziehung der Homosexuellen zur Keuschheit – aber das wird wohl noch einige Zeit dauern, im Moment haben wir diese Katastrophe der verheimlichten Fällen seit 1962 – dass Schwerverbrecher dauernd versetzt werden. Das ist eigentlich alles unglaublich…“

Die Begründung für sein Motto zur Bischofswahl hatte einen zweiten Teil: „Und weil in der heutigen Welt das Thema Wahrheit fast ganz verschwunden ist, weil sie als für den Menschen zu groß erscheint und doch alles verfällt, wenn es keine Wahrheit gibt.“
Wir wollen es nicht vergessen!

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Kullertränen

und der lange Blick der Schlange aufs Kaninchen

„Schon wieder weint die Welt mit Haiti“, schreibt die New York Times am 14. Januar im Leitartikel ihre Meinungsseite nach dem ersten Beben in Haiti:“Wann immer eine Katastrophe zuschlägt, werden wir daran erinnert, dass Haiti das ärmste Land dieser westlichen Hemissphäre ist.“, gesteht sie, und der Autor dieses Artikels hier – über ein Ländchen, auf einer kleinen fernen Insel – hatte nicht einmal Ahnung, dass Haiti nicht ausschließlich Sonne, Palmen, Strände ist; er kam auch erst in der Folge zur Beschäftigung mit dem Land, als  der scheinbare Riesenaufwand der Helfer nicht zu den geringstens erwartbaren Erleichterungen für die Geschädigten führten. als unabhängige Organisationen (hier: „Ärzte ohne Grenzen“) von der Behinderung ihrer Arbeit durch die us-amerikanischen Soldaten berichteten, und selbst Frankreich protestierte; der haitianische Präsident von „Invasion“ sprach; als ein Filmbericht von Al Jazira umherkutschende Blauhelmsoldaten zeigte, bewaffnet bis zum Haaransatz, und wohl schon darum kaum fähig zu hilfreichen Handreichungen; oder mit waffenstarrer Unbeeindrucktheit die Hungernden von vermeintlich eingetroffenen Hilfsgütern abschotten – „um sie vor Plünderungen zu schützen“

„Um sie vor Plünderungen zu schützen“. Dieses war ihm noch im Ohr, als Erklärung zu einem nicht weiter verfolgbarem „Zwischefall mit Waffeneinsatz“ zu Zeiten der Naturkatastrophen in New Orleans – wo die Opfer schworen, die Soldaten hätten ohne sichtbaren Anlass hingerichtet – lediglich, als Stimmung aufkam, als die Soldaten Anstalten machten, die Lebensmittelverteilung ohne Gründe einzustellen.

In einem Artikel über die Katastrophe in Haiti warnt die New York Times, dass das Land „für seine zahlreichen von Menschen gemachten Probleme bekannt ist – seine extreme Armut, politischen Grabenkämpfe und seine Neigung zu Aufständen.“ Die Menschen, die Al Jazira vor die Kamera bekam, warteten geduldig, während – wie weiterführend berichtet wird – das amerikanische Militär die Hilfeleistungen in die Dominikanische Republik „umleitete“ – Menschen, die sich verzweifelt an die ausländischen Kameras richten: „Waffen, sie kommen hier mit Waffen her. Wir wollen das Zeug nicht sehen –  was wir brauchen, sind Nahrungsmittel.“ „Hier ist doch kein Krieg!“ Das ließ ihn sein fast vergessenes Unwohlsein erneut spüren, das kurz aufkam, als es hieß, selbst Flugzeugträger der USA seien nach Haiti unterwegs. Vorurteile, sagte er sich. Dinge an sich sind nicht schlecht oder gut! Es kommt darauf an, welchem Zweck sie dienbar gemacht werden!

„Die Vereinigten Staaten hätten eine besondere Verantwortung, ihrem Nachbar zu helfen.“, zitiert die New York Times in ihrem Leitartikel nach dem Beben ihren Präsidenten, und hofft: „Das ist eine Gelegenheit für den Präsidenten Obama, um zu demonstrieren, wie die USA Verantwortungen schultern und andere Länder mobilisieren, ihren Teil ebenso beizutragen.“ Das sei „nicht die Arbeit von ein paar Monaten ist. Es ist ein Engagement von Jahren“.
„Präsident Obama und Außenminister Hillary Rodham Clinton haben versprochen, dass die Hilfe von den Vereinigten Staaten durch die koordinierten Anstrengungen des Militärs, der Zivilhilfsagenturen und der nichtstaatlichen Organisationen schnell sein wird. Die Verwaltung muss sicherstellen, dass sich der upswelling der Wohltat in anhaltende Handlung verwandelt und in wirksamen Kampagne“, weiß sie.

