Frühlingsgeflüster

Der nahende Frühling auf der nördlichen Halbkugel ist die Zeit, die die Emotionen verwirrt. Für die einen, die meisten wohl, lässt der sicht- und fühlbare Übergang von Dunkelheit und Kälte die Herzen höher schlagen – sie finden sich wieder bei ziellosen Gängen in Mutter Natur, bei Plaudereien mit den verhassten Nachbarn, mit Empfindungen, die allgemein und wohl unzureichend „Frühlingsgefühle“ genannt werden.

Anderen – zahlenmäßig in der Minderheit, Gott sei Dank – bliebe dieses Erwachen besser erspart. Für die scheinen Wärme und Licht geradewegs Impulsgeber zu sein für ihre Unmenschlichkeiten.

So geschehen zum Beispiel vor drei Jahren in Winnenden. Da nahm am 11. März ein bisher unauffälliger Teenager blutige Rache für alle in seinem relativ kurzen Leben erlittenen Demütigungen. In einem Amoklauf, der alle Gesetze der Physik außer Kraft setzte, erschoss der Junge 15 Menschen und dann sich selbst. Bis heute ist es nicht gelungen, einen einigermaßen plausiblen Tathergang zu rekonstruieren, wenngleich die Untersuchungen als abgeschlossen gelten.
Fast zur selben Stunde ereignete sich Ähnliches in Alabama, USA; ein 27jähriger erschoss erst seine Mutter  und setzt ihr Haus in Brand, später weitere Angehörige seiner Familie, wahllos Fremde, am Ende sich.

Die Zeit, von der wir wissen, dass ihr Verleger immer wieder bei den konspirativen Treffen der „Bilderberger“ teilnahm, – die also, so müssen wir vermuten, die Agenda schon vor uns kennt, schrieb damals online: „Experten bekräftigen immer wieder, einer der Ursachen seien die Waffengesetze in den USA, die in den meisten Bundesstaaten das Waffentragen erlauben. Auch gebe es in den USA beim Waffenkauf so gut wie keine Hindernisse.“, und auch nach dem Amoklauf des 16jährigen Tim Kretschmer in der Winnender Realschule war nicht das Thema: Der Versuch des baden-württembergischen Innenministeriums, Beweise zu fälschen; der völlig unannehmbare und nicht nachvollziehbarer Abschlussbericht der ermittelnden Stellen, – dagegen deren langsam ans Licht tröpfelnden Verstöße gegen Gesetz, gröbste Fehler bei der Aufklärungsarbeit, Beweismittelunterschlagung oder Kidnapping der Leichen – das alles wog scheinbar nichts gegen die erste Konsequenz, die gezogen wurde: Einem staatlichen Eingriffsrecht in das Waffenrecht. Der Versuch des badem-würtembergischen Innenministeriums, im Internet Beweise zu lancieren, wurde aufgedeckt, so blieb der Angriff auf die Freiheit „des Computers“ wohl bei der hirnlosen Ego-Shooter-Debatte hängen. Der Fall in Toulouse von dieser Woche scheint da in Sachen Internetüberwachung einiges mehr vorzubereiten. In Winnenden wurde eiligst dem Vater der Prozess gemacht, der wohl fahrlässig dem Sohn Zugang zu angeblicher Tatwaffe plus Munitionierung erleichtert hatte, und auch hier lag der Fokus der Berichterstattung nicht auf den Ungereimtheiten des angeblichen Tathergangs und den skandalösen Unzulänglichkeiten und Fehlern bei der Ermittlung, sondern in einer schnellen Verkündigung der Schuldfrage – wobei auch hier wieder „privater Waffenbesitz“ als das eigentliche Übel erschien.

In diesem Jahr nun inspirierte der aufkeimende Frühling bereits einen 17jährigen in Ohio zu einem Amoklauf an einer Universität, einen US-Soldaten in Afghanistan zu einem Gemetzel unter der Zivilbevölkerung.  Am Montag dieser Woche nun ein „Amoklauf“ vor einer jüdischen Schule in Toulouse…

Der Kommentator im Deutschlandfunk, den wir hier Aufmerksamkeit widmen, da wir ahnen, dass die Meinungsmache der Medien von heute die Politik von morgen sein wird, kommt über „den Ex-Front-National-Chef Jean Marie Le Pen“, der den „Holocaust als Detail der Geschichte abgetan“ hätte, – „bei dem auch Franzosen mitgewirkt haben“ zu seiner Forderung, nicht nur wegen der dringlichen Ergreifung „des grausamen Mörders sollte höchste Alarmstufe in Teilen Frankreichs herrschen, sondern ähnlich wie bei uns im Angesicht des Naziterrors müsste ein Ruck von Einsicht und Toleranz durch’s Land und durch die Politik gehen“.

Der Vorfall scheint das Zeug zum weltweiten Politikum zu haben. Der französische Außenminister begleitete am Dienstag Abend die Opfer des Anschlags auf die jüdische Schule bei der Überführung nach Israel. Präsident Sarkozy, hatte ihnen davor „die letzte Ehre“ erwiesen (Süddeutsche Z., 20.3.2012).

Für „uns“ also glücklicherweise kein Thema mehr – und das wohl nicht erst wegen einer allzu lustig gestrickten Dönermord-Medienstory mit vermutbarer Beihilfe oder wenigstens Totalversagen des Verfassungsschutzes.  Wir machen uns dennoch Gedanken über den Zustand der Welt, registrieren verzweifelt das Wiedererstarken des Faschismus bei doch zunehmender globaler Kommunikationsmöglichkeit, Friedensmissionen, Vermittlungsgesprächen, pazifistischen Volksbekundungen…
Das vermeldete Bindeglied zwischen den Morden an den maghrebinischen Soldaten in Frankreich vor zwei Wochen und denem an Rabbiner und Schülern in Toulouse am Montag sind wiederum nur für uns schwer nachvollziehbare „gemeinsame Spuren der Tatwaffen“ (neben einem Moped, von dem aus die tödlichen Schüsse abgegeben sein sollen.)
Ansonsten erinnern die Verlautbarungen über die Tat in Frankreich und ihre Entstehungsgeschichte auf fatalste Weise denen über die NSU-„Dönermorde“ hierzulande: Die/der Täter stand/en bei den Geheimdiensten schon lange unter Beobachtung, und muss in Frankreich nicht gar von deren Beteiligung ausgegangen werden, findet sich zumindest diese märchenhafte Unfähigkeit wieder, mit der selbst außerhalb der Rechtsstaatlichkeit operierende Organisationen nicht in der Lage erscheinen, am Ende Schlimmstes zu verhüten und sich stattdessen von einem Laien in Strategie und Waffentechnik vorführen lassen. Immer kann der aus der Verantwortung entkommen, „durch Selbstmord“, wegen tödlich verlaufenen „finalem Rettungsschlags“ – den Hinterbliebenen und der Öffentlichkeit bleiben wieder nur die Verlautbarungen der geheimen Organisationen – vorgetragen, als seien die nun endlich weise – und das Tragen der Konsequenzen, die eine scheinbar andere Ziele als den generellen Schutz des Gemeinwohls verfolgende Administration daraus verordnet.


Update 2.4.2012 auf welt.de, Autor Sascha Lehnartz, unter der Rubrik Verschwörungstheorie:
„War Merah ein Informant des Geheimdienstes?
Nach der Erschießung des Serienmörders von Toulouse durch die Polizei stellt die Anwältin seines Vaters eine bizarre Theorie vor: Mohamed Merah sei vom Geheimdienst benutzt und liquidiert worden…“ weiter (!) dort

Update II, 2.4.2012 auf german.irib.ir, Autor Paul Harris, 23. März 2012 – „Der Sinneswandel eines Ex-FBI-Agenten: „Es gibt keine Jagd. Sie ist fingiert.“ … Monteilh dem Guardian im Rahmen seines Berichts über das Jahr, in dem er als geheimer FBI-Informant auf eine Mission geschickt wurde, südkalifornische Moscheen zu infiltrieren. Craig Monteilh alias Farouk Aziz, eine Identität, die das FBI für ihn aufbaute. Als “ radikaler Islamist“ sollte der FBI-Mann Moscheen infiltireren und Sympathisanten für den Jihad anlocken…“ weiter dort

Update III, 3.4.2012, 21°° Kopp Verlag, Autor Webster G. Tarpley „Verschwörungstheorie? Sollte der Mörder von Toulouse Sarkozys Wahlkampf retten? … Die Zeitung La Dépêche aus Toulouse zitiert den ehemaligen Chef des französischen Inlandsgeheimdienstes DST, Yves Bonnet. Dieser behauptet, Merah wäre einfach ein Polizeispitzel gewesen, ein »indicateur«. Nach Bonnets Aussagen soll der angebliche Attentäter Merah seinen eigenen Agenten-Führungsoffizier gehabt haben. Merah stand in Kontakt mit diesem Führungsoffizier selbst während der Belagerung seiner Wohnung und verhandelte mit ihm.
Das wirft vielleicht ein neues Licht auf die Frage, warum Merah nicht lebendig gefangen genommen werden konnte. Das italienische Blatt Il Foglio aus der neokonservativen Richtung behauptet, Merah sei nicht im Dienste des französischen Inlandsgeheimdiensts, DCRI, sondern im Dienst des französischen Auslandsnachrichtendienstes, DGSE, gewesen, auch »französische CIA« genannt. Der in den französischen Geheimdienstkreisen als »Haifisch« bezeichnete Bernard Squarcini, Chef des Inlandsgeheimdienstes, bestreitet diese Angaben. Das französische Fernsehen France Télévision behauptet, Merah habe Mitglied des französischen Heeres werden wollen oder der Fremdenlegion beizutreten versucht.
Jetzt taucht die Frage auf, ob Merah überhaupt der Täter von Toulouse gewesen sein könne, oder in Wahrheit nur ein Sündenbock für eine Operation ist, die durch eine Equipe von Technikern ausgeführt wurde… weiter dort

Jubeljahre

Wir haben einen Jahrestag – den von Fukushima – und nehmen solches, wenn er nicht gefeiert werden kann, gern zum Anlass für ein paar Randnotizen, wenn sich durch das Nachrichten eines dann stark zukunftsverändernden Ereignisses ein allgemeiner, müder Konsens breitgemacht hat, wie wir finden, der mit dem, was wir selbst darüber in Erfahrung bringen konnten, nicht korrespondieren kann.

Wir haben – das sei zu unserem Verständnis und zu unserer Entschuldigung dafür angemerkt, dass wir hier nun ein Haar im Eintopf suchen, den alle so bereitwillig löffeln – wir haben dieses Bild einer Pyramide vor Augen, wenn wir uns die Machtstruktur auf diesem Planeten vorstellen. Nur so ist zu erklären, dass wir eine andere Wahrheit für möglich halten, als sie von hunderten Pressestellen weltweit verbreitet wird. Nur so können wir letztendlich erklären, wie gerade Medien, in mancher Vorstellung  die „4. Gewalt der Demokratie“ , uns als die Helfershelfer einer zunehmend lebensfeindlichen Entwicklung in der Welt gelten, wenn sie uns im Brustton der Überzeugung die vermeintlich augenscheinlichen Blödigkeiten von oben – von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, von Geheimbünden, Spionagediensten, von Generälen, von Putschisten, von ausgemachten Kriegsverbrechern weltweit – einbläuen bei Nichtbeachtung jeder anderslautender Meinungsäußerung, förmlich jede Renitenz aus unseren Hirnen spülen und uns höchst dienstbar machen für oben genannte Clique!

Unsere Reaktion auf Fukushima war stark! Selbst Dr. Merkels Sicht auf die Atomenergie sollte sich an diesem Tage grundlegend verändern, wie sie bekannte. Deutschland schaltete eiligst ab, und im Land des „zweiten großen Gaus nach Tschernobyl“ sind von den einst „50 Reaktoren auch nur noch 6 in Betrieb“. Während andere kompetente Stimmen ganz anderes nahe legen, scheint seit Fukushima der Menschheits schlimmster Teufel ausgemacht.

Mittels unsere Pyramidenvorstellung nun wieder nur zählen wir Birnen und Äpfel zusammen, so fallen uns weitere Mysterien der jüngsten Zeit ein; vor knapp zwei Jahren dieser Unfall, eine ebensolche Verkettung ungünstiger Umstände und Ausfälle von Sicherheitsanlagen wie in Fukushima, auf einer Bohrinsel im Golf von Mexiko – mit anschließend „masseweise Öl-Austritt in ökologisch und geoklimatisch sensibelem Gebiet“ – glaubte man den offiziellen Verlautbarungen, war die Katastrophe endzeithaft und letztendlich wohl nur aufgehalten worden, weil noch viel katastrophalere Gegenmittel eingesetzt wurden – mit diesen Tagen, sichtbar oder nicht, kam Öl (aus Tiefseebohrungen) auf die Agenda der „Politik“ – und die Einschränkung seiner Gewinnung.

Von Öl nimmt man mittlerweile an, dass es auf der Erde unbegrenzt zur Verfügung steht, sich ständig wieder neu bildet. Stimmen diese Ansichten, die durchaus von Fachleuten vorgetragen werden, wäre es, ähnlich wie die Atomenergie (die kalte Kernfusion ist da mitbedacht), eine fast unbegrenzte Energiequelle.

Dass die Weltkriege auch wegen dieser Ressourcen gehen, musste uns nicht erst von einem amtsmüden Bundespräsidenten gesteckt werden. Wir, am vermeintlich friedlichen Ende der Pipeline, haben diesen Frieden mit uns längst gemacht. Geschäftliches Interesse ist uns gleichwertig zu allseitigen Menschenrechten – wenn uns das Argument der Energieknappheit abhanden kommt, wo wollen wir da noch unbeschwerten Herzens Krieg treiben?

Zurück zum Geburtstagskind, den „GAU“ von Fukushima.
Seismologen waren sich einig: „entgegen allen Regeln der Tektonik“: Ein halbes Jahr lang noch bebte die Erde nach dem ersten gewaltigen, 8,4 Grad starken, welches den Reaktoren in Fukushima den Garaus machte.

Das Fukushima einen GAU hatte, haben wir abseits von der Meinungsmache bisher nirgendwo bestätigt gefunden. Nach unserem Wissen ist eine unkontrollierbare Kettenreaktion nicht eingetreten, und das, obwohl an diesem Tag dort ein GAA stattgefunden haben musste – ein Größtmöglicher Anzunehmender Ausfall aller sicherheitstechnischen Einrichtungen des Reaktors. Angaben über Nachweise starker Radioaktivität, wie sie eine Kettenreaktion mit sich brächte, hatten wir keine glaubhaften gefunden, ganz so, wie die japanischen Verantwortlichen das auch an die Weltöffentlichkeit gaben; erhöhte Radiaktivität, „gemessen selbst in den USA“, wie neulich gemeldet, kann somit auch andere Ursachen haben.

Zu jener Zeit der Nachbeben hörten wir dann auch eine kompetente Stimme, die Parallelen zwischen der vermeintlichen geostrategischen Waffe „HAARP“ und dem Erdbeben in Fukushima zog, und mit der aus der Beschäftigung mit dem Reaktor-„Unfall“ in Tschernobyl gewonnenen Ahnung ließ sich leicht vermuten, es könnte sich auch bei Fukushima und seinen sinnlosen „Nachbeben“ um eine Mikrowellenattacke gehandelt haben; mit einer „Erdbebenwaffe“ gedroht, falls er sein Land nicht zum Einfallstor des internationalen Großkapitals umgestalte, hätte man vor einigen Jahren nach seinen Angaben bereits dem japanischen Finanzminister;

„Stuxnet“ – war ein Computer-Virus, der in iranischen Reaktoren einen Unfall herbeiführen sollte – seine Väter angeblich israelisch/us-amerikanisch. Dass der Iran keine Bombe kann, weiß CIA seit Jahren, und hat es unlängst wieder betont – Obamas Besorgniss und Netanjahus Angst kann das nichts anhaben. Der Iran könnte seine Ölvorräte und die Umwelt schonen, hätte er Kernenergie. Ließe man ihm die Kernenergie.

