Schlaraffianer! Maden im System!

Ein Element von Abschreckung gefällig?

Eigentlich kein Thema für eine Auseinandersetzung – zumindest nicht für Vernunftbegabte – was aus dem hessischen Ministerpräsidenten Koch gegenüber der Wirtschaftswoche am Freitag quoll. „„Wir müssen jedem Hartz-IV-Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung einer Beschäftigung nachgeht, auch niederwertige Arbeit, im Zweifel in einer öffentlichen Beschäftigung.“ Es könne kein „funktionierendes Arbeitslosenhilfe-System geben, das nicht auch ein Element von Abschreckung enthält. Sonst ist das für die regulär Erwerbstätigen, die ihr verfügbares Einkommen mit den Unterstützungssätzen vergleichen, unerträglich.“ Ein solcher Druck sei notwendig“, zitiert wiwo.de, und schon die Leserkommentare zu dieser Meldung beweisen: Kopfschütteln – fast ausnahmslos.
Die Fragen, die bestenfalls bleiben: Wissen die es nicht besser?
Wollen die uns zum Narren halten?
Oder herrscht, arbeitsmarktbezogen, solch derartiger Unterschied zwischen Exzone und Stammland, dass wir „vernunftbegabten“ Diskursverweigerer, einfach nur unseren Standort verraten?
Hat der Westen nicht auch Facharbeiter, Akademiker, Geistesgrößen zu Hauf‘ auf der Straße sitzen? Die ihre Berufe liebten? Die ihre Arbeit „mit nach Hause nahmen“? Die sie jederzeit, und sei es an jedem x-beliebigem Platz des Planeten – in der Fremde, welch Schritt für Patrioten – liebend gern wieder aufnehmen würden, und das zunehmend auch tun?
Oder Wirtschaftsministerin(!) Ursula von der Leyens Mahnung an Koch: In der großen Mehrheit wollten die Leute aus Hartz IV heraus, könnten aber nicht arbeiten, weil sie keine Kinderbetreuung fänden, weil sie keine Schulbildung hätten oder keinen Beruf.

Lasst sie reden, sagen die Kommentatoren. Inkompetenz – wollen noch die einen zugutehalten. Erinnern an Kochs Vergehen, die weniger Gelassenen. Ich schlösse mich den Gelassenen an; verlöre kein Wort über Typen, die offensichtlich in Kisten, pardon, elfenbeinverzierten Türmen hoch über uns, großgeworden sind. Wiegelte ab mit Verweis auf Koch’sche Lust am Provozieren – wüsste ich nicht, dass Koch im vergangenem Jahr zu jenem alljährlichem, an wechselnden Orten, vor der Öffentlichkeit verborgenen, von aufwändigen Polizeieinsätzen abgeschirmten, niemals seine Themen preisgebenden Beratungen der „Mächtigsten dieser Welt“ – „Die Bilderberger“- zitiert worden war. Nicht aus Sorge um die Demokratie in diesem Land, dessen Volksvertreter sich heimlich hinter verschlossenen Türen mit Vertretern anderer Staaten , Wirtschaftsmagnaten, Medienmogulen, Geheimdienstchefs und Multimilliardären zu streng geheimen Absprachen treffen (Westerwelle auchund hier ab 1min52 sec); eher wegen des (für weniger mit dem Umstand Bekannten wohl beunruhigenden) Faktes, dass Angela Merkel im Jahr 2005 daran teilgenommen hatte; gemeinsam mit Gerhard Schröder; und dem darauf folgenden, bis heute wenig erklärlichem Schritt des damaligen Kanzlers, anschließend die Vertrauensfrage zu stellen – was Merkel den Thron bereitete.
Schröder ging zu Gasprom, und jeder dachte: drum! Schröder muss parieren, wenn die Weltenlenker es so wollen, behaupteten andere.

Am Freitag geriet der Euro auf Schlitterkurs; Grund war, so war schnell ausgemacht, ein Gerücht im fernen Asien: Die deutsche Bundeskanzel stehe vor einem Inhaberwechsel – Merkel trage sich mit Rücktrittsgedanken. Was diese lächerlich fand. Was vielleicht bereits in ihrer Fraktion anders gesehen wird. Wegen ihres unbeteiligten Führungsstils ist sie dort bereits in der Kritik. Mit der deutschen Maschinerieindustrie hat sie seit Kopenhagen ein Problem – die wollte eigentlich ihren technischen Eroberungsfeldzug weltweit geregelt wissen. Und wer mit denen ein Problem hat…
An diesem Sonntag hat auch Westerwelle seinen Kopf durchgesetzt. Man habe sich „geeinigt“, an der „Steuererleichterung“ festzuhalten, heißt das in den Medien. Vielleicht eine Chance für „Ain’t She“, nun selbst auszusteigen – aus Sorge um Deutschland, beispielsweise.
Wenn es läuft, wie hier (und dort) nur vermutet wird, wie es laufen soll, sitzt eins, zwei, drei, der Koch in der Bundeskanzlei. Und schaut den Arbeitsscheuen zu, wie sie Gorleben saubermachen – zum Beispiel.
Gutes Beispiel: Weil das auch auf die Rentenkasse positiv wirkte.

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Veröffentlicht in Augenwischer. 1 Comment »

Eine Antwort to “Schlaraffianer! Maden im System!”

  1. Außer der Reihe … Leseempfehlungen zum 18.01.10 « Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft Says:

    […] Themenkomplex zum untenstehenden benutzen kann, liefert die Seite Volksauge unter dem Titel „Scharaffianer! Maden im System!“ … ist nichts für Zwangsrationalisten, weil auch eine Spur „verschwurbelter […]


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