Bill van Auken, amerikanischer Politiker und Aktivist der Socialist Equality Party, 2004 Präsidentschaftskandidat, 2006 Bewerber auf das Amt, das derzeit Hillary Clinton innehat, Reporter für die für die Webseite „World Socialist Web Site“, wirft der Regierung seines Staates Scheinheiligkeit vor und beschuldigt sie, gemeinsam mit dem Pentagon Expansionspolitik unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe zu betreiben. Als den Höhepunkt des Zynismus zitiert er eine weiteren Leitartikel vom Tag nach dem Beben – aus dem „Wall Street Journal“ – das die führende Rolle des Militärs bei Washingtons Reaktion auf das Erdbeben als „erneute Erinnerung, dass die Reichweite der amerikanischen Macht mit der Reichweite seiner Güte zusammenfällt“, wertete. (zit. nach Auken).

Obama demonstriert Menschlichkeit in seiner Rede:
„Das ist eine Gelegenheit uns daran zu erinnern, dass wir alle Menschen sind. Mit nur wenigen hundert Meilen Ozean zwischen uns und einer langen Geschichte, die uns verbindet, sind die Haitianer Nachbarn der Amerikaner, und auch hier zu Hause . So müssen wir dort bei ihnen sein in ihrer Stunde der Not.“ schlussfolgert er.

„Die lange Geschichte, die die USA und Haiti verbindet“, nimmt Bill van Auken Obamas Faden auf und versucht, in seinem Artikel nachzuweisen, dass Haiti immer fest mit Amerika verbunden war, ja gar abhängig, und Spielball us-amerkanischer Gunst.
„Die Wurzeln dieser Beziehung“, so van Auken zur Bemerkung Obamas, „gehen auf die Geburt Haitis als der ersten unabhängigen Schwarzen-Republik im Jahre 1804 zurück. Sie war das Ergebnis einer erfolgreichen Sklavenrevolution unter der Führung von Toussaint Louverture und der Niederlage einer von Napoleon entsandten französischen Armee.
Die herrschenden Klassen der Welt haben Haiti seinen revolutionären Sieg nie verziehen.“

Aus ihrer Angst vor der Vorbildwirkung Haiti auf die anderen von Marionettenregierungen unterdrückten Völker der Region hätten die USA das kleine Land heftig bekämpft. Sie setzten ein internationales Embargo durch, sind, so Auken, in Bürgerkriege verstrickt, die in Haiti toben. Sie besetzten 1915 das Land mit Waffengewalt und versklavten die Haitianer erneut. Als sie 20 Jahre später endlich abzogen, hätten sie viele Haitianer auf dem Gewissen Blut an den Händen und eine paramilitärische innere Gewalt in Haiti errichtet, die das Volk in Abwesenheit unterdrücken konnte. God neighbour policity nannten das die Amerikaner – Gute-Nachbarn-Garantie.

Der Präsident seit 1930, Élie Sténio Vincent, nicht amerikauntergeben, stolperte 1941 über sein Schweigen zum Mord an den haitianischen Zuckerarbeitern durch die Administration des Nachbarlandes. Er hatte sich für den Rückzug der US-Marines und der Gewährung von Krediten in Washington starkgemacht. Die US warfen ihm 1935 Rechtsbeugung zugunsten der Verlängerung seiner Macht vor, in seinem Volk begann „seine Popularität () zu sinken, als es nach dem Massaker an über 18.000 haitianischen Zuckerrohrarbeitern im Jahr 1937, das durch den dominikanischen Präsidenten Rafael Trujillo befohlen wurde, zu keiner Reaktion seinerseits kam.“ so wikipedia.
In Haiti folgte am 15. Mai 1941 von der Nationalversammlung als dessen Nachfolger für eine Amtszeit von fünf Jahren Élie Lescot als Präsident – ein weiteres Indiz vielleicht für die geschichtliche Verbindung Haitis und den USA: „Außenpolitisch stand er während des Zweiten Weltkrieges nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 auf der Seite der Alliierten gegen die Achsenmächte. Ohne Zustimmung des Parlamentes erklärte er daraufhin am 8. Dezember zunächst Japan und dann am 12. Dezember 1941 Deutschland und Italien den Krieg. Für diese Haltung erhielt Haiti von den USA militärische und wirtschaftliche Hilfe.“, so wikipedia. „Durch seine enge Bindung zur USA war es ihm möglich, oppositionelle Tendenzen zu unterdrücken. Innenpolitisch wurde eine verstärkte Kampagne (Campagnes Anti-Supersitieuses) gegen den in Haiti ausgeprägten Voodoo vorgenommen, deren Tempel (Ounfo) zerstört sowie Trommeln und andere religiöse Objekte beschlagnahmt. Seine Regierung wurde zunehmend von Tyrannei und Korruption geprägt. Später setzte er die Verfassung außer Kraft und nahm Notstandsrechte für sich wahr.“
Auch ihm wird Rechtsbeugung zugunsten eine Machtverlängerung und Vetternwirtschaft nachgesagt. Am 11. Januar 1946 kommt zum Sturz Lescots und „seine anschließende Flucht ins Exil nach Miami (Florida).“ In Haiti wurde eine Militärregierung eingesetzt.