Wenn die Welt heute im Gedenken an Fukushima um Verzeihung bittet und Verzicht gelobt, ihrem Verständnis dafür Ausdruck verleiht, dass uns langsam auch die Lichter ausgehen – wollten wir nur gesagt haben: Das kann von unseren Peinigern auch so gewollt sein?

*

Erlässliches update, (der „Vollständigkeit“ halber): Auch Florian Rötzer, „Zufall verhinderte größere Katastrophe im AKW Fukushima“ (auf „Telepolis“), kann nach Analyse einer Meldung in der japanischen Zeitung „Asahi Shimbun“ nur sagen: „Wie die Zeitung Asahi Shimbun berichtet, ereignete sich in Reaktor 4 vermutlich nur deswegen keine Kernschmelze – die Reaktoren 5 und 6 waren vor dem Unglück ganz heruntergefahren -, weil dort gerade Arbeiten ausgeführt worden waren“ und konstatieren, dass: „zufälligerweise größere Schäden verhindert wurden, sind sie doch beträchtlich“
Auf einen anderen Aspekt aber, der dieser Branche, abseits vom Medienrummel, den Todesstoß versetzen kann, bringt der Sensationssuchende uns dann wohl nur in seiner Not: „In Futaba, einem kleinen Ort in der Nähe des AKW Fukushima, lebten einmal mehr als 7000 Menschen. Durch den Tsunami wurden 90 Prozent der Häuser zerstört, aufgrund der Atomkatastrophe mussten die verbliebenen Bewohner evakuiert werden. Nun hat der Bürgermeister dem Fukushima-Betreiber eine erste Rechnung über 19 Milliarden Yen (175 Millionen Euro) für Schadensersatz gestellt. Futaba ist allerdings nur eine von 8 Kommunen des Landkreises Futaba. 90 Prozent des Landes (2,28 Quadratkilometer und 100 Prozent der 51 Gebäude, die der Stadt gehören, seien aufgrund des Unfalls kontaminiert und unbrauchbar geworden. Beim Land beschränkt sich die Schadensersatzforderung deswegen auf nur 90 Prozent, weil es sonst an Tepco übergeben werden müsste. Noch nicht in Rechnung gestellt wurden die mit der Evakuatierung verbundenen Kosten und der Steuerausfall.“

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Wir haben viel mehr als nur Eure „Heilige Schrift“ verbrannt!

Sollte dieser Zustand seit der Invasion der USA und ihrer Verbündeter im Oktober 2001 je wieder bestanden haben – in Afghanistan ist es mit der relativen Ruhe vorbei. Seit Wochenanfang kommt es dort zu Protesten und Toten unter Demonstranten und wohl auch den Besetzern, der Auslöser, so wird in den Medien dargestellt, sei eine Müllverbrennung im US-Stützpunkt Bagram gewesen, und dabei hatten amerikanische Soldaten auch Exemplare des Korans, die den afghanischen Gefangenen dort weggenommen worden waren, gleich mit“entsorgt“ – und obwohl sowohl Präsident Obama, der US-Verteidigungsminister und der Kommandeur der „Internationalen Afghanistan-Schutztruppe“ „mehrfach und ausdrücklich“ öffentlich ihr Bedauern aussprachen und um Entschuldigung baten und „Afghanistans Präsident Hamid Karzei die Bevölkerung zur Ruhe aufruft und die Sicherheitskräfte um äußerste Zurückhaltung bittet, „nutzen radikale Extremisten, wie die Taliban, die Lage gnadenlos aus. Sie fordern die Demonstranten ihrerseits auf, Ausländer anzugreifen und zu töten, damit diese lernten, die Heilige Schrift nie wieder zu schänden“ (Zitat Deutschlandfunk, Informationen am Mittag, 23. Februar, 12:26 Uhr).
„Tod Obama! Tod Hamid Karzei!“ hätten die Demonstranten in Kabul „auf den Lippen getragen“. (Deutschlandfunk, 24. Februar 13:05 Uhr).

Der aufgeklärte Westen hat freilich seit Jahrhunderten kein so geheiligtes Buch mehr, als dass selbst unbedachter physischer Umgang mit ihm einem strafrechtlich relevanten Verbrechen gleichkommt, und hat man auch noch Hitlers lodernde Bücherhaufen als ein Symbol für Faschismus und Fremdenhass vor Augen, erscheint es uns annähernd plausibel, wenn uns die Kommentatoren der Medien hinter den nun in Afghanistan aufgekommenen Protesten eine bedauernswert bis agressiv neidische Meute intellektuell im Mittelalter verbliebener Unziviler ausmachen, lediglich aufgepeitscht von einigen gottlosen Fundamentalisten in den Moscheen, die ihre „Religion“ ja immer schon zum Schaden einsetzten.

So, nur zum Beispiel, pflichtet die „Afghanistan-Korrespondentin“ des Deutschlandfunks (2?.02, 12:26 h – „Informationen am Mittag“) bei der Mutmaßung des Moderatoren – „Wer sind denn eigentlich die, die da protestieren, und ist das Ganze spontan, seit mehreren Tagen schon, oder steckt dort System, wenn nicht gar Organisation, dahinter?“ –
„Wir haben es hier mit einem Gemisch von tief verletzten religiösen Gefühlen zu tun, mit Wut über schlechte Lebensumstände, mit Enttäuschung über den Westen, auch über die eigene, afghanische, Regierung, – und wenn dann Scharfmacher dazu kommen – das können Mullahs in der Moschee sein, das können aber auch, spontan auf der Straße, radikale Extremisten sein, die den Taliban zum Beispiel angehören, – die dann so eine diffuse Grundstimmung, eine schlechte Grundstimmung, ausnutzen, die dann einen Mob aufstacheln, der sich in Bewegung setzt, dann schließen sich immer mehr Menschen an – und auf einmal hat man eine wütende, protestierende Menge, der Sprüche über die Lippen gehen, Parolen über die Lippen gehen, wie: Tod Obama! Tod der NATO! Und auch: Tod Präsident Karzei!“

Man dürfe nicht Afghanistans leidvolle Geschichte von über 30 Jahren Krieg und Gewalt vergessen, so seien dort „noch rund 70 % der Menschen Analphabeten, das heißt sie können nicht lesen und nicht schreiben – die sind empfänglich für Parolen und sind auch empfänglich für religiösen Extremismus.“

Was sie meint mit dieser „diffusen, schlechte Grundstimmung“, erläutert sie im Folgenden und soll hier nur zur Vervollständigung unseres Afghanistan-Bildes noch zitiert sein:
„Die Afghanen selber sprechen von einem Jahrhundertwinter. Uns haben in den vergangenen Wochen Zahlen aus Kabul, aus der Hauptstadt, erreicht, wo eigentlich alles besser sein sollte als im Rest des Landes, die wir sehr schockieren fanden: Dort sind mehrere Dutzend Kinder verhungert und erfroren – das in Kabul, wo sich ja auch die internationale Hilfe zentriert. Dort leben etwa 30.000 Flüchtlinge in wirklich erbärmlichen Umständen, in immer noch zerstörten Häusern oder gar in Zelten, sind der enormen Kälte, die Kabul in diesem Winter erlebt hat und auch noch erlebt und den Schneemassen dort schutzlos ausgeliefert – 30.000 Flüchtlinge in Kabul in solchen Umständen, das ist keine Kleinigkeit!
Wir haben kurzem einen Bericht bekommen der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die in den vergangenen Jahren dort sehr viele Interviews geführt haben, und sie haben festgestellt, in Afghanistan werden jeden Tag 400 Menschen aufgrund von Gewalt, von Krieg, von Hunger, zu Flüchtlingen im eigenen Land“ – und eben auch das spiegele sich „bei diesen Protesten gegen die Koranverbrennung auf den Straßen in den Protesten wieder…“, und später im Interview: „Viel Geld verschwindet auch durch Korruption, () und wenn dann noch widrige Witterungsumstände, wie Dürre dazu kommen, () da gibt es mehrere Provinzen, die haben seit 2008 überhaupt keinen Regen gehabt; dann: weltweit steigenden Nahrungsmittelpreise, die sich auch in Afghanistan manifestiert haben – dort sind die Preise auch um bis zu 30 % gestiegen. Das treibt viele Menschen in den Ruin, und treibt viele Menschen jetzt sehr wütend auf die Straße. Die haben wirklich nur einen Anlass gebraucht, und dann ist es fast eben übergelaufen.“
(Afghanistan-Korrespondentin Sandra Petersmann zur Lage in Afghanistan, zu Protesten vorm und versuchter Erstürmung des Hauptquartiers der Vereinten Nationen in Kunduz mit vermeldeten drei Toten.)

Dass diese Proteste lediglich „von der Straße, wie man so schön sagt, oder von den Unterschichten“ ausgingen, dem widerspricht Reinhard Erös, seit vielen Jahren als der Gründer eines Hilfswerkes dort engagiert, im Telefoninterview mit dem Deutschlandfunk (23.02.2012 · 12:35 Uhr): „In Dschalalabad haben Tausende Studenten der Universität Dschalalabad – also gebildete junge Leute -, gegen die Amerikaner, gegen die Ausländer demonstriert.
Man unterscheidet dort natürlich schon, jetzt auf dieser Ebene zumindest, wer der eigentlich Schuldige ist. Zum Beispiel unsere Einrichtungen im Osten Afghanistans wurden gestern und heute bei den Demonstrationen auf den Straßen nicht angegriffen, noch nicht mal belästigt. Es wurden Dutzende Hilfsorganisationsbüros, UNAMA-Büros und so weiter, beworfen, wurden angegriffen. Es fanden richtig aggressive Protestgespräche vor diesen Behörden statt. Also wir selber – und das ist jetzt wiederum wahrscheinlich eine Folge unserer Vorgehensweise -, wir, also die Kinderhilfe Afghanistan, meine Organisation, die wir seit zehn Jahren jetzt dort arbeiten, haben uns von Anfang an von den ausländischen Soldaten – und das sind bei uns () US-Truppen – distanziert. Verbal distanziert und auch physisch distanziert. () Unsere Einrichtungen und auch meine tausend Mitarbeiter schützt die Tatsache, dass US-Soldaten keinen Zugang haben zu uns.“

Noch nicht ganz ein Jahr ist es her, dass eine von einem Pastor in den USA angekündigte Koranverbrennung zu weltweiter Empörung und zu Protesten und zwei Dutzend Toten – zur Hälfte bei afghanische oder ausländische UN-Mitarbeitern – in Afghanistan geführt hatte. Die Bilanz nach dieser nun „unsachgemäßen Entsorgung“ spricht von „29 Toten und 200 Verletzten“, darunter zwei getöteten afghanischen und zwei US-Beamte im afghanischen Innenministerium (zit. nach stern.de, 26.02) – der Rest werden wohl Afghanen sein, bei den Protesten getötet oder verletzt von den Sicherheitskräften des neuen, vom Westen in 10 Jahren und mit Milliarden an Mitteln in die Demokratie gepeitschten Afghanistans.

Am Dienstag, die Ungeschicklichkeit der amerikanischen Gefängnisaufseher war eben erst von dort auch diensttuenden Afghanen ans Tageslicht gezerrt worden, verurteilte „aus schärfste“ bereits US-Verteidigungsminister Panetta den «höchst bedauerlichen Zwischenfall» („Westfälische Nachrichten“ online, Di., 21.02.2012:) «Diese Aktionen spiegeln nicht die Ansichten des US-Militärs wider. Wir ehren und respektieren die religiösen Praktiken des afghanischen Volkes ohne Ausnahme“.

Aber auch hier zeichnen Augenzeugen ein ganz anderes Bild; der eben schon zitierte Kinderhilfswerk-Gründer:
„Ich arbeite ja dort, mitten im Gebiet der US-Amerikaner. Meine Projekte sind nicht im Norden bei der Bundeswehr, sie sind im Osten des Landes, im Paschtunen-Gebiet, im Heimatland auch der Taliban, das ist das Gebiet, wo US-Truppen hauptsächlich sind. Und dort stelle ich fest, seit Jahren, seit Anfang an eigentlich, dass sich US-Soldaten nicht nur sehr unsensibel, sondern sehr aggressiv gegenüber der afghanischen Kultur – und da ist nun mal der Islam ein Teil davon, ein ganz gewichtiger Teil davon – verhalten.“

Das hätte zum einen, kann er entschuldigend anmerken, „damit zu tun, dass der amerikanische einfache Soldat () nun überhaupt nicht auf Afghanistan vorbereitet wird. Der versteht vom Islam nichts, der weiß von Afghanistan nichts, das interessiert den auch nicht groß.“ Andererseits hätten die, die mit der Lage vertraut, „seine Vorgesetzten (), eine so große Distanz zu ihm, dass sie gar nicht im Stande sind und auch nicht willens sind, ihm diese Kulturkompetenz zu vermitteln.“
„Eines der Grundübel von Anfang an – das gilt für viele Hilfsorganisationsmitarbeiter und es gilt vor allen Dingen für fast alle Soldaten“, so der Mann, „ist: Sie werden auf dieses Land kaum vorbereitet. Ein US-Marine, eh nicht gerade zur geistigen Elite normalerweise in Amerika gehörend, der in seinem Leben, bevor er Soldat wurde, nie seinen Landkreis oder seinen Bundesstaat verlassen hat, kommt plötzlich in ein Land mit einer völlig anderen Kultur, wo eben der Islam, die Religion die Schlüsselrolle spielt. Und darauf ist er überhaupt nicht vorbereitet worden. Für die Bundeswehr gilt das nicht ganz so schlimm, aber auch unsere Soldaten werden nicht optimal auf Afghanistan vorbereitet, wie man das eigentlich müsste, wenn man in ein Land geht, um es wieder aufzubauen. Noch einmal: Die NATO, ISAF ist nicht dort, um Afghanistan zu erobern. Dann müsste man nicht so viel Kulturkompetenz haben, dann erobert man das Land halt. Wir sind jetzt dort, um ein Land wieder aufzubauen. Der Terminus heißt auch Reconstruction Teams, wiederaufbauen. Dann muss ich wissen, was ich wiederaufbauen soll, aufgrund wessen, welcher Vorgänge ich aufbauen soll, und da spielt die afghanische Geschichte und Kultur und Sprache und Religion eine Schlüsselrolle. Und darauf sind diese 150.000 in der Regel ja jungen Männer überhaupt nicht vorbereitet. Deshalb wundert es mich überhaupt nicht, oder mich wundert es im Gegenteil sehr stark, dass solche Vorfälle wie vorgestern in Bagram nicht häufiger geschehen.“

Das orakelte doch bereits Anfang 2009 schon der ehemalige ARD-Reporter und längjärig Augenzeuge in Afghanistan, Christoph Hörstel: „Zuerst () kommen einmal 8000 Marines. Das sind die härtesten Kämpfer, die Amerika zu bieten hat. Das sind nicht Leute, die erkennen lassen, dass sie irgendwie interkulturell kompetent wären…“

Auf das Zitat im Film aus einer dieser vor Zuversicht triefenden Reden Obamas vor über 3 Jahren über die Zukunft Afghanistans – „Zu diesem Zeitpunkt werden wir den Fokus unserer Mission auf das Training und die Erhöhung der Anzahl afghanischer Sicherheitskräfte konzentrieren, so dass sie sich eines Tages selbst um die Sicherheit in ihrem Land kümmern können. So bereiten wir die Afghanen darauf vor, Verantwortung für ihre eigene Sicherheit zu übernehmen, und wir können unsere Truppen nach Hause holen“, geschnitten die ironische Antwort des Auslandskorrespondenten: „Was sind das denn für Leute? Können die etwa Paschtunisch; könne die die zweite große Landessprache, … Dari, sprechen? Sind die in irgendeiner Form kulturell bewandert? – Nein, überhaupt nicht! Was macht man also? Sie lassen die Polizisten einfach exerzieren; und die werden dann anschließend als Kanonenfutter in die Kämpfe mit den Taliban geschickt, und da sterben sie in großen Zahlen! Das ist alles Teile der amerikanischen Strategie – je mehr Afghanen dabei auf Afghanen schießen, desto glücklicher die NATO!“

Dieser Einschätzung entsprach wohl auch seine Interpretation des von der US-Administration anvisierten Datums für die „erste demokratische Wahl“ in Afghanistan, 2004: „Obwohl sie wissen, dass dies (August – m. Anm) der eine Monat im Jahr ist , an dem die Taliban 40 000 – 50 000 Kämpfer mehr aufbieten können, weil die Religionsschulen in Pakistan, die „Madaries“, dann Sommerferien haben – trotzdem wollen die USA allso genau in diesem Monat Wahlen abhalten!“

Auf die betroffene Frage des Interviewers im Deutschlandfunk diese Woche an die Afghanistankorrespondentin: „Wie kann das eigentlich sein, Frau Petersmann, dass in einem Land, in das seit mehr als einer Dekade Milliarden und aber Milliarden gepumpt werden, Kinder verhungern?“, kann auch die nur mutmaßen: „Wie kann das sein? – Vielleicht, weil der Fokus in diesen zehn Jahren () sehr militärisch geprägt war: Es ging dort vor allem um den Antiterrorkrieg. Sehr, sehr viel Geld, was nach Afghanistan geht, fließt de facto in diesem Krieg, in die Ausbildung von afghanischen Soldaten, in die Ausbildung von afghanischen Polizisten, die dann irgendwann, wenn die internationalen Kampftruppen wie geplant Ende 2014 abziehen, ja dort die Sicherheit übernehmen sollen, dieses Vakuum füllen sollen, was die NATO Truppen dann hinterlassen werden. Vielleicht war der Fokus zu sehr auf das Militärische gerichtet?“

Christoph Hörstel vermutete vor drei Jahren folgende Strategie: „Wir sorgen dafür mit unserem Benehmen, dass diese Völker uns mehr und mehr hassen (); und dann brauchen wir mehr Truppen; und dann brauchen wir mehr Geheimdiensteinsatz; und dann benutzen wir die Entwicklungshilfe, um den Geheimdiensteinsatz zu kaschieren – und so geht das immer weiter.“

Der oben schon zitierte Kinderhilfswerkmann Erös weiß da über heute: „Die größte Hilfsorganisation in Afghanistan, die USAID, die amerikanische Entwicklungshilfebehörde, eigentlich eine zivile Behörde, arbeitet nicht nur Hand in Hand, sondern komplett koordiniert und organisiert und geführt von den US-Streitkräften dort. Die CIA-Agenturen, die wir im Osten haben, arbeiten selbstverständlich eng zusammen mit den amerikanischen Hilfsorganisationen.“

Obama will nun bis Sommer dieses Jahres 33 000 seiner Leute aus Afghanistan abziehen; den Europäern hat er die Sorgepflicht übertragen, diese haben auch schwanzwedelnd zugesagt – doch auch sie reden von Truppenreduktion, vom Ende des militärischen Einsatzes mit Jahresfrist 2013 gar;

Hörstel sah damals schon folgendes Szenario: „Und dann verkaufen wir der Bevölkerung den Spruch: Ja, die zivil-militärische Zusammenarbeit in Afghanistan – das nützt ja dem Aufbau des Landes“ – zitierte aber auch die „Stiftung Wissenschaft und Politik: „Zivil-militärische Zusammenarbeit dient nur militärischen Zielen.“
und schlussfolgerte, und wir können uns der jüngeren Entwicklung dort gemäß nun auch anschließen: „Es geht eben nicht um den Aufbau Afghanistans, es geht eben nicht um einen Dienst am afghanischen Volk, es geht nicht darum, eine nachhaltige Entwicklung Afghanistans zu fördern oder so etwas, wie unsere Politiker hier erklären…“

Der Kinderhilfswerker Erös weiß: „Die Toten und Verwundeten, die es jetzt schon gegeben hat aufgrund des Vorfalls (der Koranbücherverbrennungen – m.Anm.), das sind ja nicht US-Soldaten, an denen man sich da letztlich rächt. Denn die können sich schützen, die sind jetzt in ihren Kasernen, die gehen nicht heraus. Das sind auch nicht hohe Beamte oder US-Diplomaten. Es sind ganz einfache Afghanen, die jetzt ums Leben kommen. Plus die Hilfsorganisationen, zum Beispiel auch meine, die jetzt quasi ihre Türen schließen müssen, die für Tage, vielleicht für Wochen lang ihre Projekte nicht fortsetzen können und damit natürlich die Ärmsten der Armen in Afghanistan letztlich darunter leiden, weil keine Lebensmittel verteilt werden können, weil – jetzt im Winter sind viele Dutzend Kinder zum Beispiel jetzt erfroren in den letzten Wochen – die Menschen nicht mehr versorgt werden können mit Decken, weil man nicht heraus kommt. Und das ist eigentlich das furchtbar Üble an dieser Geschichte.“

Die massive Destabilisierung des Landes, durch Genozid – rassisch, religiös, kulturell und wirtschaftlich – vor 30 Jahren von Außen eingeschleppt und akribisch kultiviert, zeigt sich auch in den Schüssen auf protestierende Brüder und Schwestern „auf den Straßen“ in Afghanistan. Die kleinen Ungeschicklichkeiten, die den den ganzen Weltenkontext nicht sehenden Nativen auf die Straße treiben und immer wieder seiner „Kooperationsbereitschaft“ einen Schlag versetzen, versetzen müssen – Tanklaster beschützen und dabei „versehentlich“ ein ganzes Dorf umbringen ebenso, wie „pseudoreligiös ausschlachtbare Tabubrüche“ a la Müllverbrennung – dienen diesem Ziel zu sehr, als dass der Gedanke an Zufall aufkommen kann?

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Update 5. März 2012 bei staseve.wordpress.com, focus.online zitierend: „Afghanistan – Religionsrat hält Koranverbrennung für Absicht
…Die Darstellung der US-Regierung, es habe sich um ein Versehen gehandelt, sei „nicht hinnehmbar“, sagte Ratsmitglied Maulawi Chalikdad am Montag in Kabul. Chalikdad ist Mitglied der Untersuchungskommission aus Vertretern des Religionsministeriums und des Ulema-Rats. Die Kommission ist eine von mindestens drei Ausschüssen unterschiedlicher Zusammensetzung zur Untersuchung des Vorfalles…“ – weiter dort

Beitragend, eben gefunden: Mein Parteibuch Zweitblog, 26. Februar 2012Zur Menschenwürde in Afghanistan – oder: Die kleine Tageszensur für zwischendurch: … Vertreter der zweiten Theorie sind der Meinung, dass die Repräsentanten der US-Regierung in Afghanistan den gefangenen Freiheitskämpfern den Koran abgenommen haben und die heiligen Bücher verbrennen wollten, um allen Menschen in Afghanistan ihre Würde zu nehmen. Aus Guantanamo ist bereits bekannt, dass die dortigen Vertreter der US-Regierung heilige Koranbücher in die Toiletten von Gefangenen gelegt haben, um Gefangene zu demütigen. In Afghanstan selbst bemühen sich Vertreter der US-Regierung nach Kräften, Afghanen ihre menschliche Würde zu nehmen. So haben bewaffnete Vertreter der US-Regierung beispielsweise absichtlich auf Körper von getöteten Afghanen uriniert und sich dabei, um den gewünschten Entwürdigungseffekt zu erzielen, filmen lassen und die Filme verbreitet. Andere bewaffnete Vertreter der US-Regierung haben von ihnen getöteten Afghanen Körperteile abgeschnitten und diese als Trophäen gesammelt…“ – (weiter und mehr siehe dort…)

Von Wölfen und Schafen

 – Rückblick auf die 48. Münchner Sicherheitskonferenz

Am ersten Wochenende dieses Monats fand die „Münchner Sicherheitskonferenz“ statt – und wenn wir hier bereits mehrfach eine ohne Legitimation durch ihre Völker und am Völkerrecht vorbei agierende Elite unterstellten, verdient auch diese öffentliche  Zurschaustellung der „Sicherheits“ – Strategen  im Gewand der  48. Auflage der „Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz (gemeinnützige) GmbH“  einer Betrachtung.

Als ein Konzert des besorgten Verantwortungsbewusstseins kam sie  daher; das Publikum war hochkarätig. Vortragende  aller Kontinente waren vertreten, an alle Interessen schien gedacht: da fanden Freiheitskämpfer aus den arabischen Ländern ebenso wie die Schwergewichte der militärischen Strategie ihr aufmerksames Publikum. Alle einte die Sorge um den Planeten.

Die Themen waren erwartungsgemäß die Gefahren für die Welt durch Egoismus und Machtmissbrauch, die erbrachten Illustrationen kamen über die Populismen: Klimawandel, Demokratieverlust, politische und Wirtschaftskrise, nicht hinaus; so konnten wieder nur Schlagworte getauscht werden; der Wahn einer Handvoll waffenstarrer Konglomerate, global als Heilsbringer gefordert zu sein, schien dabei in allen der Diskussionsrunden stiller Konsens.

Die Konferenz war in „Panele“ – thematische Diskussionsrunden – aufgeteilt. Die Eröffnungsrede nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Ischinger hielt der deutsche „Bundesminister der Verteidigung“, Thomas de Maizière. (Der Wortlaut seiner Rede weicht ab vom Wortprotokoll darunter) Hier ein Auszug, der das Anliegen des Treffens konkretisiert:
„Die Blockkonfrontation ist Vergangenheit. Und doch stehen wir gerade in diesem Jahr vor großen sicherheitspolitischen Herausforderungen. Ich muss sie vor diesem Kreis nicht näher erläutern, nur nennen: Dynamische und asymmetrische Bedrohungen, Entwicklungen in der arabischen Welt, keine Fortschritte im Nah-Ost Konflikt, iranisches Atomprogramm, Terrorismus, Afghanistan, Cyber, Nordkorea, failed states, neue Sorgen im Westen Afrikas u. v. a. m.. Und die verfügbaren finanziellen Mittel, diesen Herausforderungen zu begegnen, sind begrenzt, oder nehmen sogar ab.
Die Finanz- und Staatsschuldenkrise belastet die Haushalte langfristig und damit unweigerlich auch die Verteidigungsbudgets beiderseits des Atlantiks…“

Deutschland feiert im ersten „Panel“ nach der Eröffnung dieser „48. Münchner Sicherheitskonferenz“ seine Aufnahme im Club – „Germany’s Role in Europe and the World“, denn, so de Maiziere in seiner Eröffnungsrede (Zit. nach Transscript MSC):
„Lange Zeit wäre alleine diese Fragestellung, insb. die Frage nach der militärischen Rolle oder Verantwortung Deutschlands, einem Tabubruch gleichgekommen.
Zwar hat Deutschland bereits vor 1990 militärisch Verantwortung getragen. Eine gesteigerte Eigenständigkeit oder gar eine Führungsrolle in der Welt war jedoch weder von innen gewollt – aber auch nicht von außen gewünscht – und auch das war verständlich“, und einige Zeilen später: „…Ebenso offen will ich sagen, dass vielen unserer Bündnispartner eine starke ökonomische Rolle der Bundesrepublik Deutschland, aber gleichzeitig eine schwache sicherheitspolitische Rolle durchaus Recht war. Das alles ist vorbei (wenn auch vielleicht noch nicht in allen Köpfen). Viele unsere Partner sehen uns längst als „gleichberechtigten“ und damit auch „gleichverpflichteten“ Partner an…“.

So liest sich auch die Teilnehmerliste dieses eröffnenden Panels:
Radoslaw Sikorski – Minister of Foreign Affairs, Republic of Poland, Warsaw; Timothy Garton Ash – Professor of European Studies, Oxford University, Oxford.
Robert B. Zoellick – President, The World Bank Group, Washington, D.C. – sinniert über Deutschlands Führungspotential in Europa, betont „in ökonomischer und finanzieller Hinsicht“.

Frank-Walter Steinmeier („Member of the German Bundestag, Chairman of the SPD Parliamentary Group; former Federal Minister of Foreign Affairs), wohl aus Romantik hierhergeraten – oder glaubt, wer hier den amtierenden Außenminister vermisst – der ja ohnehin in München war, im „Panel „Building a Euro-Atlantic Security Community““ zusammen mit den Großen am Abend eine (wiederum mit den Script darunter nicht identische) Rede hielt – noch immer, Wahlen würden vom Volk entschieden?)

De Maizière gehörte auch zu diesem Panel. Seiner Eröffnungsrede, eben schon in Teilen zitiert, verdanken wir diesen Leckerbissen: „Wir nehmen aus guten Gründen schon jetzt mehr internationale Verantwortung wahr als wir es manchen unserer Bürger vermitteln können.“
„Oder verweigern sie – je nachdem, was unser Bündnispartner erwartet“ – könnte hier nun auch Steinmeier beitragen.

Willkommen Deutschland – aber warst Du je fort, von diesem Club?

Geredet über militärische Strategien wird in „Smart Defense, the EU, and the Future of the Transatlantic Alliance“. Als Redner/innen treten auf: Claude-France Arnould, „Generaldirektorin European Defence Agency, Brüssel“, Philip Hammond, Verteidigungsminister, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Lindsey Graham, Senator, Vereinigte Staaten von Amerika, Stéphane Abrial, „General, Supreme Allied Commander Transformation, NATO, Norfolk“;
Der Diskussionsbeitrag von „Dr. Thomas Enders, Präsident und CEO, AIRBUS, Toulouse“, der zu einer „Meinung aus der Wirtschaft“ zu „Smart Defense“ befragt ist und der den Rückgang deutscher und französischer Firmen in der Rüstungsindustrie bedauert, ist ebenfalls unter diesem Panel gelistet.

In „Energy, Resources, and the Environment: New Security Parameters?“
tritt Europa einstimmig auf mit dem „Commissioner for Energy, European Union“, Oettinger;
Ilham Heydar oglu Aliyev, der Präsident persönlich, für die ölreiche „Republic of Azerbaijan“.
Ein weiterer Präsident – der der Ukraine, Viktor Yanukovych, sitzt hier bei „Moderator“ Carl Bildt, „Minister of Foreign Affairs, Kingdom of Sweden“, auch der „Executive Director“ von „Greenpeace International“, Kumi Naidoo und Michael Diekmann von der „Allianz SE“. Die Allianz SE (München) ist, zit wikiped, „nach Umsatz und Marktkapitalisierung der weltgrößte [] Versicherungskonzern und einer der größten Finanzdienstleistungskonzerne“

(Anm. „Das Environment (englisch environment = das Umfeld, die Umgebung) ist ein in den späten 1950er Jahren aus dem amerikanischen Englisch entlehnter Begriff für künstlerische Arbeiten, die sich mit der Beziehung zwischen Objekt und der Umgebung auseinandersetzen. Dabei kann die Umgebung Teil des Kunstwerkes werden…; zit. n. wikiped.)