Der Mord an 18 000 haitianischen Zuckerrohrarbeitern durch den dominikanischen Diktator von Amerikas Gnaden, „Generallisimo“ Rafael Trujillo gehört zu den unbeleuchteten Seiten der Beziehungen der Länder, die Unterstützung Washington bei der Machtübernahme François Duvaliers und seiner militanten geheimen Staaspolizei (Tontons Macoutes) 1957  zu den gesicherten. Die Haitianer waren im Jahr davor ihres Präsidenten überdrüssig geworden, dem die Hilfsgelder für die Opfer eines Hurrikans, der die Insel 1954 heimsuchte, abhanden kamen. Er floh 1956 in die USA, New York, ins Exil. Von hier ernannte er in einer Radioansprache seinen Nachfolger (1957 erkannte ihm Duvalier die haitianische Staatsbürgerschaft ab, 1988 kehrte er zurück und war kurz inoffizieller Berater des Präsidenten Haitis.) Dem folgte Franck Sylvain als Präsident Haitis, 1934 der Gründer der anti-kommunistischen Tageszeitung „La Croisade“ (Der Kreuzzug), Gründer des „Rassemblement Du Peuple Haitien“ (Zusammenschluss des Volkes Haitis) – einer verbotenen Partei, der sich aber nur zwei Monate halten konnte. Er übergab an Léon Cantave, der die Macht an einen Executivrat, und nahm zurück, als der Rat ihn seines Postens entheben wollte; fünf Tage später gab er die Präsidentschaft an Daniel Fignolé weiter. Der gründete Gewerkschafte, wurde drei Monate später von General Thrasybule Kebreau abgelöst, in einem „blutigen Putsch“ (wikipedia), ging ins Exil, New York.

Thrasybule Kebreau (Präsident, aber nur einer von drei Mitgliedern eines „Conseil Militaire du Gouvernement“ eines Militärischen Regierungsrates), verlor haushoch wenige Wochen später gegen François Duvalier, der „mit 70% der Wählerstimmen“ auf dem Präsidentenstuhl nachrückte und diesen erst für seinen Sohn freimachte, der dann bis 1986 in Haiti herrschte. Duvalier gilt anerkannt als Ziehsohn der USA: „Zehntausende von Haitianern starben durch das Militär und die gefürchteten Tontons Macoute. Der US-Imperialismus betrachtete die mörderische Diktatur als Bollwerk gegen den Kommunismus und eine Revolution in der Karibik.“, so Auken, und wikipedia weiss: „Duvalier betrieb eine Kampagne gegen die oppositionellen Kommunisten, bei der diese entweder ins Exil gedrängt oder ermordet wurden. Am 28. April 1969 erließ Duvalier ein Gesetz welches „kommunistische Aktivitäten, egal welcher Form“ als Verbrechen gegen die Staatssicherheit einordnet. Hierauf stand die Todesstrafe.“