Wo wir besonders arglos sind, dürfen „Sicherheits“ – Befürchtungen wohl nicht fehlen: „Internetsicherheit“ – im Panel „Cybersecurity: Is Offense the Best Defense?“ – wird wohl das Rollenfach „Zauberlehrling“ geprobt. Gecastet: „Vice-President of the European Commission; Commissioner for the Digital Agenda, European Union“ Neelie Kroes, Ex-CIA- und NSA-Chef Hayden, USA, Italiens amtierenden Verteidigungsminister Giampaolo Di Paola – und Eugene Kaspersky (Vorsitzender und Geschäftsführer des privaten, russischen Netzsicherheits-Anbieters Kaspersky Lab).

Militärische Zwerge, gleichwohl Hoffnungsträger (Tunesien, Ägypten), kommen bei „Building the New Middle East?“ gleichberechtigt neben den Großen zu Wort, versichern ihre freudige Kooperationswilligkeit, legen ihre Vorzüge dar.
Ob die junge Frau – Tawakkul Karman – „Funktion: Friedensnobelpreisträgerin 2011; Vorsitzende Journalistinnen ohne Ketten“ aus dem Yemen weiss, was sie Syrien anhängen kann, wenn sie als Sympathieträger für das Embargo gegen das Land auftritt, oder aus ihrer teilnahmsvoll-kämpferisch klingenden Stimme nur die Naivität ihrer Lebensjahre spricht
ihr Auftritt, arabisch, mit farbenfrohem Kopftuch, ist aber sicher eine gute optische Aufhellung.

Das Panel: „Building a Euro-Atlantic Security Community“ gibt mit Beiträgen von Westerwelle („Federal Minister of Foreign Affairs, Federal Republic of Germany“), Hillary Clinton („Secretary of State, United States of America“), Leon Panetta
(„Secretary of Defense, United States of America“), Anders Fogh Rasmussen („Secretary General, North Atlantic Treaty Organization“, dem polnische Präsident Komorowski und Russlands Außenminister Sergey V. Lavrov Ideen zu einer „euro-atlantischen Sicherheitgemeinschaft“ zum besten. Russlands Außenminister Lavrov bestätigt unseren Verdacht, dass „die geschichtlichen Ereignise immer schneller stattfinden“. Er mahnt an diesem Wendepunkt zur Abkehr vom dogmatischen Denken der Vergangenheit hin zu einer multipolaren Weltsicht, gemäß der weltweiten Entwicklung und Identitätssuche der Völker. Den Nahen Osten und Nordafrika nennt er als Beispiele dafür. Russlands Interesse bei der Mitgestaltung bei diesen globalen Modernisierungsprozess im Einklang mit Europa, der USA, aber auch ausdrücklich mit China, betont Lavrov. Kein System der Konfrontation – angesprochen auch der geplante „Raketenabwehrschild“ der Nato – wolle Russland anerkennen. Sein Land strebe nach politischer Verantwortlichkeit, auch um nicht letztendlich als Opportunisten dazustehen. Unteilbare Sicherheit für alle – das sei die Mindestforderung seines Landes, und dafür sei es in der jüngsten Vergangenheit und werde auch in der Zukunft eintreten.

Russlands Anspruch als Mitgestalter einer sicheren Zukunft betonte in München auch der ehemalige Minister des Auswärtigen und derzeitige Präsident des „Russian Council on International Affairs“ Igor Ivanov, der als Mitautor eine Studie der „Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden“, die „Euro-Atlantic Security Initiative (EASI)“ vorstellt.
Das Papier einer „breiten Gruppe potentieller Akteure“ aus „Regierungen, akademische Institutionen, dem privaten Sektor“ Russlands, Europas und der USA – dort genannt: „Robert Bosch Stiftung, Calouste Gulbenkian Foundation, Carnegie Corporation of New York, Hurford Foundation, Robert & Ardis James Foundation, Nuclear Threat Initiative, Starr Foundation, Institute of World Economy and International Relations of the Russian Academy of Sciences, United World International Foundation“.
Die „euro-atlantische Zone“ hätte im Vordergrund gestanden, ehemalige Staatslenker der USA, Russlands und Europas aus der Ära des Kalten Krieges hätten ihr Wissen und ihre Befürchtungen eingebracht – das „von Anfang an bestehende beiderseitige Misstrauen“ sei so mit eingeflossen – die Initiative daher auch unter allen sicherheitspolitischen Erwägungen relevant.

Auch Sam Nunn, US-Senator, Zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer der „Initiative Nukleare Bedrohung“, neben Ivanow und Ischinger Mitunterzeichner des Papiers, hat EASI zum Thema, wenn er über Spielregeln sinniert, die die Gefahr atomarer Angriffe eindämmen sollen.

Im Gesprächskreis „America, Europe, and the Rise of Asia“ ist Russland nicht vertreten. Der dritte geladene Russe, General a.D.; Generalsstabschef der strategischen Luftabwehrstreitkräfte, Mitglied der Global Zero Initiative, Victor Esin, referiert bei „Global Zero: Tactical Nuclear Weapons in Europe“. Die atomare Bedrohung weiß er noch immer als das größte Dilemma für die Welt, und anders als sein Kollege – „US-Vorsitzender von Global Zero“, Richard Burt, der Europa als den vorgeschobenen Brückenkopf beider Atommächte von strategischen Kernwaffen befreien zu wollen vorgibt, spricht der Russe von der „Reduzierung aller Atomwaffen – strategischer wie nichtstrategischer, dislozierter und nichtdislozierter“, dazu mahnt er Schritte zur Ratifizierung ausstehender bilateraler und die gemeinsame Ausarbeitung multilaterale Verträge an, – auch, um „China und anderen wichtigen Nuklearmächten“ in Zukunft auf diesen Weg zu bringen.

China ist im Gesprächskreis „Amerika, Europa, und der Aufstieg Asiens“ vertreten.
Der in einigen Staaten wegen Kriegsverbrechens gesuchte Henry Kissinger „(Chairman) Former Secretary of State of the United States of America; Chairman Kissinger Associates Inc., New York“ – in Müchen hat er wohl nichts zu befürchten – eröffnet hier die Diskussionsrunde; bezugnehmend auf Obamas Neue-Strategie-Bekundung vom Jahresanfang meint er,
Sicherheitsfrage-Fragen hingen nur davon ab, wie die Gegenseiten aufeinander zugingen; „geschichtlich“ bereits weiß er die Diskussion des Themas China aus der die Kräfteverteilung beachtenden Erwägungen der USA, „der Sitzordnung nach“ wird auch Zhang Zhijun, „Vice Minister of Foreign Affairs, People’s Republic of China, Beijing“ sich dazu als erster zu äußern haben.

Der versteht Asiens Aufstieg ein Lichtblick für die krisengeschüttelte westliche Welt; seine Entwicklung als Zeichen seines Lebenswillens aber zurückhalten zu wollen, müsse geächtet werden.
Sowohl Asien als auch Europa hätten „die Zivilisation stets geehrt“, erinnert er.
In Gesprächen zu Nordkorea und selbst Afghanistan sei China bereits über den eigenen Tellerrand engagiert – als starker Kämpfer für Sicherheit in Asien, und bekundet weiteres Interesse an einem kooperativen Kontinent
Wohl nicht nur an die Adresse Asiens bekennt Zhang Zhijun: „China verpflichtet sich zu friedlicher Entwicklung – als unsere Langzeitstrategie; und das sind nicht nur hohle Worte

Auch das wird ihm nicht nutzen – genau wie Russland wird China noch vor Sonnenuntergang auf die Achse des Bösen rücken – gerade wohl, weil es im UNO-Sicherheitsrat in diesem Sinne handelte.

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Mammonschanz

„Die Demokratie“ macht Kasse

Es mag für manchen arglosen Zeitgenossen nur wie die vorrübergehenden Belastung klingen, die schon ein hier bekanntes „Sprichwort“ freundschaftlicher Beziehung prophezeit, sollte es eimal „um Geld“ gehen – und mag im anschwellenden Konzert der undifferenzierten Schuldzuweisungen und starken Unterstellungen wenig oder lediglich amüsiertes Publikum gefunden haben – wir sehen in den Vorfällen vom Wochenende eine weiteren Erfolgsbeweis für die Anstrengungen aller möglichen „Führungseliten“, die wir auch im letzten Artikel behandelten: eine Politik zu betreiben, die nicht nur am Volk vorbei, sondern geradezu auf seine Vernichtung hinauslaufen muss.

Am Sonntag schrieb (z. B.) „Hamburger Abendblatt“ online vor einem dieser unzähligen Eurorettungsgipfel:
„Die Debatte über ein zweites Hilfspakets für Griechenland wird härter: Angesichts wachsender Zweifel an der Reformfähigkeit des hoch verschuldeten Landes dringt die Bundesregierung darauf, dass die Politik der Regierung in Athen im Gegenzug für weitere Finanzhilfen notfalls unter internationale Kontrolle gestellt wird, und zitiert Deutschlands Wirtschaftsminister gegenüber „Bild“: „Wir brauchen bei der Umsetzung des Reformkurses mehr Führung und Überwachung () Wenn dies den Griechen nicht selbst gelingt, müssen Führung und Überwachung stärke(r) von außen kommen, zum Beispiel durch die EU.“
Aus „Berliner Regierungskreisen“ wisse man, „dass Deutschland die Idee eines Sparkommissars oder eines Vetorechts gegen einen nationalen Haushalt in die Debatte auf EU-Ebene eingebracht hatte“, oder, kurz und knapp „Der Tagespiegel“ am Montag: „Aus Berlin war am Wochenende der Vorschlag gekommen, dem völlig überschuldeten Griechenland die Hoheit über seine Haushaltspolitik zu entziehen und einem EU-Kontrolleur zu übertragen“.

Ob Athen nun lediglich etwas undiplomatisch vom eigenen Fehlern der letzten Zeit ablenken will, wenn es als Reaktion auf den Vorschlag Berlins das wohl allseits bis ins Unterbewußtsein der Völker eingebrannte Symbol für Fremdherrschaft, Völkermord, Zerstörung, Chauvinismus und selbstverherrlichenden Rassismus bemüht, oder Merkel einen Tag später vor der  Presse diesen Vorschlag nicht mehr vertritt, sich stattdessen um „Schadensbegrenzung (be)müht“, wie  „Der Tagesspiegel“ meint, wenn er sie folgend zitiert: „Ich glaube, dass wir eine Diskussion führen, die wir nicht führen sollten.“ – in Griechenland funktioniert vielleicht auch aus geschichtlicher Prägung das Erinnerungsvermögen noch besser als auf der Seite der Täter; – um ein gesundes, allgemeinverständliches Argument, uns darüber zu mockieren, dass andere Völker „uns“ nun eben wieder im Vormundschaftsstreben sehen, haben uns unsere Bonzen in Innen- und Außenpolitik, in den Krämerstuben des Geldkapitals, letztendlich bis in die Wirtschaft hinein, aber doch wirklich gebracht?
Im Zusammenwirken mit der von ihr gekauften „öffentlichen Meinung“, genannt die „Massen-Medien“…?

Vor nicht ganz anderthalb  Jahren schrieb „Bild“ ganz groß in Okkupantenmanier erst: „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen“, und vielleicht nur, um von der wahren Intention abzulenken, „… und die Akropolis gleich mit!“
Und weiter: „Auch wenn es vielleicht verrückt klingt: Wenn wir den Griechen doch noch mit Milliarden Euro aushelfen müssen, sollten sie dafür auch etwas hergeben – z. B. ein paar ihrer wunderschönen Inseln. …Tatsächlich ist es der größte Schatz der Griechen: 3054 Inseln, nur 87 davon bewohnt.
Und einen Markt gibt es! Derzeit bietet z. B. das Hamburger Maklerbüro Vladi Private Islands eine unbewohnte griechische Insel an
…Ob die Kanzlerin morgen mit ihrem Amtskollegen Papandreou bei dessen Berlin-Besuch die Insel-Frage anschneidet …?“

Wer hier lediglich gutgelaunten Populismus oder Gagenhumor eines nicht weiter ernstzunehmenden Blättchens (2, 7 Mio Auflage, zit. wikiped.) sehen will, muss nicht weiterlesen:
„Der Koalitionspartner rät dazu. FDP-Finanzexperte Frank Schäffler zu BILD: „Die Kanzlerin darf keinen Rechtsbruch begehen, darf Griechenland keine Hilfen versprechen. Der griechische Staat muss sich radikal von Beteiligungen an Firmen trennen und auch Grundbesitz, z. B. unbewohnte Inseln, verkaufen.“
CDU-Mittelstandschef Josef Schlarmann: „Ein Bankrotteur muss alles, was er hat, zu Geld machen – um seine Gläubiger zu bedienen. Griechenland besitzt Gebäude, Firmen und unbewohnte Inseln, die für die Schuldentilgung eingesetzt werden können.“
Marco Wanderwitz, Chef der Jungen Gruppe in der Union, zu BILD: „Das Vertrauen in Griechenland ist schwer geschädigt. Wenn die EU und damit auch Deutschland den Griechen Geld geben soll, muss es dafür gerade im Sinne der jungen Generation auch Sicherheiten geben, die im Notfall verkauft werden können. Dabei kommen zum Beispiel auch einige griechische Inseln infrage.“

Dass solches Ansinnen selbst nicht ohne eine gewisse Tradition sei, fängt den Blick des Überflieger des Artikels dickgelettert nochmal am Ende, hinter dem verräterischem: „Übrigens: Schon einmal wurde der Kauf einer Trauminsel in Deutschland heiß diskutiert. Das war 1993 – und die Insel hieß Mallorca. Die Idee zweier Bundestagsabgeordneter setzte sich damals leider nicht durch“ – obwohl sie keineswegs von politischen Nobodies gekommen war: Bild: „Einer der beiden war Peter Ramsauer (CSU) – heute Bundesverkehrsminister …“

In der Folge bohrte sich die Vorstellung von einer finanziell sorglos bis betrügerischen, frech auf die Barmherzigkeit bauenden, dabei aber unproduktiven Frührentner- und Beamtenseele der Griechen in die Köpfe der deutschen Medienkonsumenten. Was revidiert da viel, wenn „Die Zeit“ im Wirtschaftsteil (Juni 2011) erkennt: „Das griechische Volk ist unschuldig. Die einfachen Griechen leiden am stärksten unter der Krise, die Eliten haben die Misere verursacht.“

Der Focus zeigte in jenen Tagen vor anderthalb Jahren in Gestalt der griechischen  Liebesgöttin höchstselbst den „Stinkefinger“ den „Betrügern in der Euro-Familie – womit er „Griechenland“, aber vielleicht auch „Spanien, Portugal, Italien?“ anspricht.
Es gab in der Folge einige Unruhen – in dem zum Aufmacher gehörenden Artikel im Heft wurde (Zit. Spiegel/Kultur: „die griechische Finanzmisere ausführlich beschrieben: Von säumigen Steuerzahlern war da die Rede, missglückten Bauvorhaben und verirrten Fährschiffen – alles in allem konstatierten die Autoren „2000 Jahre Niedergang“ in Griechenland.“ Athen stellte eine Prozess wegen Beleidigung in Aussicht, sollten sich Focusverantwortliche nicht entschuldigen, später wurde vertagt…

Die Zeitung „Eleftheros Typos“ revanchierte sich mit eine Fotomontage der Göttin Viktoria von der Berliner Siegessäule, wie sie nun in der salbungsvoll erhobenen Hand ein Hakenkreuz hält. Focus: „Im Text dazu hieß es: „Finanznazitum bedroht Europa““

Diesmal, nur eineinhalb Jahre später – die den Griechen  auf ihrer Odysee auf den unbekannten Ozeanen des neun Geldflusses und schwindeleregend demokratiefernen Änderungen im Regierungsgefüge freilich wie wie eine Ewigkeit erschienen sein mögen – nun sollen diese Bemühungen (wikiped.?) lediglich Überlegungen bei den Brüsslern hervorgerufen haben über „Abgabe der finanzpolitischen Souveränität“, und ausgerechnet Deutschland will einen „Sparkommissar“ entsenden?

Man ahnt sicher auch in Griechenland schon Schlimmstes, und hätte auch allen Grund, wenn dort nun heute die Finanzjongleure aus den Zeiten des gefälschten Haushaltsberichts Griechenlands in der Regierung angekommen sind – des Begleichens ihrer Schuld vor unsichtbaren Hintermännern auf Volkes Rücken sind Politiker heute ohnehin verdächtigt.

Aber sie werden dort auch wie die Scharfrichter ihrer eigenen Krise auftreten, als die Verwalter des nun so glücklich für sie auf uns gekommenen Mangels  – so wie wir Deutschen auch nur noch ein wenig länger relativ resistent gegen die Krise scheinen werden, nur weil viele Interessen hier noch zusammenlaufen.

Am Ende verbleibt das Volk, nachdem es die blutigen Ausseinandersetzungen geführt haben, geplündert, gemordet, vor Ruinen – und der ganze einstige Reichtum ist auf märchenhafte Weise dahin – bisher war das nie anders, so geht es Völkern unter Diktatoren; sei deren Diktat ein rassisches, sei es ein von Habsucht bestimmtes – über Leichen gehen sie alle ganz unbeeindruckt.
Die Leichen sind dann Griechen, Deutsche, Iranis….

An einen Konflikt mit einem ganz anderen Feind gemahnt dies Einschätzung aus London, im November 2011 in der „Times“. Die Welt übersetzt:
„Deutschland hat der Euro-Zone den Krieg erklärt“

 

 

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Die Glücksritter ziehen weiter

 – die Knappen verbleiben dankbar mit gerechtem Lohn

In den ersten Neujahrstagen verkündete Obama ein Pamphlet: „Zur Aufrechterhaltung des globalen US-Führungsanspruchs“. „US-Präsident Obama hat eine neue Verteidigungsstrategie verabschiedet. Er setzt auf moderne Streitkräfte und richtet den militärischen Fokus auf den pazifischen Raum“, versimplifiziert am 6. Januar „Die Zeit“.

Schon im April des Vorjahres – so erinnert am selben Tag „Die Welt“ – hatte „Obama dem Verteidigungsministerium Kürzungen von 400 Milliarden Dollar in der laufenden Dekade auferlegt“, und fährt fort in seiner Interpretation des „Dokument(s) …, „für dessen Vorstellung Obama ungewöhnlicherweise im Pentagon auftrat“: „Der Streit zwischen Weißem Haus und den Republikanern im Kongress über eine Anhebung des Schuldenlimits könnte das Pentagon zu Einsparungen von weiteren 500 Milliarden Dollar zwingen.

Doch unabhängig davon habe sich die Weltkarte, ebenso wie die militärische Herausforderungen, verändert“, kommentierte das Blatt das Geschehnis. „Ein Bekenntnis zu den transatlantischen Beziehungen“ lese es in Obamas Auftritt, „aber auch () eine „Neugewichtung“ der US-Präsenz in Europa.“ Dies kündige „eine mutmaßlich nicht nur marginale Truppenreduzierung in Europa“ an, orakelt die Zeitung und erinnert: „Voriges Jahr hatte sich der scheidende US-Verteidigungsminister Robert Gates in recht schroffer Form darüber beschwert, dass die europäischen Verbündeten viel zu geringe Verteidigungslasten trügen.“

Wurden wir in diesen Tagen des neuen Jahres nun Zeuge eines – unverhohlenen, aber damit nur noch zynischeren als sein Vorbild aus nicht zu ferner Zeit, Konstruktionspapieres einer Neuaufteilung der Welt – eines Obama – Ashton – Paktes? (Frau M. Ashton – „Catherine Margaret Ashton, Baroness Ashton of Upholland“ – ist die alleinige Instanz – in „Personalunion für die Ämter des Hohen Vertreters für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik“ und des Kommissars für Außenbeziehungen“ (wikip.), die nach der administrativen Übernahme der EU-Mitgliedsstaaten durch Brüssel nun noch ihre – auch stille – Zustimmung geben müsste.)

Oder verspricht diese „strategische Neuorientierung Amerikas“ und ihre Auflage an die „Europäer“ gar die Tragweite des Vetrags von Tordesillas vor 500 Jahren, mit dem die Weltmächte Portugal und Spanien sich gegenseitig ihre Stücke vom Kuchen Welt zusicherten?

Kaum von Obama angesprochen, eilt der Außenminister Deutschlands in die arabischen Revolutionsparadiese des vergangenen Jahres – Algerien, Libyen und Tunesien – um sich dort „ein Bild der Lage“ zu machen. Überall aber dort,  so war von verschiedenen Beobachtern gemeldet worden, sei einer anfänglichen Euphorie eine tiefe Frustration und Resignation gewichen. Überall dort seien im Vorfeld Agenten internationaler Geheimdienste am Werk gewesen, die eine Handvoll mitgebrachter oder am Rande der Gesellschaft rekrutierter „Revolutionäre“ mit Know-How im Killen und entsprechenden Waffen ausgestattet hätten? Nach Ägypten fährt der deutsche Außenminister nicht, obwohl, oder vielleicht weil, dort gleich Wahlen anstehen. Kurz darauf, so meldet „Die Zeit“ am 15. Januar, wird der Ägypter El Baradei auf seine Kanditatur zur Präsidentschaft dort verzichten – frustriert, wie es heißt (Deutschlandfunk, 15.01.2012 13:13), weil nach wie vor die gleichen Kräfte an der Macht seien? Dieser Tage meldete der Spiegel: „Libyens neuen Herrschern entgleitet die Kontrolle“, und schon im letzten Jahr hatte Amnesty International den neuen Herrschern dort Folter unterstellt, Die Welt berichtete im September 2011 davon; und auch in Tunesien, soll, so berichtet Deutschlandfunk, muss die Freiheitsstimmung einer breiten Frustration gewichen sein und das Terrain, so vermuten Beobachter und Tunesier gleichsam, für radikale Gruppen freigeschossen.
Moslembrüder und Salafisten werden kurz darauf dann auch in Ägypten die Wahl gewinnen.Westerwelle schwant nichts. Er ist stattdessen vor Hoffnung fast sprachlos, und auch der Leiter des Büros in Kairo der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung wertet dies sehr liberal – verglichen mit seinen merklich unversönlicheren Ausführungen über Syrien am Ende dieses Interviews gegenüber Deutschlandfunk (15.01.2012 13:15: Sendung: Informationen am Mittag, Interview Ronald Meinardus, Büroleiter Kairo der Friedrich-Naumann-Stiftung): „Wir in Europa müssten uns daran gewöhnen, dass die Ergebnisse dieser Wahlen vielleicht nicht immer so ausfallen, wie wir uns das wünschen. Die ganz große Mehrheit der Ägypter, wie ähnlich die große Mehrheit der Tunesier und vorher auch der Marokkaner, haben halt andere Vorstellungen in Bezug auf das Verhältnis von Politik und Religion… Es wäre voreilig, jetzt zu behaupten, das sind die iliberale, undemokratische und antidemokratische Kräfte, ich glaube, das sollte man erst nach einigen Jahren sagen, wo sie eine Chance hatten.“

Sind uns denn aber nicht spätestens seit dem 11. September 2001 – ein „Prophet“ damals hatte recht: „Nichts wird seitdem mehr so sein, wie es war!“ – unzählige „Beweise“ der Gefahr seitens „Schurkenstaaten“ für unsere Gesellschaft aufgezeigt worden, die eben gerade durch deren Ferne zu einer Demokratie, wie wir sie verstehen wollen, wegen ihrer „politischen Instabilität“ aufkommen konnten, und war uns nicht geweissagt worden, dass dies Gefahr permanent wäre, solange die alten Kräfte dort am Werke seien?

Wenn der große Kampfverbündete auf der anderen Seite des Atlantik von einer Handvoll Höhlenbewohnern über tausende Kilometer bis ins Mark erschüttert werden konnte, was blüht den unmittelbaren Anrainern der aufgemischten explosiven Regionen in Nord- und Ostafrika, dem Balkan und Nahost?

Was der Orient einst mit „Deutschland“ verband, hat ihm innerhalb einiger weniger Zahrzehnte die Freundschaft so radikal gekündigt, dass da (hoffentlich) auch nicht das Lavieren um die direkte Beteiligung am physischen Morden einer objektive Einschätzung, wo „Deutschland“ steht,  im Wege steht – und damit dürfte sich die Reihe der vertrauenswürdigen Staaten Europas, abgesehen vielleicht von einer Handvoll allgemein expansions- und kolonisierungsuntüchtiger Randstaaten, aus orientaler und afrikanischer Sicht, schon erschöpft haben. Andere „große Nationen“ Europas hatten dort noch weniger Kredit… Man wird uns Europäer sicher alle in einen Topf werfen können, zugesellen den Mördern und Invasoren des Abendlandes, die wir bis aufs eigene Blut mitunterstützten. Weder wird der Balkan, noch Afghanistan ein Auge zudrücken können, kämen die je wieder zu besonnener Betrachtung.

Gerade sind wir kräftig dabei, es mit Iran zu vergeigen. Das europäische Interesse für Syrien ist beängstigend, und wohl nur seinen Vorstellungen vom „friedlichen Handel mit Afrika“ sind die „Anschläge“ geschuldet, die just dort wieder stattfinden [1] – mit „religiös verbrämten Fundamentalismus gegen Wahrheits- und Nächstenliebereligion“ – Hintergrund, versteht sich [2].

Für die Werke der USA empfand Obama eitel Wohlwollen: „Die USA hätten den Krieg im Irak „verantwortungsvoll beendet“, die Terrororganisation al-Qaida auf den „Weg der Niederlage“ gebracht, ihren im Mai getöteten Führer Osama Bin Laden zur Verantwortung gezogen und „signifikanten Fortschritt in Afghanistan“ gemacht“, zitiert „Die Welt“ am 6. Januar den Präsidenten; „Gleichzeitig müssen wir unsere Finanzen daheim in Ordnung bringen und unsere langfristige wirtschaftliche Stärke erneuern…“

Wir haben vollstes Verständnis – wenn Sie unseren Zeitungen glauben – Herr Obama – schließlich sind „Ihre“ Finanzen auch die unseren, wie wohl auch unsere mit Ihrer wirtschaftlichen Stärke verbandelt ist. Mitte dieser Woche beschloss der Bundestag in Deutschland so auch die Fortsetzung Ihrer Mission in Afghanistan, von der ja auch, wie da schon einer sagte, neben Deutschlands Freiheit auch seine Handelswege geschützt würden; alle Diskussionen über tote deutsche Soldaten wegen falschverstandener Vasallenpflicht unserer Deutschland beherrschenden Parteien Ihnen gegenüber, alles Lamentieren über getötete Zivilisten waren ganz still; nur die vermeintlich verfassungsfeindlichen Roten moserten. Wir haben nämlich einen Außenminister der Umsichtigen-Buchführungs-Sonderklasse. Zitat im Morgenmagazin von ARD/ZDF: „Vorher weiß man oft nicht, was ein solcher Einsatz an Geld und Blutzoll kostet“.

Der Ko-Direktor des „Afghanistan Analysts Network“ – Sitz in Berlin und Kabul – warnte im Dezember gegenüber der ARD: „Ich spüre eine große Verunsicherung und Angst unter den Afghanen, dass ihr Land erneut zusammenbricht und in einen noch blutigeren Bürgerkrieg zurückfällt. … Wir beobachten eine drastische Verschärfung der sozialen Gegensätze, die es früher in dieser Gesellschaft, die eigentlich relativ egalitär strukturiert ist, nicht gegeben hat.“

Und auch Obama verheißt wohl mit diesem Lehen für „Europa“ nicht Friedensland, wenn er seine Beschränkungen auf den anderen Teil der Welt begründet wie im Januar: „Künftig haben die USA nicht mehr den Anspruch, zwei Kriege gleichzeitig führen zu können.“

Seine Sicht von der Afghanistanmission gab diese Woche unser Bundesminister der Verteidigung gleich nach dem Beschluss über seine einjährige Fortsetzung der Medie auf die Frage, ob der Kampfeinsatz 2014 auch dann endet, „wenn Afghanistan wieder im Bürgerkrieg zu versinken drohe“
„Wir haben bisher auf dem Fahrersitz gesessen und die Afghanen auf dem Beifahrersitz. Jetzt wechseln wir das allmählich. Und anschließend sind wir dann noch ein bisschen Fahrlehrer.“

Anmerkungen

[1]
21. Januar 2012, Deutschlandfunk
20:00 Uhr
: „Bei der Serie von Anschlägen im Norden von Nigeria sind weit mehr als 100 Menschen getötet worden. Das Rote Kreuz spricht inzwischen von mindestens 120 Toten, Ärzte berichten von mehr als 160 Opfern. Ziel der Attentate in Kano – der zweitgrößten Stadt des Landes – waren gestern mehrere Polizei-Einrichtungen. Zu den Taten bekannte sich die radikal-islamische Sekte Boko Haram. Sie hat in den vergangenen Wochen eine Reihe von Anschlägen mit vielen Toten verübt.
http://www.dradio.de/nachrichten/201201212000/2

[2]
14.Januar 2012, Deutschlandfunk
13:30 Uhr
Sicherheitskräfte inspizieren die Zerstörungen der katholischen Kirche St. Theresa nach der Explosion einer Autobombe in Madalla.

Mit dem Stopp der Subventionen für Treibstoff hat der nigerianische Präsident die Bevölkerung gegen sich aufgebracht…In Nigeria liegen die Nerven blank. Wegen der Anschläge der Terrorsekte Boko Haram trauen sich viele Menschen eigentlich kaum noch auf die Straße. Doch gehen sie auf die Barrikaden – gegen die Regierung.

Occupy Nigeria: In Lagos blockieren Demonstranten die Stadtautobahn, Autoreifen brennen, wichtige Häfen sind lahmgelegt, Flüge gestrichen, Geschäfte geschlossen. Der Generalstreik geht weiter – und eskaliert. Bei Zusammenstößen mit der Polizei starben bisher mindestens zehn Menschen. Im Zentrum der Kritik: Präsident Goodluck Jonathan. Immer weniger Nigerianer vertrauen ihrem Staatsoberhaupt.
…unregierbar erscheint Nigeria schon jetzt. Die Proteste werden immer härter, außerdem bekommt die Regierung die Terrorsekte Boko Haram nicht in den Griff. Bei islamistischen Anschlägen wurden allein seit Weihnachten mehr als 100 Menschen getötet. Der Staat wirkt hilflos, gelähmt, und die Angst geht um. Und dann taucht auch noch dieses Video im Internet auf: Imam Abubakar Shekau, der Anführer von Boko Haram, verteidigt darin die Angriffe auf Christen und erklärt, es handele sich um Rache für Anschläge auf Muslime.