Präsident Barack Obama hat sich bestürzt über die Katastrophe in Haiti gezeigt:“Die Berichte und Bilder von eingestürzten Krankenhäusern, zerstörten Wohnhäusern und Männern und Frauen, die ihre verletzten Nachbarn durch die Straßen tragen, sind wirklich Herz zerreißend“, sagte er. „Für ein Land und ein Volk, das so häufig von Härten und Leiden heimgesucht wird, scheint diese Tragödie besonders grausam und unbegreiflich.“ Auch der New York Times stehen die Tränen in den Augen, wie eingangs zitiert. Die UNO-„Blauhelmsoldaten“, die „hier sind, um im Hotel nach Verschütteten“ zu suchen, die deutschen Helfer im Rot-Kreuz-Zelt gegenüber der Kamera der ARD, nachdem sie die an einem Tag 56 Amputationen vornahmen, Frankreich, Spanien, alle spenden, wollen helfen.
Bill Clinton und George W. Bush gemeinsam Verantwortliche einer Spendenkampagne für die Rettungsmaßnahmen – „Diese beiden führenden Persönlichkeiten senden dem Volk von Haiti und der Welt eine Botschaft: In der Stunde der Not sind die Vereinigten Staaten vereint.“, so Obama im Radio. Alle Welt zeigt sich betroffen von der Tragödie

Die Tragödie für Haiti begann, wie sie in vielen Regionen dieser Welt begann: mit seiner Entdeckung durch die europäischen Eroberer. 1492 von Kolumbus auf seiner angeblichen Suche nach Indien aufgestöbert, hatte bald die letzte Stunde für die indigene Bevölkerung (den Taínos) der Insel Hispaniala, wie sie genannt wurde, geschlagen – als sie im 17. Jahrhundert mit afrikanischen Sklaven zur Errichtung von Zuckerrohrplantage neubesiedelt wurde, hatte die spanische Krone die Urbevölkerung fast restlos ausgerottet (wikipedia). 1697 ging der westliche Teil der Insel als Saint Domingue in Frankreichs Besitzstand über und wurde, auf Anbau von Zuckerrohr getrimmt und als Heimat einer in Europa beliebten Holzart, rasch zur gewinnträchtigsten Niederlassung des französischen Kolonialreiches.
Begünstigt durch die Wirren der französischen Revolution erhobenen sich die Sklaven gegen ihre Herren und nach einigen blutigen Kriegen, in denen selbst die Besatzer aneinander gerieten und Napoleons Truppen erfolglos zu intervinieren versuchten, erklärte Haiti 1804 seine Unabhängigkeit. Der schwarze Bürgerrechtskämpfer Jean-Jacques Dessalines, ehemaliger Sklave der französischen Kolonie, rief sich als „Jacques I.“ zum Herrscher aus und deklarierte das Kaiserreich Haiti. Seitdem gilt Haiti als der erste Staat der westlichen Hemisphäre, in dem die Nachfahren ehemaliger Sklaven ihr Geschick in eigene Hände nahmen.

1806 wurde der Kaiser aus eigenen Reihen entmachtet. Der Sohn einer schwarzen Mutter und eines französischen Vaters aus Port-au-Prince, Alexandre Sabès Pétion, ich erklärte sich zum Präsidenten der „Repiblik d Ayiti“ , so der kreolische Name von Haiti.
Henri Christophe, schwarzer Brigadegeneral der Befreiungsbewegung und Mitverschwörer, wird als Mörder am abgesetzten Kaiser bekannt. Dieser Mord führte Unruhen im Volk, die sich letztendlich in rassischen Auseinandersetzungen manifestierten, bei denen Brigadegeneral Christoph den Kampf der schwarzen angeführt, und sich die Kreolen (“ die Mischlinge „) hinter ihrem Präsidenten sammeln.
In wenigen Jahren entsteht eine rassisch begründete Frontlinie, und 1811 erklärt sich Brigadegeneral Christoph zum König des von da an hauptsächlich von Schwarzen bewohnten Nord-Haiti, zu „Henri I„, König über das „Große Gebiet im Norden“ des Landes – ohne jedoch jemals bei seinem Volk Vertrauen zu erlangen.
1820 wurde die Republik dann auch wiedervereinigt, seitdem trat Haiti konsequent auch im übrigen karibischen Raum für die Abschaffung jeglicher Spielart von Sklavenhalterei ein (1822 verhalfen sie dem spanischen Teil der Insel – República Dominicana – zu Unabhängigkeit von Spanien) und unterstützten Bewegungen in Länder wie Peru, Kolumbien und Venezuela.