„Wir sehen, wie das Land möglicherweise in einen Bürgerkrieg schlittert. Wir kennen die Pogrome, die es zwischen den ethnischen und religiösen Gruppen gegeben hat. Wir wissen, dass sie aufgehetzt und manipuliert wurden – durch korrupte Politiker, die ihre Spuren verwischen, indem sie Chaos säen. Terroristen können einfach Gotteshäuser angreifen und wehrlose Menschen töten, und niemand stoppt diese Leute. Unsere Nation steht am Scheideweg. Das lässt sich nicht mehr leugnen.“

[3] Und auch diese Schlagzeile „Mali droht eine Hungersnot Folgen des Klimawandels“ (auf Deutschlandfunk am 10.12.2011)
hat ihren Bezug auf „Kolonisierung Afrikas“ und „europäische Vorstellungen von friedlichem Handel“

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Wunderland

Wunderbar, wie über die Feiertage die Demokratie quasi über Nacht in Deutschland Einzug hielt – und dabei gleich auf den Richtigen traf – der Bundespräsident, oberste Figur im Lande, von ihr zerhackt und wohl bald fortgespült sein wird. Von einem Gottesgericht muss man wohl nicht ausgehen, angesichts der relativ geringen Vergehenen des Deliquenten – dieses hätte jeden, und Wulff vielleicht nicht zuerst, treffen können.

Die Medien überschlagen sich im Beitragen zur Bloßstellung des Bundespräsidenten, und wohl nicht nur Daniel Neun von Radio Utopie erscheint es wie „eine Hinrichtung in Zeitlupe“, und der „Deutschlandfunk“ bring heute Mittag – da gab es ein Interview mit Lengsfeld – die „erste“ Rücktrittsforderung aus der schwarzgelben Ecke

Wie sie sich alle nun so aufrüsten – auch das „soziale Netzwerk“ soll, laut Lengsfeld, von Verachtung nur so triefen, dass sie sich ums Ansehen des Amtes sorge – können den Betrachter schon Zweifel kommen, ob vielleicht Wulff – Geheimbündelei hin, Geheimbündelei her,  nicht vielleicht aus unserer Sicht noch die bessere Besetzung des Postens war – mit dem verglichen, was uns nun angetragen würde.

Am späten Nachmittag hat Wulff wohl nun ARD und ZDF ein Interview gegeben (das beide Sender 20:15 ausstrahlen wollen); der MDR weiß 18:15, Wulff bleibe im Amt und bereue seine Fehler; uns ist damit freilich nicht geholfen – bleibt er, hat er wohlmöglich Zugeständnisse gemacht gegenüber seinen Peinigern, vielleicht in einen Pakt eingewilligt, der ihm deren Schweigen und Wellenglätten zugunsten seiner, seiner Fraus Integrität sichert, worauf er auf die Autonomität seines hochen Amtes verzichtet, die wir dringend benötigten als den Gleichrichter einer wildgewordenen Regierungsclique; dass Merkel gestern zum Erstaunen und Spekulieren der Medien über ihre Vorlieben zur Bereinigung der Causa Wulff kein Wort verloren hatte, heute am Nachmittag sich aber plötzlich klar zu Gunsten des amtierenden Bundespräsidenten aussprach, läßt auch hier den Eindruck entstehen, es gab langwierige Vorbereitungen auf den Auftritt heute Abend, und die Überwacher der Konditionen für einen Vergleich werkelten nicht unbedingt regierungs- und parlamentsnahe.

Anhang:
Grundgesetz, V. Der Bundespräsident – Auszüge
Artikel 57
Die Befugnisse des Bundespräsidenten werden im Falle seiner Verhinderung oder bei vorzeitiger Erledigung des Amtes durch den Präsidenten des Bundesrates wahrgenommen

Artikel 58
Anordnungen und Verfügungen des Bundespräsidenten bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Gegenzeichnung durch den Bundeskanzler oder durch den zuständigen Bundesminister. Dies gilt nicht für die Ernennung und Entlassung des Bundeskanzlers, die Auflösung des Bundestages gemäß Artikel 63 und das Ersuchen gemäß Artikel 69 Abs. 3.

[Artikel 63
(1) Der Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom Bundestage ohne Aussprache gewählt.
(2) Gewählt ist, wer die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages auf sich vereinigt. Der Gewählte ist vom Bundespräsidenten zu ernennen.
(3) Wird der Vorgeschlagene nicht gewählt, so kann der Bundestag binnen vierzehn Tagen nach dem Wahlgange mit mehr als der Hälfte seiner Mitglieder einen Bundeskanzler wählen.
(4) Kommt eine Wahl innerhalb dieser Frist nicht zustande, so findet unverzüglich ein neuer Wahlgang statt, in dem gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält. Vereinigt der Gewählte die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages auf sich, so muß der Bundespräsident ihn binnen sieben Tagen nach der Wahl ernennen. Erreicht der Gewählte diese Mehrheit nicht, so hat der Bundespräsident binnen sieben Tagen entweder ihn zu ernennen oder den Bundestag aufzulösen.

Artikel 69
(3) Auf Ersuchen des Bundespräsidenten ist der Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.]

Artikel 59
(1) Der Bundespräsident vertritt den Bund völkerrechtlich. Er schließt im Namen des Bundes die Verträge mit auswärtigen Staaten. Er beglaubigt und empfängt die Gesandten.
(2) Verträge, welche die politischen Beziehungen des Bundes regeln oder sich auf Gegenstände der Bundesgesetzgebung beziehen, bedürfen der Zustimmung oder der Mitwirkung der jeweils für die Bundesgesetzgebung zuständigen Körperschaften in der Form eines Bundesgesetzes. Für Verwaltungsabkommen gelten die Vorschriften über die Bundesverwaltung entsprechend.

Artikel 60
(1) Der Bundespräsident ernennt und entläßt die Bundesrichter, die Bundesbeamten, die Offiziere und Unteroffiziere, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist.
(2) Er übt im Einzelfalle für den Bund das Begnadigungsrecht aus.
(3) Er kann diese Befugnisse auf andere Behörden übertragen.
(4) Die Absätze 2 bis 4 des Artikels 46 finden auf den Bundespräsidenten entsprechende Anwendung.

[Artikel 46
(2) Wegen einer mit Strafe bedrohten Handlung darf ein Abgeordneter nur mit Genehmigung des Bundestages zur Verantwortung gezogen oder verhaftet werden, es sei denn, daß er bei Begehung der Tat oder im Laufe des folgenden Tages festgenommen wird.
(3) Die Genehmigung des Bundestages ist ferner bei jeder anderen Beschränkung der persönlichen Freiheit eines Abgeordneten oder zur Einleitung eines Verfahrens gegen einen Abgeordneten gemäß Artikel 18 erforderlich.
(4) Jedes Strafverfahren und jedes Verfahren gemäß Artikel 18 gegen einen Abgeordneten, jede Haft und jede sonstige Beschränkung seiner persönlichen Freiheit sind auf Verlangen des Bundestages auszusetzen.

Artikel 61
(1) Der Bundestag oder der Bundesrat können den Bundespräsidenten wegen vorsätzlicher Verletzung des Grundgesetzes oder eines anderen Bundesgesetzes vor dem Bundesverfassungsgericht anklagen. Der Antrag auf Erhebung der Anklage muß von mindestens einem Viertel der Mitglieder des Bundestages oder einem Viertel der Stimmen des Bundesrates gestellt werden. Der Beschluß auf Erhebung der Anklage bedarf der Mehrheit von zwei Dritteln der Mitglieder des Bundestages oder von zwei Dritteln der Stimmen des Bundesrates. Die Anklage wird von einem Beauftragten der anklagenden Körperschaft vertreten.
(2) Stellt das Bundesverfassungsgericht fest, daß der Bundespräsident einer vorsätzlichen Verletzung des Grundgesetzes oder eines anderen Bundesgesetzes schuldig ist, so kann es ihn des Amtes für verlustig erklären. Durch einstweilige Anordnung kann es nach der Erhebung der Anklage bestimmen, daß er an der Ausübung seines Amtes verhindert ist.

Artikel 64
(1) Die Bundesminister werden auf Vorschlag des Bundeskanzlers vom Bundespräsidenten ernannt und entlassen.

Artikel 65
Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung. Innerhalb dieser Richtlinien leitet jeder Bundesminister seinen Geschäftsbereich selbständig und unter eigener Verantwortung. Über Meinungsverschiedenheiten zwischen den Bundesministern entscheidet die Bundesregierung. Der Bundeskanzler leitet ihre Geschäfte nach einer von der Bundesregierung beschlossenen und vom Bundespräsidenten genehmigten Geschäftsordnung.

Nachtrag 5. 1. 2012 – zur gefälligen Beachtung: terragermania: „…Wulff wird von denselben Kreisen geschlachtet, welche ihn ins Amt gehievt haben. Die honorigen Damen und Herren haben anfänglich befriedigt zur Kenntnis genommen, dass ihr Mann „00 Wulff“ bestens funktioniert und brav zunächst die Integrationsplatte aufgelegt hat, sich wie erwartet verhielt. Aber dann die Katastrophen:
1.) Bundespräsident Wulff ist keine Marionette und entwickelt plötzlich ein eigenes Bewusstsein.
2.) Volkswagen wird nicht den Heuschrecken geopfert. Wulff allein sorgte dafür, dass NRW die Sperrminorität behielt!
3.) Wulff allein sorgte dafür, dass ein ordentlicher Schwabe den durch üble Skandale untragbar gewordenen Bahnchef, Klaus „Meh-Dorn“ ersetzt. Wenn man sagte, Mehdorn ging über Leichen, so hat Wulff davor gesorgt, dass dieses Wüten ein Ende hat und die Bahn wieder in die richtige Spur gerückt wurde.
4.) Dann das vorläufige i-Tüpfelchen: Wulff trifft in seiner „Donnerhall-Rede“ in Lindau den Nerv unserer Bevölkerung und prangert den drohenden Verlust von demokratischen Werten an. Nichts Neues? Bis dahin vielleicht ja, allerdings setzt Wulff energisch nach und stellt die 17 Wirtschaftsnobelpreisträger, sowie rund 370 Ökonomen mitten in der größten Krise seit 1945 bloß: Er wäscht der gesamten Branchen samt allen Mitläufern mit seiner Generalabrechnung mit dem Irrungen und Wirrungen in der Finanz-, Schulden- und Euro-Krise förmlich den Kopf…“
Zitat, viel mehr und Dank: terragermania

Update: Deutschlandfunk, 22.01.2012
Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Linken über die Wahlen im Saarland, die Eurokrise und die Affäre Wulff, Auszug:

Frage: Herr Gysi, zum Abschluss müssen wir über den Bundespräsidenten reden. Christian Wulff hat öffentlich auf 240 Seiten auf Fragen von Journalisten geantwortet. Ist für Sie damit der Kern der Affäre, nämlich die Kreditgeschäfte mit der BW-Bank um die Finanzierung seines Eigenheimes aufgeklärt?
Gysi: Wissen Sie, es gibt ja mehrere Probleme in diesem Zusammenhang. Das eine Problem ist die Kreditfrage, weil ich ja weiß, wie da andere Ermittlungsverfahren laufen, wie da Strafverfahren laufen. Dann haben wir die Sache mit dem meines Erachtens völlig idiotischen Anruf beim Chefredakteur der BILD-Zeitung und der noch idiotischeren Idee, dem auf die Mailbox zu sprechen. Das ist ja nun überhaupt gar nicht mehr nachvollziehbar. Aber das meine ich alles nicht. Ich sage Ihnen, was mich stört und was wir im Augenblick überhaupt nicht repariert bekommen. Ich sage Ihnen, der Bundespräsident ist nicht mehr souverän.
Frage: Warum?
Gysi: Er ist jetzt abhängig von Frau Merkel. Frau Merkel unterstützt ihn, damit auch die Union, halbherzig noch die FDP, obwohl es auch immer mehr kritische Stimmen in der Union gibt. Und wenn Frau Merkel sagen würde, er ist wirklich nicht mehr zu halten, dann ist er am Ende. Das weiß er. Dadurch wird er abhängig von Frau Merkel. Ich möchte aber einen Bundespräsident, der überparteilich ist, der souverän ist, der auch mal die Regierung kritisiert, oder der zum Beispiel ein Gesetz, das der Bundestag oder vielleicht auch der Bundesrat beschlossen hat, das offenkundig grundgesetzwidrig ist, nicht unterzeichnet. Das hat unser vorhergehender Bundespräsident Köhler drei- oder viermal gemacht.
Frage: Und das trauen Sie Herrn Wulff jetzt nicht mehr zu?
Gysi: Zur Zeit nicht, nein. Das würde er sich nicht trauen, weil er weiß, dass Frau Merkel dann so sauer ist, dass die ganze Stimmung kippt. Und das können wir uns nicht leisten. Wir brauchen einen souveränen Bundespräsidenten.

Kanzler reden Kanzlerreden.

Vielleicht hab ich als Ossi nur Verfolgungswahn vor diesem mantrahaften Plappergesang der „Agit-Prop“  – wie im Osten der Stab im Dienste der „Einheitspartei“ hieß, der die Verlautbahrungen fürs Volk  verfasste, das Eiapopeia zum Diktat der Einheitspartei, sozusagen; so habe ich Merkel am Diktus als „ein Mädchen aus dem Osten“ wiedererkannt, noch bevor mir Gerüchte über ihre Verbandlung mit dem SED-Regiem in der DDR bekannt waren; so nur, mit dieser Abwesenheit vom Gesagten, im Trance fast, kann vortragen Plattheiten mit traurigoptimistischmahnendsiegesgewisser Stimme, wer sich über Inhalte jeden eigenen Gedanken verbieten muss  – wenn es, wie im damaligen wie auch heutigen Fall, um Augenwischerei und Durchhalteparolen für die noch weiterhin profitable Masse geht.

Eine „Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin“ lockt wohl ohnehin keinen Hund vom warmen Ofen, ein paar Blätter aus der regierungspolitiknahen Presse steuerten Kritik/Lob/Prognosen am/zum Festhalten an den Euro bei – na ja… Ernsthaft möchte man sich auch nicht beschäftigen mit solch nichtssagenden Zeugs von, nun schon, vorgestern.

Es ist wohl nicht nur Merkels Moskauer Schulung, dass dreimal stramm an der Gegenmeinungen vorbei lautstark und im Brustton der Überzeugung Verlautbartes beim vierten Mal als unumstößliche Wahrheit gilt? Dass dieses darauf folgende, gespielt traurige, aller Hoffnungen auf Deine geistige Gesundheit bare Herabschauen auf Dich, der Du nun immer noch Zweifel hast, nicht etwa Deine Wut entfacht, sondern Du Dich entlädst in der Eintracht einer Einheitsmeinung – nicht nur das Problem von Personen mit „sozialistischen“  Hintergrund sein kann?

Was redet sie aber eigentlich, inhaltlich – ihrer Linie entwichen wird ja auch diese Ansprache nicht sein – lässt also (Ver)Führungsinhalte vermuten.

„Anfang dieses Jahres begannen die Menschen in Nordafrika und Nahost, in ihrer Region die politische Ordnung entscheidend zu verändern. Im März wurde Japan von einem gewaltigen Erdbeben, einer furchtbaren Flutwelle und in der Folge einer verheerenden Reaktorkatastrophe heimgesucht. Im Herbst wurde der siebenmilliardste Erdenbürger geboren…“
– dies seien zwar „nur ganz wenige Ausschnitte aus dem zurückliegenden Jahr“, aber schon hier ziehe sie den Schluss:  „2011 war ohne Zweifel ein Jahr tiefgreifender Veränderungen.“

Unmittelbar schwenkt sie von Außensicht auf Innensicht (was bei ihr „wir in Europa“ heißen muss) – lassen Sie uns noch eine wenig über die mögliche Intention der Kanzlerin spekulieren, gerade diese „Ausschnitte“ gewählt zu haben:

Einen GAU in Atomkraftwerken hat es immer schon gegeben, die meisten wurden vertuscht, dieser aber weltweit medial um die Ohren gehauen, und vielleicht auch um einiges übertrieben. Der Eisatz von nanopartikelverdampfender Nuklearmunition seitens der Nato in „Krisengebieten“ weltweit mit noch ganz ungemessenen „Strahlenwerten“ und Nachwirkungen hätten Merkel ebenso in den Sinn – Ausschnitt – kommen können. Krieg ist aber Freiheit, klar – aber was ist dann Atomenergie?
Aber gut – ein Unglück, mit beachtlichem Potential – wohlmöglich; das Volk wird schon wissen, warum es die lieber abgeschaltet sieht…
Gut also, dass wir  im selben Jahr, „im Herbst den siebenmilliardesten“ Erdenbürger begrüßen konnten? Was aber ist die Geburt des „siebenmilliardensten“ Menschen? Eine Veränderung von einem Siebenmilliardstel – und das Ausschitt in der Kanzlerinnenrede?

Was lenkt ihr Augenmerk – hier wird die Intention des Heraushebens wohl am unklarsten – aber auf die „Menschen in Nordafrika und Nahost“, die „in ihrer Region die politische Ordnung entscheidend zu verändern“ begannen?

Merkel weiß noch besser als wir, dass all diese politischen Neuordnungen nicht Resultat demokratischem Neubesinnens sein müssen – um es gelinde und unter der Vorstellung einer völlig dem Studium der Weltpolitik abholden Staatenlenkerin zu formulieren? Brachte es nicht gar die Bild? „CIA. MI6. Mossad.“ – wo überall? – „Revolutionen vorbereitet“?

Was läßt die deutsche Kanzlerin die „Revolutionen in Nahost/Afrika“ aufhorchen, innehalten, einen Ausschnitt fassen? Dass eine regiemekritische Neuorientierung die Runde mache, und vielleicht in Europa – „bei uns“ – Schule? Das dürfte selbst dem naivsten amtierenden Kanzler hierzulande ein Gräuel sein – es sei denn, er bereitet einen Umsturz vor…
Demokratisierungsstabilisierende Kräfte senden, nach Nahost/Afrika? Polizisten schulen, Brunnen graben? Arbeitslosigkeit verringern? Die Weichen für eine staatsunverantwortliche Söldnerarmee müssten gestellt sein – Blackwater, oder wie sie jetzt heißen, machen es global längst vor. Hartz4entzug bei Weigerung, eine Putzstelle bei einem Natogeneral in Ostjerusalem anzunehmen?
„Polizisten und Soldaten unter Einsatz ihres Lebens…, zu Hause und in vielen Regionen der Welt“ – denen dankt sie weniger mühevoller Worte – vielleicht nicht Gedanken – später auch.

Ein freiheitsliebendes Deutschland in einem dem Finanzkapital solidarisch erlegenen Europa – diese Vision hat die Kanzlerin dann beim Innenblick. Deutschland, und das zeigt sie wieder, hat sie aber längst gestrichen – es dient nur noch symbolisch zur Aktivierung der letzten Ressourcen
Typisch in dieser Ansprache wieder das namenlose Heer der Unterstützer einer Idee, der Staatsführer Merkel fiktiv dankt, obwohl doch alle Umfragen zum Thema Großeuropa eher eine Minderheit  als Unterstützer gerade dieser „Idee“ bestätigen. In der DDR war es die „zahllose Heerschar der Arbeiter, Bauern und Intellektuellen, die dem stetigen Fortschritt (dort hieß es Sieg) der Idee (dort: von einem Weltkommunismus) all ihr Wissen, Können, Denken, Trachten –  alle ihre Energie opferten.

Wir erkennen die Agenda der Neuen Welt-Regierung wieder, die Merkel fördert – in allem ihren Basta!s haben wir das, und auch hier erkennen wir den Rapport an die wieder, die die Weltherrschaft am konstruieren sind. (Dass Merkel, „die mächtigste Frau Europas“(??), auch dann nur ein winziges dienstbares Teilchen war und der Olymp ihr versperrt, ahnt sie wohl noch nicht?)

Wir, die wir die angemaßten Weltbeherrscher studieren – „Globalisten“, Gleichmacher, Neutralisierer, Schafstreiber, Entinitäten unbestimmter Herkunft, nicht nachfolgbaren Fortgangs – , wir hören und verstehen wiederum: „Europa, äh Deutschland – Agenda immer im Auge: Wohlstand (-sanspruch) herabfahren, Population herabfahren, global denken und Ziele in Nordamerika oder Nahost anvisieren bei eventuellen Machtgelüsten – eiligst mit der Umstellung sich zu befassen versichert Eure treue Dienerin.“

Weiße Weihnacht

Schlechter als diese fiese Mischung aus Nässe, Kälte und Lichtlosigkeit konnte selbst ein Winterwetter wohl nicht ausfallen?

„Wetter“ – als brächte die Natur solch Widersetzliches hervor wie die klimatischen Neuerungen der letzten Jahre – will ich es nun auch nicht mehr nennen; Wetter, glaube ich, findet zunehmend außerhalb des für uns Bodenbewohner sichtbaren Bereichs statt – „über den Wolken“, oder, auch das bedarf einer Sprachkorrektur – über dieser, jahreszeitlich bedingt, wasserhaltigen und damit undurchsichtigen Masse, in trockener Jahreszeit jenseits des braunen oder zirrhuswolkenähnlichen Schleiers am braunblauen und, bei bestimmten Sonnenstand, bereits weißem Himmel [1].

Einen ganzen Frühling, Sommer und Herbst lang hab ich den Blick wieder nicht vom Himmel lassen können und auf einem Dutzend Gigabite an Bildern und Videos mit Grausen das Werk der „Geoengineers“, der selbsternannten „Erd-Ingenieure“, wie man aus dem Amerikanischen übersetzen müsste, festgehalten. „White Sky“ – „Weißer Himmel“ – eine noch vor kurzem unglaubliche Phrase aus dem ästhetisiertem Vokabular der Himmelschmiede – diesen weißen Himmel haben diese „Ingenieure“ nun fast schon über uns gebracht.

Momentan ist von Weiße freilich nichts zu sehen, auch sieht man nicht die Tiefflieger über uns ihre Muster ins Himmelsblau sprühen. Dennoch kann man sie hören, wie sie im Schutz des am Himmel aufgehangenen Filzlappens kreisen, Stunde um Stunde, Tag und Nacht. Im Sommer, bei noch halbwegs durchsichtigem Himmel, geschieht dieses großflächige Zusprühen im Schutz der Nacht. Es klingt dann, als wären an nicht allzu ferner Stelle Traktoren am Bestellen der Felder – wem dieses monotone, behäbige und dauerhafte Geräusch aus landwirtschaftlichem Gebiet bekannt ist.

Militärflieger sollen es sein, die Nato soll für das Einsprühen verantwortlich sein – und wohl auch nur über Nato-Ländern, einschließlich der Schweiz und Österreich – wurde es bisher beobachtet.

Haben Sie wieder nichts bemerkt? Keine künstlichen Wolken noch etwas anderes als hin und wieder ein paar Kondensstreifen gesehen? Meinen, es sei ein normal warmer Sommer gewesen – und eher zu warm, als dass da oben ein wirkungsvoller Schleier die Sonnenhitze abhielte? Dieses Licht wie von 25-Watt-Glühbirnen an manchen Sommerabenden, eine Stunde etwa vor Sonnenuntergang, nicht bemerkt? Das zunehmende Fehlen von Niederschlägen? Die Antriebslosigkeit ihrer Saatpflanzen im Frühjahr?
Mich macht es in der Seele krank – zu allem Übel dazu.

Dass diese Streifen am Himmel Aluminium enthalten, ist fast schon gewiss. Tests von Niederschlägen legen das nahe. Aluminium ist ein stark reaktionsfreudiges Element und giftig im Naturkreislauf, es verseucht Lebewesen, Boden und Gewässer. In Nanopartikelgröße nochdazu, der verehrten neuen Größe für trojanischen Pferde, soll das Alu dort oben ausgekippt werden – Nanopartikel kennen im Körper keine Grenzen, durch Venenwände, Organe, durch die Zellen an sich gehen sie locker durch; Mediziner fanden in den Toten dieser Tage Aluminiumablagerungen, wie sie nach ihrer Meinung nur bei Menschen mit jahrelanger Aluminiumkochgeschirrbenutzung und einem Leben in Aluminiumbekleidung plausibel wären; das Vorhandensein von Nanoteilchen war der kleine, aber feine Unterschied zwischen den Impfstoffen gegen die Schweinegrippe – mit fürs Volk, ohne für die Behörden und das Militär.
Strontium und  Barium sollen weitere Zutaten der Chemieköche dort oben sein – die Elite ließe diese Chance nicht aus, in diese Gemisch auch ein Detektormedium einzubringen, um an ihren weltumspannenden Überwachungsplänen weiterzuarbeiten – Barium könne in Verbindung mit Aluminium elektrische Ladungen verteilen und verstärken. Als Bariumoxyd wäre es auch in der Lage, in der Atmosphäre Wasser einzusammeln [2] – dass das stattfindet, belegen die oft wassserschweren Himmel – Ungetüme von schwarzen Wassersäcken schleppten sich hier im Sommer über die Berge, „schwere Gewitterfronten“ machten sich, ohne einen Tropfen zu verlieren, davon, begleitet von einem permanentem, schepperndem Grollen – und das sollte ein Sommergewitter gewesen sein!

Mehr als Spekulieren können wir nicht; Anfragen an Behörden werden ignoriert oder als blanke Einbildung hingestellt, als der Stoff für lächerliche Verschwörungstheorien, werden bestenfalls kryptisch beantwortet [3]
Auch Greenpeace, Wetterstationen und Bundeswehr sehen nichts, wissen nichts, sagen nichts [4].

Der Kreis der neurotischen Spinner und Verschwörungstheoretiker wird aber eher größer. Russlands und Venezuelas Staatsführung bezichtigen USA und Nato, mittels dieser Chemiebrühe und leistungstarken Niederfrequenzsendern Unwetter- und Hitzekatastrophen über den Feind zu bringen. Als um die Atomreaktoren in Fukushima herum die Erde bebte und während dieser Zeit die Niederfrequenzanlage „Haarp“ in Alaska ungewöhnlich stark sendete, gab es mit einem Mal eine Erklärung für die Heftigkeit und Permanenz der Beben [5].
Bis 2025 „das Weter zu besitzen“, soll heißen: das Wetter weltweit selbstzumachen und sich damit strategischen Vorteile zu sichern, gehört längst zu den Planspielen US-amerikanischer Krieger [6].

Quellen
[1] Chemie- oder Kondensstreifen? http://www.chemtrails-info.de/chemtrails/contrails-chemtrails.htm.
[2] vermeintliche Inhaltsstoffe der Chemtrails („Chemtrails“ – als Abwandlung von „Contrail“ – Kondensstreifen) http://www.chemtrails-info.de/chemtrails/chemikalien.htm#Top
[3] hier, letzter Abschnitt https://volksauge.wordpress.com/2011/04/08/im-himmel-nichts-neues/
[4] http://www.chemtrails-info.de/seite.htm
[6] http://www.abovetopsecret.com/forum/thread59281/pg1

Artikel hier auf volksauge, die das Thema tiefer behandeln:

Über vermeintliche Zusammenhänge von metallischen Leitern in der Ionisphäre und Niederfrequenzsendern https://volksauge.wordpress.com/2010/04/25/verspielte-jungs/

[5] Das Erdbeben von Fukushima als geostrategisches Kriegsspiel?
https://volksauge.wordpress.com/2011/04/08/im-himmel-nichts-neues/

Über die Ignoranz im deutschen Verschwörerstaat bezüglich der Aktivitäten am Himmel über uns
https://volksauge.wordpress.com/2010/03/07/killin-us-softly/

Eine fotografische Himmelsbeobachtung über meinem Heimatort im Sommer 2010 https://volksauge.wordpress.com/2010/06/24/am-himmel-spinnen/

Erstmals nahm die UNO das „Phänomen“ wahr. Diese Video berichtet http://www.youtube.com/watch?v=9nTGrYlt1zc&feature=related

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Im Himmel nichts Neues

Die Partikelspur zum Supergau

Noch immer ist der Zenit über uns weiß bis grau, noch immer registrieren wir diese ominösen Schleierwolken, die mit kondensstreifenähnlichen Ausscheidungen der Flugzeuge beginnen, sich im Laufe einiger Tage so verdichten, dass selbst die Sonne, auf die wir doch so warten, sich nicht durchsetzen kann.


Wieder war von Vielen an den ersten Sonnentagen auch dieses Jahres zu hören: „Ich hab mich von der Sonne täuschen lassen – aber es ist bitterkalt.“ Das passierte wieder auch Menschen, die lange schon auf diesem Planeten weilen – was sie – unterstellt deren gewisse Routine und Verbundenheit mit dem „Draußen“, der Natur – vielleicht zu besonderen Zeugen macht.

Im letzten Jahr konnten wir die Flora befragen, dafür ist es dieses Jahr noch zu früh. Eine Freundin wunderte sich vor kurzem: „Plötzlich, von heute auf morgen, blüht alles! Vorgestern noch kein gelber Schimmer an der Forsythia – heute der Busch in vollster Blüte; und die Frühjahrsblüher, eigentlich immer alle schön nacheinander, kommen plötzlich alle zur selben Zeit?“

Und verblühen auch ebenso schnell wieder. Der Frühling, was hier das Erwachen und die Entfaltung der Natur meinen will, schien 2010 extrem kurz. Ob sich dies auf messbarem Gebiet – in der Nahrungsmittelproduktion – bereits negativ auswirkte, kann wohl in Gesamtheit der negativen Witterungsbedingungen von 2010 nicht eindeutig differenziert werden – es folgte ein niederschlags-, und mit einem mehr oder weniger transparentem alten Filzlappen anstelle eines Himmels –  auch lichtloser „Sommer“ –  und nach langem frustriertem Dahindämmerns- am kümmerlichen Wuchs erkennbar – ging dann ausgerechnet das Signal: „Fruchtbildung schnellstens zuende bringen“ an die Flora, als das nährende Manna endlich einsetzte und nicht mehr aufhörte, bis es die ohnehin mickrige Brut erstickt hatte. Die auf die auf Notreife gestellte Natur – alles eine Frage des Lichts, an dessen Temperatur (°K) liest die Pflanze die Zeit ab und darum in Verbindung zu „Chemtrails“ vielleicht nicht ohne Belang – versank im Dauerregen, die Ernte konnte nicht eingebracht werden, das spärliche Korn verfaulte am mickerigen Halm, Kartoffeln wurden Matsch – der gestiegenen Preise später wegen vielleicht noch nicht vergessen. (mehr unten bei [1])

All diese zufälligen Launen der Natur – angefangen beim völligen Fehlen eines klaren Himmels – an einem Wochenende im Mai, anlässlich eines Flugverbotes, erinnerte ich mich wieder, was das wirklich meint – bis zum Ausbleiben von Niederschlag, Wachstumsbeinträchtigungen, Missernten – bis hin zu Überschwemmungen, Dürre und Waldbränden – ließen sich bereits mit unserem spärlichen Wissen auf die kondensstreifenartigen Ablagerung an unserem Himmel zurückführen.