Das Erbe der Kolonialmächte beschränkte sich aber bei weitem nicht auf die folgenden Bürgerkriege unter rassistischen Motiven. Alle Haitianer, Abkömmlinge von in aller Herren Länder geraubter Sklaven – seien sie gezeichnet durch einen weiteren Aspekt des Imperialismus oder weiterhin tiefschwarzer Haut und reinsten afrikanischen Blutes – oder, andersherum: seien sie stolz auf ihr europäisches Aussehen oder versuchten sie, mit Brennschere und Kalaschnikow (wie im dänischen Dokumentarfilmfilm über die Bandenkriege in der Hauptstadt nach dem Putsch gegen Präsident Aristide.) über ihre afrikanischen Wurzeln hinwegzutäuschen – allen Haitianer ist die systematische Zerstörung des Landes geblieben, ihre Abhängigkeit von internationalen Lebensmittelhilfen, der Hohn und der Spott derer, die das Land einst – sollten sie damit aufgehört haben – zur Ader ließen. (Ein in den USA-Fersehprister ließ vernehmen: Das Erdbeben in Haiti sei die Gottes Strafe für Haiti, für dessen Pakt mit dem Teufel (In wem er wohl den Teufel sieht? Schon wieder herrscht dort ein Präsident nach US-Gnaden). Es sei ein Zeichen, zurück zu Gott zu finden, und eine christliche Gemeinde spendete Bibeln für die Heimgesuchten.)

„Durch Bodenerosion ist das fruchtbare Land seit der Besiedlung 1492 auf fast 50 % geschrumpft. Der Regenwald war bereits 1990 zu 98 % abgeholzt“, so wikipedia.
Infolge dieses Schadens an der Natur – der Bodenerosion und Auslaugung des ehemals fruchtbaren Landes, initiert durch die europäischen Kolonialmächte – können Wind und Wasser heute auf Haiti immense Schäden anrichten, oder müssen diese geradezu aus. Jahrelang musste der junge Staat dem ehemaligen Mutterland seine Freiheit vergelten: Geschätzte 90 Millonen Goldfranken (heute: 15 Mrd. Euro) flossen in die französische Staatskasse. Die Unterwerfung des Landes unter US amerikanische Finanzhoheit hat dem Agrarwesen des industriellen unterentwickelten Landes, und damit seiner Fähigkeit, für die Ernährung seiner Menschen aufzukommen, einen tiefen Schlag versetzt.
Nicht zu Unrecht also beeilen sich USA und Frankreich, will man ihren Verlautbarungen glauben, mit humanitärer Hilfe für die bettelarme Bevölkerung. Auch die Weltbank, unter deren Knute das Land mit Aussicht auf Beendigung des Handelsembargos gezwungen wurde, kündigt generös an, Haitis Schulden in diesem Jahr nicht eintreiben zu wollen. Geschäftstüchtig winkt sie den Haitianern mit neuen Krediten.

Die haitianischen Staatsobehäupter wechselten in schneller Folge – Korruption, Veternwirtschaft, Misswirtschaft waren offiziell ihre Stolpersteine.
„Washington hat in den letzten zwanzig Jahren zwei Putsche unterstützt und zweimal US-Truppen nach Haiti entsandt. Beide Putsche wurden organisiert, um Jean-Bertrand Aristide, den ersten ohne Washingtons Zustimmung vom Volk gewählten Präsidenten Haitis zu stürzen. Die beiden Putsche von 1991 und 2004 haben zusammen genommen weiteren 13.000 Haitianern das Leben gekostet. 2004 wurde Aristide gewaltsam von amerikanischen Agenten aus dem Lande geschafft.“, vervollstädigt Bill van Auken seine Offenlegung der Art der Beziehungen zwischen der Großmacht und dem Inselstaat. Auch hier, so weiß es zumindest Wikipedia, hätte Ex-Präsident Duvalier „unter Einschluss für ihn tätiger Todesschwadronen“ eine Rolle gespielt und erläutert die letzten Jahre der einstig ersten und stolzen freien schwarzen Republik:
Präsident „Aristide versuchte, sich auch seinerseits durch die Mobilisation seiner Anhänger unter Einschluss der ebenfalls gewalttätigen „Chimères“ der „Fanmi Lavalas“ (FL) durchzusetzen. Unter bürgerkriegsähnlichen Zuständen kam es schließlich zum Zusammenbruch innerstaatlicher Ordnung und im Februar 2004 mit Billigung durch den UN-Sicherheitsrat zur militärischen Intervention, bei der Chile, Frankreich, Kanada und die USA Truppen schickten. Aristide verließ das Land – nach Darstellung der Opposition, der USA und von Frankreich freiwillig, nach eigener Angabe in Folge eines Putsches. An Stelle der ersten Interventionstruppen wurden dann 2004 () rund 10.000 Blauhelm-Soldaten stationiert.“

Der amerikanische Politiker Bill van Auken glaubt nicht an einen Gesinnungswandel im Weissen Haus. Die Schicksal der Menschen in Haiti spielte für seine Regierung keine Rolle.“Bush und Clinton personifizieren die hässliche und reaktionäre Rolle, die der amerikanische Imperialismus im letzten Jahrhundert in Haiti gespielt hat. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass ihre Regierungen genauso viel Tod und Zerstörung über das Land gebracht haben wie das Erdbeben vom Dienstag.“  Als Beleg, dass man sich in seinem Land keiner Pflicht bewusst ist und sich in der Rolle des aufopferungsvollem Schulterers der Last Anderen wähnten, kommentiert er den Leitartikel der New York Times vom Tag nach dem Beben in Haiti: “ einem Land, das sie dann als von „Armut, Verzweifelung und Chaos gezeichnet“ charakterisieren, und das in einem Ausmaß, das „überall sonst selbst schon als Katastrophe empfunden würde, aber in Haiti die Norm ist.“ Der Artikel fährt fort: „Schaut euch Haiti an und ihr seht, was Generationen von schlechter Regierungsführung, Armut und politischem Konflikt aus einem Land machen.““.

Quellenverweis: Um einen Bezug des Artikels zu Deutschland deutlicher zu machen: Einblick über das Treiben (bzw. des Unterlassens) der Nato auf ihren sogenannten Missionen gibt in diesem Vortrag Christoph R. Hörstel: „Als Journalist, Berater und Ausbilder reiste Hörstel seit Jahrzehnten in den Nahen und Mittleren Osten. Er weiß wovon er spricht, denn er erlebte die Situation, zu der der seit Jahren andauernden „Krieg gegen den Terror“ führt, vor Ort mit. In Afghanistan, in Pakistan und kürzlich auch im Gaza-Streifen, den Hörstel vor kurzem mit einem Hilfskonvoi bereiste..“ so die Ankündigung zu dieser Aufzeichnung seines Vortrags vom August 2009.

p. s.
Der Autor dieses Artikels hat mit sich gerungen, bevor er sich zu diesem Nachsatz entschließen konnte – einerseits will er sich nicht mit Spekulationen  befassen, andererseits drängt ihn auch ein, sagen wir: innerer „Schweinehund“, zu sagen, was er in Erfahrung brachte, auch wenn die Sache noch so unglaublich klingt.
Der Vollständigkeit halber muss er eine Kontroverse erwähnen, die auf den Blogs des Internets zu finden ist.

Es wird behauptet, die vereinigten Staaten von Amerika verfügten, wie wohl die Russen auch, über eine Anlage, mit der sich seismische Erschütterungen erzeugen ließen. Im Verdacht, das zu vermögen, steht z. B. die Anlage „HAARP“ – im Zuge des „Raketenabwehrprogramms SDI“ eines vergangenen Präsidenten der USA in Alaska errichtet, nach angeblicher Absage der amerikanischen Regierung dieses Programms für zivile Aufgaben umgerüstet. Das „HAARP“ nennt „z. B. Wetterforschung“.
Genährt hat dieses, vorerst: Gerücht, wohl die angebliche Drohungen der USA gegenüber China mit einem Erdbeben. Das soll 1997 gewesen sein. Die Russen hätten nun in Bezug auf das jetzige Erdbeben in Haiti die Amerikaner beschuldigt, dieses ausgelöst zu haben, bald hieß es, auch Chavéz behauptete dies; das wurde später halb offiziell dementiert, mitttlerweile gilt es wieder als gesichert.

Der Autor hier ist selbst ganz unentschlossen, diesen Spuren nachzugehen; das wohl, weil er hoffglaubt, dass sie im Märchenland enden, wo man kleinen Kindern Angst macht. Mit Grübeleien, „Berechnungen“ und Vermutungen dazu zieht er sich höchstens auf einen anderen, ebenfalls besucheroffenen Platz zurück; zum Alarmschlagen wär‘ er hoffentlich rechtzeitig zurück; bis dahin weden hier Dinge behandelt, die angehen. Der Offenheit halber war dieser Nachsatz aber notwendig.

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