Auskunft erhalten wir nicht, darum der Spekulationen reichlich. Wer behauptet, nicht zu sehen, wenn er da hochschaut, sei da bereits außen vor – dazu zählen auch Bundesumweltamt und Greenpeace.  Hier und da, in langatmigen Ausführungen versteckt, darf hin und wieder die Presse des Imperiums andeuten: „Geoengeneering. Ja.“ – und plappert dann von unserm Schutz vor wahlweise Wärmestrahlung oder UV, welchen ein derart bearbeiteter Himmel uns brächte – würde es je gemacht. Aber…“ – das verbale Reiben des Daumens gegen den Zeigefinger soll das Ganze wie die Vision einer wohlhabenderen Zukunft erscheinen lassen.

Wir allerdings registrieren bereits das, was im Programm der Planeten-Neu-Designer steht:
Den Licht- (und damit Wärme-) Einfall dezimieren im Sinne einer Abfederung des Treibhauseffektes – einer Katastrophe durch Überhitzung des Planeten.

Alle bisherigen seriösen relevanten Messungen allerdings belegten keine Klimaerwärmung. Die Temperaturanstiegs-Kurve des „Weltklimarates“, der wir als den gewaltigsten statistischen Beleg dafür aufgesessen waren, hat sich als dreiste und makabre Fälschung erwiesen, die behauptete Klimaerwärmung verlor wieder ihre Salonfähigkeit – das Sprühen in der Stratosphäre ging dennoch weiter und vermehrte sich augenscheinlich noch. Die zaghaft vorgebrachten Argumente für eine guten Absicht hinter der Himmelsverschmutzung sind damit widerlegt.

Das Gegenteil scheint sogar der Fall zu sein. „Zeitenschrift“ erinnerte 2006 („Chemtrails: Leise rieselt das Gift“), die USA „haben das Ziel, das Wetter bis zum Jahr 2025 zu ‚besitzen‘, sprich, global nach ihrem Gutdünken manipulieren zu können. Dies besagt eine offizielle Abhandlung, welche auf einer Webseite der US-Air Force nachgelesen werden kann. „Owning the Weather in 2025“ ist deren Titel. Es spricht von „cloud seeding“ (Wolkensäen), was bedeutet, daß man die Wolken mit bestimmten chemischen oder klimatologischen Eigenschaften zu versehen gedenkt. Eine Passage darin verrät, Spezialisten seien schon zur Zeit der Niederschrift (1996) dabei, Chemikalien aus hochfliegenden Tankerflugzeugen zu versprühen. Der Zweck dieser Versuche liege darin, eine „atmosphärische Verdunkelung“ herbeizuführen. () Die Abhandlung enthält auch einige besonders niederträchtige Strategien. So wird der Air Force unter der Überschrift „Weather Modification“ empfohlen, in der nahen Zukunft das Wetter insgeheim so zu manipulieren, daß weltweit Katastrophen wie Dürren oder Überschwemmungen begünstigt würden. Dann solle systematisch bekannt gemacht werden, über welche Fähigkeiten zur Wetterbeeinflussung das Militär bereits verfüge. Die mürbe gemachte Öffentlichkeit würde bald um Hilfe vor den schrecklichen Naturkatastrophen bitten, die in Wirklichkeit genau von jenen Wettermanipulatoren verursacht worden waren – womit die Wettermanipulation gesellschaftliche Akzeptanz gewonnen hätte.“

Im Oktober 2010 hatte gar eine aus 193 Mitgliedern bestehende UN-Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) ihre zehnten Tagung in Japan mit einem Moratorium gegen Geo-Engineering-Projekte und -Experimente beschlossen. Deutsche Medien ignorierten das vollständig.

In den USA erschien neulich eine Dokumentation von Fachleuten über Chemtrails (hier mit deutschen Untertiteln). Nach dieser enthalten Chemtrails einen hohen Anteil an Aluminium. Da Aluminium wegen seiner hohen Reaktionsfreudigkeit als toxisch für Mensch und Umwelt angesehen werden muss und in Chemtrails seine Partikel mit einer Größe unterhalb eines Mikrometers vorkommen (ab 8 min., 30 sek.), widerlegt bereits hier angesichts der Kontaminierung von Menschen und Umwelt mit Langzeitfolge jegliche gutmeinende Absicht. Wir wissen nicht zuletzt um die erhellende Wirkung des Sonnenlichts auf das menschliche Wesen, was mit dessen Gehalt am lebenswichtigen Vitamin D eine Erklärung abseits von lediglich psychologisierender Bertrachtung gefunden hat – und verstehen zunehmend „Geo-Engeneering“ als weiteren beachtlichen Beitrag in der Agenda der Reduktion der Weltbevölkerung. Wie sich die von dieser Dezimierung Ausnehmenden unter den Folgen ihre weitere Existenz vorstellen, blieb uns zwar bisher verborgen – dass der Saatgut- und Pestizit-Tycoon „Monsanto“ an aluminiumresistenten Pflanzen forscht, scheint uns aber ein Fingerzeig zu geben, dass sie daran gedacht haben.

Haarp-Anlage Alaska foto: Vynith

Spekuliert wurde auch immer über einen möglichen Beitrag der Chemtrails bei der Anwendung elektromagnetischer Waffensysteme. Die Anlage HAARP (High Frequency Active Auroral Research Program – Hochfrequentes Aktives Aurora-Forschungsprogramm“) in Alaska ist ein hochfrequenter Sender für elektromagnetische Wellen und hat, wenn das auch vom vom Betreiber – US-Nayy und -Airforce – energisch bestritten wird, wohl das Potential zu einer globusweit wirksamen „Skalarwaffe“.
In einem Bericht an das Europäische Parlament (hier, s.u.: „HAARP – Ein klimabeeinträchtigendes Waffensystem“) von 14. Januar 1999 über Umwelt, Sicherheit und Außenpolitik, erklärte jedenfalls der „Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten, Sicherheit und Verteidigungspolitik“: „HAARP ist ein Forschungsprojekt, bei dem mit einer bodengestützten Anlage mit einem Netz von Antennen, die alle mit einem eigenen Sender ausgestattet sind, Teile der Ionosphäre(24) mit starken Radiowellen erwärmt werden. Die erzeugte Energie heizt bestimmte Teile der Ionosphäre auf, was auch Löcher in der Ionosphäre und künstliche “Spiegel” herbeiführen kann. () HAARP ist für viele Zwecke einsetzbar. Durch Manipulation der elektrischen Eigenschaften in der Atmosphäre lassen sich gewaltige Kräfte kontrollieren. Wird dies als militärische Waffe eingesetzt, können die Folgen für den Feind verhängnisvoll sein. Durch HAARP läßt sich ein fest umrissenes Gebiet millionenfach stärker mit Energie aufladen als mit irgendeiner anderen herkömmlichen Energiequelle.“

Dem SDI-System, angestrengt zur „Raketenabwehr unter dem amerikanischen Präsidenten Reaggen im Kalten Krieg in den 80ern („SDI“, Wikiped.) und die Technik der Skalarwellen nutzend, wird bereits die Zerstörung des Atommeilers Tschernobyl 1986 nachgesagt (mehr darüber hier).

Wegen des verwendeten Aluminiums kamen die Chemtrails nun wieder in diesen Kontext: Was mit HAARP energetisch wohl nicht leicht bewerkstelligt werden konnte – wie, schmunzelnd über unsere Paranoia, zumindest verschiedene Fachleute versichern – könnte nun, bei Vorliegen eines ausgedehnten leitfähigen Mediums – alle Länder der Nato und einige darüber hinaus machen beim Geo-Engeneeering mit – ein Kinderspiel sein. Inzwischen gibt es weitere Anlagen, die nach der Wirkungsweise von HAARP arbeiten. „Laut „India Daily“ besitzen heute viele Staaten solche Skalarwaffen zur Umwelt- und Menschenbeeinflussung. (zit. auch hier) – Norwegen und Brasilien die bekanntesten.

Ende vergangenen Monats erhielten solche Theorien weitere Nahrung. In einem Interview erklärte die Wisseschaftlerin Leuren Moret*, „… dass die Vorgänge in Japan seit dem 11.03.2011 das Ergebnis eines beabsichtigten Aktes einer tektonischen Nuklearkriegsführung seien, die sich gegen die Ökologie und Bevölkerung Japans und der Nationen der nördlichen Hemisphäre richte“ (zitiert nach politaia.org).

Schon 2004 hätte sie in einen vielbeachteten Artikel in der Japan Times (23. 5. 2004 “Japans tödliches Spiel mit dem nuklearen Roulette”, (zitiert auch hier) vermutet, welches wohl die Gründe zum Bau von Atommeilern in seismisch aktiven Gebieten seien. Leuren Moret sagte dort voraus, dass “es keine Frage ist, ob eine nukleares Desater in Japan passieren kann oder nicht, sondern dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis dieses passiert. Wie die frühere Sowjetunion nach Tschernobyl wird Japan ein radioaktiv verseuchtes Land sein, das unter Strahlenkrankheiten zu leiden hat;  zukünftige Generationen werden zerstört und und eine weitflächige Verseuchung der landwirtschaftlichen Flächen wird zu einer Katastrophe bei der Volksgesundheit führen. Die Wirtschaft wird sich möglicherweise nie mehr erholen.” (zitiert nach www.politaia.org)

Schon einmal, im Bericht des Journalisten Benjamin Fulford (Forbes) über sein Gespräch mit dem ehemaligen japanischen Finanzminister Hezo Takenaka, soll Japan mit einer „Erdbeben-Maschine“ bedroht worden sein – auf Fulfords Frage: „Warum haben Sie die Kontrolle über das japanische Finanzsystem an eine Gruppe von amerikanischen und europäischen Oligarchen ausgehändigt?“, soll Takenaka von einer Bedrohung Japans mit solch einer Erdbebenmaschine gesprochen haben (zit hier). Takenage wurde 2002 Staatsminister für „Financial Services“ und legte das Amt 2005 nieder (n. Wikiped.).

In dem Interview Ende vergangenen Monats beschreibt Frau Monet nun „das tektonische Nuklearwaffensystem als ein ausgereiftens Waffensystem, das aus mehreren sich gegenseitig ergänzenden Komponenten besteht und den Start einens tektonischen Nuklearkrieges praktisch von jedem Computersystem zu Lande, zu Wasser, in der Luft und vom Weltraum  ermöglicht. Jede Region der Welt“ könne damit attackiert werden.
Notwendig dafür nennt sie „HAARP – zum Erzeugen von elektromagnetischen und skalaren Wellen, die in seismischen Spannungsgebieten/tektonischen Bruchkanten des Planeten (auf denen sich die meisten Atomkraftwerke befinden)  Erdbeben und Tsunamis auslösen.“ und als  „“Steuerungsmedium” für Luftmassen in der Troposphäre (), die mit hochtoxischen strahlenden Partikeln wie Plutoniumstaub angereichert sind (aus den Reaktorexplosionen), und die an beliebige Orte gesteuert werden können und durch künstliche Niederschlagsbildung dort Menschen und Umwelt verseuchen“ sowie „Chemtrails, die in diesem Falle als elektromagnetische Spiegel für die HAARP-Wellen dienen, um so die Prozedur an jeden beliebigen Ort des Planeten ausführen zu können“, desweiteren „Atomkraftwerke als Quellen der radioaktiven Verseuchung“ und neben „Satellitensystemen, U-Booten und anderen Komponenten () Computerviren, wie Stuxnet, die Havariesituationen in den Atomkraftwerken hervorrufen, wie dies in Japan der Fall war“ (Zit. wie oben) – und wie sie auch Anfang des Jahres, wir erinnern uns, in iranischen Atommeilern für Ausfälle gesorgt haben sollen.

Ein Blick auf die Aktivitäten der Anlage um den 11. März (grüne Linie Zeitpunkt des Bebens mit Stärke 9) herum zeigt dort eine enorme Betriebsamkeit.

Zum Vergleich: Wie rechsstehend kann der Kurvenverlauf des Magnetometers über Tage oder auch Wochen aussehen. (Seit dem erneuten Beben in Japan gestern ist die Seite im Internet nicht  aufrufbar.)

Unzählige bisherige Versuche, Informationen über das „Phänomen“ Weißer Himmel (beschrieben etwa hier) oder gar eine Untersuchung oder Beendigung der Himmelsverschmutzung zu bewirken, liefen in den Sand und zuguterletzt auf eine Verunglimpfung der Aktivisten als „Verschwörungstheoretiker“ hinaus. Mit „demokratischen“ Anstrengungen scheint, wiedereinmal, und daher uns nicht neu, der Sache nicht beizukommen sein. Auf  einem Schweizer Blog bezüglich eines Artikels, der auch über die Verschmutzungen in der Atmosphäre spekulierte, veröffentlicht eine Kommentatorin ihren E-Mail-Wechsel mit der „Zentrale der Grünen in Berlin“. Sie hatte, nach ihren Angaben, dorthin u.a. geschrieben: „Es gibt eine Internetseite eines Grünen-Ortsverbandes (gemeint ist diese, m. Anm), der die Chemtrails als „Verbrechen am Himmel“ bezeichnet. Was sagen die Grünen in ihrer Zentrale dazu? Gibt es die Chemtrails also doch?“
Sie zitiert wie folgt die Antwort aus Berlin: „Es gibt ein modernisiertes Gerät basierend auf den Forschungen von Wilhelm Reich, einen Chembuster (Link und alles im Anhang) (- dort nicht veröffentlicht, m. Anm.). Vielleicht ist Ihnen hiermit geholfen, bis wir eine politische Lösung gefunden haben.“
Auf ihre erneute Nachfrage: „Die Grünen suchen also eine politische Lösung der Chemtrail-Frage? Ist die denn nötig? Wie soll die denn aussehen, interessant!!!!!Was bitte sollten die Bürger darüber wissen????“ wich der Mitarbeiter in der Grünen-Zentrale auf Allgemeinplätze aus, und so bleibt in diesem politischen System auch nicht die Hoffnung  auf eine politische Lösung – auf die angedeuteten Chembuster hingegen schwört eine zunehmende Anzahl Menschen, die diese gebaut und ihre erstaunlichen Wirkungen gesehen haben wollen. Ganze Netze von Cluod- und Chembustern, auch in Deutschland, scheinen im Entstehen, und die Ernsthaftigkeit und intellektuelle Gestütztheit diese Unterfangens könnte ein Nachdenken über diesen zugegeben märchenhaft anmutenden Versuch der Selbsthilfe bewirken. Dieser Mann hier bereist seit Jahren ganz Afrika zu diesem Zweck, ein Interview mit ihm soll daher hier das Thema schmackhaft machen.

Vielleicht nicht bis, sondern während von uns nach einer politischen Lösung gesucht wird, ist uns erstmal so geholfen? Glaube ist Hoffnung, und Glaube soll ja Berge versetzen können.

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Update 12. April 19:00h, youtube-video, merkwürdige Lichterscheinungen als Begleiterscheinung der Beben in Japan

Anmerkungen, weitere Quellen

*Leuren Moret ist Geophysikerin, unabhängig als Wissenschaftlerin und gesuchte Expertin beim Thema „Atomare Strahlung und Gesundheit“, auch unter Würdigung des Einsatzes von Uranmunition.

[1] Zur Erntesituation 2010 siehe https://volksauge.wordpress.com/2010/08/18/alle-reden-nur-vom-wetter/

Weitere Artikel in diesem Blog zum Tema Chemtrails: „killin‘ us softly“ , „am himmel spinnen“, „alle reden nur vom wetter“, „der mai hat aufgehört“ und Skalarwaffentechnik, -anwendung – „verspielte jungs“